Treue und Verrat

Peter Rollins, seines Zeichens Philosoph, Teil von IKON in Belfast und Autor des weit verbreiteten Buches ›How (not) to speak of God‹, legt mit seinem bald erscheinenden Buch ›The Fidelity of Betrayal: Towards a church beyond belief‹ ein weiteres Werk vor. Bereits der Titel spricht meiner Ansicht nach die Sprache einer dekonstruktivistischen Theologie, und wie ich eben gelesen habe, wird das auch im Inhalt des Buches sehr schnell deutlich.

Auf christiansincontext.org bloggt gerade Norman Jeune durch das Buch. Bisher hat er vier Einträge veröffentlicht in denen er sich um die Einleitung und die ersten drei Kapitel kümmert. Diese Einträge zeichnen sich dadurch aus, dass Norman Jeune, auch wenn er manche Sachverhalte anders sieht, darum bemüht ist, sowohl genau wiederzugeben wie er die dargestellten Inhalte versteht, als auch in einen ehrlichen Dialog mit Peter Rollins tritt. Rollins selbst hat sich zu einem Beitrag geäußert, und in seinem Kommentar auch die faire Darstellung des Inhalts gewürdigt.

Das Blog und natürlich auch das Buch sind in englischer Sprache geschrieben, dennoch möchte ich hier die Links soweit vermerken:

Beitrag zur Einleitung: What would Judas Do?
Beitrag zum ersten Kapitel: The Betrayer, the Betrayed, or the Beloved?:
Beitrag zum zweiten Kapitel: Abraham as the Father of Faith(ful Betrayal)
Beitrag zum dritten Kapitel: The Biblical “wHole” (inkl. Kommentar von Peter Rollins)
Ergänzung zum dritten Kapitel – Biblical Parallax

Auch ein Gastbeitrag von Rollins ist geplant in dem er sich zu den Darstellungen von Norman Jeune äußern wird. Diese Serie könnte eine interessante Auseinandersetzung mit dem Buch ermöglichen.

Paraclete Press, wo das Buch erscheinen wird, hat zum einen eine Website für Peter Rollins eingerichtet, auf der ausgiebig bloggt und bietet ein PDF des Buches (Inhalt, Prolog und Einleitung) auf ihrer Seite an.

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Besondere Tage

Es scheint für alles und jedes einen besonderen Tag zu geben. Das veranlasst mich diese ganzen ›Tag des …‹ nicht mehr ernst zu nehmen. Am 23. April 1516 wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert, und seither steht fest dass nur Wasser, Hopfen und Gerste ins Bier gehören. Deswegen ist heute der Tag des Bieres. (via brauer-bund)

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Interview zu Institutionalisierung

JoshAuf meinem globalen Blog habe ich heute ein Interview veröffentlich, in dem ich mit Josh Packard über seine Dissertation und seine Gedanken zu Institutionalisierung und den Chancen der Emerging Church Bewegung als Bewegung des organisatorischen Widerstands gesprochen habe.

Dieses Interview könnte für jeden Interessant sein, der sich die beiden Einträge zu Institutionalisierung ›Wider die Institutionalisierung‹ und ›Institutionalisierung die Zweite‹ und die Zusammenfassung zur Dissertation durchgelesen hatte, und bei dem danach noch einige Fragen offen geblieben waren…

Hier geht‘s zum Interview [englisch].

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Die Gemeinde und das Sexualleben

Sexualität ist Prima

Im Titel dieses Beitrags habe ich bewusst zwei heikle Themen miteinander verbunden. Es gibt immer wieder Auseinandersetzungen um die Fragen der Lebensgestaltung und der Berechtigung der Gemeinde, sich diesbezüglich zu äußern.

Mich würde genau zu dem Thema eure Meinung interessieren:

Hat Gemeinde/Kirche deiner Meinung nach eine Berechtigung etwas zum Sexualleben („der Mitglieder“?) zu sagen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Eine oder der Andere sich dazu äußern würde. Vielleicht möchtest du einen Beitrag auf deinem Blog schreiben (dann bitte einen Trackback setzen), oder aber du möchtest dich hier in den Kommentaren äußern. Egal auf welchem Wege du dich äußerst, ich freue mich auf eine gute Unterhaltung.

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Dear God

Heute von Johannes auf Dear God aufmerksam gemacht worden. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das es Menschen aus der ganzen Welt möglich machen möchte, ihre Hoffnungen und Sorgen durch Gebet zu teilen. Das Projekt scheint unabhängig zu sein, und so ist auch der Begriff ›God‹ weit gefasst. Sehr bewegend.

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Institutionalisierung?

In den nächsten Tagen werde ich ein kleines E-Mail-Interview mit Josh Packard zu seinen Erkenntnissen bezüglich Institutionalisierung und seiner ›Organisationstheorie des Widerstandes‹ machen. Über deine Fragen dazu freue ich mich sehr.

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Institutionalisierung die Zweite

In meinem Eintrag ›Wider die Institutionalisierung‹ habe ich vier Knackpunkte zur Vermeidung von Institutionalisierung aus Josh Packards Zusammenfassung dargestellt, und nur in einer Andeutung über seine Einleitung zu den Gefahren der Institutionalisierung gesprochen.

Durch die beiden sehr guten Kommentare von Yotin und Peter fühle ich mich nun angeregt, auch noch auf die Einleitung einzugehen, um dadurch etwas mehr Licht in Joshs Verwendung des Begriffs ›Institutionalisierung‹ zu bringen.

Zunächst möchte ich den ersten Knackpunkt anführen, den Josh zu Beginn der Einleitung nennt:

Für Gruppen und Menschen, die Unterschiedlichkeit und individuellem Ausdruck einen besonderen Wert beimessen, sind Routinen gefährlich.

Aus diesem ersten Knackpunkt ergeben sich für mich bereits einige Fragen bezüglich der Wertung von Unterschiedlichkeit und individuellem Ausdruck, da es in Gruppen oder Gemeinschaften meiner Ansicht nach um mehr geht, bzw. andere Schwerpunkte das Verbindende sind. Doch um diese Gedanken zu vertiefen müsste man wohl zunächst die Dissertation lesen und dabei beachten, dass es sich um eine empirische Arbeit handelt.

Josh fährt mit der Feststellung fort, dass wir unsere Routinen auf eine Art verinnerlichen, durch die wir die Begründungen der Routinen immer mehr als gegeben voraussetzen. Auf diese Weise entschwinden die Routinen dem Zugriff der Gemeinschaft und werden ohne nachzudenken ›blind‹ praktiziert. Die einzigen, die nach diesen Ausführungen noch Zugriff auf die Gestaltung der Routinen haben sind die Professionellen (wie z.B. Pastoren). Wird Institutionalisierung in diesem Sinne verstanden, wird sie zu einer Gefahr für Menschen und Organisationen, die daran interessiert sind den individuellen Ausdruck zu fördern und zu erhalten. Eine weitere Gefahr von Institutionalisierung scheint auch in der Homogenisierung sowohl des allgemeinen Ausdrucks als auch der Organisation selbst zu liegen.

Die Untersuchungen an Gemeinschaften die sich zur Emerging Church Bewegung zählen haben darüber hinaus ergeben, dass Organisationen auch dann überleben und sich gut entwickeln können, wenn sie der Institutionalisierung widerstehen. Um erfolgreich der Institutionalisierung zu widerstehen bedarf es einer gewissen Zielgerichtetheit und einiger Strategien, die im weiteren Verlauf der Zusammenfassung dargestellt werden. Die erwähnten Knackpunkte der Strategien habe ich in dem Eintrag ›Wider die Institutionalisierung‹ kurz dargestellt.

Josh sieht in der ›theory of organizational resistance‹ die Chance eine weitere Sicht der Möglichkeiten von Organisation zu bekommen. Dazu mehr auf der Site zu Organizational Theory.


Die Zusammenfassung gibt es nach wie vor hier:
›Organizational Structure, Religious Belief and Resistance: The Emerging Church‹

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