Archiv für April, 2006

We feed the world

Donnerstag, 27. April 2006

Heute läuft der Film WE FEED THE WORLD – Essen Global in anspruchsvollen Kinos in Deutschland an. Meiner Meinung nach ist das ein fantastischer Film, der uns auf eindrückliche Weise unser Konsumverhalten deutlich macht und auf die Auswirkungen hinweist, die wir auf Menschen und Natur haben.

Hier in Karlsruhe zeigt die Schauburg diesen Film.

Aus einem Interview mit Erwin Wagenhofer möchte ich eine Aussage hier zitieren, auch wenn sie nicht die zentrale Aussage ist, weist sie dennoch in die Richtung, in die Wagenhofer mit seinem Leben und dem Film weisen möchte:

Zurück zur Einfachheit – ist das auch die Botschaft des Films? Vor der Haustür einkaufen? Bio einkaufen – wenn es auch teurer ist?

Ja. Das heißt aber nicht: Nicht genießen. Ich halte es mit Loriot: Ein Leben ohne Genuß ist möglich aber sinnlos. Und Genuß ist keine Frage des „sich leisten können“. Die Idee bei Bioprodukten zum Beispiel ist ja auch die, dass sie, wenn sie wirklich Bio essen, das Leben komplett umstellen. Das ist, wie wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Das Geldargument – Bio ist so teuer – stimmt überhaupt nicht. Wenn Sie wirklich ihre Ernährung umstellen, dann leben sie viel billiger, weil sie früher satt sind, weil die Lebensmittel gehaltvoller sind. Wenn Sie aber zu McDonalds gehen, was geben Sie da aus – 10 Euro? Und sind immer noch nicht satt.

Quelle: jetzt.de – Interview mit Erwin Wagenhofer – “We Feed The World”

Gedanken zum Erziehungsbündnis

Donnerstag, 27. April 2006

Wem meine kritischen Gedanken zum Erziehungsbündnis zu einfach und unreflektiert erscheinen, kann diesen Zeit-Artikel lesen. Gunter Hofmann schreibt darin meiner Ansicht nach in weiten Teilen über Dinge, die bei mir dazu auch anklingen – und die mich deswegen einem solchen Bündnis gegenüber kritisch machen.

alaska.de

Mittwoch, 26. April 2006

Am Dienstag Abend haben wir uns einen älteren Film angesehen: alaska.de.

Meiner Meinung nach ein äußerst empfehlenswerter Film. Darin wird mit Schauspielern, die selbst in ähnlichen Situationen leben, eine Geschichte von Jugendlichen erzählt, sie sich mit ihrem Leben in einer Plattenbausiedlung zurecht finden müssen.

Mich hat vor allem ein junger Nebendarsteller stark an einen Jungen erinnert, den ich in Stuttgart auf dem Skateplatz öfters getroffen hatte. 13 Jahre, viel am Kiffen, scheinbar keine Perspektive und hohe Gewaltbereitschaft. Hoffnung?!

In was für einem Land…

Mittwoch, 26. April 2006

leben wir eigentlich?

Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid.

2.Mose 23,9

Bildungsstandards Evangelische Religionslehre Teil II

Mittwoch, 26. April 2006

Durch einen Kommentar von Philipp wurde ich darauf aufmerksam, dass mein Beitrag zu den Bildungsstandards ziemlich negativ verstanden werden kann.

Zunächst aber erst mal einen Ausschnitt aus Philipps Kommentar:

Ich als angehender Religioslehrer finde den neuen Bildungsplan super und werde mich mit großer Freude darum bemühen meine Grundschüler entsprechend zu unterrichten.
Der neue Bildungsplan lässt mir (im Gegensatz zum alten) sehr viel Freiheit, wie ich die Standards verwirklichen kann.

Ich sehe die Standards und auch den Lehrplan nicht so negativ wie das vielleicht klingen konnte. Vielmehr würde ich mich freuen, wenn mehr Lehrer wie Philipp alles daran setzen einen guten Unterricht zu machen und entsprechend der Ansprüche der Standards den Unterricht zu gestalten. Ich wollte mit dem letzten Post nur sagen, dass es mir im Studium nur so vorkommt, als wären diese Fertigkeiten noch nicht so weit verbreitet…

Habe dazu einen sehr guten Artikel gefunden. Soweit ich weiß nur offline erhältlich: Zimmermann, Mirjam und Ruben. „‘Hermeneutische Kompetenz’ und Bibeldidaktik.“ Glaube und Lernen: Theologie interdisziplinär und praktisch 2005/1: 72-87.

Entdeckungsreise

Dienstag, 25. April 2006



schaukeln

Originally uploaded by depone.

An den Wochenende habe ich die Chance etwas mehr von der Entdeckungsreise mitzubekommen, die Josia so erlebt.

Am Samstag habe ich mich gefragt, wann denn nun eigentlich ein Mann ein Mann ist? Eine alte Frage, ich weiß. Als Josia im Bad an der Wand stand und auf männliche Weise sein Urin von sich in einem Strahl an die Wand entlehrte könnte ich einen Teil der Antwort gefunden haben. [leider kein Bild davon]

Und als uns am Sonntag die Sonne verwöhnte, konnte der kleine Mann die vielen Facetten des großelterlichen Gartens auskundschaften. Wieso befindet sich Dreck zwischen den Holzplatten der Terrasse? Wie schmeckt eigentlich ein Tannenzapfen? Wie schmecken Grashalme, wenn die sich schon so schön anfühlen? Um nur ein paar der Fragen zu stellen, die er sich gestellt haben könnte…

Bildungsstandards Evangelische Religionslehre

Freitag, 21. April 2006

Bei der Recherche bin ich heute über Bildungsstandards der evangelischen Religionslehre in Baden-Württemberg gestolpert. Meiner Ansicht nach werden in den Bildungsstandards sehr hohe Ziele formuliert, bei denen ich mich frage, ob sie im Bezug auf den Schulalltag realistisch sind. Wahrscheinlich liegt meine kritische Haltung jedoch daran, dass ich mein Abi bereits 1996 gemacht habe…

Zunächst wird allgemein gesagt:

Der evangelische Religionsunterricht begleitet Kinder und Jugendliche bei ihrer Suche nach Orientierung und Lebenssinn. Er stellt auf altersgemäße Weise den Zusammenhang von Glauben und Leben dar. Er ermöglicht, die Bedeutung des Evangeliums von Jesus Christus im Leben zu entdecken und im christlichen Glauben eine Hilfe zur Deutung und Gestaltung des Lebens zu finden. Er informiert nicht nur über den christlichen Glauben und seine Traditionen, sondern bringt die Heranwachsenden auch mit Glauben als Einstellung, Haltung und Lebenspraxis in Berührung.

Eine weiter Aussage möchte ich noch herausgreifen, da diese für die Praxis des Theologiestudiums von großer Bedeutung ist:

Er befähigt die Heranwachsenden zur Auslegung der Bibel und fördert altersgemäße Zugänge. Er setzt die biblisch-christliche Tradition dem kritischen Gespräch aus und hilft, religiöse Sprach- und Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln. Er dient der individuellen, gemeinschaftlichen sowie gesellschaftlichen Orientierung und ermöglicht Schritte auf dem Weg zum persönlichen, verbindenden Glauben (Was glauben wir?).

Sehr interessant finde ich das, würden diese Bildungsstandards erfüllt hätten wir beim Theologiestudium vor allem die Aufgabe zu vertiefen und aufzufrischen – anstatt wie es mir scheint – überhaupt erst Grundlagen zu legen.
Das Dokument aus dem ich zitiert habe findest du hier

Bündnis für Erziehung

Freitag, 21. April 2006

Unsere Familienministerin Ursula von der Leyen hat in den letzten Tagen durch ihr ›Bündnis für Erziehung‹ trotz scheinbar guten Willens eine Reihe Menschen verärgert. Darüber musste ich gestern Abend nachdenken, als ich in den Tagesthemen einen Beitrag zu eben diesem Thema gesehen hatte: Kritik an von der Leyens “Erziehungsbündnis” | tagesschau.de.

Von der Leyen startet ein ›Bündnis für Erziehung‹ in dem es vor allem um Werte gehen soll. Zu diesem Bündnis hat sie zunächst die beiden großen Kirchen und deren sozialdiakonischen Verbände eingeladen. Nach Ansicht einer Reihe von Personen der Öffentlichkeit hat sie damit das Bündnis noch bevor es überhaupt begonnen hat zu sehr verengt. Werte seien nicht nur bei den christlichen Kirchen zu finden, sondern bilden die Grundlage unserer Demokratie – natürlich seien sie auch bei anderen Religionsgemeinschaften vorhanden.

Auch wenn sich Aussagen wie ›christliche Werte in unserer Gesellschaft stärken‹ in meinen Ohren gut anhören, sollte nicht vergessen werten, dass wir nicht in einem Gottestaat wohnen. Unsere Gesellschaft ist eine pluralistische Gesellschaft in der Menschen frei entscheiden können wie sie ihr leben gestalten [innerhalb des demokratischen Spielraums] – aus diesem Grund teile ich die Kritik derjenigen, die das Bündnis als zu eng ansehen.

Und wieder einmal wird an einer solchen Bündnisaktion einiges deutlich – auch wie christliche Aussagen in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden.

Was denkst du zu dem Bündnis und zu der Kritik?

Pastoralsoziologie

Donnerstag, 20. April 2006

Bei meiner Recherche bezüglich der Bibliographie meiner Master-Thesis bin ich gerade über einen interessanten Artikel im Lexikon für Theologie und Kirche gestoßen. Karl Gabriel beschreibt darin die wissenschaftliche Disziplin: Pastoralsoziologie, die es seiner Ansicht nach bisher nur an wenigen theologischen Fakultäten gibt:

»Pastoralsoziologie ist jene wissenschaftliche Disziplin, die das kirchliche Handeln und seine theologische Reflexion auf die historisch je spezifischen Vorraussetzungen, Bedingungen und Folgen hin untersucht und so auf empirisch-sozialwissenschaftlicher Grundlage zu einer interdisziplinären Theorie kirchlicher Handlungspraxis beiträgt.«
[Karl Gabriel, "Pastoralsoziologie", Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage, Band 7, 1444f.]

Bei der Pastoralsoziologie unterscheidet Gabriel zwei Ebenen. Die erste Ebene nennt er Kirchensoziologie, in der es um die Erfassung der Beziehungen innerhalb der Kirche als gesellschaftliche Verfassung geht. Auf der zweiten Ebene geht es um die Beschäftigung mit dem Glauben, der innerhalb der Gesellschaft vorhanden ist – diese Ebene nennt er Soziologie des Christentums – durch diese Ebene wird es der Kirche möglich den »Glauben ihrer Gläubigen« zu finden.

Diesen Artikel zu lesen führte bei mir wieder einmal zu dem Erlebnis, an dem es mir so vorkommt als würden Gedanken – und in diesem Fall mein Handeln – Worte bekommen. Durch solche Worte wird es mir möglich auszudrücken, auf welcher Reise ich mich in den letzten Jahren befinde.

Experimentieren und Ausdauer

Dienstag, 18. April 2006

Gerade habe ich einen neuen Artikel auf ›Emergentes Gedankengut‹ hochgeladen. Er heißt Experimentieren und Ausdauer und wurde von Doug Pagitt geschrieben.

Und wie schon letztes Mal, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel:

Was in unserer Situation interessiert, ist unsere Bereitschaft zu experimentieren und zu versuchen Ausdrücke des Glaubens zu entwickeln, die aus unserer Zeit und Situation kommen, und dabei zu wissen, dass unsere Bemühungen in der Zukunft angepasst und verändert werden müssen.

Wie der ein oder andere bereits gelesen hat, wird Doug Mitte Mai in Deutschland sein. In diesem Zusammenhang wird es am 19. Mai einen super interessanten theologischen Tag an der Akademie für Leiterschaft geben. Nähere Infos dazu kannst du über dieses Kontaktformular bekommen.