Archiv für September, 2008

Web 2.0-Tools im Unterricht

Dienstag, 30. September 2008

Als Lehrender interessiere ich mich schon seit langem für den Einsatz von Web2.0-Tools im Unterrichtskontext. Bisher bin ich vor dem Einsatz von Blogs usw. noch zurückgeschreckt, da ich nicht einfach eines meiner Lieblings-Tools den Studenten aufzwingen wollte. Um so mehr habe ich mich gefreut am Samstag Nachmittag eine Dialog-Session auf dem BarCamp in Stuttgart zu besuchen, in dem es gerade um dieses Thema ging. Einige Gedanken aus der Session und solche die dadurch aufgekommen sind möchte ich nun auch hier mit euch teilen. Ich freue mich über Gedanken dazu von dir in den Kommentaren.

Zielsetzung

Die wichtigste Frage hinsichtlich der Verwendung von Web2.0-Tools im Unterricht ist die Frage der Zielsetzung. Was sind meine Ziele mit dem Unterricht? Ausgehend von der Methodenvielfalt in der Pädagogik stelle ich diese Frage auf unterschiedlichen Ebenen – und so wie ich in den unterschiedlichen Methoden des Unterrichts gewisse Ziele verfolge, so kann auch der Einsatz von Tools durch eigene Ziele unterstützt werden. Diese Ziele können auch als Begleiterscheinungen gesehen werden, sind meiner Meinung nach jedoch aufs Ganze gesehen sehr wichtig. Stichwort: vernetztes Denken.

Basiert der Unterricht auf einem Prozess, durch den ich gemeinsam mit den Schülern gehen möchte, dann kann ein Ziel für den Einsatz von Blogs darin liegen, dass wir es lernen den Prozess zu dokumentieren. Während wir den Prozess dokumentieren geben wir durch die Kommentarfunktion anderen die Möglichkeit Feedback zu geben und wichtige Gedanken zu ergänzen. Abhängig vom Unterrichtsthema und der Zahl der Schüler kann darüber nachgedacht werden, ob das Blog öffentlich betrieben wird oder durch einen Passwortschutz nur den Teilnehmern des Unterrichts zur Verfügung steht.

Rechte und Kontrolle

In der Session wurde besonders betont, dass es wichtig ist den Teilnehmern des Unterrichts Redaktionsrechte zu erteilen und sie nicht auf die Kommentarfunktion zu beschränken. Dies ist ein enorm wichtiger Schritt, da auf diese Weise die aktive Mitgestaltung der Teilnehmer ermöglicht wird. Durch eine solche Öffnung gibt der Lehrende ein Stück der Kontrolle ab, was bekanntlich in allen partizipatorischen Strukturen der Fall ist. Es wurde des weiteren betont, dass es sehr wichtig ist, dass der Lehrende aktiv am Geschehen auf dem Blog beteiligt – auf diese Weise bleibt er natürlich auch darüber im Bilde was sich dort so alles ereignet.

Die Motivation Web2.0-Tools in den Unterricht zu integrieren dient, wie bereits oben angedeutet, nicht der Leistungsmessung sondern der Entwicklung von Fähigkeiten. Die Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung, die Dokumentation und die Reflexion des Prozesses, so wie die Ausprägung des Arbeitens im Team sind dabei besonders wichtig – dies sollte auch bei der Leistungsmessung bedacht werden.

Wird das Projekt öffentlich gemacht, kann die Weböffentlichkeit in die Reflexion des Prozesses integriert werden. Auf diese Weise lernen die Teilnehmer auch den Umgang mit Reaktionen auf das von ihnen Veröffentlichte und erweitern ihre Medienkompetenz (Stichworte dazu sind: Urheberrechte und Privatsphäre).

Es erscheint mir darüber hinaus als unausweichlich die Reflexion dessen was im Web passiert in den Unterricht einzubeziehen. Dazu gehören auch persönliche Gespräche mit den Teilnehmern über ihre Nutzung der Tools.

Umgang mit Fehlern

Ein weiterer sehr wichtiger Bereich für den erfolgreichen Einsatz von Web2.0-Tools im Unterricht ist ein guter Umgang mit Fehlern. Dabei ist es besonders wichtig, dass keine Kultur der Angst etabliert wird. Auf der einen Seite könnte Angst die Hürde zur Benutzung eines Blogs weiter erhöhen und zum anderen können bei manchen Teilnehmern bereits aus ihrer Geschichte Angstblockaden bestehen, die es abzubauen gilt.

Um einer entstehenden Angstkultur entgegen zu wirken kann die Unterscheidung zwischen Lern- und Leistungssituation helfen. Da der Einsatz des Tools im Unterrichtskontext stattfindet handelt es sich dabei um eine Lernsituation, in der es gut und wichtig ist Fehler zu machen. Aus den Fehlern die in diesem Kontext gemacht werden kann sehr gut gelernt werden, dazu helfen auch Reflexion und ein offener Umgang. Erst in der Leistungssituation, auf die der Unterricht bestmöglich vorbereiten soll, sind Fehler nicht mehr in derselben Weise willkommen.
Für den Lehrenden ist die Beteiligung an der Nutzung des Blogs unabdingbar, er sollte mit gutem Beispiel vorangehen und die Teilnehmer dazu ermutigen ihn zu verbessern. Dadurch wird die Möglichkeit Fehler zu machen deutlich und der Umgang mit konstruktiver Kritik kann ausgebaut werden.

Abschließende Überlegungen

Mich hat diese Session sehr ermutigt in absehbarer Zeit den Einsatz eines Blogs im Unterrichtskontext anzugehen. Die Frage ob es dienlicher ist ein gemeinsames Blog zu betreiben oder jeden Teilnehmer dazu zu ermutigen ein eigenes Blog zu führen sind bisher noch genauso offen wie die Frage nach der Öffnung der Benutzung – sollen die Blogs passwortgeschützt sein, oder offen?

natuR Strom

Freitag, 26. September 2008

Mit den Angeboten der Stadtwerke hier in Karlsruhe hat man die wunderbare Möglichkeit Strom zu beziehen, der erneuerbare Energien nutzt und nicht auf die in Verruf geratene Verbrennung unterschiedlicher Materialien (wie Palmöl) angewiesen ist. Der Strom aus dem Angebot natuR stammt zu 100% aus Wasserkraftwerken und ist dadurch auch (nahezu) ohne CO2-Emissionen zu haben.

Ein weiteres Angebot der Stadtwerke besteht darin, dass man durch einen geringen Mehrpreis den Ausbau von Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energie fördert. Dieses Angebot trägt den Namen natuR plus.

Mit diesen beiden Angeboten ist man meiner Ansicht nach in Karlsruhe sehr gut mit Strom versorgt und kann seinen Teil dazu beitragen, dass es möglich wird aus der Atomenergie auszusteigen ohne auf Kohle zurückgreifen zu müssen. (Muss ich dazu sagen, dass ich gegen den Bau eines neuen Kohlekraftwerkes in KA bin?)

Was ist in diesem Bereich in deiner Stadt möglich?

Nachhaltige Verbindungen

Dienstag, 23. September 2008

Heute war ich auf einigen Seiten, die meiner Ansicht nach auch für die LeserInnen dieses Blogs interessant sind – deswegen werde ich auf folgende Seiten kurz hinweisen.

Plädoyer für mehr Forschung
Unter dem Titel Biopotenzial nicht ausgeschöpft findet sich auf taz.de ein Interview mit dem Agrarexperte Stephan Dabbert, der mehr Forschung im Bereich der Ökolandwirtschaft fordert. Seiner Ansicht nach könnte auch unter Einhaltung der strengen Richtlinien ökologische Landwirtschaft ergiebiger werden.

Alnatura und die faire Woche
Die Handelskette Alnatura nimmt an der fairen Woche teil. In dem Artikel Doppelt gut! Bio im fairen Handel weisen sie darauf hin, dass 10% des Ladenverkaufspreises aller Produkte die sie von gepa anbieten an eine Bauernkooperative gespendet werden.

Verantwortungsvolle Waldwirtschaft
Immer wieder fiel mir das FSC-Logo auf. Vor einiger Zeit hatte ich mich dann schon mal informiert was sich dahinter verbirgt – eine Initiative zum verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Wäldern – was ich extrem wichtig finde. Heute nun, auf der Suche nach FSC-zertifiziertem Papier für meinen Drucker ging ich dann wieder auf die Seite der deutschen FSC-Arbeitsgruppe und fand dort auch eine Suchmöglichkeit nach zertifizierten Produkten in meinem (und deinem) Umfeld.

Gemüse mit Soja-Spinatfüllung

Dienstag, 23. September 2008

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach hier eine neue Kategorie einzuführen. Diese Kategorie soll das widerspiegeln, was bisher unter Familie, Tagebuch und BOIologie abgelegt wurde – und soll dennoch breiter sein, als diese drei: HausMann. Eine Kategorie in der alles passt was mir in meiner Teilzeit-Tätigkeit als Hausmann begegnet – kurze Anekdoten aus dem Alltag, Rezepte und was mir sonst so alles einfällt.

Dieser erste Eintrag wird ein Rezept werden. Da ich seit Anfang September vor der Herausforderung stehe regelmäßig zur ausgewogenen Ernährung meiner Familie beizutragen und dabei meine geliebten italienischen Nudeln mit Gemüse nur einen kleinen Teil ausmachen (können und dürfen), interessieren mich Rezepte gerade besonders. Mein persönlicher Anspruch an gekochtes ist, dass es frisch sein soll, ausgewogen, aus nachhaltiger „Produktion“ und so weit möglich fleischlos. Gerade letzte Woche habe ich den Film „We feed the World“ angeschaut und bin seither noch mehr motiviert positiv für alternative Ernährung zu werben. Wenn ich hier also über vegetarisches Essen schreibe, dann fühle dich bitte nicht angegriffen, sondern erachte es als Anregung für ein Geschmackserlebnis jenseits des Fleischgenusses (das ist eine Art Fussnote im Text).

In den Lebensmittelmärkten meines Vertrauens liegen des Öfteren Zeitschriften und kleine Broschüren zur Ernährung und den Produkten aus. So kam es, dass ich kürzlich eine Broschüre über Soja mitgenommen hatte, und darin auf meiner Suche nach leckeren Rezepten mit Soja fündig wurde.

Auf der Zielgerade mit meinem Soja-Gemuese Experiment. on TwitPicGeschmortes Gemüse mit Soja-Spinatfüllung

Wie auf dem Bild „unschwer“ zu erkennen ist, handelt es sich bei diesem Rezept um Paprika und Zucchini die mit einer Soja-Spinatfüllung gefüllt werden und schließlich mit etwas Gemüsebrühe in einer Pfanne schmoren.

Die Details des Rezepts findest du hier.

Laut Angaben werden von dieser Portion vier Leute satt, das kann ich bestätigen, da es bei uns ein paar mehr waren, die Kinder jedoch nicht „voll“ zählen. Die Zucchini sollte ziemlich groß sein, wenn man die Füllung auf zwei Paprika und eine Zucchini verteilen möchte. Bei mir hat sie für 2 Zucchinis und 2 Paprikas gereicht und die waren jeweils sehr gut gefüllt. Zur Zubereitung habe ich etwas länger als die angegebenen 40 Minuten gebraucht, das könnte jedoch auch daran liegen, dass ich Multitasker bin – im Moment gart Sauerkraut auf dem Herd und die Schupfnudeln sind demnächst fertig. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Fundamentalismus

Freitag, 19. September 2008

Immer wieder werden in Fernsehberichten und in manchen Gesprächen „Christen“ grundsätzlich als Fundamentalisten bezeichnet. Einige Aspekte, die zu Einschätzungen dieser Art führen teile ich zutiefst, dennoch entsteht bei der Gleichsetzung von Christsein und Fundamentalismus ein fahles Gefühl in meinem Magen. Dies liegt wohl vor allem daran, dass ich mich selbst in der Nachfolge sehe und somit eine Verbindung mit Tradition der Nachfolgenden besteht, und diese meiner Ansicht nach fundamentalistischen Tendenzen widerspricht. Aus diesem Grund spreche ich auch gerne darüber was Christ-Sein für mich bedeutet, und in diesem Eintrag möchte ich nun auch etwas zu Fundamentalismus schreiben.

Auf meiner Suche nach dem ersten Auftreten des Wortes und damit einer Suche nach den Ursprüngen des Fundamentalismus, stieß ich auf eine Zeitschrift die in den Jahren 1910 bis 1915 herausgegeben wurde. Die Zeitschrift trug den Titel »The Fundamentals. A Testimony of the Truth.« und wurde von protestantischen Christen in Amerika herausgegeben.

Die Herausgeber der Zeitschrift vertraten vier Grundwahrheiten (so genannte »fundamentals«), die den Inhalt der Zeitschrift ausmachten und an denen sie unverrückbar festhielten:

1) die buchstäbliche Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift und die unbeirrbare Gewissheit, dass die Heilige Schrift keinen Irrtum enthalten könne;

2) die Nichtigkeit aller modernen Theologie und Wissenschaft, soweit sie dem Bibelglauben widersprechen;

3) die Überzeugung, dass niemand, der vom fundamentalistischen Standpunkt abweicht, ein wahrer Christ sein könne, und

4) die Überzeugung, dass die moderne Trennung von Kirche und Staat immer dann zugunsten einer religiösen Bestimmung des Politischen aufgehoben werden muss, wenn politische Regelungen mit fundamentalen religiösen Überzeugungen kollidieren.

Diese vier „Grundwarheiten“ sprechen eine deutliche Sprache und werden bis heute mit der fundamentalistischen Bewegung unter Christen verbunden. Natürlich beschränkt sich der Fundamentalismus nicht auf Religion. Er findet sich darüber hinaus auch in allen anderen Lebensbereichen und zeichnet sich durch folgende Charakteristika aus

- kompromissloses Festhalten an Grundsätzen
- Dialog über Geltungsansprüche wird verweigert
- Erkenntnisansprüche sind allem Zweifel enthoben
- ein ausgeprägtes Freund / Feind Schema

In einer pluralen Gesellschaft, in der wir ja ohne Frage leben, wird jede Tendenz in Richtung fundamentalistischer Ansätze kritisch betrachtet. Dies führt in den oben erwähnten Fernsehberichten und auch auf allen anderen Kanälen unserer Kommunikation dazu, dass bereits bei ansatzweisem Vorkommen einzelner dieser Aspekte fundamentalistische Ausrichtung unterstellt, oder positiv ausgedrückt vermutet wird. Auf diese Weise werden manche Bewegungen und auch Einzelpersonen fälschlicher Weise verdächtigt. In einigen Fällen liegen Äusserungen, die fundamentalistische Verbindungen denkbar erscheinen lassen, ungenügende Reflexion dessen zu Grunde, was geäußert wird. Dies liegt sicher auch an einer gewissen Unbedarftheit im Umgang mit Worten.

Professor Hurrelmann sprach in einer älteren Shell-Jugendstudie davon, dass er eine Tendenz in der Jugend wahrnimmt, die darauf hindeutet, dass sich Jugendliche für religiöse Fragen interessieren und dass sie grundsätzlich annehmen es gebe eine höhere Macht. Auf jede Engführung sowohl in der Definition dieser Macht als auch auf jede Einschränkung in ihrer Lebensgestaltung reagieren sie jedoch abwehrend. Mir ist sowohl diese Offenheit als auch die Abwehrhaltung bekannt, und ich muss sagen, dass ich sie sehr gut verstehen kann.

Fundamentalismus hat immer etwas Vor-Aufklärerisches und ist darüber hinaus in seinen meisten Ausprägungen Zukunftsabgewandt. Die Verbindung von Fundamentalismus hat zum einen dazu geführt, dass Denken und Glauben in einen Gegensatz gedrängt wurden, der meiner Ansicht nach der Idee Gottes widerspricht.

Ich schreibe diesen Eintrag, da ich mir wünsche, dass wir Christen unsere Art zu kommunizieren reflektieren und uns auf einen Dialog mit der Gesellschaft einlassen um zu lernen, wie wir in unserer Gesellschaft nachfolgen können und wie wir Missverständnisse umgehen können, die auf einer unbedachten Kommunikation und auf falschen Gewichtungen beruhen.

Zur Erhebung der in diesem Eintrag formulierten Gedanken zum Fundamentalismus habe ich die Einträge zum Thema auf Wikipedia und Meyers-Lexikon-Online konsultiert.

Dialog, ein echtes Gespräch

Freitag, 12. September 2008

Miteinander zu reden und dabei eine gesunde Gesprächskultur zu leben sind meiner Ansicht nach sehr wichtig. Aus diesem Grund bin ich auch ein großer Freund des Dialogs. In dem Vortrag vom letzten Sonntag habe ich daher auch über den Dialog – oder wie Martin Buber den Abschnitt auf den ich mich bezog überschrieb: das echte Gespräch – gesprochen.

Für mich passen die Annahmen des Dialogs auf jedes Gespräch, also jede Interaktion mit Menschen in meinem Umfeld. Ganz besonders gut ist es darüber hinaus auch noch, wenn ich sie mir im Miteinander mit Menschen vergegenwärtige, sie andere Ansichten und Überzeugung haben. Da dem Dialog eine wertschätzende und wohlwollende Haltung zu Grunde liegt ist diese Art zu Kommunizieren meiner Ansicht nach am Besten für diejenigen geeignet, die sich als Nachfolger Gottes verstehen und sich nach einem Leben in Harmonie sehnen. Um diesem Thema auch hier mal wieder etwas mehr Raum zu geben zitiere ich nun einfach mal aus meinem Manuskript des letzten Sonntags:

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber, einer der Väter dessen was wir heute als Dialog verstehen, hat in seinem Buch „Elemente des Zwischenmenschlichen“ in einem Kapitel dargelegt was seiner Meinung nach ein echtes Gespräch ausmacht:

// hinwenden
Sich dem Gesprächspartner hinwenden. Gegenwärtig sein und ihn als Person annehmen, ich bestätige das was es zu bestätigen gilt und billige damit nicht unbedingt seine Position in Fülle, aber ich sage deutlich JA zu ihm als Person. Ich rede zu ihr, ihm oder ihnen – halte keinen neutralen Monolog…

// teilnehmen
Ich nehme am Gespräch teil und bringe mich ein. Ich muss nicht immer alles sagen, was ich zu einem Thema zu sagen habe – ich rede „rückhaltlos“, halte also nicht künstlich wichtiges zurück, rede jedoch auch nicht einfach drauf los. Ich achte die Einheit der beiden Aspekte des dialogischen Redens – Natur und Werk.

// den Schein überwinden
Um es mit verdrehten Worten der Werbung zu sagen: Image is nothing! Es geht beim Reden nicht um mein Image, meine Wirkung als Sprecher, eine Konzentration auf diesen Schein zerstört den Dialog. Ich verfehle das Gespräch, wenn ich mich statt auf das zu Sagende auf das zur Sprache Kommende ICH konzentriere, dadurch wird das Gesagte fehlerhaft und fehlgeleitet. Der Gesprächsfluss, die Hinwendung zueinander und das Annehmen des anderen wird torpediert.

Wenn wir den Schein überwinden kommen wir zusammen und dadurch wird das Unerschlossene erschlossen, in der Begegnung der Personen wird mehr enthüllt als je gesagt werden kann, es entsteht Fruchtbarkeit.

Nicht immer müssen alle reden, aber derjenige, der etwas zu einer gegebenen Situation zu sagen hat, sollte sich einen Ruck geben und dies auch äußern.

Ein echtes Gespräch ereignet sich auch nur dann, wenn ich mein Gegenüber als Partner im Gespräch betrachte, wenn ich annehme „sie oder er habe zu diesem Thema nichts zu sagen“, torpediere ich das Gespräch und verhindere, dass ein echtes Gespräch entsteht.

Im Dialog vollzieht sich darüber hinaus ein weiterer wichtiger Schritt – wir werden uns dessen bewusst, dass wir Lernende sind. Wir haben zwar einen Standpunkt, betrachten diesen jedoch nicht als absolut. Wir treten aus der Position des Wissenden in die Haltung des Lernenden. Wir begegnen uns als Lernende und lernen voneinander.

Der Abschnitt von Martin Buber, auf den ich mich hier beziehe findet sich in “Das dialogische Prinzip: Ich und Du / Zwiesprache / Die Frage an den Einzelnen / Elemente des Zwischenmenschlichen / Zur Geschichte des dialogischen Prinzips” (Martin Buber)

Daggi hat vor einiger Zeit einen Artikel für das verwaiste ›Emergente Gedankengut‹ geschrieben der den Titel »Der Dialog als Kommunikationsmöglichkeit« trägt, den ich hiermit zur erneuten Lektüre empfehlen möchte.

FaireWoche 2008

Donnerstag, 11. September 2008

Auch in diesem Jahr findet eine so genannte Faire Woche statt. Vom 15. – 28. September wird es einige Veranstaltungen geben die uns die Anliegen des fairen Handels näher bringen werden. In diesem Jahr steht die Woche unter dem Motto „Doppelt gut! Bio im Fairen Handel.“ Dieses Motto spricht mir direkt aus dem Herzen, bereits vor einiger Zeit habe ich auf einen Artikel in Schrot&Korn zu diesem Thema hingewiesen, und zwar hier: bio und fair.

Des weiteren schrieb ich im August letzten Jahres etwas über Zertifizierung und weshalb ich sie für wichtig halte. In der CityChurch in Würzburg durfte ich ebenfalls über den fairen Handel sprechen. Dabei habe ich etwas zu einigen Abschnitten aus der Bibel gesagt und betont, dass es mir besonders wichtig ist auf die Personen hinzuweisen die daran beteiligt sind dass irgendwann etwas auf unserem Tisch steht. Wer sich das noch mal anhören möchte, kann das hier tun.

Da Christoph mich eingeladen hat an seinem Blogkarneval anlässlich der Fairen Woche teilzunehmen, wird es in den nächsten Tagen an dieser Stelle (hoffentlich) noch einiges zu diesem Thema geben.

Leben

Montag, 01. September 2008

weltverbesserer, visionäre & andere spinnerAm kommenden Sonntag [07.09.08] werde ich mal wieder bei den Jesus Freaks in Stuttgart sein. Dort werde ich in der Reihe »Weltverbesserer, Visionäre und andere Spinner« sprechen. Das Thema wird sich unter folgende Überschrift fassen lassen:

»Christsein
zwischen Fundamentalismus
und Liberalismus.
Wie es aussehen kann,
wenn Glaube
l e b e n buchstabiert wird.«

Ich freue mich schon sehr darauf mal wieder in Stuttgart zu sein und einigen Freaks zu begegnen. Falls du irgendwo in der Nähe wohnst und gerne mit dabei sein möchtest, solltest du gegen 17 Uhr bei den Jesus Freaks (maps.google.com) vorbeikommen.