Erlangen
Freitag, 30. November 2007Fühle mich gerade nicht nach schreiben, wird sowieso sehr viel geschrieben gerade. Letzte Vorbereitungen dann ab in den Zug gen Erlangen.
Fühle mich gerade nicht nach schreiben, wird sowieso sehr viel geschrieben gerade. Letzte Vorbereitungen dann ab in den Zug gen Erlangen.
Heute fand der erste Studientag statt an dem Emergent Deutschland beteiligt war. Nun gibt es den ersten Podcast, einen Bericht und Bilder. Scheint gut gewesen zu sein und dabei erst der Anfang. Wunderbar.
Ich lese gerade »The Irresistible Revolution« von Shane Claiborne und freue mich an den Geschichten, theologischen Einsichten aus seiner Nachbarschaft und bin dadurch sehr herausgefordert in meinem eigenen Leben und Denken. Wahrscheinlich weil ich denke, dass viele Autoren falsch verstanden werden – wie z.B. Dan Kimball dessen Buch bisweilen auf ein bestimmtes Modell von Gottesdienst reduziert wird – ist das erste Zitat aus dem Buch ein Satz in dem Shane selbst Dorothy Day zitiert:
»Nennt uns nicht Heilige;
wir wollen nicht so einfach beiseite geschoben werden.«[Dorothy Day zitiert von Shane Claiborne auf Seite 133.]
Wenn wir in unseren schönen warmen Wohnung Menschen wie Shane oder Mutter Theresa zu Heiligen machen, schieben wir sie beiseite anstatt sie und ihre Botschaft ernst zu nehmen. Wenn Shane von ›ganz normalen Radikalen‹ spricht dann meint er damit Menschen die nach den Wurzeln der Nachfolge suchen und in ihrem Leben Jesus dem Rabbi ohne festen Wohnsitz folgen.
Dabei geht es ihm nicht darum „die Armen“ durch eine Horde gut ausgebildeter Sozialarbeiter von uns zu trennen, sondern mit ihnen zu leben. Und es geht ihm nicht darum unser Geld an gute Organisationen zu spenden, die wiederum gutes tun, sondern er fragt uns was Jesus wohl zu uns sagen wird, wenn er fragt: Was hast du getan als ich Hunger hatte?
Wären nur Shane, Dorothy oder Mutter Theresa Heilige, dann könnten wir gerechter leben und im großen und ganzen so weiter machen wie bisher – wir würden sie in eine gewisse Ecke abschieben, sie supporten aber auch durch sie von einem Miteinander mit armen Menschen getrennt bleiben und dabei weiterhin übersehen, dass nicht nur Arme bedürftig sind.
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Das Buch gibt es auch auf deutsch.
Über solche und ähnliche Sachen würde ich gerne auch mit dir in Erlangen auf dem Emergent Forum ins Gespräch kommen. Ich freue mich darauf dich dort zu treffen – noch nicht angemeldet, kein deal, hier gehts lang.
Diese Woche ist es nun soweit und es werden Studientage in Marburg und Hamburg und ein Emergent Forum in Erlangen stattfinden. Ich bin schon sehr gespannt was sich da so alles ereignen wird und was wir nächste Woche um diese Zeit zu erzählen haben. Falls du noch nicht angemeldet bist kannst du das jetzt noch schnell nachholen.
Den zeitlichen Rahmen für das Forum findest du hier.
Sehe gerade, dass Shane Claiborne, Chris Haw und ein paar Freunde nächstes Jahr eine Tour durch die Staaten machen um damit die politische Vorstellungskraft anzuregen. Sie haben der Tour den Namen »Jesus for President« gegeben. Auf der einen Seite gefällt mir die Idee, auf der anderen Seite scheint das eben (nur) in Amerika möglich zu sein…
Gestern im Zug den PodCast von Don Miller gehört in dem er über Geschichten spricht. Besonders gut hat mir dabei gefallen dass er die so genannten Lehrabschnitte der Bibel im Kontext von Geschichten sieht. Er betont dabei, dass die Briefe z.B. in bestimmte Situationen hinein geschrieben wurden. Wenn wir die Bibel als narratives Buch verstehen hilft uns diese Feststellung dabei die Lehrabschnitte im Zusammenhang zu sehen.
Ich habe das wunderbare Buch »What Would Jesus Deconstruct?« von John D. Caputo nun durchgelesen – und es sehr genossen Anhand seiner Ausführungen Dekonstruktion und Theologie zusammen zu denken. In vielen Bereichen ist das Buch sehr anregend, dazu ein anderes Mal mehr, ich frage mich gerade jedoch ob Dekonstruktion und Transparenz zusammen gedacht werden können.
Caputo beschreibt Dekonstruktion als Hermeneutik des Reiches Gottes durch die das Reich Gottes liebevoll befreit und lebbar wird. Die von ihm dargestellten Dekonstruktionen, die ich als eine Auswahl verstehe – da es ja nicht möglich ist umfassend zu arbeiten, vor allem dann nicht wenn ein Buch mit 140 Seiten Text rauskommen soll – reichen nach dem was ich bisher verstanden habe jedoch nicht in den Bereich der Transzendenz hinein. Über Gott wird nicht viel mehr gesagt als dass er der ganz andere ist der nicht völlig ergriffen werden kann. Die Darstellungen des Lebens und Wirkens Jesu und des Geistes konzentrieren sich darüber hinaus auf liebevolle und vergebende Handlungen und beziehen seine heilende und weitere in diesem Zusammenhang stehende Taten noch nicht mit ein.
Aus Gründen der Konzentration und Beschränkung werden immer einzelne Bereiche mehr betont und andere unterbelichtet bleiben müssen, das ist mir klar, dennoch gehe ich davon aus, dass eine Theologie der Dekonstruktion, die sich gerade nach dem Unmöglichen, dem Ereignis ausstreckt auch die Transzendenz und mit ihr ihre Einwirkungen, ihr Einbrechen… einbeziehen kann und wird.
Hast du das Buch gelesen und/oder Gedanken zu dem Verhältnis von dekonstruktivistischer Theologie und Transzendenz?
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Ab und an erscheinen Zitate aus dem Buch auf meinem globalen Blog.
Ein von mir sehr geschätztes Buch »Velvet Elvis« von Rob Bell das in der deutschen Auflage bisher nicht gerade durch Schönheit bestach hat ein neues Äußeres und einen neuen Titel bekommen. Solltest du es noch nicht gelesen haben bietet ein Kauf sich an – mich würde auch interessieren ob es auch innen schöner geworden ist?
Free Rainer, der neue Kinofilm von Hans Weingartner will über das Fernsehen, die Quoten und überhaupt aufklären. Dazu hat Zeit-Campus Moritz Bleibtreu, der den Rainer spielt, interviewt. Man wird ihm vielleicht nicht in allem zustimmen, interessant zu lesen ist es dennoch: hier lang.
Ich habe begonnen das viel versprechende Buch »What Would Jesus Deconstruct?« von John D. Caputo zu lesen. Bisher habe ich es jedoch noch nicht geschafft einen Eintrag in meiner Muttersprache zu schreiben, deshalb verweise ich hier auf zwei Zitate auf meinem globalen Blog: »What Would Jesus Deconstruct?« und »Deconstruction is Prayer«.

BEZIEHUNGSWEISE LEBEN: Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen. Das Blog zum Buch.

