Das Blog zum Buch

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Heute ging das Blog zu unserem aktuellen Buch ›BEZIEHUNGSWEISE LEBEN: Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen.‹ online. Ich freue mich schon auf alles was wir dort gemeinsam erleben werden. Das Buch nimmt während ich diese Zeilen schreibe auch konkretere Formen an, ein paar Straßen weiter sitzt Denis in seinem Büro und bringt das Innere des Buches in eine schöne Form. Ende dieser Woche wird das Buch dann nochmals gegengelesen um dann in den Druck zu gehen. Aber jetzt nichts wie auf das Blog gesurft

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Zugängliche Transzendenz

Neben einer ganzen Reihe von Gedanken kaue ich in regelmäßigen Abständen an Zizeks Aussagen zur zugänglichen Transzendenz, und damit seiner Ablehnung eines jenseitigen Gottes nach dem Tod Christi am Kreuz, herum. Folgende Zitatsammlung erläutert diesen Gedankengang meiner Ansicht nach sehr gut:

„Das Christentum entsagt diesem jenseitigen Gott, diesem Realen hinter dem Vorgang der Phänomene; es erkennt an, daß es hinter der Erscheinung nichts gibt – nichts als das nicht wahrnehmbare X, das Christus, diesen gewöhnlichen Menschen, in Gott verwandelt.

Das, was tatsächlich »jenseits des Bildes« liegt, ist das X, das aus dem Menschen Christus Gott macht. Genau in diesem Sinne kehrt das Christentum die jüdische Sublimierung in eine radikale Desublimierung um; nicht Desublimierung im Sinne der einfachen Reduktion Gottes auf den Menschen, sondern Desublimierung im Sinne des Abstiegs des erhabenen Jenseits auf das Alltagsniveau.

Es geht nicht darum, daß wir der »Transzendenz entsagen« und den beschränkten Menschen als Gegenstand unserer Liebe deswegen völlig akzeptieren sollten, weil »dies alles ist, was es gibt«: Die Transzendenz wird keineswegs abgeschafft, sondern im Gegenteil zugänglich gemacht – sie scheint durch dieses unbeholfene und jämmerliche Wesen, das ich liebe, hindurch.

Es geht also nicht darum, daß der Mensch aufgrund der Beschränktheit seiner sterblichen sündigen Natur, nie ganz göttlich, sondern darum, daß der Mensch, wegen des göttlichen Funkens in sich nie ganz Mensch werden kann. Christus als Mensch=Gott ist der einzigartige Fall völliger Menschlichkeit…

Aus diesem Grund gibt es nach seinem Tod auch keinen Raum für irgendeinen jenseitigen Gott. Das einzige, was bleibt, ist der Heilige Geist, die Gemeinschaft der Gläubigen, auf die die unergründliche Aura Christi übergeht, sobald sie ihrer Inkarnation beraubt ist.“

[Slavoj Zizek, Die gnadenlose Liebe, Seiten 124-126.]

Über eure Gedanken dazu freue ich mich z.B. in den Kommentaren…

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Erziehung

Gestern Abend las ich zur Überbrückung einer kurzen Zeitspanne, und dazu finde ich Magazine sehr passend, ein Interview mit Daniel Cohn-Bendit in der Nido. Darin spricht er über die 68er-Zeit im Allgemeinen, aber auch über Erziehung und eine denkbare Vaterrolle.

Zwei kurze Ausschnitte möchte ich aus dem Interview hier zitieren. Im ersten Zitat reagiert Cohn-Bendit auf Fragen zu den Ansätzen von Bernhard Bueb und Michael Winterhoff:

„Disziplin – das ist doch ein Unwort. Da denke ich an Drill und blinden Gehorsam. Wer will, dass sich Kinder bedingungslos unterordnen, der will eine Masse von verklemmten, neurotischen Kindern. Natürlich bin ich der Meinung, dass Kinder gewisse Regeln anerkennen sollen. Aber was Bernhard Bueb in seinem vor Plattitüden strotzenden Buch schreibt – da geht es nur um Etikette, Äußerlichkeiten. Es ärgert mich, wenn manche heute so tun, als wäre die antiautoritäre Bewegung der 68er-Zeit ein kompletter Irrweg, als wären die damals entstandenen Kinderläden völlig anarchische Einrichtungen gewesen…

Antiautoritär heißt nicht Laissez-faire. Es heißt weder: „Es gibt keine Regeln.“ Noch: „Du musst.“ Sondern es ist ein Weg, einem Kind die Möglichkeit zu geben, Widersprüche und Konflikte auszutragen, Gehör zu finden, seine Potentiale zu entwickeln. Es ist ein Weg, die Kinder zu selbstbewussten, selbstdenkenden Persönlichkeiten reifen zu lassen.“

Quelle: Nido, 1-2009, Seite 40.

Ich verstehe antiautoritäre Erziehung ebenso und fühle mich zum einen in dieser Weise erzogen worden zu sein, während ich heute versuche auch meine Kinder ernst zu nehmen und sie als wahre Gegenüber in ihrem Leben zu begleiten und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Auf die Familienpolitik der derzeitigen Regierung angesprochen, spricht Cohn-Bendit zunächst davon dass er es für unerlässlich hält sich Zeit für die eigenen Kinder zu nehmen. Diesen Aspekt sieht er momentan etwas unterbelichtet, und kritisiert neben des positiven Aspekts dass Frauen leichter in den Beruf zurück kommen die wirtschaftlichen Motive dahinter. Seine Gedanken zur Vaterrolle und Karriere halte ich für äußerst bedenkenswert:

„Ich finde, wenn man Kinder hat, dann sollte man auch Zeit für sie haben. Wo bleibt die 4-Tage-Woche? Wo sind Männer, die sagen: Ich möchte arbeiten – aber mich auch an der Erziehung beteiligen?

Die Frage der Selbstbegrenzung der Karriere, die stellen sich die meisten Männer auch heute noch nicht.“

Quelle: Nido, 1-2009, Seite 43.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Interview, wie ich finde.

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Eucharistie

Gestern war hier ein Feiertag der den Namen Fronleichnam trägt, dieser regte einige Gedanken in mir an, weshalb ich nun einen kurzen Eintrag zu diesem Feiertag und zu dem was im Zusammenhang mit dem Wort Eucharistie denkbar ist schreibe.

In einem Café sitzend streifte mein Blick über einen Absatz in der Tageszeitung in dem etwas zu Fronleichnam stand. Er sei eingeführt worden da eine gewisse Juliana von Lüttich in einer Vision das Fehlen eines Festes der Altarsakramente wahrgenommen hatte. In diesem Sinne wurde dann das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ mit Prozessionen angeführt durch die Altarsakramente eingeführt. Der Name „Fronleichnam“ gilt als Eindeutschung des lateinischen „Corpus Domini“ und leitet sich von dem Mittelhochdeutschen „vrône lîcham“ ab, was wiederum des Herren Leib bedeutet. Dieser Zusammenhang löste dann schließlich mein Nachdenken über die Eucharistie aus.

Im Zusammenhang mit ihrer Deutung des Exodus schreiben Rob Bell und Don Golden im sechsten Kapitel ihres Buches „Jesus wants to save Christians“ über eine mögliche Deutung des Begriffs Eucharistie. Zunächst erläutern sie den Zusammenhang von Passahfest, Exodus und Eucharistie. Das bevorstehende Exodusgeschehen das durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi einen Höhepunkt erfuhr, beinhaltete ein gemeinsames Passahmahl Jesu mit seinen Jüngern. In diesem Mahl wurde die befreiende Handlung Jesu im Kreise der Jünger in die Geschichte des Exodus gestellt.

Der griechische Begriff „Eucharistie“ drückt das geben einer guten Gabe aus. Diese gute Gabe ist zunächst Christus, der sich selbst zur Befreiung und Heilung der gesamten Schöpfung hingibt. Damit schafft er die Möglichkeit der Erneuerung der gesamten Welt. Nach Ansicht von Bell und Golden führt uns die Erinnerung an diese gute Gabe zu unseren Wurzeln, nämlich der Partizipation an der Heilung und Befreiung der gesamten Welt. Die Eucharistie könnte in diesem Sinne als die Hingabe von uns selbst verstanden werden, um in der Teilnahme an dem was Gott tut an der Heilung der Welt mitzuwirken.

In diesem Sinne verbindet sich Kontemplation und Aktion auf eine tiefe Weise. In der Eucharistie wird die gute Gabe Jesu Christi und die metaphorische Vereinigung des Leibes Christi mit uns meditiert und gleichzeitig deutet diese Meditation auf die Teilnahme am Handeln Gottes hin und führt uns daher zu einem eigenen befreienden und lebensschaffenden Handeln.

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Weitere Informationen zu Fronleichnam finden sich in der Wikipedia.

Das Buch „Jesus wants to save Christians“ hat eine Webseite und kann hier über Amazon bezogen werden.

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Vernetzt

weltweite emergente Bewegung

Was mich an den Begriffen wie „emerging Church“, „emergenter Dialog“ oder „emergente Bewegung“ nach wie vor begeistert ist die Verbindung von Menschen und Gemeinschaften die sich auf eine Reise begeben in unserer Zeit im Einklang mit Gott, Menschen und Natur zu leben. Dabei werden Fragen gestellt, Geschichten erzählt, Leben geteilt, es wird unterschiedlichstes ausprobiert, manches beibehalten anderes verworfen und drittes neu zusammengemischt. Neben den guten Kontakten vor Ort spielt für mich bis heute das Web eine wichtige Rolle in dieser Vernetzung. Daher finde ich auch die Idee eine gemeinsame Karte zu erstellen auf der sich alle eintragen können die sich in dieser Bewegung verstehen sehr gut.

emergente Bewegung im deutschsprachigen RaumZur weltweiten Karte gehts hier lang. Ein paar Hintergrundgedanken zur Idee der Karte findet sich im Blog von Emergent Village. Wir haben für Emergent Deutschland vor einiger Zeit eine Karte für den deutschsprachigen Raum an den Start gebracht zu der du dich hier eintragen kannst.

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gerecht & nachhaltig

Propeller

Morgen Abend werde ich im Rahmen von Propeller etwas darüber reden was mir im Bezug auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Verbindung mit der Idee Gottes wichtig geworden ist. Getreu dem Motto „Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott, Menschen und Natur“ erwarte ich morgen einen inspirierenden Abend. Herzliche Einladung von meiner Seite.

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Für Miriam

Für MiriamNachdem ich den Film durch ein Versehen bei seiner Erstausstrahlung auf ARTE verpasste, nahm ich mir heute Abend die Zeit ihn auf ARTE+7 anzusehen. In knappen 60 Minuten thematisiert der Film grundlegende Fragen des Lebens.

Lars-Gunnar Lotz und Anna Praßler gehen der Frage nach Schuld und Vergebung nach und streifen dabei auch Fragen nach dem was im Leben Halt geben kann. Karen Mertens, die Hauptfigur des Filmes, wird in einen tragischen Unfall verwickelt bei dem die junge Miriam ihr Leben verliert. Auch wenn Karen keine Schuld am Unfall trifft wird sie von Schuldgefühlen verfolgt. Lukas Fleißer, der Bruder der verstorbenen Miriam, sieht die Schuld bei Karen, die gleichzeitig seine Mathelehrerin ist. Es entwickelt sich eine dramatische Beziehung zwischen Karen und Lukas die sich zuerst im Klassenzimmer und an vielen weiteren Orten begegnen.

Meiner Ansicht nach thematisiert der Film auf treffende Weise Fragen nach Schuld und Vergebung und zeigt darüber hinaus die Aporien auf in die Glaube in vielerlei Gestalt führen kann. Der Film ist mit seinen 57 Minuten sehr intensiv und wohl auch deshalb bei Arte erst ab 18 zu sehen – in den kommenden knapp 7 Tagen kann der Film zwischen 23:00 und 05:00 Uhr hier angesehen werden.

Auf miriam-film.de findet sich der Trailer und weiter Informationen zum Film und dessen Entstehung.

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Artikel zum Internet-Filter Streit

Auch wenn ich eher nicht dazu neige Spiegel zu lesen – weder Print noch Online – so finde ich den Artikel mit dem Titel „Die Generation C64 schlägt zurück“ sehr erhellend. Ich empfehle den gesamten Artikel und zitiere nur ein paar kleine Ausschnitte die meiner Ansicht nach sehr treffend wiedergeben wo die „Kulturen hier aufeinander prallen“:

Diejenigen, die sich jetzt wehren, sind mehrheitlich überzeugt: Deutschland wird regiert, die öffentliche Meinung hierzulande dominiert von Menschen, für die das Internet eine fremde Welt ist, Computerspiele ein fremdartiger, potentiell gefährlicher Zeitvertreib. Von Menschen, die immer noch stolz auf die eigene Fähigkeit sind, SMS zu verschicken. Von digitalen Immigranten eben.

Gleichzeitig leben in diesem Land an die 20 Millionen Menschen zwischen 15 und 35 (um mal eine willkürliche Grenze für die Angehörigen der Generation C64 zu ziehen), in deren Leben digitale Technologie eine zentrale, eine vor allem selbstverständliche Rolle spielt. Für die das Internet nicht “der Cyberspace” ist, sondern ein normaler Teil ihres Alltags, ebenso wie Telefone für die Generationen davor.

Die einen, die digitalen Immigranten, machen Politik für die anderen, die in einer vom Digitalen durchdrungenen Welt leben. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen.

[...]

Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.

Quelle: Spiegel Online: Die Generation C64 schlägt zurück

Ich erinnere mich noch gerne an meinen ersten C64 der in meinem Jugendzimmer stand und für den ich erstes Erspartes einsetzte… auch wenn viele diese Kategorisierung unangenehm finden, mir gefällt sie besser als Generation Golf oder XY@, da ich eben gute Erinnerungen an die Zeit mit dem C64 habe. Und in der Tat – das Internet ist für mich kein Cyberspace sondern Teil meines normalen Alltags – nach dem Motto „wer braucht schon ›Second Life‹ wenn das ›erste Leben‹ eng mit dem Internet verwoben ist…

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