Utopia bloggt
Freitag, 27. Juni 2008Die Leute hintere Utopia.de betreiben jetzt auch ein Blog bei wordpress.com – Lesenswert! Link: utopiablog.wordpress.com
Die Leute hintere Utopia.de betreiben jetzt auch ein Blog bei wordpress.com – Lesenswert! Link: utopiablog.wordpress.com
Eben ein interessantes Gespräch von N.T. Wright mit Stephen Colbert (Comedy Central) gesehen. Hut ab vor einem Theologen, der seine Gedanken kurz und prägnant ausdrücken kann: Sieh selbst.
Heute ist es nun soweit, mein „Netzgestalter Blog“ geht online. Ein Blog in dem ich über meine netzgestalterische Tätigkeit und über andere netzspezifische Themen schreiben werde. Darüber hinaus ist das Blog auch eine gute Informationsmöglichkeit über das was ich netzgestalterisch so mache.
Nun aber genug der Worte dazu hier – am Besten du schaust direkt dort vorbei: depone.danielehniss.de
Heute nahm ich mir einen Moment Zeit um ein weiteres Kapitel in Tim Keels Buch ›Intuitive Leadership‹ zu lesen. Die Lektüre des Kapitels begleitet von einer Tasse Kaffee entspannte und ermutigte mich. Einen Gedanken aus diesem Kapitel möchte ich nun auch zur Ermutigung und Entspannung weitergeben.
Ich befinde mich immer noch am Anfang des Buches an dem er die Herausforderung und Chance beschreibt die sich daraus ergeben, dass wir in einer Zeit des konstanten Wandels leben. Zu Beginn des Kapitels spricht er über zwei mögliche Reaktionen einer Gemeinde auf den Wandel in unserer Gesellschaft. Die eine Reaktion wäre es nach Modellen Ausschau zu halten, die Erfolg versprechen und diese dann ohne Berücksichtigung des eigenen Kontextes auf die eigene Gemeinde anzuwenden. Eine andere mögliche Reaktion bestünde seiner Ansicht nach darin nicht zu reagieren. Angesichts des Wandels erscheint es möglich sich auf die Tradition zu konzentrieren und dann beharrlich an dieser fest zu halten. [Diese beiden Reaktionsmöglichkeiten führt er in den Kapiteln 3 und 4 etwas näher aus.]
Tim führt anhand einiger Beispiele aus der Geschichte Israels aus, dass die zweite Möglichkeit – an dem festzuhalten was bisher war – dazu führen kann, dass man Gott im Rücken glaubt und mit ihm „siegen“ möchte dabei jedoch gar nicht auf Gott hört und ihn nicht sucht. Seiner Ansicht nach ist jedoch genau das – Gott zu suchen und auf ihn zu hören – grundlegend dafür sich als Gemeinde den Herausforderungen des Wandels zu stellen. Wenn ich es richtig interpretieren, dann sind die folgenden drei Beschäftigungen Teil des auf Gott Hörens:
Beschäftigung mit dem Umfeld.
Bei dieser Beschäftigung mit dem Umfeld fragen wir zunächst wo wir eigentlich leben und setzen uns dann mit den Eigenschaften unseres kulturellen Umfeldes auseinander.
Beschäftigung mit der Theologie.
Die Beschäftigung mit der Theologie führt uns zunächst zu der Frage wer Gott ist. Danach fragen wir uns was eigentlich das Evangelium ist.
Beschäftigung mit der Struktur.
Die Beschäftigung mit der Struktur wirft die Frage auf wer die Kirche ist. Daran schließt sich die Frage danach an, was es in unserer Welt bedeutet Menschen Gottes zu sein [ich mag den Begriff ›Volk Gottes‹ nicht so gern, da er missverständlich ist].
[Vgl. Tim Keel, Intuitive Leadership, 99-100.]
Mit diesen drei Fragen beschäftigt er sich dann ausführlicher in den folgenden Kapiteln. Und wieder einmal stehe ich vor den drei Beobachtungen und sehe diese Verwandtschaft – emerging Church ist eben kein Hype und auch kein neues Gemeindemodell, sondern eine Bewegung von Menschen die sich ähnlich Fragen stellen und dabei natürlich auch ab und an zu ähnlichen Antworten kommen.
Letzten Samstag habe ich mir mal wieder ein neues Päckchen Kaffee gekauft, besser gesagt, es wurde mir vom Einkauf mitgebracht. Als ich dann den Kaffee in den dafür vorgesehen Behälter gefüllt hatte, fiel mir auf der Packung erneut eine Nummer auf die ich nicht zuordnen konnte. Während mein Blick über den Text auf der Rückseite streifte, entdeckte ich eine URl die mit der unbekannten Nummer in Verbindung stand.
Bei der Nummer handelte es sich um die bmg-Nr. auf der Rückseite des Café Organico aus dem Hause Gepa. bmg ist, wie ich herausfand die Abkürzung für ›Bio mit Gesicht‹. Bio mit Gesicht wiederum ist eine Initiative verschiedener Gesellschaften die nachhaltig Produzieren und mit dieser Initiative folgendes Ziel verfolgen:
Mit dem Projekt verfolgen sie gemeinsam das Ziel, den qualitätsorientierten ökologischen Landbau auszuweiten und erfahrbar/erlebbar zu machen, wie er insbesondere von den Verbänden des ökologischen Landbaus vertreten wird.
[Quelle: Über das Projekt]
Mir gefällt die Initiative sehr gut. Auf diese Weise sind dem Verbraucher einige Möglichkeiten gegeben etwas mehr über die Bedingungen zu erfahren unter denen das Produkt entstand welches sie nun in den Händen halten.
Die bmg-Nummer, auf der Rückseite meines Kaffees führte mich zu folgender Seite: bmg-Nr: 2003156 Dort habe ich die Möglichkeit etwas mehr zu der Entstehung des Kaffees zu erfahren, den ich gerade trinke.
Da es mir sehr wichtig ist die Menschen hinter den Produkten zu sehen, die ich tagtäglich konsumiere, erscheint mir diese Initiative als ein guter Schritt in die richtige Richtung.
Am 06. September veranstaltet EmergentNord das erste EmergentCamp in Bremen. Mehr Infos bei Simon.
Nette kleine Folge von Dr. Max erklärt die Welt auf Zeit-Online. In dieser Folge spricht Dr. Max über Öko Dilemmas in den Bereichen Treibstoff, Energie und Ernährung: Dr. Max erklärt die Welt – Öko Dilemmas.
Zur Zeit nehme ich, wenn sich die Möglichkeit bietet – wie z.B. letzten Samstag auf einer Zugfahrt –, sehr gerne das Buch ›Intuitive Leadership‹ von Tim Keel zur Hand. In diesem Buch spricht Tim anhand seiner Geschichte einige Aspekte dessen an, was er als ›intuitive Führung‹ bezeichnet.
Einige Male ist mir bei der Lektüre etwas aufgefallen, das Tim auf Seite 73 als ein Kennzeichen von ›emerging churches‹ bezeichnet:
»Eines der Kennzeichen von ›emerging churches‹ ist es, dass sie die Bedeutung des Spezifischen und Lokalen wiederentdeckt haben. Aus dieser Wiederentdeckung folgt die Notwendigkeit von Geschichten um das Umfeld und die Identität zu interpretieren.«
[frei übersetzt aus Tim Keel, Intuitive Leadership, 73.]
Diese Wahrnehmung teile ich zutiefst. Wir sind uns dessen bewusst, dass sich die Nachfolge und damit verbunden, auch die Gemeinschaft der Nachfolgenden je nach Kontext anders gestaltet. ›Emerging Church‹ kann daher niemals als Modell wahrgenommen werden, das nun lediglich kopiert werden kann, vielmehr geht es darum nach Wegen zu suchen, die Nachfolge kontextuell angepasst in jedem Umfeld zu leben.
Diese Wiederentdeckung des Spezifischen und Lokalen kann auch als Reaktion auf die Annahme einer objektiven Wahrheit und der damit einhergehenden Vereinfachung wahrgenommen werden. Aus der Annahme, dass Erkenntnis und Wahrheit universal sind, folgt ein Vorgehen, welches sich an der Maxime orientiert, dass wenn etwas an einem Ort wahr ist, kann es genauso an allen Orten, zu jeder Zeit und für alle Menschen als wahr angenommen werden – und ist demnach auch für alle gleich autoritativ. Daraus folgt auch, dass es Menschen möglich ist Urteile zu fällen, die frei sind von Vorurteilen, da sie sich auf die Wirklichkeit beziehen, und zwar genau so wie sie ist. Eine weitere Auswirkung dieser Annahmen ist es, Wahrheit als nicht mehr hinterfragbar anzunehmen. Eine gewisse Form von Vereinfachung und Reduktionismus geht damit einher. Dies bedeutet, dass wir eine komplexe Begebenheit beobachten, die wir mittels vereinfachter Abstraktionen beschreiben, welche wiederum keine kontextuellen Überlegungen bedürfen.
Da es sich bei der Wiederentdeckung des Spezifischen und Lokalen um eine Reaktion auf die Auswirkungen dessen was im vorangegangen Abschnitt skizziert wurde handelt, kann dieser Eintrag auch als negative Abgrenzung verstanden werden. Mir geht es jedoch vielmehr darum, anhand der Ausführungen von Tim Keel, hier eine Skizze der Auswirkungen zu entwerfen, die aus der besagen Wiederentdeckung resultieren:
Wahrheit ist daher relativ.
Eine Aussage wie diese schmerz in den Augen mancher, und sie würden es vorziehen das letzte Wort mit ›relational‹ ersetzt zu sehen. Ich schreibe bewusst relativ, da das Konzept der Relativität meiner Ansicht nach genau davon spricht – alles steht in einem bestimmten Verhältnis zueinander – nicht in dieser Welt ist dieser Relativität enthoben (Siehe dazu auch den Relativität-Artikel der Wikipedia).
Nachfolge ist kontextuell.
Aus der Annahme der relativen Wahrheit folgt die Betonung des Kontextes. Die Gestaltung des Lebens sieht in jedem Kontext etwas anders aus, findet sich unterschiedliche Chancen und Herausforderungen ausgesetzt und wird daher unterschiedliche Aspekte betonen. Für mich spiegelt sich dies auch in der narrativen Form der Bibel wieder, es handelt sich bei ihr ja nicht um ein Lehrbuch, durch das bestimmte Lehrsätze vermittelt werden sollen, sondern um die Darstellung der Geschichte Gottes mit den Menschen. Auf diese Weise wird die Idee Gottes für uns anhand der Geschichten erkennbar, wir bekommen dadurch Inspiration um gemäß der Idee Gottes unser Leben im hier und jetzt zu gestalten.
Aus diesen Annahmen folgt für mich auch, dass es kein einheitliches Modell geben kann, an dem sich Gemeinschaften orientieren können, wollen sie in unserer Zeit gemeinsam nachfolgen. Vielmehr ist es uns aufgetragen aus den Geschichten zu lernen – sowohl aus älteren Geschichten der Bibel, Geschichten von Gemeinschaften aus der Vergangenheit, und auch von Geschichten von Gemeinschaften aus unserer Zeit von überall auf der Welt.
Lasst uns nach der Idee Gottes in all diesen Geschichten Ausschau halten, und lasst uns den Heiligen Geist darum bitten, uns in der lokalen Improvisation seiner Idee treu zu leben.

BEZIEHUNGSWEISE LEBEN: Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen. Das Blog zum Buch.

