Die ›Trinkmythen‹ auf Zeit-Online weisen wieder einmal darauf hin, dass Kaffee [und Tee] zu den Flüssigkeiten gerechnet werden dürfen, die im Laufe des Tages gut für die Gesundheit sind. Bekommt man deswegen jetzt in Cafés eher kein Glas Wasser mehr zum Kaffee? Was sind deine Erfahrungen?
Spirituelle Übungen
»Wenn man sieht, wie Muslime in Deutschland ihren Gebetsteppich ausrollen oder die Perlenschnur durch die Hände gleiten lassen, könnte man neidisch werden. Mittlerweile sind beiden Konfessionen die alltäglichen spirituellen Übungen des Glaubens abhanden gekommen – nicht zuletzt durch die Schuld ihrer theologischen und pastoralen Vordenker, die sie belächelten und das Christentum von den Knien in den Kopf und das Bewusstsein beförderten –, mit dem Effekt, dass sich das dünne gedankliche Substrat alsbald verflüchtigte.«
[Klaus Berger, Glaubensspaltung ist Gottesverrat, 304f.]
Und ich frage mich, ob wir „Vordenker“ [zu denen ich mich mal frech zähle – vielleicht auch nur ›Kritiker‹] mit unserem Hinterfragen und Kritisieren in manchen Fällen nicht das sprichwörtliche Kind mit dem Wasser ausleeren?
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Empfehlung: Martenstein: Ihr Christen!
Unser täglich Brot
Am Mittwoch 14.02. um 19:00 Uhr startet ›Unser täglich Brot‹ in der Schauburg in Karlsruhe. Also dann…
Gottesdienstverständnis
In dem Buch ›Glaubensspaltung ist Gottesverrat‹ überrascht mich Klaus Berger immer wieder aufs Neue. Zunächst begeisterte mich seine Sehnsucht nach EINER Kirche, Einheit. Dann wunderte ich mich über seine persönlichen Positionen, die ich mir nach dem was ich von ihm kannte, anders konstruiert hatte. Und die dritte Sache die mich begeistert sind sie Unterschiede zwischen protestantischen und katholischen Sichtweisen, die er (nicht immer ohne tendenziös zu Schreiben) darstellt. Diese Unterschiede stellt er bewusst dar, da es seiner Ansicht nach der Einheit mehr schadet als nützt davon auszugehen, dass alle Christen ›gleich‹ wären. Den Darstellungen der Unterschiede liegt jedoch keine Resignation zu Grunde sondern der Wille zu übersetzen und dadurch zu einer Einheit zu kommen.
Bei den Unterschieden spricht er auch über die Frage der Frauenordination, und in diesem Zusammenhang kommt er auf die Unterschiede im Gottesdienstverständnis zu sprechen. Diese Darstellung fand ich gerade so interessant, dass ich sie hier mit euch teilen möchte:
»Die protestantische Auffassung von Gottesdienst ist die folgende: Die Gemeinde versammelt sich. Sie bestellt Prediger zur Verkündigung des Wortes und zur Spendung der Sakramente. Sie überträgt damit eigene Vollmacht an die »Diensttuenden«. Denn wenn alle predigen wollten, so bemerkt schon Martin Luther, gäbe es ein unheilvolles Durcheinander. Die Basis dieser Auffassung ist das »allgemeine Priestertum« aller Gläubigen. Luther bemerkt dazu: Alle sind Königskinder. Aber nicht alle können regieren. Wenn alle gleichermaßen bei gleicher Würde tätig würden, käme man sich ständig gegenseitig in die Quere. Vor allem aus praktischen Gründen delegiert daher die Gemeinde Vollmacht an Einzelne. Aber die Gemeinde ist (im Namen Gottes natürlich) der Souverän. Es ist unschwer zu erkennen, wie sich hier Theorien des so genannten Konziliarismus des Mittelalters (14. und 15. Jh.) und Vorstufen der neuzeitlichen Theorie von der Volkssouveränität niedergeschlagen haben. Im Neuen Testament kann man sich auf »ekklesia« als (Volks-)Versammlung berufen. Denn nichts anderes bedeutet dieses Wort.
Die katholische und orthodoxe Auffassung von Gottesdienst ist eine andere. Sie besagt erstens: Jeder eucharistische Gottesdienst ist eine Neu-Inszenierung, eine reale Vergegenwärtigung des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern. Das Gegenüber von Jesus und Jüngern wird vergegenwärtigt im Gegenüber von Priester und Kirchengemeinde. Im Unterschied zur protestantischen Auffassung ist der Gottesdienst damit nicht primär Gemeindeversammlung, sondern primär Vergegenwärtigung des Mysteriums des Heils. Während bei Protestanten konsequenterweise das Abendmahl auch fehlen kann (so wie es zumeist praktiziert wird), ist nach katholischem Verständnis die reale Gegenwart des Heilsgeheimnisses zentral.
Sie besagt zweitens: Für katholisches und orthodoxes Verständnis ist jede Eucharistiefeier ein Stück Himmel auf Erden, für protestantisches Verständnis ist jeder Gottesdienst primär Gemeindeversammlung. Dieser Unterschied kommt wie gesagt in der Präfation zum Ausdruck, in der immer auch die »himmlischen Mächte« der Engel, Erzengel, Throne, Seraphim gewissermaßen als Teilnehmer einer himmlisch-irdischen Liturgie benannt werden.«
[Klaus Berger, Glaubensspaltung ist Gottesverrat, 212f.]
Auf Grund dieser Gottesdienstverständnisse wird deutlich weshalb es für Protestanten möglich ist Frauen Aufgaben zu übertragen – während es für Katholiken undenkbar bleibt eine Frau in der Rolle Jesu/Gottes zu sehen. Dies hängt auch mit der Auffassung von Bildern und Metaphern zusammen. Gemäß der Darstellungen von Berger scheint die katholische Auffassung von Bildern sehr streng zu sein – Bilder würden demnach eins zu eins in die heutige Zeit übertragen. Meiner Ansicht nach hinkt dieser Vergleich, da – wie nicht anders zu erwarten war – die Auswahl der Bilder in gewisser Weise eingeschränkt geschieht. Bisher bin ich in dem Buch noch auf keine Sache gestossen die sowohl von protestantischer als auch von katholischer Seite mit den selben Bildern aus der Bibel verbunden wurde.
Und zum Schluss möchte ich die Darstellung der Gottesdienstverständnisse noch dazu nutzen, dich lieber Leser zu ermutigen über dein Gottesdienstverständnis nachzudenken. Evtl. kannst du dabei auch gleich reflektieren wie deine lokale Gemeinde Gottesdienst versteht und wie ihr das lebt.
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[Statements dazu freuen mich natürlich wie immer, entweder als Kommentar oder als Trackback]
Emergentes: N.T. Wright zum Bibelverständnis
Habe eben einen Artikel zu N.T. Wrights Bibelverständnis auf Emergentes Gedankengut hochgeladen. Ein wichtiger hermeneutischer Schlüssel daraus hört sich folgendermaßen an:
»Jesus hat die Kirche in die Welt gesandt um das für die Welt zu sein und zu tun, was er für Israel war und tat.«
Religion in der ZEIT
Habe mir eben die ZEIT genommen um die aktuelle Religionsserie zu lesen. In dieser Ausgabe geht es um das Christentum. Das was ich bisher gelesen habe fand ich sehr gut – was meinst du?
Beyond Foundationalism
In diesem Eintrag stelle ich die groben Linien des Buches ›Beyond Foundationalism‹ von Stanley J. Grenz und John R. Franke dar. Meiner Ansicht nach handelt es sich dabei um einen sehr inspirierende Schritt zu einer Theolgie in unserer Zeit.
»Christian theology is an ongoing, second-order, contextual discipline that engages in critical and constructive reflection on the faith, life, and practices of the Christian community. Its task is the articulation of biblically normed, historically informed, and culturally relevant models of the Christian belief-mosaic for the purpose of assisting the community of Christ‘s followers in their vocation to live as the people of God in the particular social-historical context in which they are situated.«
[Stanley J. Grenz and John R. Franke, Beyond Foundationalism, 16.]
Auf dem Weg genauer darzustellen wie eine solche Theologie aussehen könnte schreiben die beiden Autoren zunächst über zwei Grundsätze: im ersten Grundsatz legen sie dar, dass Theologie eine kontextgebundene Disziplin ist. Sie ereignet sich lokal in einem bestimmten Umfeld welches wiederum Einfluss sowohl auf den Prozess als auch das Ergebnis hat. Theologie, so stellen sie weiter dar, muss als Prozess verstanden werden, da sie in einem kulturellen und geschichtlichen Kontext stattfindet muss sie, genauso wie ihr Umfeld in beständigem Wandel begriffen sein.
Als zweiten Grundsatz nehmen sie die dienende Funktion der Theologie an. Sie herrscht demnach nicht über den Glauben und die Schriften, sondern reagiert auf beide. Ihre Aufgabe ist es nicht Dogmen aufzustellen, die die eine Wahrheit zementieren, sondern sie dient den Gläubigen indem sie Licht auf die Geschichte wirft, die dem Glauben zu Grunde liegt und die durch die Gläubigen weiter geschrieben wird.
An diesen beiden Grundsätzen wird bereits ein dialogisches Verständnis von Theologie deutlich. Ihrer Ansicht nach ereignet sich Theologie in Gemeinschaft, was bedeutet, dass die gesamte Gemeinschaft an dem Geschehen der Theologie beteiligt ist. Dadurch wird der Weg den die Gemeinschaft [lokal aber auch global „ökumenisch“ verstanden] beschreitet erleuchtet. Insofern hilft die Theologie den Gläubigen in ihrer Nachfolge auf der einen Seite bestätigend auf der anderen Seite auch als Korrektiv.
Die Quellen der Theologie
Grenz und Franke stellen in dem vorliegenden Buch drei Quellen der Theologie dar: Schrift, Tradition und Kultur.
Die normative Autorität der Theologie ist ihrer Ansicht der Heilige Geist der durch die Schrift spricht. Ihrer Ansicht nach ist die Schrift daher so wichtig für die Theologie, da der Heilige Geist über die Jahrhunderte hinweg den Gläubigen durch sie Orientierung gibt.
Die zweite Quelle stellt die Tradition dar, die ihrer Meinung nach eine sehr wichtige Rolle spielt. Die Theologie kann sich nicht von der Tradition trennen ohne dabei schweren Schaden zu nehmen. Gläubige leben in einer langen Tradition von Menschen die nachfolgen und in diesem Wissen bietet ihnen die Tradition einen wichtigen Bezugspunkt für das Leben im hier und jetzt.
Da der Heilige Geist ihrer Ansicht nach immer innerhalb des Kontextes der jeweiligen Glaubensgemeinschaft verstanden wird, nehmen sie die Kultur als dritte Quelle der Theologie an. Diese muss daher in einem aktiven Austausch mit der Kultur stehen. Das Reden des Geistes durch die Schrift kann ihrer Meinung nach nur dann richtig verstanden werden, wenn Erkenntnisse aus allen Bereichen menschlichen Wissens einbezogen werden.
Die gemeinsamen Motive der Theologie
Im dritten Teil des Buches gehen die beiden Autoren auf die gemeinsamen Motive der Theologie ein: Dreieinigkeit, Gemeinschaft und Eschatologie.
Wie bereits weiter oben erwähnt gehen Stanley und Grenz davon aus, dass Theologie ein lokales Ereignis ist, das in einem spezifischen Umfeld stattfindet. Dennoch gibt es gewisse Gemeinsamkeiten der weltweiten ökumenischen Glaubengemeinschaft die dabei helfen ›christliche‹ Theologie zu treiben.
Bereits die Bezeichnung Theologie weist darauf hin, dass es sich dabei um die ›Lehre von Gott‹ handelt, daher ist ihr erstes Interesse daran gelegen der göttlichen Wirklichkeit näher zu kommen. Die göttliche Wirklichkeit wird gemäß ihrer Annahme am Besten in der Dreieinigkeit erfasst. Aus diesem Grund führt das erste gemeinsame Motiv zur Dreieinigkeit Gottes. Theologie wird auf eine Weise strukturiert werden, die die Dreieinigkeit Gottes wiedergibt.
Aus der Feststellung, dass Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist mit sich selbst in Beziehungen lebt, folgern sie die Bedeutung von Gemeinschaft für die Gläubigen. Die Theologie bekommt dabei einen gemeinschaftlichen Charakter. Sie findet im Rahmen einer Gemeinschaft statt. Dieser Bereich erscheint meiner Ansicht nach gerade aus der Entwicklung von Theologie in eine Elfenbeinturm-Disziplin besonderer Erwähnung wert!
Die Darstellung der gemeinsamen Motive von Theologie mündet in der eschatologischen Ausrichtung. Ihrer Meinung nach ist Theologie von ihrer Grundausrichtung her auf die Eschatologie bezogen. Dies bedeutet, dass Theologie in allen Fragen auf das Verständnis des der Schöpfung innewohnenden telos ausgerichtet ist. Dieser Aussage liegt die Annahme zu Grunde, dass Gott mit bei Schöpfung ein gewisses Ziel im Sinn hatte auf welches die gesamte Schöpfung ausgerichtet ist. Theologie hätte demnach das Ziel im hier und jetzt das christliche Glaubensmosaik entsprechend der kommenden Wirklichkeit Gottes zu beleuchten.
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In diesem Eintrag konnte und wollte ich nur die groben Linien des Buches darstellen, meiner Ansicht nach liegt jedoch gerade auch im Detail der Ausarbeitung von Grenz und Franke ein wirklicher Schatz verborgen. Alle angeführten Thesen diskutieren sie anhand unterschiedlichster Ansätze aus der kompletten menschlichen Erkenntnis. Dank der Empfehlung durch DoSi gab dieses Buch einigen meiner Gedanken Worte und vertiefte meine Sicht in vielen Bereichen.
Jobs gegen DRM
Steve Jobs spricht sich gegen das Digital Rights Management aus, welches die Musikindustrie beisweilen von Unternehmen wie dem Seinem fordert. Bisher wurde Jobs und der iTunes MusicStore öfters für DRM kritisiert, nun spricht er dagegen. Ein Kommentar dazu auf ZEIT-Online.
Vater sein
Originally uploaded by kwadrat.
In den letzten Tagen lag es mir immer wieder auf der Zunge etwas zu meinem ›Vater sein‹ zu schreiben. Und nachdem ich gesehen hatte, dass Martin ein paar Bilder von Josia gemacht hat, habe ich jeden Tag nachgeschaut ob er etwa eines davon auf flickr laden würde… und siehe da heute war es so weit.
Vor einiger Zeit hatte ich davon geschrieben, dass ein Teil unseres Traumes wahr wird und meine Frau wieder arbeiten würde während ich mein Engagement etwas kürzen wollte. Wir haben ein bisschen Zeit gebraucht bis sich die ganze Situation so eingespielt hatte, dass jeder der Beteiligten sich wohl fühlte – aber mittlerweile sind wir damit alle glücklich. Nach dem Frühstück kommt der nette junge Herr zu seinem Vater und nimmt ihn an der Hand – ein Bilderbuch muss noch angeschaut werden bevor der ›Eltere‹ in seinem Zimmer verschwindet und das macht was man ›arbeit‹ nennt.
Im Laufe des Vormittags kommt ab und an ein junger Mann an die Tür, klopft und ruft »Papa, arbeit« – aber zu der ganzen Thematik zu Hause arbeiten schreibe ich in den nächsten Tagen noch etwas…
Der Eltere arbeitet während Mutter und Sohn sich vergnügen. Irgendwann ist es dann soweit und die Mutter macht sich auf den Weg zur Arbeit was der Sohn entweder mit einer Aufforderung zu einem Abschiedskuss oder einer netten Verabschiedung mit ›Tschüss Mama‹ unterstrichen von einem Winken kommentiert.
Immer wieder wird gesagt »Der Apfel fällt nicht weit vom Baum« was gerade für Ähnlichkeiten zwischen Eltern und Kindern benutzt wird – ich sage das mit einem Lächeln, da es sich dabei ja um ein Klischee handelt welches man nicht gerne bedienen möchte. Dennoch kann eine gewisse Ähnlichkeit festgestellt werden, der Jüngere hat wie der Eltere ein Fabel für Bücher. So wird auch jeder Besucher zum angenehmen ›Lesesessel‹ ernannt und eingeladen die Lieblingsbücher des Jüngeren zu studieren. Die Bücher des Elteren werden auch manchmal untersucht, meistens enthalten sie jedoch nur schwarze Buchstaben die schnell langweilen, wer möchte schon lange ein Buch anschauen dessen Seiten alle gleich aussehen.
Im Moment haben wir ein absolutes Lieblingsbuch wegen dem ich gestern das Licht noch mal anschalten musste, als der Jüngere bereits im Bett lag. Die Mutter erzählte, dass er kürzlich mit genau demselben Buch im Arm eingeschlafen ist… ein kleines süßes Buch über den Alltag einer kleinen Katze.
Eine weitere Besonderheit soll noch erwähnt werden: Computer. Es ist nicht zu leugnen, dass der Eltere viel Zeit vor einem solchen Verbringt. Und auch der Jüngere sitzt gerne mit der Maus in der Hand am Bildschirm. Neben flickr besucht er auch gerne diverse Kinderseiten und freut sich wenn die animierten Programmsymbole wie ein ›Ball‹ hüpfen. Und da wären wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Detail. In einem Buch ist ein Zugabteil abgebildet, darauf sieht man auch einen Reisenden mit Notebook. Dass das ein Computer ist, ist natürlich klar, die Aussage ›Appela‹ macht deutlich was für einer es sein sollte…
KM 4042
Eben mal ein bisschen in dem super netten StreetArtBuch geblättert, das ich von Johannes ausgeliehen habe, dabei bin ich auf die Seite der Macher des Buches gestoßen: KM 4042. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall…