Das V-Wort

Bei dem V-Wort handelt es sich um das Wort ›Verzicht‹ welches scheinbar von niemandem gerne gesehen wird. Vor allem dann nicht, wenn es sich auf die eigenen Gewohnheiten bezieht. Die Zeit schreibt über die Notwendigkeit des Verzichts im Zusammenhang mit Klimaschutz. Auch wenn Energieeffizienz zur Zeit als Allheilmittel propagiert wird, so sei Verzicht von Nöten, da dieser zu weit größeren Einsparungen führen könne. An diversen Beispielen wird das Paradox der Energieeffizienz aufgezeigt, die im Endeffekt zu mehr Energieverbrauch führen könnte, da z.B. größere, leistungsfähigere und dadurch schwerere Autos gefahren werden, die dazu noch mit Klimaanlagen ausgestattet sind. Auch wenn diese effizienter sind, so verbrauchen sie dennoch mehr Energie als Modelle die weniger Gewicht auf die Waage bringen usw.

Kürzlich begegnete mir dann noch eine Reportage auf Arte in der Touristen interviewt wurden. Es ging hier ebenfalls um den Klimawandel und die Frage nach verantwortlichem Flugverhalten. Interessanterweise wurden gerade solche Touristen interviewt, die mehrmals jährlich, vor allem mit Billigfliegern durch die Welt reisen. Redaktionell sicher gewollt, kamen dann schließlich vor allem solche Menschen zu Wort, die sich für eine Weiterentwicklung der Technik zur Energieeinsparung aussprachen (und beteuerten, dass sie bereit wären mehr zu zahlen – wenn es die Billigangebote nicht mehr gäbe), eine Änderung des Flugverhaltens jedoch außer Acht ließen.

Und so frage ich mich – wo kann und sollte ich verzichten um verantwortlich zu leben?
Eine zweite Frage – wo dient mir die Energieeffizienz als Ausrede?

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kulturbedingt

Immer wieder wird Kritik an der emergingChurch-Bewegung und anderen Menschen laut, die sich auf die Suche nach einer Theologie machen, die ihnen in ihrer Zeit die Nachfolge ermöglicht. So las ich erst kürzlich, dass die emergingChurch-Bewegung die Wahrheitsfrage aufgegeben hätte. Sofern ich mein Umfeld und meine eigenen Bestrebungen richtig interpretiere, dann wird kaum eine Frage so heftig diskutiert und bedacht wie die Frage nach der Wahrheit – vielleicht, und das scheint mir der Stein des Anstosses zu sein – auf eine andere Weise, wie dies die Kritisierenden tun.

Bei N.T. Wright bin ich auf zwei Gedanken gestossen, die dieser im Zusammenhang mit der Aufklärung und dem Widerstand unter manchen Christen thematisierte. Zunächst ein Gedanke zu dem was die Kritiker zu verteidigen meinen:

»Christen gingen häufig davon aus, dass sie das Christentum verteidigten, indem sie den Angriffen der Aufklärung widerstanden; es besteht jedoch die Möglichkeit anzunehmen, dass das was die Vertreter der so genannten Orthodoxie verteidigten eine Weltsicht aus der Zeit vor der Aufklärung war, die nicht ›christlicher‹ war als jede andere.«

[freie Übersetzung aus N.T. Wright, The New Testament And The People Of God, 9.]

In diesem Zusammenhang scheint es mir wichtig zu sein, dass alle Seiten sich die Kulturbedingtheit ihrer Weltsicht bewusst machen. Geht eine Seite davon aus die richtige und einzig mögliche Interpretation zu haben, wird es immer zu Konflikten kommen. Und meiner Ansicht nach täuscht man sich damit über das tatsächlich Vorliegende hinweg und lebt in einer Fantasie. Diese Annahme führt dann meines Erachtens zu einer Haltung, die die Chance in einem kulturellen Umbruch erkennt und diesen [wie die englisch Sprechenden sagen würden] umarmt:

»Obwohl die Aufklärung unter anderem mit der Kritik des orthodoxen Christentums begann, bestand die Möglichkeit das Christentum zur tatsächlichen Geschichte zurück zu rufen und ihm dabei seine notwendigen Wurzeln bewusst zu machen, was auch auf vielerlei Weise geschah.«

[freie Übersetzung aus N.T. Wright, The New Testament And The People Of God, 10.]

Es liegt eine Chance darin den kulturellen Umbruch, neue Fragestellungen usw. anzunehmen, da dies einige der eigenen Betriebsblindheit aufdecken könnte und dadurch eine bessere Sicht auf das Betrachtete freigibt.

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Das normale Familienleben

Josia | iPod Junior Da unsere familiäre Situation es erlaubt verbringe ich im Moment etwas mehr Zeit mit Josia, dem Boi, als dies in normalen Wochen der Fall ist. So fällt mir gerade immer mehr auf, wie krass es ist das Leben eines jungen Menschen mitzuerleben. Ein paar nette Situationen möchte ich heute mit dir teilen.

Wie das Bild unschwer zeigt, steht unser Sohnemann auf technische Geräte. Eines Tages setzte er sich zu mir an den Arbeitsplatz und wollte sich mit meinem Computer beschäftigen, da ich jedoch der Meinung war in dem Moment nicht auf das Hoheitsrecht an meinem Rechner verzichten zu können bot ich ihm den iPod-Shuffle an. Kurzerhand mit den Lautsprechern verbunden bereitete er dem Boi schnell Freude. Was ich jedoch nicht beachtet hatte zeigte sich in den folgenden Tagen. Ihm war scheinbar nicht entgangen wie man den iPod mit einem Lautsprecher verband – und so wollte er es dann immer öfter auch mit der heimischen Stereoanlage tun. Eine Freundin bemerkte daraufhin, dass es schon super sei dass er die Verbindung herstellen könne, jedoch fehle es ihm bisweilen noch an der Fähigkeit wirklich Musik damit zu hören – an- und ausschalten, Verbindung herstellen und trennen waren zu attraktiv um einfach nur Musik zu hören…

An dieser Stelle soll auch nicht verschwiegen werden, dass Josia, während seine Schwester lernte Muttermilch aufzunehmen, eine Versuchsreihe mit CDs und einem Mac anstellte. Diese Versuchsreihe führte nach mehreren Anhörsekunden zur Erkenntnis dass iTunes auch dazu in der Lage ist CDs zu importieren und – wäre ein Account aktiviert – im Musicstore auch Musik für den jungen Hörer bereit steht.

Seine sprachlichen Fähigkeiten stellt er ab und an in erstaunlichen Zusammenhängen unter Beweis. Die Eltern, leicht ungeduldig, möchten unbedingt, dass er sein Spiel für triviales wie Zähne putzen oder Essen unterbricht, darauf sagt er ruhig: »Moment bitte.« und widmet sich weiter seinem Spiel.

Beim allabendlichen Bilderbuch-Ritual fällt ihm ein, dass ein Schluck Wasser jetzt sehr angenehm wäre, was er mit einer Handbewegung und dem Wort »ding-gen« ausdrückt. Als er realisiert, dass der Eltere nicht in der Lage ist die Flasche zu beschaffen sagt er: »Papa kann nicht, Josia kann.« steht auf und holt die Flasche. Natürlich muss diese geöffnet werden was jedoch anders als das Beschaffen dem Elteren leichter fällt und logischerweise mit »Josia kann nicht, Papa kann« kommentiert wird, während dem Elteren die Flasche unter die Nase gehalten wird.

Seit die Oma hier zu Gast war, und ihm beim Einschlafen schöne Lieder vorsang, ist dies auch für den Elteren Pflicht. Zunächst ist dieser jedoch nicht sehr einfallsreich und stimmt genau das Lied an welches Oma am Abend zuvor gesungen hatte – Kommentar: »Oma Lied«. Langsam verstand der Eltere, dass dieser Kommentar bedeute ein anderes zu singen, die Überlegungen begleitet der Eltere mit »hm«, was der Jüngere aufnimmt und nun allabendlich zu einem »anderes Lied… hm …« verbindet.

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Maischberger: Aufstand der Ungläubigen

Gestern Abend blieb ich nach den Nachrichten noch etwas auf dem Sofa sitzen und sah Menschen bei Maischberger zum Thema: Aufstand der Ungläubigen: Keine Macht für Gott! Aufstand der Ungläubigen beschrieb, wenn ich mir die Gesprächsrunde am Tag danach durch den Kopf gehen lasse, ziemlich genau das Verhalten der Anwesenden Atheisten.

Mit wortreichen Beiträgen versuchten sie immer wieder die Gesprächsrunde auf das Thema Atheismus zu bringen und Glauben, Gläubige und Religionen an sich in ein schlechtes Licht zu rücken. Dabei fiel vor allem Michael Schmidt-Salomon, der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung auf. Als kämpferischer Atheist vorgestellt, sprach er stets mit dem Pathos des Überlegenen. Es schien ihm nicht leicht zu fallen die anderen Gesprächspartner ausreden zu lassen, genauso wie es ihm nicht gelang den von ihm wohl geschätzten Wert der Toleranz gegenüber den Anwesenden Gläubigen zum Ausdruck zu bringen. Interessant zu beobachten wie er kein Klischee auslassen wollte.

Der zweite Atheist, der vertreten war, Paul Schulz, ein verbitterter Ex-Pastor – ging das Gespräch wesentlich sachlicher an und versuchte auf philosophischer Ebene über die Unvernunft des Glaubens die in der Fremdbestimmtheit besteht zu belegen. Sein Nebensitzer Bischof Gebhard Fürst nahm die Vorlagen von Schulz gerne auf und konnte auf philosophischem Niveau sehr gut mitreden.

Meiner Ansicht nach hat Fürst in diesem Gespräch die beste Figur gemacht. Er legte meiner Ansicht nach sowohl philosophisch als auch existenziell Zeugnis seines Glaubens ab und war darin sehr glaubwürdig. Bischof Fürst und Gabriele Kuby waren meiner Ansicht nach die angenehmsten Teilnehmer in der Gesprächsrunde. Sie bemühten sich ihr Gegenüber ausreden zu lassen, gaben ihrer Toleranz Ausdruck und zeigten sich dialogbereit, ohne dabei ihren Glauben und ihren Standpunkt beliebig erscheinen zu lassen.

Witta Pohl hätte wahrscheinlich einen angenehmeren Abend zu Hause vor dem Fernseher gehabt und Asiye Köhler verstrickte sich mit ihren mehr als wortreichen Beiträgen immer mehr in Widersprüche.

WIe bereits oben angedeutet scheint der Titel: Aufstand der Ungläubigen für die Sendung sehr treffend gewesen zu sein, da es mitunter heiß herging. Die Dynamik des Gesprächs nahm gegen Ende deutlich zu und führte zu einem Statement von Sandra Maischberger indem sie den Anwesenden eine emotionale Erregung im Bezug auf dieses Thema bescheinigte und die Sendung aufgrund des Zeitplanes abbrechen musste. Für mich kam es in der Sendung nicht über den Aufstand der Ungläubigen hinaus, da meiner Ansicht nach Kuby und Fürst als Vertreter der Glaubenden die bessere Figur abgaben.

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Theologie und Bibel

In einem älteren Beitrag zu meinem Theologieverständnis wurden einige auf die Gleichstellung der Erkenntnis durch die Schrift mit den anderen Erkenntniswegen aufmerksam. Heute habe ich erneut darüber nachgedacht – ausgehend von folgendem Zitat aus Hans Küngs ›Theologie im Aufbruch‹:

»Mitte der Schrift, die christliche Botschaft, das Evangelium ist in Person er selber – der von der ersten Christengemeinde als der Christus erfahrene und im Neuen Testament ursprünglich bezeugte lebendige Jesus, wie er steht für Gott und Mensch.

Und deshalb ist und bleibt für Christen das – heute historisch-kritisch zu interpretierende – ursprüngliche Zeugnis von diesem Christus, also das Neue Testament, die normierende Norm (»norma normans«) für alle nachbiblische Tradition; dieser kann (besonders in den verbindlichen gesamtkirchlichen Äußerungen) gewiß ebenfalls normativer Charakter zukommen, aber von ihrer Natur her eben nur in abgeleiteter Weise: als vom Evangelium selber normierte Norm (»norma normata«).«

[Hans Küng, Theologie im Aufbruch, 151.]

Genau diesen Fokus auf Jesus Christus und mit ihm auf den Dreieinigen Gott scheint mir von größter Bedeutung, wenn wir nicht einen Erkenntnisweg über die anderen stellen und damit eine gewisse Blindheit gegenüber den anderen in Kauf nehmen. Die Bibel ist in dieser Weise bedeutender, meiner Ansicht nach jedoch ohne die anderen Wege nicht zu verstehen…

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flickr zensiert

Zensur, nein Danke.
Die Lokalisierung, wie sie genannt wird, hat für die Nutzer von flickr in Deutschland die Konsequenz, dass sie neben komisch anmutenden Übersetzungen nun den Zugang zu einer Reihe von Bilder verloren haben. Die Aktfotos die davon betroffen sind, stören mich nicht so sehr, vielmehr scheint hier einer Willkür der Zensur Tür und Tor geöffnet worden zu sein. Hier gibt es einen Interessanten Eintrag zu weiteren Möglichkeiten der Zensur zu lesen. Unter anderem wird in Erwägung gezogen, dass dadurch die Möglichkeit entstehen könnte Bilder zu zensieren, die der jeweiligen Regierung unangenehm sind. Sehr Schade, dass ein von mir geliebter Web2.0-Dienst, wohl durch die Übernahme durch Yahoo den Kontakt zur Community verloren hat, die davor sehr gelobt und als wichtig angesehen wurde.

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Adjektiv vs. Nomen

Im letzten Beitrag über die kleinen Vereine kam ich in Andeutungen auf die Sache mit der „christlichen Subkultur“ zu sprechen. Darüber hinaus hatte ich in den Kommentaren angedeutet, dass ich der Verwendung des Begriffs ›Christ‹ – wenn damit auf Personen verwiesen wird – wesentlich aufgeschlossener gegenüber stehe. Rob Bell spricht in seinem Buch ›Velvet Elvis‹ über das Etikett ›christlich‹ und seine Verbindungen damit. In einigen Zitaten daraus möchte ich ihn hierzu zu Wort kommen lassen.

Die folgenden Aussagen könnte man vielleicht unter dem Motto »Christ ist ein tolles Nomen, christlich ein kümmerliches Adjektiv!« zusammenfassen:

»Es ist gefährlich, irgendetwas als „christlich“ zu etikettieren. Zuerst tauchte das Wort als Nomen in der Bibel auf. Die ersten Anhänger Jesu wurden als Christen bezeichnet, weil sie sich selbst dem lebendigen Weg des Messias verschrieben hatten, für den sie Jesus hielten.

Nomen. „Christ“. Eine Person. Eine Person, die Jesus folgt. Eine Person, die in Einklang lebt mit der letztgültigen Wirklichkeit, mit Gott. Eine Lebensweise die sich nach einer lebendigen Person ausrichtet.

Das Problem dabei, ein Nomen in ein Adjektiv zu verwandeln und es anderen Wörtern anzuheften, liegt darin, dass dadurch Begriffsklassen geschaffen werden können, die die Wahrheit eingrenzen. Damit meine ich: Irgendetwas kann das Etikett „christlich“ bekommen, auch wenn es nicht wahr oder gut ist.«
[Rob Bell, Jesus unplugged, 79f.]

Er geht weiter darauf ein, dass ein Christ keinen ›weltlichen Job‹ haben kann. Zunächst sagt er dazu, dass ein Christ alles was er tut mit Leidenschaft und Hingabe tun soll, da alles was er tut heilig ist. Dies hängt für ihn eng damit zusammen, dass ein Christ sein komplettes Leben aus der Beziehung mit Gott gestaltet. Dazu ein kurzer Abschnitt aus dem Brief an die Kolosser:

»Ihr seid von Gott erwählt, der euch liebt und zu seinem heiligen Volk gemacht hat. Darum zieht nun wie eine neue Bekleidung alles an, was den neuen Menschen ausmacht: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Milde, Geduld. Ertragt einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat. Und über das alles zieht die Liebe an, die alles andere in sich umfasst. Sie ist das Band, das euch zu vollkommener Einheit zusammenschließt. Der Frieden, den Christus schenkt, muss euer ganzes Denken und Tun bestimmen. In diesen Frieden hat Gott euch alle miteinander gerufen; ihr seid ja durch Christus ein Leib. Werdet dankbar! Gebt dem Wort Raum, in dem Christus bei euch gegenwärtig ist. Lasst es seinen ganzen Reichtum unter euch entfalten. Unterweist und ermahnt einander mit aller Weisheit. Singt Gott von ganzem Herzen Psalmen, Hymnen, Loblieder, wie seine Gnade sie schenkt und sein Geist sie euch eingibt. Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn, gehört. Euer ganzes Leben soll ein einziger Dank sein, den ihr Gott, dem Vater, durch Jesus Christus darbringt.«
[Kolosser 3,12-17]

Mir gefallen darüber hinaus auch seine Gedanken zum Engagement von Christen. Auf die Frage weshalb sie in der Gemeinde zu der Rob gehört Künstler nicht fördern, was am Fehlen von Theaterstücken in Gottesdiensten fest gemacht wird, antwortet er folgendes:

»Ich glaube nicht, dass etwas in einem Gottesdienst stattfinden muss, um „für Gott“ zu sein. Als wenn man „für Gott“ nur im Gottesdienst auftreten könnte . Eine Gemeinde besteht aus Menschen die lernen, wie man zu einer bestimmten Art von Menschen wird, egal, wo sie sich befinden. Was immer sie auch tun, sie tun es „im Namen des Herrn Jesus“. Das Ziel ist nicht, die Arbeit jedes einzelnen in die Kirche zu holen; Ziel ist, dass die Kirche aus diesen einzigartigen Menschen besteht, die dort etwas verwandeln, wo sie leben und arbeiten und spielen, weil sie wissen, dass die ganze Welt voll ist von der Herrlichkeit Gottes. Gott ist nicht nur in einem Gebäude.«
[Rob Bell, Jesus unplugged, 82.]

In dieser Aussage kommt meiner Ansicht nach etwas zum Vorschein, dass manche als Reich-Gottes-Perspektive bezeichnen würden. Unsere Sendung als Christen ist es demnach nicht in erster Linie „Gemeinde zu bauen“, sondern am Handeln Gottes zu partizipieren. Diese Partizipation kann sicher in Gemeinde stattfinden, ist jedoch viel weiter und passiert in unserem ganz normalen Alltag:

»Die Etiketten versagen also, ganz gleich, wie sinnvoll sie von Zeit zu Zeit sind, denn so ist das Leben, das Jesus bietet: ein Leben das von Menschen gelebt wird, die ihr ganzes Leben danach ausrichten, dem, was Jesus sagte, möglichst nahe zu kommen.«
[Rob Bell, Jesus unplugged, 82.]

Hinsichtlich der Tendenz eine eigene „christliche Subkultur“ zu brauchen um sich von der „bösen/gefallenen Welt“ zu schützen artikuliert Rob ebenfalls einige klare Gedanken. Ich erinnere mich an die Frage von Eltern, die gerne ein „christliches“ Pendant zur Lieblingsband ihrer Sprösslinge genannt haben wollten. Dadurch sahen sie einen positiven Einfluss gewährleistet. Dies kann bisweilen auch so sein, was ich sehr hoffe [vgl. das Zitat aus dem Brief an die Kolosser], befreit uns jedoch nicht davor zu prüfen…

»Wenn wir Dinge mit dem Etikett „christlich“ versehen, besteht die Gefahr, dass wir blind etwas konsumieren, das uns als sicher und akzeptabel angeboten wurde. Wenn wir die Antennen der eigenen Urteilskraft einfahren, können gefährliche Dinge passieren. Wir müssen alles prüfen. Ich freue mich über die vielen Christen, die kreativ sind und schreiben, Filme machen oder singen. Jeder der – wo auch immer – alles daran setzt, Menschen auf die tiefere Wirklichkeit Gottes hinzuweisen, tut etwas Schönes. Doch diese Schriftsteller und Künstler, Denker und Sänger würden Ihnen alle raten, ausgiebig und tief über das nachzudenken, was sie da sagen und tun und schaffen. Testen sie es. Stellen sie alles auf den Prüfstand.«
[Rob Bell, Jesus unplugged, 82.]

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Ich mag das Buch sehr und geniesse es zur Zeit mit einigen aus der Kubik-Gemeinschaft gemeinsam zu lesen. Im Gespräch über Robs Gedanken prüfen wir auch seine Gedanken und behalten hoffentlich das Gute und werden inspiriert.

Jesus unplugged
“Jesus unplugged” (Rob Bell)

Velvet Elvis
“Velvet Elvis: Repainting the Christian Faith” (Rob Bell)

Was mich nachdenklich macht ist, weshalb ein Buch das im Original wunderschön ist durch die Übersetzung und Herausgabe in Deutschland die komplette Schönheit verliert.

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Mein eigener kleiner Verein

Vereinsmeierei scheint unter Christen weit verbreitet zu sein lautet die These dieses Beitrags. In den letzten Tagen stolperte ich über die Aussage, dass es nicht angebracht ist für alles einen eigenen Verein zu gründen, wenn es bereits Vereine gibt die sich dem Bereich annehmen, zu dem man sich hingezogen fühlt. Diese Aussage kann ich nur unterstützen.

Es scheint mit dennoch so zu sein als sei es, gerade unter Christen und besonders unter solchen die sich als Evangelikale bezeichnen, ein weit verbreitetes Phänomen. Egal in welche Richtung ich meinen Kopf drehe bemerke ich solche Vereine. Auf der einen Seite ist die so genannte christliche Musikszene, auf einer anderen versucht sich eine christliche Partei zu etablieren. Neben Schulen und Kindergärten gibt es Hotelverbände und Unternehmen. Alle diese Einrichtungen haben ihre Begründung und sicherlich auch ihren Nutzen. Allerdings beschleicht mich dabei immer wieder das Gefühl der Absonderung – vielleicht durch eine weltabgeneigte Handlung begründet.

Dann gibt es in manchen Bereichen noch interessantere Vereine, die sich aus dem Gedanken entwickelten, dass der ursprüngliche Verein nicht mehr in der Wahrheit ist und man diese besser in einem eigenen Verein vertreten könnte – so meiner Ansicht nach die Entstehung der Lausanner Bewegung in Abgrenzung zum Ökumenischen Rat der Kirchen und dessen Weltmissionskonferenzen. Wahrscheinlich ist es auch vor allem das, was mich daran stört.

Lustig finde ich in diesem Zusammenhang auch eine ganze Reihe von christlichen Blognetzwerken, HisSpace und GodTube. Einen kleinen eigenen Verein zu haben scheint sehr verlockend zu sein. Anstatt jedoch Salz und Licht zu sein, scheint das Wort christlich in diesem Zusammenhang mehr und mehr mit Zersplitterung und Absonderung verbunden zu sein als mit Liebe und Verbindung.

Dieser Beitrag ist wahrscheinlich so eckig wie schon lange keiner mehr auf diesem Blog. In den letzten Tagen dachte ich jedoch über diese Sachen einiges nach und wollte hier einfach mal ohne alles bis ins letzte ausgewogen darzustellen diesen Gedanken freien Lauf lassen.

Vielleicht animieren sie mich und die eine oder den anderen Leser zu verbindenden Schritten…

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