Archiv für Juli 2006

Kubik: Stückwerk

Sonntag, 30. Juli 2006



Stückwerk

Originally uploaded by depone.

Für letzten Freitag hatten WortSport, Johannes und ich einen Abend zu dem Thema Stückwerk und Ergänzung vorbereitet.

Diesen Abend haben wir anhand des Textes 1.Korinther 13,8-12 gebastelt. Im Zusammenhang der Geistesgaben und sonstigen Gemeindevorkommnissen schreibt Paulus im 13. Kapitel des Briefes an die Korinther von der Liebe und unserer stückweisen Erkenntnis Gottes und seiner Welt.

Ausgehend von den den Gesprächen in WortSport sprach ich am Anfang vom Zusammenhang der Liebe und der Ergänzung die notwendig ist, wenn wir feststellen, dass jeder von uns – und wir alle zusammen Gott und seine Welt nur teilweise erkennen können.

Im ersten Teil, den ich ›Meine Erkenntnis von Gott und seiner Welt‹ nennen würde bekam jeder ein Blatt Papier auf dem ein Ausschnitt des Bildes war. Die Punkte auf dem Blatt ermöglichten es dem Betrachter jedoch noch nicht auf das komplette Bild zu schließen. In einer Stillemeditation hatte jeder die Möglichkeit über seine Erkenntnis von Gott und seiner Welt nach zu denken und mit ihm darüber in einen Austausch zu kommen.

Darauf folgte der zweite Teil ›Unsere Erkenntnis von Gott und seiner Welt‹ die Johannes mit einer Gesprächsgruppe an den Tischen einleitete. Alle Anwesenden tauschten sich nun über ihre Erkenntnisse und Einsichten aus. Hierbei wurde auch bewusst über Grenzen der eigenen Erkenntnis gesprochen, die durch Einsichten der anderen erweitert werden konnten. Die einzelnen Blätter wurden währenddessen zusammengeklebt.

Auf diese Weise entstanden Bahnen, die im weiteren Verlauf des Abends zu diesem Bild zusammenwuchsen. Dadurch wurden wir auf unsere Erkenntnisse aufmerksam.

In einer abschließenden Stillezeit konnte jeder über die Erkenntnisse staunen, die wir untereinander festgestellt hatten. Wir waren eingeladen unsere Dankbarkeit für die Erkenntnisse, die uns hier auf der Welt ermöglicht werden und die Chance uns zu ergänzen, aus zu drücken.

…aus der Praxis | Tipp
Das Bild haben wir mit dem Rasterbator gerastert. Auf diese Weise lassen sich kleine Bilder zu super großen Postern verwandeln. Das Bild wird in viele Punkte umgesetzt, die wiederum auf DIN A 4 Blätter gedruckt werden können. Ein sehr cooles Tool, welches man z.B. für so eine Idee einsetzen kann. Danke an Marc für den Link.

Leonardo Boff und Ekklesiologie

Donnerstag, 27. Juli 2006

Bei einem Gespräch am Montag fiel der Name Leonardo Boff, der mir bekannt vorkam, ich im Moment jedoch nicht wusste wo ich ihm in letzter Zeit begegnet war. Umso lustiger war es dann am Dienstag und Mittwoch über die Basisgemeinden in Lateinamerika zu lesen, zu deren Darstellung der Autor die Ekklesiologie Leonardo Boffs verwandte – da war sie wieder die Verbindung.

Bereits in meinem letzten Post habe ich angedeutet, dass es sich für mich so anfühlt als wären meine Vorstellungen und Träume eines gelebten allgemeinen Priestertums am nächsten verwandt zu dem was in so genannten Basisgemeinden gelebt wird. Darüber werde ich in den nächsten Wochen sicher noch des öfteren nachdenken, was wiederum dazu führt, dass Gedanken dazu hier erscheinen werden. Dazu heute zunächst ein unkommentiertes Zitat über die Grundelement, die später weiter ausgeführt werden.

Zunächst ein Zitat, welches vier Grundelemente lateinamerikanischer Ekklesiologie darstellt, die zu einer neuen Würdigung des einzelnen Mitgliedes der Kirche und der Kirche als ganzer beitragen:

»Als Ausgangspunkt dient die Überzeugung, daß es sich (1) bei der Kirche um eine sakramentale Gemeinschaft handelt. In ihr wird (2) das gemeinsame Priestertum der Glaubenden gelebt; in ihr kommen (3) die Gaben des heiligen Geistes zur Auswirkung. Der letzte theologische Fluchtpunkt dieser ekklesiologischen Erwägung liegt (4) in einem neuen Verständnis der Gotteslehre, wie es sich in der von Leonardo Boff artikulierten sozialen Trinitätslehre ausspricht.«
[Hans-Martin Barth, Einander Priester sein, 145f.]

[Randbemerkung]
In letzter Zeit stelle ich fest, dass gerade Theologen [auch Philosophen] für mich Inspirationsquellen sind, die von der verfassten Kirche und manchmal auch von konservativen Medien kritisiert werden. Interessant deswegen, da in Zeiten in denen manche Lehren als ›Irrlehre‹ bezeichnet werden [was bisweilen berechtigt erscheint], Menschen meine Vorbilder sind, die wiederum von anderen der ›Irrlehre‹ beschuldigt werden.

Amt vs. allg. Priestertum

Dienstag, 25. Juli 2006

Die Spannung zwischen Amt und allgemeinem Priestertum begegnet mir sowohl in meiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung als auch in der Praxis. Bevor ich nun in dem Buch ›Einander Priester sein‹ von Hans–Martin Barth zu den lateinamerikanischen Basisgemeinden komme, wollte ich diesen Gedanken hier noch mal zu Wort bringen.

»Innerhalb der evangelischen Theologie hat die Rede vom allgemeinen Priestertum oft noch etwas von ihrem kirchenkritischen und emanzipatorischen Ansatz in der Reformationszeit. Dadurch entsteht der Eindruck, man müsse sich entweder für die Würde des geistlichen Amtes, dann aber gegen das allgemeine Priestertum, oder umgekehrt für das allgemeine Priestertum, dann jedoch gegen eine profilierte Theologie des geistlichen Amtes entscheiden.

Dies ist eine verhängnisvolle Alternative, die weder der einen noch der anderen Seite gerecht wird. Es gilt die Interdependenz von allgemeinem Priestertum und geistlichem Amt theologisch klar zu erfassen und dementsprechend strukturell zu gestalten.«

[Hans–Martin Barth, Einander Priester sein, Seite 132.]

Diese Intedependez zu erkennen und daraus eine gesunde theologisch begründete Position zu finden, die ihrerseits konsequent strukturell umgesetzt werden wird, ist eine der Dinge mit denen ich mich schon seit längerem beschäftige.

Allerdings ist mir bisher noch kein Ansatz über den Weg gelaufen, der mich wirklich überzeugt hat. Auf der einen Seite höre ich Gemeinschaften von einer totalen Abstinenz einer Hierarchie reden, sehe in der Praxis diesen Gedanken jedoch nicht konsequent umgesetzt. Auf der anderen Seite befriedigt mich ein Ansatz des allgemeinen Priestertums auch nicht, der das Priesteramt der Gemeindeglieder auf die normalen familiären Aufgaben beschränkt oder gar in der Teilnahme der Eucharistie ausgeführt sieht.

Ein spannendes Thema…

Bloglesende Kinder

Dienstag, 25. Juli 2006

Was passieren kann, wenn Kinder, wie unser Sohn Josia, Einträge wie diesen lesen, erlebten wir am Samstag.

Elena hatte dort geschrieben:

“Oh, Kalkflecken, da habe ich eine ganz besondere Methode, wir pressen eine Zitrone aus, dann nehmen wir eine Zahnbürste und schrubben das ganze Bad damit”

Nachdem Josia das gelesen hatte, nahm er die Zahnbürste seiner Mutter und begann unser Bad zu reinigen – schließlich bringen sich ja auch schon Kinder im Haushalt ein. Nach ersten Versuchen am CD-Player machte er sich bald auf den Weg zur Toilette – dort fließt ja auch mehr Wasser als im CD-Player. Aus bisher unerklärlichen Gründen lachten die Eltern beim Anblick des fleißigen Nachwuches zwar, nahmen ihm jedoch die Zahnbürste weg und trugen den Jungen aus dem Bad hinaus…

Die Mac Studienbibel

Samstag, 22. Juli 2006

Mac-Studienbibel

Originally uploaded by depone.

Heute kam meine neueste Software hier an, die Mac Studienbibel. Dabei handelt es sich um eine deutsche Ausgabe der Accordance Bible Software, die einige nette Features hat.

Sicherlich habe ich die Tiefen des Programms bei weitem noch nicht entdeckt, war ich heute doch neben Einkäufen, einem relaxten Freibadbesuch und ›Hochzeitsvorbereitungen‹ sehr wenig an meinem Rechner, dennoch gibt es schon ein paar Dinge, die mich sehr freuen:

Das erste, was mich freut ist, dass es eine saubere Bibelsoftware ist, die wissenschaftliche Hilfen bietet, die auf Mac läuft, bzw. bewusst dafür konzipiert wurde – ich meine deswegen habe ich sie ja auch gekauft.

Was mir als nächstes auffällt ist, dass die Deutsche Bibelgesellschaft, die diese Software realisiert hat, auch die Gute Nachricht Bibel, so wie die Schrift von Buber und die Mengeübersetzung neben den gängigen Ausgaben in einem Paket anbietet. Die Gute Nachricht freut mich deswegen, weil ich diese Übersetzung einfach liebe und lese.

Die Anmerkungen zu den einzelnen Übersetzungen kann ich unter den Bibeltext packen – was sich synchron in mehreren Spalten gleichzeitig browsen lässt [wie z.B. auf dem Screenshot: Gute Nachricht, Elberfelder und Nestle-Aland 27].

Biblia Hebraica Stuttgartensia und Nestle–Aland [hebräische und griechische Bibelausgaben] kommen hier zusammen mit dem Textkritischen Apparat, was die exegetische Arbeit sehr erleichtert.

Der Textkritische Apparat wiederum ist mit Erklärungen versehen, bewege ich die Maus über die Bezeichnung der Angabe eines bestimmten Textstückes, erscheint in einem extra Erklärungsfenster um welches Fragment [Teilstück des Bibeltextes in der jeweiligen Sprache] es sich handelt, wie alt dieses ist und noch weitere interessante Angaben. Der Hammer für jemanden wie mich, der sich die Sachen bis auf wenige Ausnahme eher schlecht merken kann.

Die Software bietet auch ›Tab-Browsing‹ an, das lohnt sich z.B. dann, wenn ich eine Verweisstelle, wie in dem Beispiel 1Mose 2,24 zu Markus 10,7 ebenfalls in unterschiedlichen Textausgaben parallel betrachten möchte. Dazu habe ich dann noch die Möglichkeit Wörterbücher in einem neuen Tab zu öffnen [das schöne an den Wörterbüchern ist, dass sie Hebr-Deutsch und Griech-Deutsch sind – was mir auch hilft].

Soweit erst mal die ersten Eindrücke aus dem Gebrauch der Mac Studienbibel nach ungefähr einer Viertelstunde. Im Handbuch zur Software steht gleich vorne, dass Mac-User sowieso keine Handbücher lesen, weswegen sie unterschiedliche Wege anbieten, wie man tiefer in das Programm einsteigt [woher die das wissen?]… die richtige Wahl eben.

Progressional Preaching bei Spener

Dienstag, 18. Juli 2006

Zum Umgang mit der Bibel schrieb Philipp Jakob Spener damals in seinem Werk ›Pia Desideria‹ im Bezug auf die Gemeindeversammlung etwas sehr interessantes. Ich zitiere einen Abschnitt aus Hans–Martin Barth [Einander Priester sein, Seite 66f.]:

»Ihn inspiriert “die alte apostolische Art der Kirchenversammlungen”, in denen entsprechend der Ausführungen des Paulus 1.Kor 14 “nicht einer allein auftritt zu lehren …, sondern auch andere mit dazu reden, die mit Gaben und Erkenntnis begnadet sind.” Alle sollen, “ihre gottseligen Gedanken über die vorgelegten Materien” vorbringen; schließlich könnte “jeder, der die Sache nicht genug versteht, seine Dubia vortragen und ihre Erläuterung erbitten” …«

Freue mich sehr diesen Gedanken bei Spener zu finden, ist die Idee, dass jeder Zugang zur Bibel hat und auch etwas in der ›Versammlung‹ beitragen kann ein sehr zentraler für mich. Für diejenigen, die nun denken, dass das keine neue Idee ist, sei gesagt, dass mich genau das freut, allerdings ist auch zu beobachten, dass die Praxis recht wenig verbreitet ist. Die Predigt als Gespräch und nicht nur im so genannten ›Hauskreis‹ sondern in der Versammlung der ganzen Gemeinde.

Ein Jahr mit Josia

Montag, 17. Juli 2006

Josia wird 1 Jahr! Heute feiern wir den ersten Geburtstag unseres wundervollen Sohnes. Sehr krass zu sehen, was innerhalb eines Jahres so alles passiert. Deswegen hier zwei Bilder, eines von dem Tag seiner Geburt und eines von heute.

Gestern Abend haben wir uns darüber unterhalten, was wir wann gemacht haben. Den ganzen Tag schon hatte Julia das Gefühl, dass “es bald losgeht”, deswegen ging sie um 23 Uhr ins Bett. Ich saß natürlich erst noch auf dem Sofa und las einiges zu Geburt und Babysachen… Und heute ein Jahr später freuen wir uns an unserem Sohn, der vom Klingeln der Müllabfuhr aufgeweckt wurde.

Bilder aus diesem gemeinsamen Jahr kannst du hier anschauen.

kommentieren mit Bild

Samstag, 15. Juli 2006

Hast du dich schon einmal gefragt, wie ein Bild von dir neben einen deiner Kommentare z.B. auf diesem Blog [aber noch bei einigen anderen] kommt? Wollte da mal ein bisschen was dazu sagen, vielleicht erscheinen dann bald mehr Bildchen hier.

Ein solches Bild wird Gravatar genannt. Und was das ist kann man vielleicht so erklären: Ein ›Gravatar‹ ist ein »globally recognized avatar«, einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um ein Bild [80 x 80 pixel] das dir von Weblog zu Weblog folgt und neben deinem Namen erscheint, wenn du einen Kommentar hinterlässt.

Wie folgt dir das Bild?
Zunächst musst du dir einen kostenlosen Account bei Gravatar.com anlegen. Dort hinterlegst du eine deiner E-Mail-Adressen und ein schönes Bild von dir [quadratisch sollte es sein]. Auf den meisten Blogs wirst du beim kommentieren dazu aufgefordert deine E-Mail-Adresse anzugeben, und du gibst dann die an, die du auch bei Gravatar.com hinterlegt hast. Mein Blog schaut dann ob es zu deiner E-Mail-Adresse ein Bild gibt, und wenn er eines findet zeigt er es neben deinem Namen an. So einfach geht das.

Diese kleinen Bildchen machen die Unterhaltung lebhafter. Sie zeigen im Idealfall dein Gesicht und ich weiß mit wem ich rede. Aus diesem Grund habe ich eine solche Funktion in meine Kommentare eingebaut.

Zeit, Lust und ein Bild? Dann nichts wie zu Gravatar.com und ab die Bildchen.

Stellungnahme

Donnerstag, 13. Juli 2006

Seit einiger Zeit sorgt das ›Wort und Geist Zentrum Röhrnbach‹ mit seiner Lehre und Praxis für einigen Wirbel in der so genannten ›christlichen Szene‹ in Deutschland. Aus meiner Sicht ist die Lehre und daraus folgend / bzw. damit verbunden die gelebte Praxis fragwürdig. Bis vor einiger Zeit kannte ich keine offizielle Stellungnahme, in der sich eine Organisation deutlich von dieser Lehre und Praxis distanzierte und fand mich in manchen Diskussionen damit ab, dass eben meine Meinung dazu eine andere ist, als die mancher meiner Gesprächspartner. Umso mehr freue ich mich über die Stellungnahme der GGE, welche von Dr. Heinrich Christian Rust verfasst wurde. Daraus möchte ich hier den abschließenden Absatz zitieren, empfehle jedoch die komplette Stellungnahme zu lesen.

»Wenngleich Gott in der Röhrnbacher Bewegung hier und da Zeichen seiner außergewöhnlichen Gnade gewirkt hat, so müssen wir doch leider feststellen, dass diese Bewegung sich in ihrer Lehre weit von dem Gesamtzeugnis der Bibel und aus der Gemeinschaft der christlichen Gemeinden in Deutschland entfernt hat. Es ist unser Gebet und unser Bemühen, dass nicht noch mehr Menschen und Gemeinden durch diese Bewegung verwirrt und gefährdet werden.«

Im Auftrag der Initiative der „Geistlichen Gemeinde Erneuerung“ im BEFG
Dr. Heinrich Christian Rust

Die komplette Stellungnahme findest du hier.

Sommerausstellung

Mittwoch, 12. Juli 2006

Heute Abend wird die diesjährige Sommerausstellung der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe eröffnet. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

Sommerausstellung
Offene Ateliers und Sommerfest
13. – 16. Juli
Eröffnung: Mittwoch, 12. Juli, 19 Uhr
in allen Gebäuden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe

Einmal im Jahr öffnet die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe ihre Ateliers und Werkstätten: Zur Sommerausstellung vom 13. bis 16. Juli werden die Klassenräume wieder zu Ausstellungsräumen, in denen die Studierenden aus Karlsruhe und der Außenstelle in Freiburg Einblicke in ihre Arbeit geben. Diese Tradition wird mit besonderer Begeisterung und viel Einsatz gepflegt.