IKON in Irland ist in vielerlei Hinsicht eine progressive Gemeinschaft, die mich sehr inspiriert und herausfordert. Nun haben sie ihre neue Website am Start, die als Wiki aufgebaut ist – heißt, jeder kann die Seite verändern: IKON | Belfast.
EmergingChurches | Erste Eindrücke
Wie ich bereits gesagt habe lese ich gerade auch das ›Emerging Churches‹-Buch. Auch wenn ich erst ungefähr 60 Seiten darin gelesen habe, möchte ich dennoch heute schon etwas von meinem Empfinden schreiben.
Das Buch wird bisweilen hoch gelobt, sei es von Praktikern, Theoretikern oder einfach nur Bloggern. Um ehrlich zu sein verstehe ich diese Lobeshymnen, jetzt da ich es lese, nicht mehr. Auf mich wirkt das Buch an vielen Stellen als wäre es aus einer Aussenperspektive geschrieben, dazu tragen zum einen Formulierungen bei, wie »Die Emerging Church ist so und so…« oder »Die Emerging Church tut das und das…«. Ich weiß, dass die Autoren darauf verweisen, dass sie damit nur Muster wiedergeben, die ihnen aufgefallen sind – dennoch finde ich Aussagen wie diese irgendwie fehl am Platz. Eine andere Sache ist, dass oft die Sprache nicht zur Realität passt, z.B. wird darüber geschrieben, dass es der Emerging Church eben um die Missio Dei und nicht darum geht Gemeinden zu gründen – dennoch ist in diesem Abschnitt hier und da von Gemeindegründungen die Rede. Interessanterweise wird in diesem Kontext auch von ›Nicht-Christen‹ geschrieben, auch wenn schon dieser Begriff dem Gedanken der Missio Dei widerspricht.
Die Aneinanderreihung von Aussagen verschiedener ›Leute der Emerging Church‹ wirkt auf mich ebenfalls etwas holperig. Zum einen entsteht dadurch kein Bild, das man vor Augen sieht, sondern ein bunter Mix aus Einzelaussagen. Diese Einzelaussagen werden durch die Biographien im Anhang des Buches zwar mit den Geschichten der Personen verbunden, erscheinen mir dennoch seltsam isoliert und in interessante Kontexte gestellt. Die einzelnen Aussagen können meiner Ansicht nach erst tiefer nachvollzogen bzw. verstanden werden, wenn der Leser die betreffende Person kennt, oder sich zumindest an andere Aussagen in anderen Kontexten erinnert. Dadurch wird das Buch zur Erstinformation im Bezug auf Emerging Church eher unbrauchbar und das Lesevergnügen leidet meiner Ansicht nach auch darunter.
Hast du dieses Buch gelesen? Wie ging es dir mit den angesprochenen Punkten?
Bzw. besser gefragt: Wie empfindest du es?
Lesestart: Emerging Churches
Gestern Abend begann ich das Buch ›Emerging Churches‹ von Eddie Gibbs und Ryan Bolger zu lesen. Nachdem es lange in meinem und in dem Bücherregal von Johannes gestanden war, schien die Zeit gekommen, es zu lesen.
Meiner Ansicht nach sind das Vorwort und das erste Kapitel ein Plädoyer für ein bewusstes Wahrnehmen unserer Kultur und Gesellschaft, und verbunden damit ein missionarisches Verständnis von Gemeinde.
Sie sprechen von einer unzureichenden Kenntnis der Kultur innerhalb der westlichen Gemeinden und in Verbindung damit einer gleichgültigen Haltung gegenüber derselben. [Vgl. 15] Ihrer Meinung nach ist es jedoch unabdingbar, dass ein Gemeindeleiter/-gründer sich als Missionar versteht, wenn er Gemeindearbeit in unserer Gesellschaft/Kultur machen möchte. [Vgl. 21]
Aus diesem Grund plädieren sie dafür, dass Christen in der westlichen Welt zu Missionaren ausgebildet werden:
»Ultimately, Christians who want to serve within Western culture must be trained as missionaries. They must understand both the incarnational demands of the gospel and the surrounding context.«
[Eddie Gibbs & Ryan Bolger, Emerging Churches: creating christian community in postmodern cultures, 26.]
Auch wenn das Wort ›Missionar‹ in den Gedanken vieler Zeitgenossen eine Menge unangenehmer Assoziationen hervorruft, denke ich, dass in unserem Kontext im positivsten Sinne von missionarischen Erfahrungen gelernt werden kann und sollte, um bewusst in unserer Gesellschaft Gemeinde zu leben. Dies wird meiner Ansicht nach genau zum Gegenteil dessen führen was an Schreckgespenstern in unseren Gedanken herumgeistert.
Plausibilität
Wir finden uns in einer pluralistischen Welt wieder. Zu jeder Überzeugung, die wir haben existiert mindestens eine Alternative. Absolute Äusserungen werden dadurch nahezu unmöglich und der Glaube an eine objektive Wahrheit schwindet zusehens.
Im Moment beschäftige ich mich mit den Gedanken von Peter L. Berger, da er einer der Soziologen ist, die der Ansicht sind, dass es der Wissenssozilogie möglich ist die Relativität zu erklären. Durch seine Forschungen zur gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit wurde er bekannt [zumindest soweit ich das sehen kann], und trug dadurch einen großen Teil dazu bei, dass Plausibilität erklärbar wird. Ein Wort das in diesem Kontext häufig auftaucht ist ›Plausibilitätsstruktur‹, welches im deutschen Kontext ebenfalls als ›Denkmuster‹ bekannt ist. Darüber werde ich in Zukunft wohl noch den ein oder anderen Eintrag hier posten.
An dieser Stelle noch zwei Zitate, die meiner Ansicht nach die Hauptthesen der Gedanken Bergers dazu gut einleiten:
»Eine der fundamentalen Erkenntnisse der Wissenssoziologie ist, daß die Einsichtigkeit bzw. Plausibilität menschlicher Wirklichkeitsvorstellungen, dessen also, was Menschen für wirklich halten, davon abhängt, daß und wie diese Vorstellungen gesellschaftlich abgestützt und abgesichert sind.«
»Wenn wir nun alle die genannten Faktoren zusammennehmen –
gesellschaftliche Definition der Wirklichkeit,
gesellschaftliche Wechselbeziehungen, in denen diese Wirklichkeit als Gewissheit gilt,
Stütztherapien
und Legitimierungen–, so haben wir die komplette Plausibilitätsstruktur der jeweiligen Weltanschauung vor uns.«
[Berger, Auf den Spuren der Engel, 61 und 63.]
Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – Wikipedia
In den letzten Tagen dachte ich darüber nach ein bestimmtes Buch von Peter L. Berger zu kaufen, da es scheinbar einige wichtige Gedanken für meine Master-Thesis grundlegend behandelt. Heute habe ich genau über dieses Buch und die Gedanken darin einen Wikipedia-Artikel gefunden: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – Wikipedia. Wäre doch fein, wenn es solche Einträge über alle wichtigen Werke geben würde – die Hauptthesen, Züge des Inhalts, Ausblick und Kritik.
ein Tag
Die Sonne scheint, ich trage ein T-Shirt, es ist warm, der Kindersitz auf mein neues Fahrrad montiert, der Reisepass beim Amt,… ein schöner Tag, und wenn Josia aufwacht dann cruisen wir durch die Stadt.
Vergangenheit vs. Gegenwart
Ein interessanter Seitenhieb an jene, die in der Schule Bultmanns davon ausgehen, dass einem Menschen unserer Zeit, der das Radio bedienen kann, die Vorstellung an eine unsichtbare Welt unmöglich erscheint – gefunden bei Peter L. Berger [Soziologe, USA], der sich in diesem Punkt scheinbar wunderbar mit seinem Namensvetter Klaus Berger [Theologe, D] verstehen würde:
»Die Vergangenheit, aus der uns die Überlieferung überkommen ist, wird mittels dieser oder jener sozio-historischen Analyse relativiert. Die Gegenwart aber ist seltsam immun gegen jegliche Relativierung.
Den Autoren des Neuen Testaments wird ein falsches, in ihrer Zeit gegründetes Bewußtsein angekreidet. Der moderne Gelehrte dagegen scheint das Bewußtsein seiner, unserer Zeit ungeprüft als ungeteilten Segen hinzunehmen. Mit anderen Worten: intellektuell werden Elektriker und Radiohörer über den Apostel Paulus gestellt.«
[Peter L. Berger, Auf den Spuren der Engel, 70.]
» Die Frage, ob das Gegenwärtige immun gegenüber Relativierung ist, richte ich auch auf mich und meine Gedanken.
In der Mitte
Eben habe ich das Buch ›Auf den Spuren der Engel‹ von Peter L. Berger fertig gelesen. Bevor ich irgendwann mal ein paar reflektierte Gedanken daraus hier posten werden, möchte ich noch einen Gedanken mit euch teilen, der mich persönlich sehr angesprochen hat…
Im sechsten Kapitel, welches 10 Jahre nach erscheinen der ersten Ausgabe hinzugefügt wurde, schreibt er über die Veränderungen seiner Positionen. Während er davon spricht, dass sich seine theologische Position etwas mehr nach links, seine politische jedoch etwas weiter nach rechts verschoben hat, schreibt er darüber, wie es ist in der Mitte zwischen der religiösen Linken – die die Inhalte der Religion säkularisieren möchte – und der religiösen Rechten – der es darum geht alte Gewißheiten wiederherzustellen – zu stehen:
»Das Schlimmste daran, in der Mitte zu stehen, ist nicht, daß man von beiden Seiten angeschossen wird. In diesem Fall ist dies schon deshalb nicht besonders schlimm, da viele andere sich in derselben Situation befinden.
Beunruhigender ist der Gedanke, daß eine via media überall, aber besonders in der Religion, dem Verdacht der Lauheit ausgesetzt ist. [...]
Schlimm genug – aber ich glaube nicht, daß es sich dabei um eine notwendige Eigenschaft handelt. Jede nuancierte, reflektierte Position läuft Gefahr, als lau zu erscheinen im Vergleich zu den selbstsicheren Haltungen derjenigen, die Gewißheit einfordern. Es ist wichtig den illusionären Charakter jener selbstsicheren Haltungen zu durchschauen, zu sehen, von welchem Punkt an Milde im Urteil ihre eigene Form von Gewißheit verschafft, eine, die vielleicht ruhiger ist als diejenige der Barthianer oder der – sagen wir – christlichen Revolutionäre, jedoch auch von dauerhafterem Bestand.«
[Peter L. Berger, Auf den Spuren der Engel: Die moderne Gesellschaft und die Wiederentdeckung der Transzendenz, 153.]
Da ich sowohl theologisch als auch im Bezug auf meine Persönlichkeit dazu neige in der Mitte zu stehen, stärkt diese Aussage meine Plausibilitätsstruktur, auch wenn ich mich häufig hin- und hergerissen fühle.
MacStudienbibel
Seit Juli arbeite ich ja mit der MacStudienbibel, und gerade fiel mir wieder mal auf, dass ich es sehr schade finde, dass die hebräischen und griechischen Texte [NA 27 und BHS 4] nicht linguistisch-analysiert vorliegen. Für mich ist das ein echtes Minus, da meiner Meinung gerade darin ein großer Vorteil von Bibelsoftware liegt.
Sorry.
Sorry, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe. Heute ist mein Kopf voll… morgen vielleicht wieder.