Im Urlaub hatte ich die Zeit wieder einmal eine komplette ZEIT Ausgabe durchzulesen und dabei kam ich zu einem Artikel aus dem ich den letzten Abschnitt zitieren möchte, da er meiner Ansicht nach etwas zu dem “Grass-Skandal” sagt, das ich gerne auch hier erwähne:
»Und noch etwas Tieferliegendes zeigt sich an diesem spät zündenden Skandal. Nach dem gloriosen WM-Sommer unserer entspannten Selbstversöhnung schien die Vergangenheit endlich vergangen. Niemand hielt den Grass für das Buch der Saison. Olle »Ich war dabei«-Kamellen, die man sich aus Pflichtgefühl anschaut, keinesfalls begierig, bestenfalls rechtzeitig. Wie dünn der Firnis dieses Selbstbetrugs war, zeigt sich jetzt. Acht Buchstaben und ein Bindestrich aus finsterer Zeit, und die Republik kocht. Das ist unsere Normalität. Vergangenheit ist eben noch lange nicht vorbei. Dafür hat unter anderen Günter Grass gesorgt. Wir sollten ihm dafür dankbar sein.
[DIE ZEIT Nr. 35, 24. August 2006, Seite 42. Von Christof Siemes.]