Gerade bin ich über einen interessanten Link zum Thema postmoderne Theologie gestolpert: check it out!
Deutschland und die Wahl
Es scheint so, als solle diese Wahl keine ganz normale Wahl werden. Zunächst ist sie eine vorgezogene Wahl, da der Bundeskanzler nicht mehr genug Vertrauen in seine Politik annahm. Dagegen hatten zwei Abgeordnete geklagt, und jetzt entbrennt ein Streit darüber, wie man mit der Regelung der Nachwahl umgehen soll, die in Dresden durch den Tod einer NPD-Kandidatin notwendig wurde. Sollen die Hochrechnungen bereits am Abend des 18. September verkündet werden, auch wenn frühestens eine Woche später in Dresden gewählt wird? Ist es angebracht die Hochrechnungen noch zurück zu halten…
Viele Fragen werden diskutiert. Und manch einer gibt dazu einen Kommentar, den er meiner Meinung nach besser für sich behalten hätte: “Das kann man vielleicht in Afrika machen, dass man zwei, drei Wochen später ein Wahlergebnis verkündet, aber nicht in der Bundesrepublik” sagte der FDP-Generalsekretär Dirk Niebel [zitiert von hier] gegen eine Zurückhaltung der Veröffentlichung. Ob eine Politik mit Beteiligten, die zum einen abfällig über unsere Ostdeutschen Mitbürger oder wie in diesem Fall gegen einen ganzen Kontinent reden wirklich besser ist?
Was denkst du über die Zurückhaltung der Hochrechnungen?
Brennst du darauf zu erfahren wie die Wahl ausgeht?
Über Leihen und gute Ratschläge
»Bedürftigen helfen heißt dem Herrn etwas leihen,
der wird es voll zurückerstatten.«
[Sprüche 19,17]
»Befolge gute Ratschläge und lass dich korrigieren,
dann bist du am Ende ein weiser Mensch.«
[Sprüche 19,20]
Moltmann über Gemeinde
„Erst in dieser theologischen Dimension der Passion Jesu wird vollends deutlich, warum die Gemeinde Christi aus der Kreuzeshingabe lebt, glaubt und hofft. Sie ist die Gemeinschaft jener Gottlosen, die durch Jesu Gottverlassenheit die Gottesgemeinschaft gefunden haben. Sie ist die Gemeinschaft jener Sünder, die durch den, der für sie zur Sünde gemacht wurde, zur Gerechtigkeit gekommen sind. Sie ist die Gemeinschaft der Verfluchten, die durch den stellvertretenden Fluchtod Jesu gesegnet wurden und zum Segen werden. Und weil der Vater durch den Tod des Sohnes »die Welt« mit sich versöhnte, gilt ihr neues Leben zugleich dem Dienst der Versöhnung an der Welt. Sofern mit dem Hebräebrief die Hingabe Christi am Kreuz als priesterlicher Dienst bezeichnet werden kann, folgt daraus das allgemeine Pristertum aller Gläubigen. Sie alle sind »Botschafter der Versöhnung« an Christi statt. Sie leben in der Gemeinschaft mit Gott kraft der Hingabe Christi für sie. Dadurch ist auch ihr Leben zur Hingabe bestimmt, d.h. zur Liebe, zur Stellvertretung und zur Fürbitte. Das trennt sie nicht von der Menschheit und erhebt sie auch nicht über andere.“
[Moltmann, Jürgen. Kirche in der Kraft des Geistes: Ein Beitrag zur messianischen Ekklesiologie. 2. Auflage. München: Kaiser, 1989.]
Gedanken zu dem Begriff »Postmoderne«
Ähnlich wie der Begriff »flache Hierarchie«, über den ich kürzlich etwas geschrieben habe, wird auch der Begriff »Postmoderne« sehr gerne verwendet.
Zu diesem Begriff könnte man, dessen bin ich mir bewußt, mehr als nur einen kurzen Post schreiben – vielleicht ganze Bücher oder gar in der Auseinandersetzung einen Teil einer Bibliothek… in diesem Post möchte ich jedoch eine Beobachtung aufschreiben, die mir in der Reflektion dessen deutlich wurde, was ich im Kompendium Kulturgeschichte gelesen habe.
Ute Daniel schreibt auf Seite 150:
»Postmoderne« bezeichnet einen Streit, der anliegt, nicht aber etwas, das – als ästhetische oder wissenschaftliche Theorie oder als Philosophie – vorliegt. Die einzige Bestimmung, die ihr gegeben werden kann, ist m.E., daß sie sehr grundsätzlichen Debatten den Namen gibt, von denen in den letzten Jahrzehnten keine kulturwissenschaftliche Disziplin unberührt geblieben ist.
Mit dieser Aussage holt sie die Erwartungen einer ganz neuen, anderen Epoche herunter auf eine Ebene, die in Verbinung mit der Geschichte steht. Es scheint, als wollte sie darauf hinweisen, dass es sich bei Postmoderne nicht um das ganz andere, neue handelt, das ohne jede Beziehung zu davor dagewesen jetzt anbricht, sondern dass sie eher Prozesse der Auseinandersetzung mit den Grundsätzen verschiedener Bereiche der Gesellschaft und des Lebens bezeichnet.
In dieser Weise schreibt sie auch darüber, dass diese Auseinandersetzung mit den Grundsätzen oft auf ein polemisches Niveau gerät:
Gemeint ist die Befürwortern wie Gegnern der »Postmoderne« gemeinsame Tendenz, die größte Phantasie auf das Erfinden derjenigen gegnerischen Position zu verwenden, zu deren Bekämpfung aufgerufen wird. [Seite 156]
Die Aussagen von Daniel beziehen sich auf die Diskussion innerhalb der kulturwissenschaftlichen Disziplinen. In der Reflektion dessen fielen mir jedoch eine Menge Diskussionen ein, die ich hatte und in denen ähnliche Dinge passiert sind. Im Bereich von Gemeindebau und Theologie sind wir an einen Punkt gekommen, an dem ebenfalls solche Diskussionen ablaufen [und das ist natürlich nicht erst seit Kurzem so].
Trotz allem Verve [ein schönes Wort], sollten wir meiner Meinung nach darauf achten, dass wir nicht alle Phantasie darauf verwenden die jeweiligen Positionen und Grundsätze dermaßen zu verzerren, dass sie den Bezug zur Realität verlieren.
Das Schreckgespenst, in das die Diskutanten ihr jeweiliges Gegenüber verwandeln, ist ebenso verzerrt wie die jeweils eigene Position gewissermaßen entzerrt, d.h. mit einer außerhalb des Streitzusammenhang eher seltenen Aura von Selbstverständlichkeit und Unangreifbarkeit dargeboten wird. [Seite 157]
In dieser Weise ist dieser Post ein Plädoyer für einen realistischen Diskurs, der sich nicht in Grabenkämpfen verliert, sondern sowohl positive Errungenschaften der Generationen vor uns würdigt, als auch Veränderung fördert… vielleicht vor allem ein Plädoyer an mich selbst.
links und rechts
“Das Schema, das in allen Variationen wiederkehrt, ist das des Gegensatzes zwischen horizontaler oder egalitärer Vision der Gesellschaft und vertikaler oder nichtegalitärer Vision”, beschrieb der italienische Philosoph Norberto Bobbio vor einigen Jahren die Trennlinie zwischen Linken und Rechten.
Das ist ein Zitat aus einem Artikel über links und rechts in der Politik, den du hier ganz lesen kannst.
Fröhlichkeit
»Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit,
Mutlosigkeit raubt einem die letzte Kraft.«
[Sprüche 17,22]