Allgemeines Priestertum und Amt

Bei diesem herrlichen Sommerwetter sitze ich gerade mal wieder in der Bibliothek und lese Dinge zum ›allgemeinen Priestertum‹. Nach den Kommentaren der letzten Woche nahm ich mir heute eine Zeitschrift mit dem wunderschönen Namen ›Kerygma und Dogma‹ zur Hand. Von dieser Zeitschrift gibt es eine Ausgabe in der das allgemeine Priestertum und seine Verbindung mit dem ordinierten Amt der evangelischen Kirche diskutiert wird.

Und wie so oft finden sich krasse Aussagen über das allgemeine Priestertum, wie die folgende von Hans-Martin Barth:

»Das Selbstverständliche also ist das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen, der besonderen Begründung dagegen bedarf das jeweilige besondere ‚Amt‘«
[Hans-Martin Barth zitiert bei Körtner, 8.]

Dennoch scheint es mir im weiteren Verlauf des Artikels mehr und mehr zu dem Punkt zu kommen, an dem nicht mehr das ordinierte Amt begründet werden muss, auch wenn dies hier formal getan wird, sondern neben dem Amt noch wirklicher Raum des allgemeinen Priestertums angestrengt gesucht werden muss.

»Dass es eines besonderen Amtes der Verkündigung und Sakramentsverwaltung bedarf rührt einzig daher, dass „der Haufen“ diese Aufgabe nicht kollektiv wahrnehmen kann, weil dies nur zu Unordnung führen würde.«
[Körtner, 10.]

»Es ist jedoch gerade das Priestertum aller Gläubigen, aus welchem Luther nicht etwa nur die Möglichkeit, sondern sogar die Notwendigkeit des ordinierten Amtes ableitet. Er begründet dies damit, dass die eigenmächtige Wahrnehmung des allen Christen aufgetragenen Dienstes am Wort die übrigen Gläubigen in ihrem Recht zur Verkündigung beschneiden würde. Wollten alle im Gottesdienst gleichzeitig predigen oder die Sakramente austeilen, würde die Gemeinde ins Chaos gestürzt. Um der Ordnung willen ist es nach Luther notwendig, dass Einzelne von der Gemeinde in besonderer Weise und auf Dauer mit der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung beauftragt werden.«
[Körtner, 11.]

Die Sorge mit dem Chaos scheinen evangelische Kirchen durch das ordinierte Amt und die liturgischen Gottesdienste gelöst zu haben. Ob jedoch das Recht zur Verkündigung [und zur Austeilung der Sakramente] durch das ordinierte Amt nicht weniger beschnitten wurde, wage ich zu bezweifeln.

In diesem Post geht es mir nicht darum den evangelischen Kirchen den schwarzen Peter zu zu spielen, vielmehr möchte ich mich und uns hinterfragen, in der Art und Weise wie wir das allgemeine Priestertum leben. Wie sieht das bei dir praktisch aus?

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Intelligenz der Masse

Die Annahme, dass wir gemeinsam mehr wissen, als die Summe des Wissens jedes Einzelnen vertrete ich ja sehr gerne. Dabei betone ich regelmäßig den Gewinn der Ergänzung. Immer wieder stosse ich jedoch an Grenzen der ›Intelligenz der Masse‹ und frage mich, wie wir das wirklich leben können.

Kürzlich saß ich in einem Café meiner Wahl und genoß neben einem leckeren Kaffee eine ältere Ausgabe der Zeitschrift Emotions. Die Zeitschrift widmet sich ja allen möglichen Fragen rund um Psychologie und so fand ich darin auch eine Aussage über die ›Intelligenz der Masse‹, über die ich gestern Abend noch einmal nachgedacht habe. Ich schreibe hier mal die zwei Voraussetzungen auf, die von dem Autor James Surowiecki, für die ›Intelligenz der Masse‹ gesehen werden:

»Die Gruppe muss zum einen aus möglichst unterschiedlichen Menschen zusammengesetzt sein, die weder ähnliches wissen noch vergleichbare Ziele haben.

Und jeder Einzelne muss sich in der Gruppe unabhängig fühlen. Denn eine Hierarchie, haben Sozialpsychologen herausgefunden, fördert Irrtümer sogar.«

[Emotions 03/2006, Seite 20]

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98 Jahre Kaffeefilter

98 Jahre Kaffeefilter

Heute morgen habe ich den 98. Geburtstag des Kaffeefilters gefeiert. Aus einem Kommentar den Haso hier hinterlassen hat wusste ich das und habe mir schnell einen schönen Porzellan-Kaffeefilter, Tütchen und normalen Kaffee besorgt um den Geburtstag ›einer der wichtigsten Erfindungen der Neuzeit‹ gebührend zu feiern. Zum Wohl.

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DVB-T

Nachdem kurz vor der WM [nicht dass es mich deswegen gestört hätte], an einem Wochenende an dem ich nicht zu Hause war, ein Großteil unserer Programme [bei 2,5 sind das gar nicht so viele] auf einmal weg waren, standen wir vor einem Rätsel. Hat unser genialer Fernseher eine Macke und schenkt uns kein Sehvergnügen mehr?

Ein netter Besuch klärte uns dann auf, dass die öffentlich–rechtlichen jetzt auf Digital umgestellt haben, und der Wegfall seinen Grund darin haben könnte. Seit Tocotronic wissen wir ja, dass Digital besser ist. Dennoch hat es eine Weile gedauert bis wir ernsthaft mit dem Gedanken gespielt haben ein Empfangsgerät zu kaufen.

Dank eines üblen Regenfalls auf meinem Heimweg machte ich einen Zwischenstopp in einem großen Einkaufszentrum, und womit vertreibt man sich dort die Zeit – Multimedia-Kram. Empfangsgeräte angeschaut, kurz beraten lassen, Handy ans Ohr, Gattin fragen…

und nun kann‘s losgehen: Familie Ehniss schaut digital Fernsehen!

Für die Fans von Erklärungen und so, hier ein Auszug aus dem Wikipedia-Artikel:

DVB-T ist die englische Abkürzung für Digital Video Broadcasting-Terrestrial und bezeichnet die terrestrische, das heißt erdgebundene, Variante von DVB, die vor allem in verschiedenen europäischen Staaten sowie in Australien als Standard für die Übertragung von digitalem Fernsehen und Hörfunk per Antenne verwendet wird.

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Blog, das auch der

In der neuesten Ausgabe des Duden wird nun endlich etwas geregelt, auf das wir schon lange gewartet haben. Hin und wieder fragte man sich, ob Blog nun den Artikel ›das‹ oder doch ›der‹ bekommt. Dies führte wohl zu einem richtigen Streit zwischen den Vertretern der unterschiedlichen “Fraktionen”:

»Damit ist nun Schluss. In die 24. Auflage des Duden, die am 22. Juli in die Läden kommt, hat nun auch das/der “Blog” Einzug gefunden. Richtig gelesen, beide Schreibweisen sind korrekt: “Blog, das, auch der;” befand salomonisch die Dudenredaktion. “Wir beobachten solche Diskussionen wie ‘der’ oder ‘das’ Blog aus der Distanz und bewerten dann”, sagt Werner Scholze-Stubenrecht, der als stellvertretender Leiter der Dudenredaktion für die Neuauflage verantwortlich zeichnet.

Etymologisch sei zwar “das” Blog logisch, die Bezeichnung käme vom Begriff “Weblogbuch”. Doch in Netz und Presse habe sich weder “das” noch “der” Blog dominant durchsetzen können. “Wenn die Leute ihre Schreibweise gewohnt sind, kann man ihnen das nicht verbieten”, befanden daraufhin Scholze-Stubenrecht und seine Sprachhüter. Beides sei deshalb möglich, und beides sei richtig.«

Zitiert aus: Streit um richtigen Artikel: Duden beendet Blog-Streit | tagesschau.de

Auch auf die Frage ob ich jetzt gerade ›bloge‹ oder ›blogge‹ bekomme ich im Duden eine Antwort: natürlich ›blogge‹ ich gerade. Na dann ist ja alles klar und wir können uns wieder den wichtigen Dingen zuwenden.

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Annäherungen

Diese Woche habe ich bisher hauptsächlich in der Badischen Landesbibliothek verbracht. Hier lese ich in netten theologischen Büchern für meine Master-Arbeit. Zur Zeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem so genannten ›Priestertum aller‹ – einige interessante Entdeckungen gemacht, über die ich sicher bald ein bisschen posten werde.

Für den Moment eine Aussage von Karl Barth mit dem Tag: »sag ich doch auch immer«:

„Die Theologie kann in allen ihren Zusammenhängen nur in Annäherungen reden.“

[gefunden bei Erich Gräßer, An die Hebräer, EKK, Band XVII/2, Seite 73.]

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BibleWorks 6.0

Da ich nun schon seit einiger Zeit unser komplettes Computernetz auf Mac umgestellt habe möchte ich nun auch meine Windows Bibelsoftware verkaufen. Vielleicht möchtest du gerne eines der führenden Bibelprogramme für Windows BibleWorks besitzen. Hier kannst du dir Informationen zu BibleWorks anschauen [die Version, die ich dir anbiete ist die 6.0].

Wenn du Interesse hast, melde dich doch am Besten über das Kontaktformular, dann finden wir einen Weg, wie die Software zu dir kommt…

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Die Gegenkultur benutzen




F*ck Fl*r A*gro B*rlin

Originally uploaded by Geô.

Die Gegenkultur für eben die Zwecke zu benutzen gegen die sie sich stellt, ist ungefähr ebenso angebracht wie die Autobahn in die Gegenrichtung zu befahren.

Dennoch scheint sich die Werbung mehr und mehr den Ausdrücken der Straßenkunst zu bedienen um “unbemerkt” Eingang in unser Denken und Handeln zu bekommen. Dazu habe ich heute in der NEON folgendes gelesen:

»Früher war das Logo ein religiöses Symbol. Aber daran glaubt heute niemand mehr. Die Werbung wird deshalb kleiner, versteckter, kantiger«, sagt der Wiener Philosoph und Künstler Günther Freisinger.

Freisinger hat gerade das Buch »Quo Vadis, Logo?!« herausgegeben und festgestellt, dass sich die Markeninszenierungen rasant verändern: Mit Guerillakampagnen wollen sich die Firmen ein authentisches Image verschaffen.

Das Manifest der Antiglobalisierer, »›No Logo‹ von Naomi Klein war vor allem ein Anleitungsbuch für besseres Marketing«, meint Freisinger.

Immer mehr Werber nutzen deshalb Ausdrucksformen der Gegenkultur wie Graffiti oder Streetart, um Jeans, Zigaretten oder Spielzeug näher an den Kunden heranzubringen.

[Getarnte Botschaften, NEON 07/06, 94]


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Dekonstruktion vs. Methode

Am Wochenende ein gutes Referat zu Derrida gehört, in dem unter anderem auch darauf eingegangen wurde, weshalb Derrida die Dekonstruktion nicht als Methode versteht – worüber wir nach diesem Eintrag etwas geredet hatten:

»Was ich Dekonstruktion nenne, kann natürlich Regeln, Verfahren oder Techniken eröffnen, aber im Grunde genommen ist sie keine Methode und auch keine wissenschaftliche Kritik, weil eine Methode eine Technik des Befragens oder der Lektüre ist, die ohne Rücksicht auf die idiomatischen Züge des Gegenstandes in anderen Zusammenhängen wiederholbar sein soll.

Die Dekonstruktion hingegen befasst sich mit Texten, mit besonderen Situationen, mit der Gesamtheit der Philosophiegeschichte, innerhalb derer sich der Begriff der Methode konstituiert hat.

Wenn die Dekonstruktion also die Geschichte der Metaphysik oder die des Methodenbegriffs befragt, dann kann sie nicht einfach selbst eine Methode darstellen.

Die Dekonstruktion setzt die Umwandlung selbst des Begriffes des Textes und der Schrift voraus. … Ich nenne eine Institution ebenso wie eine politische Situation, einen Körper oder einen Tanz „Text“, was offenbar zu vielen Missverständnissen geführt hat, weil man mich beschuldigte, die ganze Welt in ein Buch zu stecken. Das ist offensichtlich absurd.«

[Falter, Wiener Stadtzeitung, Beilage zum "Falter" Nr. 22a/87, laufende Nummer 302, S. 11 u. 12, Florian Roetzer "Gespräch mit Jacques Derrida".]

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