Glaube ohne Kirche

Sehr interessanter Artikel von beenerin auf NEON.de über ihren Glauben ohne Kirche:

»Denn als ich irgendwann damit aufgehört habe in die Kirche zu gehen, ist mir klar geworden, dass mein Glaube und die Kirche, in der er bisher seinen festen Ort hatte, sich nicht brauchen: so, wie die Kirche nun ohne mich stattfindet, findet mein Glaube auch ohne die Kirche weiter statt.«

NEON.de » Hallo, Mister Gott!

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Umgang mit Kritik

Was einige Zeit in vielen Wohnungen, Gemeinschaften, an Seminaren, am Telefon und im Internet gesprochen, bedacht, experimentiert und gelebt wurde, bekam mit Emergent Deutschland eine offene Plattform die einen weiteren Dialog ermöglicht. Ein erneutes Nachdenken über unseren Glauben, unsere Theologie, Gemeinde und was Nachfolge in unserer Zeit bedeuten kann fordert immer – und das war zu erwarten – Kritik. Auch ein Nachdenken, Leben und Experimentieren, das bewusst als Stückwerk verstanden wird, scheint als Affront verstanden zu werden, der Klarstellung, Verurteilung und einiges an Kritik erfordert – vielleicht auch nur um selbst weiter mit Recht das machen zu können was einem in den letzten Jahren lieb geworden ist.

Mich persönlich macht diese Art von Kritik traurig. Wenn ich erfahre dass Menschen grundlos verurteilt werden, dass auf sie eingeprügelt wird – selbstverständlich rein verbal – ohne einen Versuch zu unternehmen zu verstehen was denjenigen zu den Gedanken und Experimenten bewogen hat mit denen er sich gerade auseinandersetzt, oder was unter dieser skurrilen Plattform namens Emergent Deutschland zu verstehen ist, dann kämpfe ich mit mir selbst um nicht auf der selben Seite vom Pferd zu fallen.

Auch wenn ich sehr sparsam mit der Aussage umgehe, so denke ich, dass es uns helfen kann manche Dinge zu meiden von denen wir vermuten, dass sie uns verführen wollen gegen unseren Vorsatz zu verstoßen der Idee Gottes gemäß zu leben. Aus diesem Grund meide ich z.B. seit Jahren die Lektüre eines Blattes das auf den Namen ›idea‹ hört. Weshalb schreibe ich das? Mir scheint als stecke sowohl hinter manchen Artikel als auch hinter der Kritik die im Moment aus verschiedenen Kanälen strömt eine Haltung, die einem Leben gemäß Gottes Idee diametral entgegen steht. Das Gegenüber höher zu achten als sich selbst und einander in Liebe zu ermutigen der Idee Gottes gemäß zu leben, scheint – meiner begrenzten Einsicht gemäß – nicht die treibende Kraft zu sein. Eine solche Haltung könnte jedoch dazu beitragen dass wir auch innerhalb dessen was Christenheit genannt wird, und in vielen verschiedenen Farben schillert, liebevoll miteinander umgehen und dadurch auf die Werke des Schöpfers hinweisen.

Die meisten Leser dieses Eintrags werden selbst keine Ausgabe der Zeitung zu Hause haben, nehme ich zumindest an, vielleicht kennen sie jedoch den ein oder anderen Leser. Wie wäre es also den betreffenden ein Abo z.B. der Aufatmen zu schenken und sie dazu zu ermutigen Abstand von dieser Publikation zu nehmen? Das verstehe ich nicht als Boykott, sondern als eine liebevolle Art uns gegenseitig dabei zu helfen immer mehr der Idee Gottes gemäß zu leben. Wie ein bestimmter Artikel mir suggeriert, scheint eine Sprache die im Redaktionshaus verstanden wird die Sprache des Geldes zu sein. Zusätzlich zu zurückgehenden Abonnentenzahlen könnten evtl. auch gut formulierte Kündigungsschreiben zum Nachdenken anregen.


Artikel zum Thema:
Helfen uns immer neue Bewegungen? [idea]
Offener Brief an Helmut Matthies [Koordinatoren von Emergent Deutschland]
Helfen uns immer neue Treibjagden auf neue Bewegungen? [Haso]

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Verbindlichkeit

Wie bereits früher deutlich wurde hatte ich einen Workshop für das Emergent Forum in Erlangen vorbereitet in dem es um Fragen zu Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit gehen sollte. Dank der engagierten WorkshopteilnehmerInnen hatten wir das Privileg den Workshop in dialogischem Austausch zu erleben. Ein Schaubild erschien mir in der Vorbereitung als sehr wichtig und so will ich dieses auch hier mit euch teilen. Es stammt von Christoph Stückelberger und findet sich auf Seite 34 des Buches ›Ethischer Welthandel‹.

Grade ethischer Verbindlichkeit

Das Schaubild spricht weitestgehend für sich selbst, dennoch möchte ich ein paar Worte dazu verlieren. Meiner Ansicht nach verdeutlicht es einen Zusammenhang der weit über die Thematik ethischer Verbindlichkeit hinausgeht, und weist dadurch auf einige Problemfaktoren hin denen wir in unserem alltäglichen Leben begegnen.

Wie die beiden Pfeile an den Seiten des Dreiecks zeigen nimmt bei zunehmender Konkretion die Verbindlichkeit ab. Um dies zu verdeutlichen soll etwas zu den Begriffen innerhalb des Dreiecks gesagt werden. Bei den Fundamentalprämissen (Axiomen) handelt es sich um Vorentscheidungen die sich rationaler Begründung entziehen. Stückelberg nennt dafür beispielhaft »Ich will leben«, »Ich werde geliebt«, »Ich vertraue Gott« – Fundamentalprämissen die unseren Handlungen zu Grunde liegen, meistens unbewusst. Die Grundwerte sind ebenfalls noch recht unkonkret und nach Stückelberg vom Kontext unabhängig und langfristig gültig. Als Beispiele hierfür nennt er »Gerechtigkeit« und »Freiheit«. Sie sind geprägt von den Fundamentalprämissen, jedoch auch ohne diese nachvollziehbar.

Im oberen Bereich des Dreiecks befinden sich sitiuationsabhängige und kontextbezogene Werte, sie werden Praxisnormen oder Maximen genannt. Wie bereits in dem Begriff Praxisnorm anklingt konkretisieren sie die Grundwerte in unterschiedlichen Kontexten auf unterschiedliche Weise, daher haben sie eine geringere Verbindlichkeit. An der Spitze stehen die Ermessensentscheide welchen die geringste Allgemeingültigkeit zukommt. Sie gründen sich zwar auf die in den unteren Bereichen genannten, haben jedoch keinen verändernden Einfluss auf jene.

Meiner Ansicht nach ist es wichtig Axiome und Grundwerte zu identifizieren, und gegebenenfalls über diese zu streiten, während Praxisnormen und Ermessensentscheide weiterhin nicht als allgemeingültige Normen gesetzt werden sollten. An dieser undifferenzierten Normsetzung kranken meiner Meinung nach eine ganze Reihe Kriterien mit denen das Leben anderer gemessen wird. Dies hängt natürlich eng mit ethischem Verhalten zusammen, in dieser Weise möchte ich auch den Artikel ›Gottes Idee leben‹ im ZeitGeistBuch verstanden wissen. Für mich spielt diese Differenzierung jedoch auch in den Bereich hinein über den es gerade auf DoSis-Blog unter dem Begriff ›dünnes Eis‹ eine Unterhaltung gibt. Auf der Suche nach Axiomen und Grundwerten hilft meiner Ansicht nach eine Hermeneutik wie ich sie von Peter in seinem Eintrag zum ›Bibel-Pingpong‹ angedeutet sehe.

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links und rechts

Bei Facebook gerade ein Spiel gespielt und „bewiesen“ dass ich ›right brained‹ also subjektiv, kreativ, intuitiv und ganzheitlich bin. Gut dass mein Herz weiter links schlägt.

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StudiVZ

Lange nicht daran gedacht, gestern angemeldet und ähnlich wie bei MySpace begeistert mich bei StudiVZ nicht die Technik oder das Design, sondern die Fülle der unterschiedlichsten Menschen: mein Profil.

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Emergent 2.0

Im Laufe der letzten Tage haben wir [Emergent Deutschland] einige Gruppen in so genannten ›Social Networks‹ eingerichtet. Für Bilder und Gespräche gibt es Gruppen bei Flickr und Ipernity. Eine Gruppe auf Facebook gibt es auch – und in der Tat kann man auf diese Weise mehr über den Einzelnen rausfinden. Auch bei del.icio.us sind wir vertreten falls du Links mit uns teilen möchtest.

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Erlangen #2 – Das Forum beginnt

In diesem zweiten Eintrag zum Emergent Forum in Erlangen möchte ich, nun zu Hause auf dem Sofa sitzend, einige Impressionen vom Samstag weitergeben. Dieser Tag versprach der lange Tag des Forums zu werden, mein Körper weckte mich schon bevor der Wecker seine Aufgabe erledigen konnte. Hätte er gewusst dass er erst 20 Stunden später wieder Ruhe bekommen würde, hätte er vielleicht auf den Wecker gewartet.

Toby und ich – strenggläubige Nachfolger eines Navigationsgerätes – besuchten vor dem offiziellen Forumsstart noch einen Baumarkt, irrten durch die verschiedensten Gänge um schließlich mit den Einkäufen 5 Minuten vor Beginn – zu spät für unsere Verabredung – in den heiligen Hallen anzukommen.

Am Vormittag beschäftigten wir uns mit Fragen rund um Gemeinde. Brian und Jason erzählten einiges aus ihrer Sicht der gegenwärtigen Herausforderungen denen sich ›Gemeinde‹ stellen muss und ihren Beobachtungen des Phänomens namens ›Emerging Church‹. Anschließend hatten wir im Forum einigen Gesprächsbedarf bezüglich verschiedenster Aspekte dessen was dargestellt wurde und unseren eigenen Beobachtungen und Erfahrungen.

Nach einem leckeren Pizzaessen (wunderbare vegetarische Pizza – sehr gute Wahl!) mit vielen Gesprächen und gewissen inkarnatorischen Erlebnissen waren Workshops und Open Space an der Zeit. Zunächst jedoch ein paar Worte zu einem inkarnatorischen Erlebnis: Inkarnation steht ja für „Menschwerdung“ und in dieser Mittagspause wurde eine gewisse Tafel für mich Mensch. Nach langem Warten hatten Haso und ich das Vergnügen einen Kaffee gemeinsam zu genießen und uns verbal auszutauschen. Ich habe diese Begegnung sehr genossen und Haso schoss ein Beweisfoto [Mirkos Tipp hin wählte ich einen schwarzen Espresso der einmalig schmeckte und mich sehr begeisterte – mit herrlicher Crema und einem runden Geschmack, der sowohl die richtige Würze hatte als auch keinen bitteren Nachgeschmack hinterließ.

Einen Raum mit bequemen Sofas bekam ich für meinen Workshop zugeteilt. Dieser war wunderbar geeignet, da er uns vom ersten Moment an eine Wohnzimmeratmosphäre vermittelte. Unsere Gespräche über die Verbindung von Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit führten uns von einem meditativen Körpergebet für Bedürftige über die Schöpfung bis hin zu konkreten Fragen unseres Alltags. Ich genoss diese Zeit sehr da wir allesamt großes Interesse hatten und sich faszinierende Gespräche ergaben. Vielen Dank an alle die dabei waren! Unsere angeregten Gespräche führten dazu dass wir den Beginn der nächsten Phase verpassten was mich schließlich dazu verleitete das Open Space Motto ›Eine Konferenz die aus Kaffeepausen besteht‹ mit einem leckeren Espresso und weiteren interessanten Begegnungen in vollen Zügen auszukosten.

Auf diese „Kaffeepause“ folgte schließlich ein Abendessen an dem wir uns sowohl im schwäbischen Dialekt übten und uns mit Brian über Politik und Hobbys unterhielten. Brian sprach später im Forum über Theologie und Fragen die uns gestellt werden und die wir uns selbst stellen. Vielleicht werde ich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals auf diesen Vortrag eingehen in dem einige sehr spannende Themen angesprochen wurden und die im Austausch mit allen Anwesenden – für meinen Geschmack – sehr gut zur Sprache kamen.

Bevor es nun ins Bett ging diskutierten die so genannten ›Herausgeber‹ über strukturelle Möglichkeiten und gute Wege darüber ins Gespräch zu kommen. Während Derrida, Moltmann und „die Frauenfrage“ unsere Gespräche bei einem Bier bestimmten. Stammtisch in gut – würde ich sagen.

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Erlangen #1

Am Abend nach dem ersten Tag in Erlangen sitze ich hier im Zimmer einer netten Familie die uns für die kommenden Nächte bei sich aufgenommen haben und lasse mir noch einmal den Tag durch den Kopf gehen. Es war ein interessanter Tag der mich zu großen Teilen als einen angespannten Zeitgenossen wahrgenommen haben muss. Voller Erwartung und mit einer ganzen Ladung Gedanken stieg ich heute früh aus dem Bett und machte mich schließlich auf den Weg hier her.

Nach einem sehr netten Kaffee mit Daggi trafen langsam auch all diejenigen ein, die wir auf dem Emergent Blog als Herausgeber bezeichnet haben und gingen die kommenden Tage nochmals durch. Auch Brian McLaren und Jason Clark traf ich nun zum ersten Mal. Beide sind mir spontan als Personen sehr sympathisch.

Der Abend war dann geprägt von Brians Ausführungen zu den Inhalten seines aktuellen Buches ›Everything must change‹ was mich sehr angesprochen hat. Eben im Bad fragte ich mich weshalb gerade die umstrittenen Personen der Emergent Conversation in Amerika (und darüber hinaus) mir aus der Seele zu sprechen scheinen. Die Antwort fällt denkbar einfach, sie scheinen ein ähnliches Verständnis dessen zu haben was ich gerne mit »Idee Gottes« bezeichne. Brian redete über die globalen Krisen unserer Welt und einer Rahmenerzählung, der Botschaft der guten Nachricht Jesu, die in diesem Zusammenhang einige sehr wichtige Hinweise geben kann. Besonders eindrücklich war für mich hier auch seine Erwähnung des „Bußrufes Jesu“ (wie ihn manche bezeichnen würden) der uns immer wieder aufruft in die Idee Gottes zurück zu kehren, gerade dort wo wir von dieser guten Idee abweichen. Die bildliche Darstellung unterschiedlicher Perspektiven auf Jesus und seine gute Nachricht empfand ich, als jemand der eine Theologie der ganzen Bibel vertritt und daher gerne vom Anfang in der Schöpfung her argumentiert, als sehr erfrischend und freute mich über die Betonung des Verständnisses Jesu aus seiner Geschichte im Unterschied zu einem Verständnis Jesu und seiner Botschaft aufgrund griechisch-philosophischer Annahmen.

Hier endet jedoch mein Nachdenken, da es langsam an der Zeit ist meine Aufmerksamkeit dem Kopfkissen zu widmen das auf mich wartet.

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