Tibet – Fragen

In den letzten Tagen kam es in der „Autonomen Region Tibet“ zu einer ganzen Reihe von Protesten und Demonstrationen gegen das ‚chinesische System‘. Ähnlich wie vor einiger Zeit in Myanmar waren auch hier die buddhistischen Mönche eng mit den Protesten verbunden. Doch hingegen der damaligen Solidaritätsbekundungen scheint es dieses Mal in der Blogosphäre recht ruhig zu sein.

Die FAZ meldet heute, dass die Proteste schon wieder ruhiger werden und dass sie nur noch vereinzelt vorkommen. Daran allein kann die mangelnde Solidaritätsbekundung jedoch nicht alleine liegen. Weigern wir uns Solidarität auszudrücken wenn auch von den Protestanten Gewalt angewandt wird und sich der angestaute Hass gegenüber den Han-Chinesen und ihrem Besitz äußert?

Oder vertreten wir gar, ähnlich eines UN-Diplomaten, die Meinung dass es sich bei den Protesten und dem begleiteten Chaos nicht um eine Frage von Frieden und Sicherheit handelt, sondern lediglich inländische Angelegenheiten zu klären seien? Diese Annahme führe neben der Annahme China könnte sich durch ein Eingreifen der UN provoziert fühlen, laut sueddeutsche.de dazu, dass die UN sich in diesem Konflikt ruhig verhält. Geht es uns dabei ähnlich?

Es wäre auch denkbar, dass wir annehmen unsere Solidaritätsbekundungen verhallten ungehört und ungesehen. Vielleicht ähnlich wie die Meldungen über die Proteste in China die in chinesischen Medien überhaupt nicht auftauchen und in Sendern wie CNN durch schwarze Bildschirme und ohne Ton ebenfalls nicht zu den Menschen durchdringen, wie die ZEIT berichtet.

Was sind deine Gründe?

Mir ist bewusst, dass auch dieser Konflikt äußerst komplex ist und durch meine begrenzte westliche Sicht nicht in angemessener Weise verstanden werden kann. Dennoch wundere ich mich über die Stille. Wobei ein Grund auch der sein könnte, dass an sehr vielen unterschiedlichen Orten auf unserer Welt unrecht geschieht, Menschen unterdrückt werden und es zu Katastrophen kommt. Dennoch wollte ich diese Fragen stellen…

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Theologie und Gemeinschaft

Eben einen älteren Artikel im emergenten Gedankengut mit dem Titel Experimentieren und Ausdauer gelesen. Der Artikel besteht aus einer freien Übersetzung des letzten Kapitels des Buches ›Reimagining Spiritual Formation‹, in dem Doug zusammen mit einigen von der Gemeinschaft ›Solomons Porch‹ über eine Woche im Leben ihrer Gemeinschaft schreiben. In diesem letzten Kapitel fasst Doug die Gedanken insofern zusammen, dass er von der Chance spricht Handwerker neuer Glaubensausdrücke für unsere Zeit zu sein und in diesem Zusammenhang auch die Notwenigkeit aufgreift Gemeinschaften zu sein die sich gemeinsam die Aufgabe der Theologie stellt.

Die Arbeit der Theologie muss in der ganzen Gemeinschaft geschehen.

Selbstverständlich werden die Gedanken unserer Vorfahren im Glauben Teil dessen sein, was wir tun. Diese jedoch einfach zu übernehmen kommt der Auslagerung des Denkens gleich. Dadurch wird Theologie zu einer starren Philosophie, wo sie doch eigentlich ein aktives Streben danach sein sollte wie wir Gottes Geschichte in unserer Zeit leben.

Die Gemeinschaften, die am Besten dafür ausgerüstet sind in unserer Zeit geistliche Entwicklung zu leben, sind diejenigen, die gemeinsam Theologie betreiben. Sie verstehen theologisches Arbeiten als eines der zentralen Elemente ihrer Gemeinschaft. Gemeinsam theologisch zu arbeiten ist ein notweniger Teil des geistlichen Entwicklungsprozesses. Dabei geht es mir nicht darum zu sagen, dass Theologie heute weniger wichtig ist, ich möchte unsere Gemeinschaften viel mehr dazu aufrufen sich an der theologischen Arbeit zu beteiligen.

Wäre es nicht wunderbar, wenn die Aufgabe aller Christen so verstanden würde, dass es nicht nur darum geht die Dinge des Christentums zu glauben, sondern Glaubensausdrücke zu kontextualisieren, zu kreieren, auszudrücken und sie zu leben?

[Doug Pagitt im letzten Kapitel seines Buches ›Reimagining Spiritual Formation‹]

Mir spricht dieses Streben nach einer Gemeinschaft in der wir gemeinsam Theologie betreiben direkt aus dem Herzen. Ich, und auch wir, sind dabei in diese Richtung zu experimentieren und dabei unsere Wege zu finden Glaubensausdrücke in unserer Zeit zu finden.

Eine Frage, die mich in diesem Zusammenhang immer wieder bewegt ist die Rolle der Kinder in diesem Prozess. Heute soll zu diesem Thema ein Hinweis auf einen Artikel auf Toby Faixs Blog genügen: Kinder Part 3: Defizitäre Wesen?

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Dicke Luft

Während ich mich für die deutschlandweite und internationale Politik interessiere, mache ich mir Gedanken zum Kohlekraftwerk in Hamburg und dem was für eine mögliche schwarz-grüne Koalition damit zusammenhängt. Heute erst stosse ich dann bei einem Besuch auf der Seite von SWR-Ländersache auf einen Artikel zur Stromversorgung hier vor Ort. Dabei lese ich mit Schrecken von einem geplanten Kohlekraftwerk im Karlsruher Rheinhafen. Dieses soll laut EnBW noch in diesem Frühjahr gebaut werden und dem Artikel zufolge hat der Karlsruher Gemeinderat dem Bau des Kraftwerks mehrheitlich zugestimmt. Dabei wird mir klar, dass ich mich besser informieren sollte was hier in der Region vor sich geht, denn dann wäre mir auch schon früher aufgefallen weshalb es keine so gute Idee ist in einer von der CDU geführten Stadt zu leben (*augenzwinkernd*).

Ich zähle mich was Energie angeht zu den Unterstützern erneuerbarer Energien. Das halte ich nach wie vor für eine gute Sache, da hier zum einen auf die CO2-Verträglichkeit als auch auf den Faktor des nachwachsens geachtet wird. Allerdings habe ich mir vor einigen Tagen eine Dokumentation auf Phoenix angeschaut die den Titel ›Hier Bio, dort Tod‹ trug und etwas Licht in den Markt mit erneuerbaren Energien bringen wollte. In der Dokumentation wurde so genannter Bio-Strom in Deutschland unter die Lupe genommen und vor allem solche Kraftwerke gezeigt, die Palmöl als Brennstoff verwenden. Bei Palmöl handelt es sich jedoch leider um einen Rohstoff der massenweise auf gerodeten Regenwaldböden angebaut wird und wegen dem massiver Raubbau eben dort betrieben wird. Neben der Brandrodung die sowohl Mensch und Tier als auch alle Pflanzen des zu rodenden Gebiets in äußerste Lebensgefahr bringt, hat das Anlegen von Palmölplantagen auch den Nachteil, dass diese Palmen nur auf sehr trockenem Boden gedeihen. Da der Regenwaldboden eher feucht ist muss dieser zunächst getrocknet werden um dann als Plantagengrund zu dienen – dies wiederum hat zur Folge, dass auch wenn eine Plantage nicht mehr rentabel ist nichts anderes mehr dort angebaut werden kann. Dass Monokulturen auch andere negative Folgen mit sich bringen muss nicht weiter ausgeführt werden.

So wurde in der eben erwähnten Reportage davon gesprochen welche Auswirkungen unser scheinbar sauberer Strom in anderen Regionen der Welt haben kann, die in dem Titel ›Hier Bio – dort Tod‹ für die Pflanzen des Regenwalds, einen bestimmten Volksstamm und die Orang-Utans mehr als deutlich wurden.

Dennoch werde ich weiter für Energie aus erneuerbaren und auch nachwachsenden Rohstoffen sein, auch wenn ich mir nun bewusster bin, dass auch hier eine Zertifizierung notwendig ist. Und in Anbetracht der Aussage, dass die Luft hier in Karlsruhe die schlechteste in Baden-Württemberg ist, hoffe ich mit dem Aktionsbündnis, dass dem Bau des Kohlekraftwerkes im Reinhafen noch Einhalt geboten werden kann.

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Die Welle

Heute läuft der neue Film von Dennis Gansel in den Kinos an, darin wendet er die alte Geschichte aus dem Buch ›Die Welle‹ auf ein heutiges Gymnasium in Deutschland an. Mit Jürgen Vogel als Lehrer scheinbar ein super Film (siehe zeit.de). Ich will ihn auf jeden Fall sehen.

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A Christianity Worth Believing

A Christianity Worth Believing - CoverDas neue Buch aus der Feder von Doug Pagitt trägt genau diesen Titel: A Christianity Worth Believing. Und gemäß des Titels schreibt er darin über seinen Weg zu einem ganzheitlichen Verständnis dessen was als Christentum bezeichnet wird.

Ich hatte die Gelegenheit das Manuskript des Buches zu lesen und bin sehr begeistert über das was ich darin vorgefunden habe. Auf sehr gute Weise beschreibt Doug darin seinen Weg zu einer ganzheitlichen Theologie. Dadurch dass er durch das gesamte Buch sein Leben eng mit der Theologie verbindet wird zum einen deutlich, dass es seiner Ansicht nach nicht in erster Linie darum geht etwas für wahr zu halten, sondern auch dementsprechend zu leben. Im selben Atemzug möchte ich jedoch auch darauf hinweisen, dass meiner Ansicht nach dadurch auch deutlich wird, dass es bei den so genannten ›Safe Spaces‹, von denen im emergenten Dialog gerne geredet wird, eben nicht nur das Denken, Reden und Hinterfragen von Bedeutung sind – sondern dass gerade die Ganzheitlichkeit unserer Auseinandersetzung in jede Pore unseres Lebens hineingeht und auch ihren Ausdruck findet. Das betrifft sowohl unseren Umgang mit unserem Körper, unserer Gesundheit, als auch unser Essen, unser Arbeits- und Konsumverhalten, den Umgang miteinander, unsere Familiengestaltung und nicht zuletzt wie wir Gemeinde leben. Darüber hinaus wird dann an den unterschiedlichen Stellen die enge Verbindung von Biographie und Theologie deutlich.

Und da es bis zum Erscheinungstermin des Buches noch eine Weile hin ist, möchte ich es heute damit bewenden lassen. Bevor das Buch im Mai zu haben sein wird, finden sich eine ganze Reihe interessanter Gedanken auf der gerade entstehenden neuen Site von Doug: dougpagitt.com. Dort findet sich, wie bereits gestern erwähnt im Moment ein Podcast in dem Doug das erste Kapitel des hier erwähnten Buches vorliest.

Mein Tipp: Am Besten du bestellst das Buch jetzt direkt vor, dann hast du es zum Erscheinungsdatum in deinem Bücherregal: A Christianity Worth Believing gibts z.B. bei Amazon.

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