Archiv für Januar, 2009

Lupen ausgepackt

Freitag, 30. Januar 2009

Kürzlich hatte ich mal wieder das Buch »The New Christians« von Tony Jones in der Hand und bin dabei auf ein Zitat von John D. Caputo gestossen, in dem er einen Aspekt der Postmoderne meiner Ansicht nach treffend beschreibt:

Postmodernism … is not relativism or skepticism, as its uncomprehending critics almost daily charge, but minutely close attention to detail, a sense of the complexity and multiplicity of things, for close readings, for detailed histories, for sensitivity to differences. The postmodernists think the devil is in the details, but they also have reason to hope that none of this will antagonize God.

John D. Caputo

Lasst uns in diesem Sinne die Lupen auspacken und weitergehen.

Musik für Kinder

Montag, 26. Januar 2009

Ich höre gerne und immer dann Musik wenn sich die Möglichkeit bietet. Daher wundert es mich natürlich auch nicht, dass meine Kinder ebenfalls gerne Musik hören. Mein gespaltenes Verhältnis zu Musik für Kinder, oder anderen Kinderliedern ist in meinem Freundeskreis kein Geheimnis – und wird von manchen belächelt. Es gibt tatsächlich sehr schöne CDs auf denen Musik für Kinder ist, der ich auch das Prädikat „Musik“ zugestehen würde – aber es gibt einiges das mir entweder textlich oder musikalisch, meistens jedoch kombiniert den letzten Nerv raubt. Eben habe ich auf taz.de einen herrlichen Artikel zum facettenreichen Gesicht des Bösen in Kinderzimmern gelesen aus dem ich einen sehr passenden Abschnitt zitieren möchte:

Rolf Zuckowski®

Was ist das? Der Teufel steckt heute nicht mehr im Detail. Hat er gar nicht nötig. Nein, das Böse kommt heute aus dem Autoradio, gibt Konzerte auf Bundesgartenschauen oder veröffentlicht für die Bild-Zeitung “Ein Herz für Kinder”-Platten. Mit Maffay. Und Nena. Nun kann man Rolf Zuckowski keinen Strick daraus drehen, dass er Rolf Zuckowski ist und Rolf-Zuckowski-Musik macht. Trotzdem gilt es, allen Versuchungen zu widerstehen, allen Anfängen zu wehren. Denn diese Anfänge sind – wie alles Böse – ganz harmlos und beginnen meist mit nett gemeinten Aufforderungen befreundeter Eltern, verlorener Seelen also, die, ohne es zu wissen, dem Bösen bereits erlegen sind.

“Hey, hör dir das mal an!”, heißt es dann meistens, und: “Ist gar nicht so schlimm, wie du immer tust!”, oder: “Summ doch auch mal mit, hab dich nicht so!” Jetzt – jetzt! – gilt es, ihm die Stirn zu bieten und zu sagen: Weiche, Satan! Über diese Schwelle schreitest du nicht! Fahre aus, du unreiner Geist! Wer jetzt – jetzt!! – nicht rasch reagiert, der ist verdammt auf alle Zeit, der wird nicht mehr froh sein ganzes Leben, weil er stumpfen Sinnes, mit schweren Lidern und belegter Zunge diabolische Meisterwerke wie “In der Weihnachtsbäckerei”, fetzige Uptempo-Nummern wie “Omama liebt Opapa” oder flockige Evergreens wie “Du da im Radio” wird mitsummen können, ja: müssen, weil das Kind danach verlangt, im Auto, auf der Bundesgartenschau, im Kindergarten, zuhause. Dabei hätte das Kind auch echte Musik ins Herz schließen können, wären die Eltern nicht weich geworden, Musik von den Beatles oder, wenns denn in deutscher Sprache mitsingbar sein muss, von Peter Licht oder Tocotronic.

Rolf Zuckowski, mit und ohne “seine Freunde”, versteht sein Werk als “generationenübergreifend”, und diesen Übergriff darf man sich durchaus bedrohlich vorstellen, etwa in Form einer echsenhaften Pranke mit spitzen gelben Krallen. Wer Musik liebt, der muss Rolf Zuckowski hassen.

Wer schenkt es? “Befreundete” Eltern, Agenten des Bösen.

Wann geht es vorbei? “Es geht immer noch ein bisschen weiter / ein bisschen weiter, als du glaubst / auf den Stufen deiner Lebensleiter / wenn du dir nicht deine Träume raubst” (Rolf Zuckowski).

VON ARNO FRANK auf taz.de

Und zum Schluss interessiert mich natürlich noch deine Meinung zu Musik für Kinder und was du hörst wenn du mit Kindern zusammen bist…

Obama

Dienstag, 20. Januar 2009


Heute beginnt die Amtszeit von Barack Obama. Darüber freue mich sehr und wünsche ihm das Beste für die kommenden Jahre und all die Herausforderungen.

Das Poster hier ist von Shepherd Fairey.

50 kleine Schritte

Freitag, 16. Januar 2009

AnrufbeantworterIn den letzten Tagen bin ich über das Blog von Kosmar auf die sehr schön gestaltete Seite 50waystohelp.com gestossen. Dort werden 5o kleine Schritte angeboten mit denen wir unserem Planeten etwas Gutes tun können. Dabei handelt es sich nicht um die weltbewegenden großen Schritte an die wir uns oft nicht trauen, sondern um Kleinigkeiten, die wir schön des öfteren gehört haben, dennoch tut es mir gut diese 5o Schritte zu lesen und mich daran erinnern zu lassen. Manches davon darf gerne noch zu einer Gewohnheit bei mir werden…

Twitter und Blog

Sonntag, 11. Januar 2009

Bereits seit einiger Zeit schreibe ich recht oft etwas auf die Frage »What are you doing?« auf Twitter. Manche belächeln das immer noch während für andere Twitter bzw. die Möglichkeit der Verbindung zu den Menschen denen man auf Twitter folgt und die einem folgen zu einem wichtigen Bestandteil des Alltags wurde. Ich finde Twitter super und freue mich über die unterschiedlichsten Verbindungen zu Menschen über diesen Dienst.

Am 04. Januar las ich auf mashable.com einen Artikel wie Twitter das Blogdesign in diesem Jahr ändern wird – oder vorsichtiger ausgedrückt könnte. Seit ich diesen Artikel gelesen hatte wollte ich auch hier etwas mehr für die Verbindung von Twitter und Blogs unternehmen. Zunächst aktivierte ich ein ShareThis-Plugin, das mir dann jedoch etwas zu umfangreich war um es auf Dauer zu betreiben, und die Tweetbacks über die im Zusammenhang mit dem Artikel gesprochen wurde schienen mir eine der besten Möglichkeiten zu sein Twitter und Blogs zu verbinden.

Für mich sind Tweetbacks vor allem aus dem Grund genial, da ich mir schon immer eine Möglichkeit gewünscht hatte nur mal eben kurz zu sagen dass mir der Artikel gefällt ohne tiefer ins Gespräch einzusteigen. Dies habe ich auch immer wieder so gemacht. Tweetbacks geben uns aber nun die Möglichkeit einen Tweet als Kommentar im Blog erscheinen zu lassen. Um dies Möglich zu machen wurden ein paar Plugins geschrieben, die .dean hier auf pl0g.de vergleicht. Ich habe mich für das TweetBack-Plugin von Florian Holzhauer entschieden, da dieses Plugin die Tweets für meinen Geschmack bisher am Besten einbindet, nämlich als normale Kommentare.

Ein Plugin von Richard X. Thripp das leichtes twittern vom Blog aus ermöglicht erweitert die Bestrebung der Verbindung von Twitter und Blog. Du musst nun also nicht erst die URl des Beitrags kopieren und in dein bevorzugtes Twitter-Eingabefeld einfügen, sondern kannst am Ende eines jeden Beitrags auf den schicken twitter das Button klicken und schon öffnet sich deine Twitter-Home-Seite und du kannst einen Kommentar zum Link und Titel des Beitrags schreiben. Diese schicken Buttons wurden von Sascha Assbach gestaltet und stehen ebenfalls zum Download und zur Verwendung bereit.

Ich hoffe nun, dass die Plugins dem Blog nichts antun (sind teilweise noch in der Alpha-Phase) und dass sich auf diese Weise die Verbindung von Blog und Twitter weiter ausbauen lässt. Darüber hinaus möchte ich dich ermutigen auch mal nur eben kurz einen kleinen Gruß als Kommentar hier zu lassen, wenn du möchtest…

Drei Sphären

Montag, 05. Januar 2009

Im Moment lese ich wieder einmal das fabelhafte Buch »Ich und Du« von Martin Buber und möchte an dieser Stelle mit einem Verweis auf die drei Sphären des Beziehungsgeschehens daraus das Blogjahr beginnen:

„Drei sind die Sphären, in denen sich die Welt der Beziehung baut.

Die erste: das Leben mit der Natur, darin die Beziehung an der Schwelle der Sprache haftet.

Die zweite: das Leben mit den Menschen, darin sie sprachgestaltig wird.

Die dritte: das Leben mit den geistigen Wesenheiten, darin sie sprachlos, aber sprachzeugend ist.

In jeder Sphäre, in jedem Beziehungsakt, durch jedes uns gegenwärtig Werdende blicken wir an den Saum des ewigen Du hin, aus jedem vernehmen wir ein Wehen von ihm, in jedem Du reden wir das ewige an, in jeder Sphäre nach ihrer Weise. Alle Sphären sind in ihm beschlossen, es in keiner. Durch alle strahlt die eine Gegenwart.“

Martin Buber, Ich und Du in Das dialogische Prinzip, 103.

Ich fand diese Erwähnung der drei Sphären wieder einmal sehr interessant, vor Allem auch da ich ja viel von einem Leben in Harmonie mit Schöpfung, Menschheit und Gott rede und in den Sphären Bubers einiges an Übereinstimmung zu dem wahrnehme was ich unter dem eben erwähnten verstehe.