Archiv für Oktober, 2007

BOIologie die Zweite

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Seit ein paar Tagen trage ich die zweite Folge der BOIologie mit mir herum, dieses Mal mit zwei wunderbar logischen Verknüpfungen:

Verknüpfung EINS:
Der BOI ist der große Bruder, das ist logisch da er eine kleine Schwester hat. Seit letzter Woche hat der BOI ein Laufrad [lies Fahrrad], wenn er also der große Bruder ist, dann ist doch sicher sein Fahrrad auch ein großes Fahrrad, oder etwa nicht?

Diese logische Verknüpfung wurde mir zum Verhängnis als ich versuchte ihm zu erklären dass der Radweg für große Fahrräder sei und er bitte mit mir auf dem Gehweg fahren solle. Auf meine Erklärungsversuche hin entgegnete er schlicht: »Josia fährt hier!« und steuerte auf den Radweg.

Verknüpfung ZWEI:
Josia pflegt eine heiße Liebe sowohl zu Computern als auch zu Büchern, davon war hier ja bereits die Rede, daher verbindet er natürlich auch Inhalte die er in einem der beiden Medien lernt. Beim anschauen der Bilder auf dem flickr-Stream des Elteren lernte er, dass der nette Herr neben DoSi in der Pizzeria Simon heißt und merkte sich diese Verbindung sehr gut. Beim nächsten Besuch des Streams war ihm der Name geläufig.

An einem der folgenden Abende lasen wir eine Geschichte aus seiner Kinderbibel – und da er sehr an Namen interessiert ist erzählte ich ihm gerne von den Namen der abgebildeten Personen. An einem Bild angekommen auf dem Jesus zwei Fischer in seine Nachfolge ruft, erzählte ich ihm, dass der eine Fischer Simon hieß worauf er sofort auf den anderen zeigte und voller Überzeugung »DoSi« sagte. Ich wollte ihm widersprechen um ihm den Namen zu sagen der meines Erachtens dem anderen Fischer zukam, doch er beharrte darauf »DoSi heißt der!«

SpamAttacke

Dienstag, 30. Oktober 2007

Heute kamen eine ganze Reihe von Spamkommentaren rein, sorry falls du Kommentare abonniert hast und dadurch belästigt wurdest. Ich habe jetzt mal das Plugin mit der Rechenaufgabe installiert und hoffe damit die Spammer – jedoch nicht dich den netten Kommentierer – zu verwirren.

Die große Stille

Montag, 29. Oktober 2007

Heute Abend ab 20:40 Uhr wird der besondere Film »Die große Stille« über das Leben in der “Grande Chartreuse”, dem Mutterkloster des Schweigeordens der Karthäuser auf Arte gezeigt. (via Yotin)

kontextuelle Theologie

Sonntag, 28. Oktober 2007

Auf dem ZeitGeist-Blog gibt es ein interessantes BlogGespräch über kontextuelle Theologie – willst du mitreden?

KinderSegnung

Samstag, 27. Oktober 2007

SalomeMorgen wird unser Mädchen Salome Linnea Ehniss gesegnet. Annlässlich der Segnung möchte ich hier eine kurze Geschichte erzählen die ich in einem der letzten Podcasts von Rob Bell gehört habe, er wiederum kennt sie von Marcus Borg:

Vor einigen Jahren wurde mir eine Geschichte von einem dreijährigen Mädchen erzählt, sie war das erste und einzige Kind eines Ehepaars und nun war ihre Mutter wieder schwanger. Das Mädchen war sehr gespannt und voller Vorfreude auf ihr Geschwisterchen.

Kurze Zeit nachdem ihr neugeborener Bruder nach Hause gebracht worden war, bat sie ihre Eltern um etwas – sie wollte mit ihrem kleinen Bruder alleine im Zimmer sein. Die Beharrlichkeit mit der sie darauf bestand alleine bei geschlossener Tür mit ihrem Bruder zu sein beunruhigte die Eltern. Dann erinnerten sie sich jedoch daran, dass sie in Erwartung ihres Babys bereits ein Babyfon installiert hatten, was es ihnen möglich machte ihre Tochter mit dem Baby alleine zu lassen, da sie sofort ins Zimmer kommen konnten wenn sie etwas ungewöhnliches hören würden.

Sie entschlossen sich also das kleine Mädchen alleine im Zimmer ihres Bruders zu lassen, rannten zum anderen Ende des Babyfons und lauschten… sie hörten die kleinen Schritte ihrer Tochter während sie durchs Zimmer ging und stellten sich vor wie sie nun an der Wiege stand – dann hörten sie wie das Mädchen zu ihrem drei Tage alten Bruder sagte: „Erzähl mir von Gott, ich hab schon fast vergessen…“

Eine wundervolle Geschichte die mich daran erinnert durch unsere Kinder Gott näher kennen zu lernen. Ich wünsche mir, dass wir ihnen mit dieser Haltung begegnen können.

gesunder Luxus?

Freitag, 26. Oktober 2007

Auf JesusManifesto wurde heute ein sehr interessanter Artikel veröffentlich der sich mit der Frage nach frischem, gesundem Essen und den wirtschaftlichen Gegebenheiten auseinandersetzt. Ist Slow Food nur für Mitglieder der wohlhabenden Mittelklasse? Lesens- und Nachdenkenswert.

Schmidt & Pocher

Freitag, 26. Oktober 2007

Gestern startete die Neuauflage von „Harald Schmidt“ mit Oliver Pocher. Die Sendung war eher schwach, »gepflegte Langeweile« wie die Zeit schreibt. Die beiden Hauptakteure in den Klischeerollen des Meisters und Lehrlings, während der letztere keinen Gag nach Hause brachte der erste dafür frecher wirkte. Günther Jauch fühlte sich wohl fehl am Platz und war es nach meiner Einschätzung auch. Ich verweise auf die „Kritik“ der Zeit, deren Einschätzung ich voll teile.

Kinder in Deutschland 2007

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Eben noch über die World Vision Kinderstudie 2007 gestolpert, die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Im Auftrag von World Vision wurde eine Studie über die Lebenswirklichkeit von Kindern erstellt, die Studie wurde von Klaus Hurrelmann (den man von den Shell-Jugendstudien her kennt), Sabine Andresen und TNS Infratest Sozialforschung durchgeführt.

Drei Aspekte daraus sind mir beim ersten lesen aufgefallen. Zunächst einmal wird festgestellt dass sich Kinder im Allgemeinen in Deutschland wohl fühlen, sie scheinen sich gut mit ihren Eltern zu verstehen und beschweren sich eher über nebensächliches. Zu dieser Aussage tritt jedoch die nächste Beobachtung nämlich, dass die Zukunft und Lebenswirklichkeit eines Kindes stark mit dem „Milieu“ seiner Eltern zusammenhängt. Es gibt auf der einen Seite Kinder die aus vielfältigen Möglichkeiten wählen können und andere deren Wahlmöglichkeiten stark durch die Möglichkeiten der Eltern eingeschränkt sind. Meine dritte Beobachtung bezieht sich auf die Gestaltungs- und Begeisterungsfähigkeit von Kindern. World Vision möchte sich mit der Studie als Anwalt einsetzen und so der Stimme von Kindern mehr Gehör verschaffen. Dazu ein Zitat aus der ZEIT:

»Die Umwelt sollte nicht als „Schonraum“ gestaltet werden sondern so, dass Kinder sich einbringen und selbstständige Entscheidungen treffen können. Sie begeistern sich leicht. Doch diese Fähigkeit wird kaum genutzt.«
[ZEIT online, 24.10.07]

Dieser letzte Aspekt passt wunderbar zu dem was ich gestern über Beteiligungsstrukturen geschrieben habe.

Einseitigkeiten

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Während ich gerade an meiner Ausarbeitung über den biblischen Kanon sitze und manche Konzile in Kirchengeschichtsbüchern von evangelischen Theologen und Verlagen vermisse – sie werden nicht erwähnt und ich beginne schon von einem Tippfehler auszugehen – stelle ich fest, dass in Büchern aus katholischen Verlagen darauf verwiesen wird, wahrscheinlich weil dort der weitere Kanon (für evangelische: mit Apokryphen) als „Kanon der Kirche“ festgestellt wurde (die Kanonfrage werde ich hier auch bald mal angehen). Auf der einen Seite ärgere ich mich über die Einseitigkeit, weshalb werden manche Ereignisse einfach unterschlagen. Natürlich ist mir bekannt dass es keine neutrale/objektive Geschichtsschreibung gibt, und ich bin mir auch der Begrenztheit des Platzes in Büchern, Lexikas und wissenschaftlichen theologischen Abhandlungen bewusst – aber wäre ein Verweis nicht möglich?

Während ich so darüber nachdenke, kommt mir ein Kommentar von Onkel Toby ins Gedächtnis, und ich denke über meine eigene Einseitigkeit nach. Onkel Toby merkte an dass er das Buch ›How (not) to speak of God‹ von Pete Rollins im ZeitGeist-Buch vermisst und es für ihn eine zentrale Rolle im emergingChurch-Dialog spielt. Ich erinnere mich an die Lektüre des Buches, an gute Seiten und manchen Gedanken denen ich widersprechen würde (wie bei jedem guten Buch) und frage mich, habe ich es durch meine Einseitigkeit verdrängt? Dann beginne ich die Blogsuche hier zu durchforsten und stosse auf einen Artikel über meine ersten Eindrücke, einen weiteren zur Kleinschreibung des Wortes emerging bei Rollins, etwas zu Theologie und einen Eintrag über parallele Bereicherung. Und ich beginne diesen Eintrag zu schreiben – ich schreibe ihn nicht um mich irgendwie zu rechtfertigen – dennoch wird mir wieder deutlich was Einseitigkeit und manchmal eine Unbedachtheit bewirkt. Seit ich das Buch gelesen habe achte ich meist, zumindest fällt mir das gerade wieder ein darauf, ›emerging‹ klein zu schreiben, bin mir nicht sicher ob das im ZeitGeist-Buch so geblieben ist (Artikel zu emerging Church von Tobias Faix und mir), aber ich hatte beim Schreiben daran gedacht. Es hätte erwähnt werden müssen, wurde vergessen. Ich weiß dass auch andere das Buch gelesen haben und erinnere mich an andere Blogeinträge, vielleicht könntest du in den Kommentaren auch auf deine Einträge zu diesem Buch hinweisen, so bekommen wir eine kleine Sammlung wider das Vergessen zusammen.

Und vielleicht geht es mir dann mit diesem Buch ähnliche wie damals mit Dan Kimballs erstem Buch und ich beginne es neu zu schätzen durch die Aspekte die mir von euch aufgezeigt werden.

Beteiligungsstrukturen

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Heute steht die Ausarbeitung einer Struktur für ein Seminar auf meinem Tagesplan in dem ich beim FreakLeiterTraining [kurz: FLT] über »Leiterschaft und meine Gemeinde« sprechen werde. Dabei sollen vor allem die Auswirkungen von Leitung auf die Gemeinschaft bedacht werden. In diesem Zusammenhang habe ich eben einen Blick in den Artikel von Burkhard vom Schemm im ZeitGeist-Buch geworfen und habe mich dort über folgenden Abschnitt sehr gefreut:

Denn Aktivgruppen sind Gruppen, bei denen Jugendliche sich beteiligen und eben nicht Programmangebote konsumieren. Die Mitgestaltung Jugendlicher ist ein Schlüssel für eine Jugendarbeit, die die Gegenwart nicht verschlafen möchte. Partizipation finden alle gut. Doch Reden über Beteiligung ist das eine, Tun das andere. Natürlich gab es schon immer Beteiligungsstrukturen in der Jugendarbeit. Lässt man sich aber darauf ein, Jugendliche als die eigentlichen Akteure der Jugendarbeit zu verstehen, dann wird deutlich, das Partizipation oft eher dekorativen Charakter hatte.

Wie können aktive Jugendgruppen aussehen, die Freiräume sind? Wie müssen sie gestaltet sein, damit Jugendliche das entfalten können, was in ihnen steckt? Aktivgruppen haben drei Dimensionen:

OUT – Ihre Beziehung nach Außen: Aktivgruppen haben eine Außenwirkung.
IN – Ihre Beziehung nach Innen: Aktivgruppen leben Gemeinschaft.
UP – Ihre Beziehung zu Gott: Aktivgruppen laden zum Glauben an Jesus Christus ein.

Aktivgruppen bedeuten dann für die Mitarbeitenden-Teams einen Rollenwechsel. Es ist durchaus eine Art Kulturschock, wenn die klassische Helferrolle, das „Wir für euch“ wegbröselt und man verunsichert einübt, was ich hier „Leading from behind“ nennen möchte – ein Spiel von Nähe und Distanz, vor allem aber von praktizierter Demut. So erst können die Jugendlichen ihre Berufung entdecken und diese gemeinsam in der Gruppe leben – darin liegt die zentrale Vision von Aktivgruppen.

[Burkhard vom Schemm, Ganzheitliche Jugendarbeit in Aktivgruppen in ZeitGeist: Kultur und Evangelium in der Postmoderne, 173]

Auch wenn Burkhard hier über Jugendarbeit schreibt haben diese Gedanken viel mit dem zu tun wie ich über Gemeinde/Gemeinschaft und Leitung denke. Neben den sehr guten Gedanken könnte dieser Post dir auch Lust machen das ZeitGeist-Buch zu bestellen und das Blog zu besuchen, falls du beides nicht sowieso schon getan hast bzw. regelmäßig tust.