Archiv für Juli 2007

Politik in schön

Montag, 30. Juli 2007

Nachdem wir heute Abend eine ganze Reihe politischer Gespräche hatten, fiel mir eben ein Artikel auf Zeit-Online auf, der dem grünen OB einer meiner Lieblingsstädte gewidmet ist. Boris Palmer seines Zeichens OB von Tübingen hat scheinbar an einer sehr angenehmen Art „Gegendemonstration“ mitgewirkt:

Am vergangenen Wochenende hat Palmer es fertiggebracht, einen Aufmarsch der NPD in ein antifaschistisches Volksfest zu verwandeln, mit Bläserkonzert, Straßenfußball und »Liegestuhl-Offensive« auf dem Holzmarkt. 10000 Tübinger feierten mit, während inmitten der Menge ein verlorenes Häuflein von 230 Jungnazis, von der Polizei bewacht und sonst von niemandem beachtet, das Ende des Tages herbeisehnte. So schön kann Kommunalpolitik sein.

[Frank Drieschner auf Zeit-Online: Der grüne Star]

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Apropos politische Gespräche:
Aus einem Scherz entwickelte sich bei uns heute Abend ein angeregtes Gespräch über Politik. Der Scherz bestand darin Legosteine mit den einschlägigen Farben so anzuordnen wie man bei der nächsten Wahl seine Stimmen vergeben würde. Sehr interessant das so zu sehen und dann darüber ins Gespräch zu kommen. Hat mir sehr viel Spass gemacht, deswegen Danke an diejenigen die mitgemacht haben und eine Ermutigung an Dich, falls du gerne mal bei einem lockeren Abendessen mit Freunden über Politik reden möchtest.

Im Kino mit den Simpsons

Sonntag, 29. Juli 2007

simpsonsmovie

Heute Abend einen sehr entspannten Abend im Kino gehabt. Der Simpsons-Film hatte seine Schatten vorausgeworfen und es war klar, dass ich ihn sehen wollte. Nachdem Johannes die Initiative ergriffen hatte fanden wir uns heute Abend in der Originalfassung des Films in der Schauburg wieder. Sehr cool.

Eigentlich möchte ich auch gar nicht viel zum Film sagen, ausser, dass ich ihn sehr genossen habe und er wohl der beste Simpsons-Film meines Lebens war – äh, der beste Simpsons-Film meines Lebens bisher… Die Zeit hat auch nette Worte für den Film über. [depone] empfiehlt einen Kinobesuch.

HEY!

Samstag, 28. Juli 2007

Tooth & Nail Records verschenken auf Purevolume gerade einen Sommer Sampler. Lust auf nette Musik? Hier lang.

Ulrich Mühe

Donnerstag, 26. Juli 2007

In Stiller Anteilnahme. Ein Schauspieler der einen Platz in meinem Herzen hat. Er starb am Sonntag nach einem schweren Krebsleiden. Ein Nachruf der Zeit gibt es hier.

MXPX: Secret Weapon

Montag, 23. Juli 2007

Letzte Woche erschien ein neues Album meiner favorisierten PopPunkBand MXPX. Und sie haben sich dafür einen Tag ausgesucht mit dem ich nur das Beste verbinde, den 17.07., also der Tag an dem auch mein Boi Geburtstag feiert. Von daher war ich natürlich in positiver Vorfreude auf das was meine Ohren erreichen würde. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Schneller als erwartet hatte ich den Silberling via iTunes immer bei mir, egal ob ich in der Küche stand um das Geschirr abzuwaschen, im Zug sass oder mich auf dem Weg zur Bibliothek befand. In der Woche vor Erscheinungstermin hörte ich mir alle Songs im VorabStream auf MySpace an bis mein iBook ohne Unterlass kühlte – mit den Abspielgeräten meiner Wahl ist der Sound und somit die Platte jedoch noch sehr viel besser…

MXPX » Secret WeaponDie ersten drei Tracks »Secret Weapon«, »Shut it Down« und »Here‘s to the Life« geben die Gangart des Albums vor und machen Mut zum Leben. Mit diesen ersten Songs wird schnell klar, dass ›Left Coast Punk‹ in dieser Ausgabe wieder stärker von Gitarre, Bass und Schlagzeug als von Orgel geprägt ist. Auch wenn Letztere nicht komplett fehlen, was mich natürlich freut.

»Top of the Charts« und »Punk Rawk Celebrity« bilden für mich eine Einheit, sowohl von der musikalischen als auch von der thematischen Seite. MXPX setzen sich darin scherzend mit der Scheinwelt der Celebrities auseinander. Auch wenn jeder gerne so toll und wichtig wie die Celebrities im TV wäre, bleiben PRCs auf ganzer Linie ein Witz… »You make such a big mess, let‘s just call it success. We all know, it just isn‘t true.«

In »Contention« singt Mike Herrera über Auseinandersetzungen die ihn umzubringen drohen und man kann die Spannung förmlich durch die Boxen fühlen. Die Atmosphäre schlägt schlagartig um wenn er im darauf folgend Song über »Angels« singt die ihn auf seinen Wegen begleiten. Für mich ein wunderbares Bild über die Möglichkeit einer neuen Welt, irgendwann in der Zukunft.

Da Lieder über unglückliche Liebe nicht fehlen dürfen, folgt das melodische »Drowning« über eben dies. Einer dieser Songs die in der S-Bahn peinlich werden können, da man geneigt wäre mitzugrölen, und mancher Tanzschritt auch fehl am Platz sein könnte. »Chop Shop« geht ordentlich nach vorne und hat ähnlich wie »Shut it Down« so genannte GangVocals, die in eben erwähnter Situation besser nicht performed werden sollten.

»You‘re On Fire« enthält eine Menge Bilder, die ich bisher noch nicht weiter durchdacht habe, ein schönes straightes Stück Melodic Punk. Ebenfalls zur Jahreszeit passend und laue Sommernächte zu garnieren geeignet folgt »Bass so Low«. Wenn du gerne traurige Lieder singst, solltest du dies nach »Sad Sad Song« besser ohne die drei Jungs von MXPX tun, die sich eher ihre Ohren abschneiden würden als durch traurige Lieder ebenfalls in einen hoffnungslosen Zustand versetzt zu werden.

Die hoffnungsvolle Weltsicht der Bremertoner Punker wird auch durch »Never Better Than Now« überaus deutlich. Manche würden diese Art zu leben als naiv bezeichnen, mir gefällt die Einstellung einfach mal den weg des geringsten Widerstand zu gehen und sich bewusst zu machen, dass »Biting The Bullet« nicht gut fürs Geschäft ist. Und immer wieder spielen sich Mike am Bass und Tom mit der Gitarre schöne Harmonien zu…hm. Wenn es in »Not Nothing« nicht um eine unglückliche Liebe geht, dann zumindest um viele ungehaltene Versprechen die zu Enttäuschung führten. Bevor das Bonusmaterial der Special Edition anfängt endet der reguläre Silberling mit »Tightly Wound«. Und ich muss sagen bis hierher eine sehr gelungene Platte die melodische Songs mit härteren verbindet, und dabei so abwechselungsreich ist, dass keine Langeweile aufkommt. Da freue ich mich auf viele Stunden MXPX auf den Ohren.

»The Hoo-Ha Jangle« eröffnet das Bonusmaterial der Special Edition und setzt sich auf ähnlich schelmische Weise mit wirtschaftlichem Gebaren auseinender wie dies einige Songs zuvor im Zusammenhang der Celebreties geschah. Mit akustischer Gitarre und Mikes Gesang beginnt »Madcap Scheme« und könnte bei einem entspannten Grillen zur Hymne werden. Auf einem der nächsten Konzerte wird sicher der Eine oder die Andere den Titel des letzten Songs wörtlich nehmen und ihren Körper in die Luft werfen: »Throw Your Body in the Air«.

Bremerton Blend Am Ende wartet ein versteckter Track indem Mike zunächst zur Gitarre, später mit der ganzen Band darüber philosophiert was wohl passieren würde wenn er nur Nonsense von sich gäbe. Dabei singt er auch von tausend Tassen Kaffee, mit denen ich mich sehr gut identifizieren kann – würde meine Master-Thesis nicht in Seiten sondern in Kaffeetassen gerechnet, dann wäre das sicher auch eine ganz beachtliche Zahl. Apropos Kaffee, hatte ich schon erwähnt, dass MXPX ihre eigene Kaffeerösterei haben? Müsste man sich dringend eine Packung ›Left Coast Coffee‹ importieren, am Besten gleich mit passender Tasse…

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Hier gehts zu mxpx.com.
Eine schön gemachte Seite zum Album findest du hier.
Und auch auf MySpace sind sie zu finden.
Im iTunes-Store bekommst du die Platte ohne DRM im Plus-Store.

Umweltschützer

Freitag, 20. Juli 2007

Eben im Mars-Hill-Podcast eine interessante Folge gehört. Rob Bell sagt darin einen Satz, den ich mich auch schon manchmal habe sagen hören: »Wir schützen die Umwelt nicht weil das gerade trendy ist, genauso wenig ist es eine Reaktion auf irgendwelche Studien. Wir schützen die Umwelt, weil Gott es gesagt hat.« Es ist Gottes Idee, seine Welt zu schützen. Ich empfehle den Genuss dieses Podcasts.

Schnüffeln

Donnerstag, 19. Juli 2007

Herr Schäuble möchte gerne wissen was auf unseren Computern so ist und mit wem wir in Kontakt sind – eigentlich wüsste er gerne alles von uns. Die Grünen haben sich einen Spass erlaubt und geben uns die Möglichkeit das Schnüffeln Schäubles mit Humor zu ertragen: hier lang.

Bücher bei Kairos

Dienstag, 17. Juli 2007

Ab heute kannst du dir bei Kairos-Media. zwei Bücher besorgen, die wir dir sehr empfehlen. DoSi hat eine Empfehlung für das wunderbare Listening to the Beliefs of Emerging Churches geschrieben und ich habe mein derzeitiges Lieblingsbuch Velvet Elvis von Rob Bell empfohlen.

Kinderarmut und Kirche

Dienstag, 17. Juli 2007

Am Sonntag Abend noch etwas auf dem Sofa gesessen und ferngesehen nachdem der Boi im Bett war. Der ZDF-Doku-Kanal widmet sich an diesem Abend dem Thema Kinderarmut und berichtet auch über das Kinderprojekt Arche in Berlin. Auch wenn mich die Situation in der die Kinder leben aus deren Leben hier berichtet wurde eher traurig stimmte, freute ich mich über die Leute von der Arche in Berlin. Und insgesamt machte mich die Berichterstattung nachdenklich.

Immer wieder gibt es Sendungen, in den mir zugänglichen Programmen, in denen nicht gerade positiv über Christen berichtet wird. Erst kürzlich soll es in der ARD eine solche Dokumentation gegeben haben. Der Bericht über die Arche war jedoch durchweg positiv. Das Engagement und die Auswirkungen wurde sehr positiv gewürdigt. Ich bin geneigt zu denken, dass dort wo Menschen jesusähnlich leben, profitiert die Umgebung davon und dies führt zu positiven Gedanken gegenüber ihnen. Wird jedoch eine Botschaft vom Leben getrennt und durch interessante Versammlungsweisen ergänzt scheint die positive Würdigung in kritische Begutachtung, oder negativeres umzuschlagen.

In diesem Zusammenhang musste ich dann wieder an das denken, was Jürgen Moltmann in ›Theologie der Hoffnung‹ über die „Kirche für die Welt“ schreibt:

„Kirche für die Welt“ heißt aber nicht ideenlose Solidarität und hoffnungslose Mitmenschlichkeit, sondern Dienst an der Welt und Wirken in der Welt dort und so, wo und wie Gott es will und erwartet. Wille und Erwartung Gottes werden in der Sendung Christi und im Apostolat laut. Der Übergriff der Gemeinde auf die ganze Menschheit vollzieht sich in der Mission.

Diese Sendung erfolgt nicht im Erwartungshorizont der sozialen Rollen, die die Gesellschaft der Gemeinde zubilligt, sondern geschieht in dem ihr eigenen eschatologischen Erwartungshorizont des kommenden Reiches Gottes, der kommenden Gerechtigkeit und des kommenden Friedens, der kommenden Freiheit und Würde des Menschen.

Die Christenheit hat der Menschheit nicht zu dienen, damit diese Welt bleibe, was sie ist, sondern damit sie sich wandle und werde, was ihr verheißen ist. Darum kann „Kirche für die Welt“ nichts anderes heißen, als „Kirche für das Reich Gottes“ und die Erneuerung der Welt.
[Jürgen Moltmann, Theologie der Hoffnung, 302.]

Diese Aussagen zur „Kirche für die Welt“, die Moltmann weiter damit ausführt, dass die Kirche ihre Umgebung in die Hoffnung auf Neuschöpfung aus der Kraft der Auferstehung hineinnimmt und ihr dadurch auch bei Recht, Leben, Humanität und Sozialität hilft, möchte ich nun noch mit Gedanken von Rob Bell zu Himmel und Hölle verbinden:

Was meint jemand damit, wenn er das Wort Hölle verwendet? Er meint einen Ort, ein Ereignis, eine Situation, die nichts von dem ist, wie Gott sich alles vorgestellt hat. Hungersnot, Schuld, Unterdrückung, Einsamkeit, Verzweiflung, Tod, Blutbad – all das ist die Hölle auf Erden.

Jesus erwartet von Menschen, die ihm folgen, dass sie so leben, dass sie den Himmel auf die Erde bringen.

Was mich irritiert, ist, wenn Menschen mehr über die Hölle nach diesem Leben reden als über die Hölle im Hier und Jetzt. Als Christ will ich tun, was in meinen Kräften steht, damit sich die Hölle auf Erden nicht ausbreitet. Armut, Ungerechtigkeit, Leid – alles Hölle auf Erden. Und als Christen bekämpfen wir sie mit ganzer Kraft. Jesus erwartet das von uns.
[Rob Bell, Jesus unplugged, 139.]

Vielleicht ist es gerade das, was zu Irritationen führt, wenn Christen sich mehr um die Hölle oder den Himmel nach diesem Leben kümmern. Als sich dafür stark zu machen dem Himmel hier und jetzt Raum zu machen, so dass unsere Welt erneuert wird und immer mehr dem entspricht wie Gott sie sich vorgestellt hat. Und für mich ist diese Jenseitigkeit ein Ergebnis der Trennung von Botschaft und Leben.

Vielen Dank an Menschen wie diejenigen der Arche, dass sie uns das immer wieder vor Augen führen und den Himmel auf die Erde bringen. Ich wünsche mir, dass mein Leben dem Himmel Raum schafft…

Erfrischung

Montag, 16. Juli 2007

erfrischung