Gnade

Mir scheint als würde die Diskussion um die Freilassung von Brigitte Mohnhaupt [RAF] auch unser Verständnis von Gnade und Versöhnung zum Thema machen. Die Meinungsumfragen von heute und den tagesthemen weisen im Moment in Richtung gegen die Freilassung, während Politiker und Juristen sich dafür aussprechen. Im Deutschlandradio plädiert der Jurist Peters für eine Freilassung. Der Kommentar von Ludwig Greven in der Zeit geht in eine ähnliche Richtung. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalt Buback sprach mit dem NDR über die Begnadigung.

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Journalismus a la Neon

Es ist kein Geheimnis, dass es keinen objektiven Journalismus gibt. Die Methoden von NEON auf eine subtile Weise Meinung zu machen und trotzdem ›tolerant‹ bleiben zu wollen, ist dennoch bei jeder neuen Ausgabe eine Beobachtung wert.

Ähnlich dem Artikel zu »Bio« in einer älteren Ausgabe haben sie dieses Mal einen Artikel in dem sie gegen ›Fair Trade‹ schießen. Lustig ist, dass einige Seiten später ein Artikel zu ›Ethical Fashion‹ kommt, der in eine ganz andere Richtung geht, aber erst mal schön der Reihe nach.

Im Aufmacher zu dem Artikel, der fair Trade im Bezug auf Kaffee behandelt heißt es:

»Der Weg einer Bohne vom Strauch bis in den Coffeeshop zeigt, wer die Gewinne macht – und warum »Fair Trade« ein Placebo ist.

[NEON, Februar 07, Seite 18.]

Um mich noch mal zu vergewissern ob ich bei Placebo an das denke, was auch andere mit diesem Wort assoziieren habe ich im Fremdwörterbuch nachgeschaut und folgendes gefunden:

»Pla’ce·bo, [...] Medikamentenattrappe ohne Wirkstoffe, die einem echten Medikament in Geschmack und Aussehen gleicht, Scheinmedikament«

[Langenscheidt Fremdwörterbuch.]

Und so findet sich schon im Aufmacher der Grundtenor des folgenden Artikels, der die Wirklichkeit der Kaffeeanbauer mit derjenigen des Vorstandschefs von Starbucks vergleicht und dabei zu einseitigen Ergebnissen kommt. Auch wenn einige der Einwände meiner Ansicht nach berechtigt sind, so fehlt dem Artikel eine gewisse Ausgewogenheit auch andere Seiten des fairen Handels darzustellen bzw. sie mit den scheinbar all zu ähnlichen üblichen Praktiken des Handels an sich zu vergleichen.

Mir erscheint es, als würde alles was ›bio‹ und ›fair‹ genannt wird zunächst einfach negativ gesehen. Gemäß folgender Aussage: »Ökomode« klingt furchtbar, deswegen heißt sie jetzt »Ethical Fashion«. [NEON, Februar 07, Seite 102.] Deshalb bringt es auf jeden Fall auch nichts sich bewusst nach biologischen und fairen Produkten umzuschauen – sind sie doch alle nur Placebo.

Allerdings macht ›Ethical Fashion‹ hier einen Unterschied, dabei geht es ja nicht um die verstaubten Klischees sondern um frisches Design, welches aus Häusern kommt die sich bewusst vom Mief der etablierten ›Müslis‹ absetzen wollen.

In guter NEON Manier werden dann auch die sexuellen Vorlieben des American Apparel Chefs gepriesen, der ja nicht nur von prüden Fundamentalisten eins auf die Mütze bekommt, sondern auch von manchen seiner „freien“ Mitarbeiterinnen mit Prozessen wegen sexueller Übergriffe erfreut wird. Vielleicht würde diesem zweiten Fair-Trade-Artikel der aktuellen Ausgabe auch ein bisschen mehr Ausgewogenheit nicht schaden…

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Nachfolge als zorniger Pazifist?

Nachdem in der letzten Woche in der Sidebar wieder eine Rubrik erschienen ist, die sich ›Bücher‹ nennt hat der eine oder die andere bereits gesehen, dass ich gerade auch in dem Buch Nachfolge von Dietrich Bonhoeffer lese. Ein Buch wieder zu lesen, welches ich vor einiger Zeit gelesen habe, das jedoch noch nicht in meinem Bücherregal steht, ist wie so oft eine sehr geniale Sache. Auch wenn Bonhoeffers Schreibstil nicht immer mein Favorit ist, so lasse ich mir von ihm gerne das sagen, was ich von ihm lese. Für mich ist er ein echtes Vorbild, von dessen Leben und Denken ich mich gerne in Frage stellen lasse, auch wenn das sehr oft unangenehm ist.

Bonhoeffer schreibt so direkt und ›haut manchmal kräftig mit der Faust auf den Tisch‹, Aussagen, Ansichten und Herausforderungen, die ich bei vielen anderen Autoren überlesen würde, sprechen hier zu mir, weil ich denke, dass sein Leben genau das war, wovon er spricht – ein Leben in Nachfolge.

Und so lese ich gerade seine Gedanken zur Bergpredigt, die Abschnitte in denen er über Mord schreibt – denke über seine Biographie nach – und fühle mich als Pazifist bestätigt, einige Sätze später geht es dann auf einmal um Zorn und es wird schon brenzliger, hier bin ich auf jeden Fall herausgefordert:

»Gott will sich von unserem Bruder nicht trennen lassen. Er will nicht geehrt sein, wenn ein Bruder entehrt wird. [...]

Um der Menschwerdung des Sohnes Gottes willen ist Gottesdienst vom Bruderdienst nicht mehr zu lösen. Wer da sagt, er liebe Gott und haßt doch seinen Bruder, der ist ein Lügner.

So bleibt dem, der wahren Gottesdienst in der Nachfolge Jesu tun will, nur ein Weg, der Weg der Versöhnung mit dem Bruder.«

[Bonhoeffer, Nachfolge, 105.]

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Unterrichten

Morgen früh werde ich wieder mal Richtung Ditzingen unterwegs sein um meinen Teil zum Unterricht im Rahmen des Grundstudienjahres beizutragen. Freue mich schon sehr darauf, wir werden morgen unter anderem über das soziale Umfeld und den Roman ›Plüsch‹ sprechen.

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Kräuterküche

Gestern Abend waren Julia und ich in der Kräuterküche essen. Die Kräuterküche ist ein Bio-Bistro mit sehr gutem Essen, angenehm entspannter Atmosphäre und ist daher eine [depone]-Empfehlung: Wenn du in KA bist solltest du dort auf jeden Fall vorbei schauen.

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Gadget

Wunderbar, ab heute läuft meine Terminplanung jetzt auch über das schöne kleine Gerät das mal angefangen hat als Telefon mit mir zu gehen. Ich erinner‘ mich noch an die Zeit in der es krass war ein Telefon in der Tasche zu haben von dem aus man locker telefonieren und SMS schreiben konnte: heute mache ich damit Bilder, plane meine Zeit, hätte Internet und Mail, alle möglichen Adressen und Musik dabei. Und wie es sich gehört mit iPhone Optik und Klang.

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Faire Preise

Alnatura hat zusammen mit drei Partnern eine Initiative gestartet, die sich für faire Preise für Milchbauern einsetzt. Nach Angaben von Alnatura benötigt ein Bio-Hof ungefähr 40 Cent pro Liter Milch um kostendeckend zu wirtschaften. Aus diesem Grund wurde der Milchpreis etwas angehoben um einen Trend gegen den Preisverfall und für die Bio-Bauernhöfe zu setzen – hier gibts weitere Infos.

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Schritte zu einer Theologie

Im Zusammenhang mit meiner Master-Thesis mache ich mir Gedanken zu meiner eigenen Theologie. In den letzten Tagen habe ich eine Weile darüber nachgedacht was meiner Ansicht nach wichtig für die Erkenntnis ›des Heiligen‹ ist. Und ich habe mir gedacht, dass ich das einfach mal hier auf das Blog schreibe, in der Hoffnung, dass der eine oder die andere ihre Meinung dazu äußern.

Erkenntnis

Im Zentrum der Erkenntnis steht meiner Ansicht nach ›der Heilige‹ selbst. Er ist das Subjekt der Erkenntnis was bedeutet, dass sie von ihm ausgeht und nur in Beziehung mit ihm geschehen kann. Im Schaubild habe ich bewusst Anthrazit als Hintergrund des betreffenden Feldes gewählt um mich daran zu erinnern, dass wir wie durch eine Sonnenbrille in der Nacht [um das Bild des Spiegels in unseren Kontext zu übertragen] erkennen. Das schwarz der Schrift hebt sich nicht so deutlich von dem Anthrazit ab, wie dies auf einem weißen Hintergrund wäre.

Um das zentrale Feld habe ich vier weitere Felder gruppiert die meiner Ansicht nach nicht in einer besonderen Reihenfolge betrachtet werden müssen. Damit meine ich, dass jeder der vier Bereiche einen Teil der Erkenntnis liefert und keiner über einen anderen zu stellen ist. An dieser Stelle werde ich mit meinen Gedanken zu den einzelnen Feldern oben links beginnen und dann im Uhrzeigersinn fortfahren [ohne Wertung].

Offenbarung durch Erfahrung. Unter diesem Begriff verstehe ich so genannte »religiöse Erfahrungen«. ›Der Heilige‹ offenbart sich demnach durch persönliche Begegnungen, Kontaktaufnahme durch Erfahrungen wie Träume und Visionen und natürlich durch so etwas wie wenn sich auf einmal eine ›Klarheit‹ ereignet. In der Theologiegeschichte könnte man dieses Offenbarungsverständnis wohl am ehesten in liberalen Kreisen aus der Schule Schleiermachers finden, genauso wie in so genannten charismatischen Kreisen.

Offenbarung durch die Schriften. In den Schriften, die sich in der Bibel finden, kann Gott erkannt werden. Diese Schriften geben meiner Ansicht nach Geschichten Gottes mit Menschen wieder. Diese beruhen auf [Achtung jetzt kommt ein bisschen Glatteis!] historischen Ereignissen können jedoch nicht als ausgeklügeltes System von irrtumslosen Dogmen verstanden werden. In gewisser Weise findet sich diese Erkenntnismöglichkeit im weiten Feld der Evangelikalen, die sich auch gerne als ›bibeltreu‹ bezeichnen.

Offenbarung durch die Schöpfung. ›Der Heilige‹ kann in seiner Schöpfung erkannt werden. Darunter verstehe ich sowohl die Offenbarung des Heiligen durch seine Schöpfung im Sinne der Natur als auch durch Menschen. Bei der Offenbarung durch die Menschen würde ich jeden einzelnen Menschen und das was sie tun einbeziehen. Diesen Zugang zur Offenbarung findet sich wohl am ehesten in dem was unter dem Begriff ›natürliche Theologie‹ bekannt wurde.

Offenbarung durch die Tradition. In dem was Menschen über die Jahrhunderte mit ihrem Gott erlebt haben und was sie von ihm erkannt haben kann meiner Ansicht nach ›der Heilige‹ selbst erkannt werden. In dieser Weise ziehe ich die Tradition in meine Erkenntnistheorie mit ein. Diese Sicht findet sich meiner Ansicht nach an dem Einbezug der Tradition in die Theologie der römisch katholischen Kirche.

Soweit mal zu diesen Gedanken der Erkenntnis ›des Heiligen‹. An meinen Äußerungen wurde wahrscheinlich schon deutlich, dass ich mich selbst in der ökumenischen Tradition verstehe und so auch nicht die eine Erkenntnistheorie über eine andere stelle. Vielmehr spielen die unterschiedlichen Zugänge und Schwerpunkte sehr gut zusammen und sollten sich demnach auch gegenseitig bereichern.

Was denkst du zu diesen Gedanken? Fehlt deiner Ansicht nach ein wichtiger Aspekt?

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