Der verschlafene Skandal

Im Urlaub hatte ich die Zeit wieder einmal eine komplette ZEIT Ausgabe durchzulesen und dabei kam ich zu einem Artikel aus dem ich den letzten Abschnitt zitieren möchte, da er meiner Ansicht nach etwas zu dem “Grass-Skandal” sagt, das ich gerne auch hier erwähne:

»Und noch etwas Tieferliegendes zeigt sich an diesem spät zündenden Skandal. Nach dem gloriosen WM-Sommer unserer entspannten Selbstversöhnung schien die Vergangenheit endlich vergangen. Niemand hielt den Grass für das Buch der Saison. Olle »Ich war dabei«-Kamellen, die man sich aus Pflichtgefühl anschaut, keinesfalls begierig, bestenfalls rechtzeitig. Wie dünn der Firnis dieses Selbstbetrugs war, zeigt sich jetzt. Acht Buchstaben und ein Bindestrich aus finsterer Zeit, und die Republik kocht. Das ist unsere Normalität. Vergangenheit ist eben noch lange nicht vorbei. Dafür hat unter anderen Günter Grass gesorgt. Wir sollten ihm dafür dankbar sein.

[DIE ZEIT Nr. 35, 24. August 2006, Seite 42. Von Christof Siemes.]

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Zwei Fragestellungen

»Wissensansprüche können auf zweierlei Arten in Frage gestellt werden.

Man kann nachweisen, daß es Ereignisse gibt, für die die Art des bislang bestehenden Wissens (Wissen, das seine Unterstützung aus den Gebieten erhalten hat, die Fachleute für Vernünftig und Glaubwürdig halten) keine überzeugende, akzeptierte Erzählung kennt; Ereignisse, die sich nicht in eine Geschichte zusammenfügen lassen, die Männer der Wissenschaft als ihre eigene Geschichte anerkennen würden.

Oder man kann sagen, daß die Erzählung die das Wissen anbietet, nicht die einzige Geschichte ist, die von den Ereignissen erzählt werden kann; nicht einmal die beste Geschichte oder zumindest nicht die einzige, die das Recht in Anspruch nehmen kann, als »besser überprüft« angesehen zu werden.

Die erste Art Zweifel ist modern; die zweite ist postmodern.

Damit ist keine chronologische Abfolge gemeint. Beide Arten des Zweifels gab es solange wie die Wissenschaft selbst. Ihr gleichzeitiges Vorhandensein war einer der konstitutiven Züge jener modernen Kultur, die die Moderne auf ihrem Weg zur Postmoderne angetrieben hat.«

[Zygmunt Bauman, Moderne und Ambivalenz, 374f.]

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Wieder zurück.

Wir sind wieder zurück aus dem Urlaub. Hatten eine sehr geniale Zeit bei Sonnenschein und entspanntem Camperleben an der Cote d’Azur. Gut erholt liegen nun wieder die Herausforderungen des Alltags vor uns. Auch wenn ich gerade nicht mehr schreibe, kannst du dir deine Zeit mit Bildern aus unserem Urlaub vertreiben.

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