Postmodernes Blut

Ein kleiner Gedankenfetzen von Dingen, über die ich mir gerade Gedanken mache:

»Wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch eine Spiritualität hat, ist spiritueller Tourismus, aus einem theologischen Standpunkt betrachtet, kein Konsumverhalten, sondern eine Ausrichtung von Menschen, die ruhelos sind bis sie ihre Heimat in Gott gefunden haben. Die ›Reiseführer-Kirche‹ lebt demnach in einer kreativen Partnerschaft mit dem Geist Gottes. Es handelt sich dabei um eine Teilnahme an der Mission Jesu, der die Kultur so sehr geliebt hat, dass in seinem Herz jüdisches Blut floss, er liebte Gott auf jüdische Weise und seine Füße bewegten sich durch eine jüdische Kultur. Weil Jesus an einem Ort lebte und so Gott in eine Kultur brachte, kann Gott auch an anderen Orten leben und sich in anderen Kulturen bewegen. An der Mission Jesu teilzunehmen bedeutet sich die Frage zu stellen, wie in Jesu Herz postmodernes Blut fließen kann und wie Menschen dazu angesprochen werden können ihn auf postmoderne Weise zu lieben und ihm nach zu folgen. Das Anbieten von echtem Glauben, die Aufrichtigkeit der Reiseführer und das Teilen von Erlebnissen, die unterhalten, ablenken, ästhetisch sind und bilden, wird dazu führen, dass Menschen sich von erlebnisorientierten oder experimentell Suchenden zu ganz Hingegebenen existenziellen Nachfolgern Jesu Christi entwickeln.«

[Steve Taylor, The Out Of Bounds Church? : Learning to Create a Community of Faith in a Culture of Change. (El Cajon: Emergent YS, 2005), 97. Übersetzt von Daniel Ehniss.]

→ Instapaper

Bücher, die…

etwas mit mir gemacht haben, sollen in diesem Post dargestellt werden. Dazu hat Toby mich eingeladen, der die Idee sehr cool findet über Bücher mehr von verschiedenen Bloggern zu erfahren. Solche Fragen zu beantworten finde ich ungemein schwierig, da man sich auf eine Antwort beschränken muss, eine sehr konkrete Antwort, ohne viele Umschreibungen… ob diese Liste nun wirklich etwas tieferes von mir offenbart?

|1| Ein Buch, das mein Leben verändert hat:

Ich denke, dass jedes Buch, das ich gelesen habe, mein Leben verändert hat. Am meisten wahrscheinlich ›Die Bibel‹.

|2| Ein Buch, das ich mehr als einmal gelesen habe:

“Gemeinsames Leben” von Dietrich Bonhoeffer

|3| Ein Buch, das ich auf einer einsamen Insel gern bei mir hätte:

“Das dialogische Prinzip” von Martin Buber

|4| Ein Buch, das mich zum Lachen gebracht hat:

“im Juli” von Selim Özdogan

|5| Ein Buch, das mich zum Weinen gebracht hat:

“Simplicity” von Mark Salomon

|6| Ein Buch, das hätte geschrieben werden sollen:

“Theologische Ausbildung” von Martin Buber

|7| Ein Buch, das nie hätte geschrieben werden sollen:

“Schriftgemäß predigen” von Helge Stadelmann

|8| Ein Buch, das ich gerade lese:

“After Theory” von Terry Eagleton

|9| Ein Buch, das ich schon immer mal lesen wollte:

“Erkämpfte Freiheit” von Hans Küng

|10| Ich lade diese fünf anderen Blogger ein, mitzumachen:

Johannes, Haso, DoSi, Mark, Daggi.

→ Instapaper

Offenheit

Schon am Abend des Arte-Themenabends zum ›christlichen Fundamentalismus‹ hatte ich einen Eintrag in meinen Gedanken begonnen, den ich dann am nächsten Morgen in Stichworten tippte… er erschien mir jedoch nicht des veröffentlichens wert, da ich unsicher war, ob er das auszudrücken in der Lage war, was ich empfand. Ein Gedanke im Bezug auf diesen Themenabend blieb jedoch bei mir, über ihn möchte ich nun kurz schreiben.

Wenn wir unsere Gesellschaft beobachten, bzw. mit offenen Augen und Ohren durch unser Leben gehen, dann stellen wir eine ›spirituelle Offenheit‹ fest. Spirituelle Themen tauchen an vielen Punkten in unserem Alltag auf. Manch einer hat sich in diesem Zusammenhang schon sehr gefreut, da er hier »Chancen für das Evangelium« sah.

Neben dieser ›spirituellen Offenheit‹ ist jedoch eine vorsichtige Haltung gegenüber ›organisierter Religiosität‹ in Form von Kirchen und Dogmen real. Wobei vorsichtige Haltung noch sehr mild ausgedrückt ist. In den Texten zum Themenabend wurde ebenso, wie später in stärkerer Form im Arte-Forum ein Feindbild mit Namen ›Evangelikale‹ gezeichnet. Prof. Hurrelmann sprach schon in der Shell Jugendstudie 2002 davon, dass Jugendliche vor jeder Art von Engfassung zurückschrecken.

Insofern wage ich zu sagen, dass die ›spirituelle Offenheit‹ in der Gesellschaft keine »Chance für das Evangelium« darstellt, so lange dieses mit ›organisierter Religiosität‹ verbunden ist. Denn ein Einlassen auf das ›Evangelium‹ würde in aller Regel bedeuten die Spiriualität auf einen Punkt auszurichten und somit in gewisser Weise eine Engführung zu aktzeptieren.

→ Instapaper

Themenabend: Christlicher Fundamentalismus

Heute Abend beschäftigt sich ARTE mit dem Thema: Christlicher Fundamentalismus. Dabei geht es in einem ersten Beitrag um den Widerspruch von Evolutionstheorie und Intelligent Design, ein zweiter Beitrag beschäftigt sich mit so genannten Dämonenaustreibungen bei Kindern in Europa. Zum Abschluß wird ein Beitrag über die ›Jesus Revolution Army‹ ausgestrahlt, einer radikalen missionarischen Jugendbewegung. Könnte sich lohnen diesen Themenabend zu sehen…

→ Instapaper

Faire Woche 2006

Heute startet die Faire Woche 2006, in der Zeit vom 18. – 30. September soll durch verschiedene Aktionen zu einem Bewusstsein für fairen Handel beigetragen werden. Im Urlaub habe ich dazu einen passenden Satz in meiner Bibel gelesen:

»Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.«

[Matthäus 7,12]

→ Instapaper

Teilzeit.

Ich hatte schon mal darüber geschrieben, dass ich ein großer Fan von »Teilzeit-Sachen« bin, vor allem wenn es um Gemeinde und damit verbundene Dinge geht. Neben diesen Gedanken zu Teilzeit hatte ich schon immer den Traum mit meiner Frau die Familiensachen cool zu teilen, so dass sie auch neben der Familie das machen kann, was sie gut kann und ihr Spass macht. Ohne Kinder ist das ja eine einfache Sache, beide gehen arbeiten [oder was auch immer] und den Haushalt teilt man sich – kommen dann jedoch Kinder, ist eine Menge Potential da in ungewollte Verhaltensmuster zu kommen.

Aus diesem Grund ist es für mich gerade wie wenn ein Traum etwas mehr Wirklichkeit wird, da Julia ab jetzt wieder zu 40% als Sozialpädagogin arbeitet. Sie hat eine Stelle bekommen bei der sie mit Schülern der Klassen 5 bis 7 eines Karlsruher Gymnasiums ein paar Stunden am Tag zusammen sein kann. So werde ich mein Engagement etwas reduzieren und einen guten Teil meiner Zeit Hausmann und Vater sein. Für uns ist das alles sehr spannend, gleichzeitig freuen wir uns aber super krass wie die Sachen laufen.

Auch zu diesem Post habe ich ein Zitat aus der ZEIT parat, die ich im Urlaub gelesen habe. Diesen kurzen Artikel von Gertrude Lübbe-Wolff fand ich sehr cool; auch wenn ich mir mit meinem Selbstbewusstsein nicht so sicher bin, freue ich mich über die neue Situation…

»In meiner Umgebung sehe ich heute mehr junge Väter, die es nicht für maskulin halten, sich dem Familienleben zu verweigern; die souverän genug sind, in ihrer Anwaltskanzlei auf die Viertagewoche zu gehen. Sie sind selbstbewusst genug, um zu glauben, dass sie ausreichend tüchtig sind, um an der Universität oder in ihrem Betrieb auch bestehen zu können, ohne sich völlig auszuliefern – und lebensklug genug, um zu wissen, dass menschliche Beziehungen am besten funktionieren, wenn alle Beteiligten dabei auf ihre Kosten kommen. Sie und ihre Familien wirken entspannt, und vielleicht hält diese Art von Unternehmen ja auch länger als die vielen Ehen, die in meiner Generation gescheitert sind, weil berufliche Ziele zu ängstlich verfolgt wurden und die Bereitschaft, Kompromisse zu machen, zu ungleich verteilt war.«

[Gertrude Lübbe-Wolff in DIE ZEIT Nr. 35, 24. August 2006, Seite 50.]

→ Instapaper