Am 8. Oktober bebte in Pakistan die Erde. Dieses Beben forderte wieder unvorstellbar viele Menschenleben und zerstörte die Existenz von noch mehr Menschen. Ich frage mich, wieso dieses Beben so schnell wieder aus unserem Bewusstsein geflogen ist? Wenn es stimmt, dass es schlimmere Folgen nach sich gezogen hat und zieht wie der Tsunami im letzten Jahr und bei weitem die Folgen von »Katrina« übersteigt, dann sind so wohl die geringe Medienpräsenz als auch die schleppend anlaufenden Spenden und Hilfeleistungen zu hinterfragen. Stimmt es vielleicht doch, dass jeder sich selbst der Nächste ist?
Das erste Mal
Inspiriert von Konomu werde ich eine kleine Reihe über ein paar »erste Male« aus meiner Sicht, der ich zum ersten Mal Vater geworden bin starten.
…im Baumarkt.
Die Arbeitsplatten in unserer Küche sollten mal in ihre endgültige Position kommen, festgeschraubt werden und die tückischen Schlitze die sich zwischen ihnen und den Wänden auftun sollten auch geschlossen werden. Und um der jungen Mutter auch ein bisschen Zeit ohne Nachwuchsverantwortung zu ermöglichen nahm ich den Sohnemann mit zum Baumarkt. Eine einfache Übung dachte ich mir schließlich waren wir schon zusammen im Copyshop und sonstigen Läden und außerdem war der süße Knopf gerade sowieso am Schlafen.
Auf meinem Weg durch die Regalgänge des Baumarkts die Bauteile suchend die auf meiner Liste standen lachten mich auf einmal zwei wache Augen an. Die halbe Stunde Schönheitsschlaf war zuende und jetzt wurde alles sofort beobachtet. Ich bemerkte, wie sich eine gewisse Anspannung von hinten anschlich. Neben den Schrauben, Silikon und einer kleinen Säge, hatte ich an der Kasse noch eine 2 Meter lange Latte auf der Schulter, die eine nochmals um einen Meter längere Leiste stabilisierte. Am Samstag Abend schienen noch mehr Menschen die Idee gehabt zu haben nützliche Dinge aus dem Baumarkt mit zu nehmen und so hatten wir das Vergnügen uns anzustellen. Die Anspannung vermischte sich mit der Herausforderung den Sohnemann bei Laune zu halten, die Bauteile so zu balancieren, dass sie niemanden berührten und schließlich zu bezahlen.
Nicht wirklich Besonders denkst du dir, da du schon jede Menge Erlebnisse mit deinem Nachwuchs in diversen Märkten gesammelt hast. Und auch ich dachte, das ist eben die normale Herausforderung an der Kasse. Draußen war es inzwischen dunkel und kälter geworden, so dass ich zügig nach Hause gehen wollte. Nach kurzer Strecke beschwerte sich der junge Herr im Kinderwagen jedoch, weil er nichts mehr sehen konnte [haben Straßenlaternen in Industriegebieten größere Abstände?]. Zunächst versuchte ich ihn mit einem fröhlich gepfiffenen Lied wieder zum Lachen zu bringen – seine Beschwerde wurde jedoch eher mehr als weniger. Ich experimentierte mit dem Schnuller. Den Kinderwagen mit dem Bauch schiebend, den Schnuller mit einer Hand immer wieder zu seinem Mund führend und auf der anderen Schulter die beiden langen Gegenstände. Ich frage nicht, wieso derjenige, der gerade an einer Tür auf Einlass wartete, lachte, als er mich sah. Aber auch diese Experimente halfen nichts, schließlich konnte man den Schnuller wieder ausspucken und sich noch lauter beschweren. Etwas später versuchte ich dann den Kinderwagen zu schieben und sowohl die Latten als auch den Sohnemann zu tragen. Das gab ich schnell wieder auf und legte eine kleine Tröstungspause ein… zu Hause angekommen war mir schön warm, am Wetter lag das nicht :]
Empfehlung: Transforming Mission
Heute habe ich das Buch Transforming Mission von David J. Bosch erst mal fertig gelesen. Und ich muss jedem zustimmen, der dieses Buch als »Standardwerk« bezeichnet.
Wie der Titel schon sagt beschäftigt sich Bosch darin mit Mission. Besonders gut gefällt mir dabei sein Vorgehen. Er startet mit Mission im Neuen Testament, stellt im zweiten Teil Mission im Verlauf der Geschichte da um im letzten Teil einen Weg für Mission in unserer Zeit auf zu zeigen.
Ein weiteres großes Plus des Buches ist seine ausgewogene Darstellung. Er diskutiert eine Vielzahl von Positionen, die er so überzeugend darstellt, dass man den Eindruck bekommt, dass es sich dabei um seine Position handelt nur um im nächsten Abschnitt dasselbe bei einer entgegengesetzten Position zu denken. Im Laufe der Darstellungen wird seine Meinung dann immer klar – und ich muss sagen, dass ich seine Gedanken in weiten Teilen teile [was natürlich immer schön ist und ein Buch für mich noch um einiges attraktiver macht].
In dieser Weise möchte ich das Buch für jeden empfehlen, der sich Gedanken über Gemeinde in unserer Zeit macht. Zum lesen sollten dir dann weder die englische Sprache noch die etwas mehr als fünfhundert Seiten etwas ausmachen und du wirst viel Spaß damit haben.
»Looked at from this perspective mission is, quite simply, the participation of Christians in the liberating mission of Jesus, wagering on a future that verifiable experience seems to belie. It is the good news of God’s love, incarnated in the witness of a community, for the sake of the world.«
[David J. Bosch, Transforming Mission, 519.]
Content Management
Um die Sachen wieder zu finden, die mir in Büchern wichtig erscheinen, habe ich mir angewöhnt kleine Haftmarker zu verwenden. Ich klebe sie sowohl in meine eigenen Bücher und Unterlagen in denen ich Dinge anstreiche um sie leichter zu finden; als auch in Bücher, die ich ausleihe. Bei den ausgeliehen besteht der Vorteil darin, dass ich die Haftmarker schnell wieder entfernen kann und sie keinerlei Spuren hinterlassen.
Durch die Farben kann ich dann von außen schon sehen in welchem Kapitel sich etwas wichtiges befindet [da ich meist die Kapitel farblich voneinander abhebe] und welche wichtigen Dinge wo vorkommen [da ich wichtigen Begriffen eigene Farben zuordne]. Als ich die oben verlinkte Seite angesehen habe, stellte ich auch fest, dass ich einen solchen Haftmarker auch mitten in die Seite kleben kann um einen wichtigen Begriff extra zu unterstreichen ohne etwas in das Buch zu schreiben.
Dachte, dass ich das heute einfach mal auch hier poste, zum einen weil mir die praktischen Tipps von Johannes immer sehr gefallen und oft schon geholfen haben… auch wenn das hier im Vergleich zu Johannes Tipps eher ein “manueller” ist.
10 Tipps fürs Klamottenkaufen
Nachdem unsere Freunde von RELEVANT jetzt auch einen RSS-Feed für ihre Artikel eingerichtet haben, bekomme ich die Updates immer direkt auf meinen Rechner.
Heute war ein Artikel über Klamottenkaufen und Geld dabei, in dem Alissa Clark die folgenden 10 Tipps gibt:
1. Never buy anything at full cost.
2. Determine what you need.
3. Develop a style.
4. Never buy anything unless you love it.
5. Rarely buy anything unless you need it.
6. Go for quality, not quantity.
7. Ignore fashion.
8. Only carry cash.
9. Beware of online shopping.
10. Cut yourself some slack.
Gemeinsam für Deutschland
Mit Mut und Menschlichkeit.
Diesen Titel trägt der Koalitionsvertrag, der heute von den Parteitagen beschlossen werden soll. So könnte es 8 Wochen nach der Wahl dazu kommen, dass Deutschland eine neue Regierung bekommt – eine große Koalition. Nach viel hin und her in Personalfragen werden darin jetzt eine Menge Inhalte dargestellt: Zusammenfassung der Eckpunkte auf Zeit.de. Dort gibt es auch einen Link zum gesamten Koalitionsvertrag als PDF. Wer die 191 Seiten durchlesen will kann das somit gerne tun – und keiner kann sagen, er habe es nicht gewusst.
Dann wünsche ich gute Parteitage.
Sehe gerade, dass das ZDF auch die Inhalte des Koalitionsvertrages anbietet – hier – ein bisschen schöner animiert und einfacher zu lesen als bei der Zeit.
Ernüchterung
Du bemühst dich, alles, was geschieht, in Worte zu fassen, aber es gelingt dir nicht. Denn mit Hören und Sehen kommst du nie an ein Ende. Doch im Grunde gibt es überhaupt nichts Neues unter der Sonne. Was gewesen ist, das wird wieder sein; was getan wurde, das wird wieder getan. »Sieh her«, sagen sie, »da ist etwas Neues!« Unsinn! Es ist schon einmal dagewesen, lange bevor wir geboren wurden. Wir wissen nur nichts mehr von dem, was die Alten taten. Und was wir heute tun oder unsere Kinder morgen, wird auch bald vergessen sein.
[Prediger 1,8-11]
Konomu rockt
Hier in Dresden hatte ich auch die Gelegenheit Marlen Mieth a.k.a. Konomu kennen zu lernen. Und weil ihre Fotos, wie du siehst, sehr sehr cool sind, schreibe ich auch diesen Post.
Also schnell mal die Bilder auf flickr und ihrem Photoblog auschecken.
[RESPECT!]
Wenn sich der Vorhang öffnet
In den letzten Tagen war bereits auf verschiedenen Blogs zu lesen, dass eine Reihe Menschen sich aufgemacht haben um ein paar Tage in Dresden im Hause St. Lägels zu verweilen.
Missionarische Gemeinde
In dem Buch Transforming Mission von David J. Bosch habe ich gerade eine sehr gute Aussage zu missionarischer Gemeinde von Hans-Werner Gensichen gefunden:
»The missionary dimension of a local church’s life manifests itself, among other ways, when it is truly a worshipping community; it is able to welcome outsiders and make them feel at home; it is a church in which the pastor does not have the monopoly and the members are not merely objects of pastoral care; its members are equipped for their calling in society; it is structurally pliable and innovative; and it does not defend the privileges of a select group.«
[David J. Bosch. Transforming Mission: Paradigm Shifts in Theology of Mission [New York: Orbis, 1991], 373.]

