Christ-Sein

Letzte Woche saß ich an einem warmen Sommerabend in meinem Büro und brütete über einem Titel für eine Predigt. Während ich so die unterschiedlichsten Gedanken bewegte und mit dem ein oder anderen Wort spielte dachte ich über Christsein nach.

Dabei ist mir eine Betonung des Wortes aufgefallen wie ich sie im Titel andeute: Christ-Sein. Zunächst einmal die Betonung des Seins. Im Frommschen Unterschied zwischen Haben und Sein, spricht das Sein vom Leben, von Beziehungen, von Liebe.

Christ-Sein kann auch von der ersten Silbe her betont werden. Dabei ist mir besonders eine mögliche Bedeutung wichtig – Christus-Sein. Was sind wir? Christus hat in uns einen Körper auf dieser Welt. Wir leben auf die Weise mit Gott in dieser Welt wie Christus es getan hat. Wir sind Christus, hier und jetzt.

Wenn wir von diesen Gedanken her den Schwerpunkt setzen, dann geht es beim ChristSein nicht um das Haben von irgendetwas. Das ChristSein zeichnet sich eher dadurch aus, dass wir Christus sein dürfen. Wir dürfen an dem teilnehmen was der dreieinige Gott in unserer Zeit tut.

Zu diesen Gedanken habe ich neulich folgenden Satz gelesen:

»The first Reformation was the re-discovery of the theology of Paul—of God’s grace given freely to wholly undeserving sinners. A second, postmodern reformation will require the complementary re-discovery of the theology of James—that faith is always manifested. [...] This is not a return to an anemic social gospel; this is a biblical response of gratitude to God manifested in concern for others.«

Wade Bradshaw, Reaching the Postmodern Generation, 1f.

Diese „zweite postmoderne Reformation“ spricht mir aus dem Herzen. Finde diese Gedanken sehr spannend, da es mir seit ich denken kann mehr um Leben als um irgendetwas sonst ging.

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