UPLOAD-Blogstöckchen: Wie bloggst du?

Kürzlich hat Johannes ein Blogstöckchen auf mich geworfen, welches er von UPLOAD bekam. Dieses Mal geht es darum zu erzählen wie man bloggt. Und während er gerade in meiner Küche kocht, werde ich mal ein bisschen erzählen wie bei mir die Einträge in die Blogwelt gelangen.

Quellen

Der Alltag: die erste Quelle meines bloggens ist sicherlich mein Alltag. Das ist reichlich unkonkret, stimmt, deswegen konkretisiere ich noch ein bisschen.

Gespräche: ich liebe es mich mit Anderen zu unterhalten. Über alle möglichen Themen und Fragen zu philosophieren und dabei kommen mir oft Gedanken die mir wichtig genug erscheinen ihren Weg auf mein Blog zu finden. Hier ordne ich auch mein eigenes Nachdenken ein – vielleicht weil es so etwas ist wie ein Gespräch mit mir selbst.

Bücher: ich lese relativ viel. Daher bekomme ich eine Menge Anregung aus Büchern. Manchmal schreibe ich schnell eine Aussage aus einem Buch ab und veröffentliche sie einfach unkommentiert hier. Dabei handelt es sich um Aussagen die mich inspirieren auch wenn ich nicht unbedingt der gleichen Meinung bin. Wenn ich gerade etwas mehr Zeit habe oder einige Gedanken sowieso zusammenfassen möchte, schreibe ich einen extra Post, der Gedanken aus Büchern weitergibt die mir wichtig erscheinen. Da ich eher aus dem Moment heraus schreibe, funktionieren längere Serien für mich nicht – vor allem deswegen weil ich nicht die Zeit habe mehrere Einträge zu einem Thema zu schreiben bevor ich mit etwas anderem weiter machen muss.

Zeitgeschehen: ich interessiere mich für ziemlich vieles was in unserer Gesellschaft so vor sich geht. Daher finden auch immer wieder Gedanken aus den Nachrichten, Zeitungen, Magazinen, Reportagen oder Filmen hier Widerhall. Dabei interessiert mich oft auch gerade das wie meine Gedanken zu Themen von anderen gesehen werden.

Familie: irgendwie ist auch meine Familie Inspiration für dieses Blog. Auch wenn vieles davon nicht das Licht der Blogöffentlichkeit erreicht, so spinne ich mir regelmäßig eine Menge Post-Ideen zusammen. Vielleicht kommt da bald mal wieder mehr.

Das Netz: als ich ein paar andere Stöckchen dieser Serie gelesen habe ist mir aufgefallen, dass die Zahl der Einträge die bei mir aus dem Netz, der Blogwelt kommen, zurück gegangen ist. Wahrscheinlich liegt das mit an dem Gedanken, dass sowieso fast jeder [wer das auch immer ist] die Blogs liest die ich lese und deswegen ein extra Beitrag dazu nicht unbedingt notwendig ist. Manches davon kommt jedoch in die Randbemerkungen. Die Feeds die ich lese bekomme ich Dank NetNewsWire Lite frisch ins Haus.

Schreiben und Verwalten

Die Einträge die hier so erscheinen schreibe ich, so weit ich mein geliebtes iBook zur Hand habe, von Hand via Ecto. Um auch bei längeren Einträgen konzentriert schreiben zu können verwende ich zusätzlich WriteRoom und Ohropax. Entwürfe habe ich recht selten, da ich ja auch selten Serien schreibe – wenn jedoch trotzdem mal ein Entwurf abgelegt werden muss, macht das Ecto für mich, und da finde ich die Sachen dann auch schnell wieder.

Weitermachen

Und natürlich gibt es auch noch ein paar Leute von denen es mich interessiert wie deren Einträge so in die Welt kommen: DoSi, Peter, Tobias – an diese drei habe ich eben gedacht, hoffe das reicht.

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Vier Bereiche der Zugehörigkeit

Habe hier mal die vier Bereiche der Zugehörigkeit nach Edward T. Hall, wie sie bei Joseph R. Myers vorkommen, übersetzt. Mach mir gerade mal wieder Gedanken zu Beziehungen und den unterschiedlichen Graden in denen wir Menschen zueinander stehen. Solche Bereiche legen eine gewisse Schablone auf alle Beziehungen, in die meiner Ansicht nach niemals alle passen können, dennoch helfen mir diese vier Bereiche in meinem Umgang mit Beziehungen – auch darin meine Vorstellungen, Maßstäbe und Ansprüche zu korrigieren…

Der öffentliche Bereich
Wenn sich Menschen aufgrund eines äußeren Einflusses verbinden ereignet sich Zugehörigkeit im öffentlichen Bereich. Fans erleben Gemeinschaft indem sie dasselbe Team anfeuern. Sie tragen das Trikot und besitzen andere Fanartikel; bezahlen für Pay-TV, bleiben extra länger wach oder stehen früher auf, nur um keines der Spiele ihrer Mannschaft zu verpassen. Diese Beziehungen sind in unserem Leben von großer Bedeutung.

Der soziale Bereich
Zugehörigkeit im sozialen Bereich ereignet sich dort wo wir Augenblicke dessen miteinander teilen was es bedeuten würde wenn wir im persönlichen Bereich zusammengehörten. Der sprichwörtliche ›erste Eindruck‹ steht für diese Art von Zusammengehörigkeit. Du gehörst auf diese Weise zu dem Bankangestellten deiner Wahl, dem Apotheker um die Ecke und zu einigen deiner Kollegen.

Begegnungen in diesem Bereich sind aus zwei Gründen wichtig. Erstens ermöglichen sie Beziehungen zwischen Nachbarn. Ein Nachbar ist jemand den du gut genug kennst um ihn um einen kleinen Gefallen zu bitten, oder ihm selbst einen Gefallen zu tun. Zweitens steht diese Art von Beziehung für einen Bereich in dem herausgefunden werden kann mit wem man gerne eine tiefere Beziehung aufbauen würde. Im sozialen Bereich ermöglichen wir es anderen herauszufinden ob wir auf derselben Welle liegen. Und auch wir bekommen hier genug Informationen, um zu entscheiden, ob wir mit der Person weiter in diesem Bereich verkehren wollen oder besser in einem anderen.

Der persönliche Bereich
In persönlichen Beziehungen teilen wir private [nicht „nackte“] Erlebnisse, Gefühle und Gedanken. Menschen mit denen wir auf diese Weise Beziehung leben nennen wir ›gute Freunde‹. Sie wissen mehr von uns als flüchtige Bekannte, jedoch nicht so viel, dass es ihnen unangenehm werden könnte.

Der intime Bereich
Im intimen Bereich teilen wir „nackte“ Erlebnisse, Gefühle und Gedanken. Wir haben nur sehr wenige Beziehungen die dieses Prädikat verdienen. Diese Menschen kennen die „nackte Wahrheit“ über uns, und dabei „schämen“ wir uns nicht voreinander.

[Übersetzung aus "The Search to Belong: Rethinking Intimacy, Community, and Small Groups" (Joseph R. Myers).]

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Über Beziehungen habe ich kürzlich auch hier geschrieben.

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Missio Dei

Auch wenn ›Missio Dei‹, der Titel dieses Eintrags, für dich ein Fremdwort ist, bitte ich dich trotzdem weiter zu lesen. An der ein oder anderen Stelle ist dir vielleicht schon einmal jemand begegnet der davon sprach, dass Mission nicht nur mit ›Missionaren in Afrika‹ oder Einsätzen [auch ›Outreach‹ genannt] zusammenhängt, sondern irgendwie mit dem ganzen Leben zu tun hat. Ich möchte mit diesem Eintrag ein bisschen Licht in das Geheimnis dieser Gedanken bringen, die zur Zeit [zumindest in meinem Umfeld] sehr gern für alles mögliche herangezogen werden.

Der Begriff selbst stammt aus dem Lateinischen, und steht für eine bestimmte Art über Mission zu denken. Theologen verwenden für die Bezeichnung eines ihnen wichtig erscheinenden Sachverhalts gerne lateinische Begriffe, und so ist auch in diesem Fall eine schöne Bezeichnung entstanden, die für viele rätselhaft erscheint. Wenn ich die beiden Worte übersetzen wollte, würde ich wohl ›Sendung Gottes‹ sagen. Diese Übersetzung hilft jedoch auch noch nicht wirklich weiter auch wenn sie in die richtige Richtung weist. Es geht allgemein gesprochen um Gott und seine Sendung.

Wenn es wie eben erwähnt um die Sendung Gottes geht, dann bedeutet das für Mission zunächst, dass Gott das Subjekt der Mission ist. Anders ausgedrückt könnte man vielleicht auch sagen: Gott ist der Missionar. Er handelt an und in der Welt. Er ist zugleich Sendender [das wäre er auch in einem anderen Missionsverständnis] als auch Gesandter. Hier wird dann darauf hingewiesen wie Gott [der Vater] Jesus Christus [den Sohn] auf die Welt gesandt hat. Und dass „diese beiden“ den Heiligen Geist ebenfalls zu uns auf die Welt sandten. Insofern wäre Gott selbst derjenige der jemand anderes sendet und gleichzeitig gesandt ist. Die weltweite Kirche würde nach diesem Ansatz in das weltweite Heilshandeln Gottes hineingenommen, und ist demnach nicht selbst Subjekt, Ursprung oder Ziel der Mission.

In dem Lexikon ›Religion in Geschichte und Gegenwart‹ [kurz RGG] steht dazu folgendes:

Dies hat weitreichende Folgen, nicht nur für die Missionstheologie, denn die Kirche kann sich demnach nicht mehr als alleinige, triumphale Bringerin des Lichts für eine völlig gottlose Welt verstehen, sondern sie erkennt an, daß Gott selbst in seiner Welt unterwegs ist.

»Mission« als Inbegriff göttlichen Handelns eröffnet eine Weltzugewandtheit und ein umfassendes christliches Engagement in Solidarität mit Armen und Entrechteten (»Schalomisierung«) sowie mit Menschen anderen Glaubens, das die Vieldimensionalität der biblischen Sendungsverständnisse beachtet und evangelistische Engführung sprengt.

[Grünschloß, Andreas. „Missio Dei.“ RGG. 4., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 5, 1271.]

Mit diesem Eintrag beginne ich nun wirklich eine kleine Serie in der ich noch weitere Aspekte der ›Missio Dei‹ beschreiben möchte. Dies sage ich, wie du dir denken kannst mit größter Vorsicht, da die meisten Serien hier normalerweise bald enden – dieses Mal habe ich jedoch schon zwei weitere Entwürfe in Arbeit…

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Theologie

Theologie kann nie ein Gedankensystem über Gott sein, sondern immer nur das Handeln Gottes in der Geschichte beschreiben.

» Ein Gedanke zur Theologie von Oscar Cullmann [Vgl. Christus und die Zeit, 19.].

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Kirche und Welt

In dem wunderbaren Buch ›Transforming Mission‹, das ich gerade wieder zur Hand genommen habe, schreibt David J. Bosch über Veränderungen für die Mission. Da er Mission nicht als eine Aufgabe der Gemeinde versteht, die von ein paar wenigen Freiwilligen oder Abenteuerlustigen übernommen wird, sondern Gemeinde selbst als an der Mission Gottes teilnehmend versteht, kommt er darauf zu sprechen wie sich die Sicht von Gemeinde verändert hat. Um diese neue Sicht von Gemeinde zu verstehen führt er sechs Punkte an, die ich hier kurz wiedergeben möchte:

[1] Provisorium.
Kirche kann weder als Grund noch als Ziel von Mission gesehen werden. Die Kirche sollte sich vielmehr mit ihrem Dasein als Provisorium abfinden. Das letzte Wort der Kirche ist nicht „Kirche“ sondern die Ehre Gottes des Vaters und des Sohnes im Geist der Freiheit.

[2] Vorschau.
Die Kirche ist nicht das Reich Gottes auf Erden. Sie ist vielmehr eine Vorschau, der Samen und der Anfang des Reiches Gottes. In ihr werden Zeichen des Reiches Gottes, einem Reich der Versöhnung, des Friedens und des neuen Lebens, sichtbar. Wenn dies geschieht, dann kann sie ein Sakrament der Rettung für die Welt sein. Dies sollte natürlich in und durch die Kirche geschehen, es kommt jedoch auch überall sonst in der Gesellschaft vor, da Christus auch der Herr der Welt ist.

[3] Wartezimmer.
Es ist nicht die Aufgabe der Kirche Menschen in ein Wartezimmer zu holen in dem sie auf das Ende der Welt warten. Alle Menschen stehen in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen, aus diesem Grund müssen die Befreiung von Einzelnen und Völkern in der Geschichte und die Verkündigung des kommenden Gottesreiches zusammen kommen. Kirche kann daher als Volk Gottes im normalen Weltgeschehen verstanden werden.

[4] Der erste Schritt.
Die Kirche sollte pneumatologisch als Bewegung des Geistes auf die Welt hin verstanden werden. Wenn wir die Kirche als ›Gemeinschaft des Heiligen Geistes‹ verstehen, dann sprechen wir von einer missionarischen Kirche, da der Geist den ersten Schritt Gottes in Richtung von uns Menschen darstellt.

[5] Gerechtigkeit.
Kirchen sollten so organisiert sein, dass sie der Gesellschaft dienen und den Gläubigen nicht aus dem Weltgeschehen heraustrennen. Ihr Leben und Wirken ist eng mit Gottes Heilsplan für die gesamte Welt verbunden. Aus diesem Grund plädiert Snyder für ›Reich-Gottes-Leute‹ im Gegensatz zu ›Gemeindeleuten‹:

»Reich-Gottes-Leute kümmern sich zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, während Gemeindeleute dazu tendieren Gemeindeangelegenheiten über Belange der Gerechtigkeit, Gnade und Wahrheit zu stellen. Gemeindeleute machen sich darüber Gedanken wie sie Leute in die Gemeinde bringen können, Reich-Gottes-Leute denken darüber nach wie sie die Gemeinde in die Welt bekommen. Gemeindeleute machen sich sorgen dass die Welt die Gemeinde verändern könnte, während Reich-Gottes-Leute daran arbeiten zu sehen wie Gemeinde die Welt verändert.«

[Howard Snyder, Liberating the church. Frei übersetzt nach David J. Bosch, Transforming Mission, 378.]

[6] Gute Nachrichten.
Wegen ihrer grundlegenden Verbindung mit der Welt kann die Kirche nie wie ein ängstlicher Grenzwächter agieren, sondern immer gute Nachrichten weitergeben. Es ist ein Privileg ein solches missionarisches Leben zu leben.

Ich verstehe diese sechs Punkte von Bosch als ein Plädoyer für ein demütiges Gemeindeverständnis. Gemeinde die auf vielerlei Weisen mit ihrer Umgebung interagiert und dabei bewusst an Gottes Heilshandeln partizipiert. Keine ängstliche Abgrenzung sondern eine bewusste Öffnung im Einsatz für Gerechtigkeit. Also nicht Gemeinde um der Gemeinde Willen, sondern wie schon Bach so schön schrieb: SDG! soli deo gloria.

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Männer

Ein sehr guter Artikel zu der Rollenfrage im Bezug auf Familie, Beruf und was da gerade noch so alles diskutiert wird: Männer! von Iris Radisch.

»Aber genauso dringend brauchen Mütter und Väter heute Familienzeit, die diesen Namen verdient. Sie brauchen eine neue innovationsfähige, kinderfreundliche Arbeitskultur, frei von unnötigen Präsenzritualen und eingefahrenen Abläufen.«

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