Archiv für April 2007

Schweineleben

Montag, 30. April 2007

Hast du Lust in der Grillsaison eine kleine Video-Doku über das Leben von Schweinen anzuschauen? Ich empfehle das denjenigen von euch, die gute Nerven haben: Leben wie ein Schwein.

Die eine Taufe

Montag, 30. April 2007

Gestern Abend in den Nachrichten davon gehört, dass 11 der 16 Kirchen des Arbeitskreises Christliche Kirchen (kurz ACK) eine Erklärung unterzeichnet haben, nach der sie sich gegenseitig ihre Taufe anerkennen. Diese Nachricht freut mich sehr, da sie meiner Ansicht nach eine gute Bewegung innerhalb der Ökumene darstellt. Einige Stunden vor den Nachrichten hatte ich aus einem Papier des Zweiten Vatikanischen Konzils einen Satz zitiert, in dem sich die römisch-katholische Kirche zu ihren protestantischen Schwestern und Brüdern äußert:

»Nichtsdestoweniger sind sie durch den Glauben in der Taufe gerechtfertigt und Christus eingegliedert, darum gebührt ihnen der Ehrenname des Christen, und mit Recht werden sie von den Söhnen der katholischen Kirche als Brüder im Herrn anerkannt.«
Unitatis Redintegratio, Paragraph 3.

Für die damalige Zeit war das bereits ein revolutionärer Gedanke, diejenigen die noch zuvor mit Begriffen wie ›Häretiker‹ oder anderen Nettigkeiten bezeichnet wurden, werden nun als Schwestern und Brüder angesehen. Dies bedeutete auch, dass man im Bereich der Evangelischen Kirche nicht mehr missionieren musste, waren sie doch in ihrer Kirche schon Christen und damit Verwandte.

Am letzten Wochenende gingen dann Vertreter einiger Kirchen einen Schritt weiter und erkennen nun ihre Taufe gegenseitig an, deswegen auch der Titel des Beitrags »Die eine Taufe«, was der Einen oder dem Anderen bereits bekannt vorkommt. Nun ist das sicher noch nicht der Meilenstein schlechthin, jedoch könnte dies, wie Kardinal Lehmann andeutete auch dazu führen dass in der Frage des Abendmahls weiter gedacht wird. Und sicherlich ist da auch noch das ein oder andere Gespräch mit den Kirchen nötig, die sehr großen Wert auf die Taufe legen und deshalb die Erklärung nicht unterzeichneten.

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ACK: Wechselseitige Anerkennung der Taufe.
EKD: Kirchen erkennen Taufen wechselseitig an.

MXPX in der Röhre, Stuttgart

Mittwoch, 25. April 2007

Mike Herrera | MXPXWie ich bereits mehrfach erwähnt hatte, war ich gestern Abend mit Philipp in der Röhre um MXPX live zu erleben – und das hat sehr viel Spass gemacht.

MXPX ist so etwas wie die Band zu meinem Leben. Seit 1994 begleitet mich ihre Musik an den unterschiedlichsten Orten in allen möglichen Situationen. Ich erinnere mich noch an die ersten Autofahrten in meinem blauen Golf mit offenem Schiebedach und ›Pokinatcha‹ in voller Lautstärke. Die Vinyl-Singles in unterschiedlichsten Farben. Nach einer gescheiterten Liebe ›GSF‹ zu hören und aus vollem Herzen »forget this thing called love, it‘s a waste of time« zu singen. Dennoch immer wieder ›wantad‹ einzulegen und von einem Mädel zu träumen das mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Noch im Hause meiner Eltern wohnend bis zum Hals in ›teenage politics‹ verstrickt zu sein und mit Edding MXPX auf die Tapete zu schreiben. [Mit Rücksicht auf dich, den Leser überspringe ich nun mal ein paar Jahre.] Irgendwann mit Julia, meiner Prinzessin, in die Berge zum Boarden zu fahren während ›before everything and after‹ den weinroten Golf beschallt. Und nicht zuletzt zum 100. Mal mit Josia das Video zu ›I‘m OK, You‘re OK‹ anzuschauen und zu hören wie er »cool« sagt.

Mit all diesen Erinnerungen, die in mir schlummern stand ich nun gestern Abend in der Röhre und genoss MXPX in vollen Zügen. Einer unter vielen zu sein, an den sich die Band heute schon nicht mehr erinnert und mich dennoch zutiefst mit ihnen verbunden zu fühlen, das Gefühl zu haben eine Menge mit ihnen erlebt zu haben, zu teilen, sie zu kennen und von ihnen gekannt zu werden [schließlich waren sie ja immer dabei].

Sie spielten quer durch ihre und meine Geschichte. Ich kannte jeden Song, fast alle Texte. So genoss ich im hier und jetzt und badete gleichzeitig in einem Meer von Erinnerungen. Die besonderen Höhepunkte waren für mich die Variationen die sie ihren Songs verpassten. So zum Beispiel ein angenehm jazzig-leichtes Instrumental während ›Chick-Magnet‹. Des weiteren genoss ich ihre Leichtigkeit und den Spass den sie an ihrer Musik und dem Konzert zu haben schienen.

Bevor das hier noch ausartet möchte ich noch sagen, dass The American Black Lung, die das Konzert eröffneten, auch sehr meinem Geschmack entsprachen mit ihrer an alte Tage erinnernden Mischung aus Metal und Punk.

Sehr nett war es auch einige Bekannte zu treffen denen man nicht alle Tage begegnet. Grüße.

PunkRawkShow

Dienstag, 24. April 2007

Ich mach mich jetzt auf den Weg zur PunkRawkShow von MXPX nachher in der Röhre. Wenn du Lust hast kannst du hier einen neuen MXPX-Song anhören.

dezentral

Montag, 23. April 2007

Gerade über das Apostelkonzil gelesen und dabei darüber nachgedacht, dass das ›Christentum‹ dezentral ist. Welche Instanz könnte heute ähnliche Fragen klären? Vielleicht sollten wir aufwachen und die Illusion eines zentralisierten Christentums [auch wenn wir das nur für uns vor Ort so empfinden] verabschieden. Und vielleicht braucht es dann auch keine Vergleiche mehr mit irgendwelchen Terrororganisationen…

Twitter

Mittwoch, 18. April 2007

Nachdem ich gestern einen inspirierenden Chat zu meinen Master-Gedanken hatte, habe ich mich gefragt weshalb sich bisher hauptsächlich Web2.0Leute via Twitter inspirieren. Daraufhin habe ich mir dort einen Account besorgt und warte nun ab, ob es da noch weitere Theologen und sonstige interessante Menschen gibt, mit denen es dadurch zu einem inspirierenden Austausch kommt.

Symposium: Kirche in der Postmoderne

Dienstag, 17. April 2007

Gestern Abend bei Peter gesehen, dass vom 18.-20. Oktober in Greifswald ein internationales Symposium zum Thema ›Kirche in der Postmoderne‹ stattfinden wird. Hier gehts zum Flyer.

Erneuerung und Mission

Montag, 16. April 2007

Bin gerade dabei meine Gedanken im Bezug auf Interaktion zwischen Theologie und Soziologie wissenschaftlich zu verfassen. Zunächst befasse ich mich mit dem Einfluss der Missionstheologie/Missiologie auf mein Verständnis im Bezug auf eben angesprochene Interaktion. Und während ich so versuche meine Gedanken zu artikulieren bin ich bei Jürgen Moltmann auf interessante Gedanken gestossen, die ich hier einfach zitieren möchte:

„Einer der stärksten Anstöße für die Erneuerung des theologischen Begriffs der Kirche kommt heute aus der Theologie der Mission.“ [S. 21]

„Je mehr Schutzkreis des Christentums in den christlichen Ländern säkularisiert wird und zerfällt, desto mehr müssen sich die Kirchen auch in diesen Ländern auf die missionarische Initiative und auf ihre besondere Sendung besinnen. Sie können sich nicht länger als Agenturen des europäischen oder des amerikanischen Christentums verstehen, sondern müssen ihren Missionsauftrag im eigenen Land entdecken und mit ihm die besondere Gestalt der Kirche in ihren Kulturen sichtbar machen. Das ist im Grund die Herausforderung der neuzeitlichen »Trennung von Kirche und Staat« in den modernen europäischen Verfassungen.

Gibt es keine »Staatskirche« mehr, dann muss die Kirche ihre Geschichte selbständig gestalten. Gibt es die »Volkskirche« nicht mehr als lebendige Wirklichkeit, dann muss das »Volk Gottes« sich in eigener Gestalt dem Volk präsentieren. Je mehr das »christliche Abendland« kulturell und geographisch aufgelöst wird, desto mehr wird sich die Kirche im Welthorizont verstehen. Sie kann sich nicht länger nur im Rahmen der europäischen Geschichte begreifen. Sie muss sich und ihren Auftrag im Rahmen der Weltgeschichte darstellen. Diese Darstellung kann nur eine missionarische sein.“ [S. 21]

„Die missionarische Kirche im Welthorizont theologisch zu begreifen, heißt sie im Horizont der Missio Dei zu verstehen. Sendung umfaßt das Ganze der Kirche, nicht nur Teile in ihr, oder gar nur von ihr ausgesandte Glieder. Die Verkündigung des Evangeliums vom anbrechenden Reich ist der erste und wichtigste Faktor der Sendung Jesu, der Sendung des Geistes und der Sendung der Kirche, aber nicht der einzige. Mission umfaßt alle Tätigkeiten, die der Befreiung des Menschen aus seiner Knechtschaft in der Gegenwart des kommenden Gottes dienen, von der ökonomischen Not bis zur Gottverlassenheit. Evangelisation ist Mission, aber Mission ist nicht nur Evangelisation.“ [S. 24]

„Versteht die Kirche ihre Sendung im Rahmen der Sendung des Sohnes und des Heiligen Geistes vom Vater, dann versteht sie sich selbst auch im Rahmen der Geschichte Gottes mit der Welt und entdeckt in dieser Geschichte ihren Ort und ihre Funktion. Die neuere katholische und evangelische Missionstheologie spricht darum mit Recht von der Missio Dei, einer Bewegung aus Gott, in der die Kirche entsteht und zu ihrer eigenen Bewegung kommt, die aber über die Kirche hinausgreift und in der Vollendung der Schöpfung in Gott zum Ziel kommt.“ [S. 24]

„Daraus folgt, daß die Kirche ihre Weltmission in der trinitarischen Geschichte Gottes mit der Welt versteht. Sie ist mit allen ihren Tätigkeiten und Leiden ein Faktor in der Geschichte des Reiches Gottes. Nicht um ihre eigene Ausbreitung, sondern um die Ausbreitung des Reiches geht es. Nicht ihre eigene Herrlichkeit, sondern die Verherrlichung des Vaters durch den Sohn im Heiligen Geist ist ihr Ziel. Der missionarische Begriff der Kirche führt zu einer in der Sendung Gottes weltoffenen Kirche, weil er zu einem trinitarischen Verständnis der Kirche in der Geschichte Gottes mit der Welt führt.“
[Jürgen Moltmann, Kirche in der Kraft des Geistes, 24.]

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Notiz zur derzeitigen Blogfrequenz:
Im Moment ist es mehr als ruhig hier, was vor allem daran liegt, dass ich sehr viel Zeit vor meinem Rechner damit verbringe meine Gedanken wissenschaftlich darzulegen, so dass meine Master-Thesis Gestalt bekommt. Bei diesem ganzen Denken und Tippen habe ich manchmal nicht mehr so viel Motivation hier auch noch gute Einträge zu schreiben – ich hoffe du kannst das verstehen – vielleicht siehst du das ja auch im Zusammenhang mit dem Stichwort »nachhaltig bloggen« das ich in letzter Zeit ab und an gelesen habe. Ideen für Einträge habe ich immer noch mehr als genug, von daher wird dieses Blog nicht sterben.

Ministersessel

Freitag, 13. April 2007

Vielleicht ist dieser in Baden-Württemberg bald frei – ich würde dies begrüßen. Die Rede die Günther Oettinger anlässlich der Trauerfeier für Hans Filbinger hielt scheint meiner Ansicht nach Grund genug zu sein. [mehr dazu]

MXPX

Mittwoch, 11. April 2007

Am 24. werde ich mit ein paar Freunden nach Stuttgart fahren um ein Konzert von Zebrahead und MXPX in der Röhre zu geniessen.