Archiv für Juli 2009

Einheit in Vielfalt

Mittwoch, 29. Juli 2009

In meinem Feedreader bin ich eben über einen Artikel auf KarmaKonsum gestolpert auf den ich sofort hier hinweisen möchte, vor allem um meine vollste Zustimmung kund zu tun.

Dort heißt es, dass nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz eine spirituelle Pflicht sind. Der Verantwortliche Umgang mit der Schöpfung ist meiner Ansicht nach ein grundlegender Aspekt der Idee Gottes und spielt aus diesem Grund auch eine zentrale Rolle in unserem Leben.

Ich freue mich auch zutiefst über das was im letzten Abschnitt angesprochen wird und freue mich auf all das was wir auf dieser gemeinsamen Reise erleben werden:

Hier sehe ich ein sehr großes insbesondere soziales Veränderungspotenzial, wenn die Gläubigen dieser Welt eine gemeinsame Vison bekämen. Nicht mehr die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten rückten damit in den Fokus: Unity in Diversity.

In diesem Sinne spreche abschließend noch eine Leseempfehlung für den ganzen Artikel aus!

NetzwerkDienstag

Mittwoch, 29. Juli 2009

Heute greife ich den Netzwerk-Dienstag auf den Johannes von Kai übernommen hat und den auch Martin immer wieder veranstaltet. Die Zeiten in denen das Blog der einzige Ort ist an dem meine Netz(werk)aktivitäten in diesem schönen weltweiten Netz stattfinden sind seit geraumer Zeit vorbei – und es gibt Orte an denen ich öfters kommuniziere als hier. Aus diesem Grund möchte ich heute auch mal diese Knotenpunkte hier erwähnen und dich einladen – sofern es noch nicht geschehen ist – unsere Verbindung auch an diesen Stelle auszudrücken und der einen oder anderen Seite einen Besuch abzustatten.

Soziale Netzwerke

Meine Seite bei Twitter
Mein Profil bei Facebook
Meine Photos bei Flickr
Mein Blog bei Posterous
Mein Profil bei last.fm
Meine Seite bei Friendfeed
Mein Profil bei Xing

Neben diesen Seiten treibe ich mich auch auf anderen Blogs und Seiten herum die auf die eine oder andere Weise mit dem zu tun haben was meine Tätigkeit ausmacht.

DEPONE Netzgestaltung

Für meine Netzgestalterischen Tätigkeiten habe ich eine Seite, die du mit einem Klick hierdrauf erreichst…

Einiges von dem was im Zusammenhang mit dem Buch Beziehungsweise Leben im Netz passiert, das ich gemeinsam mit Björn Wagner herausgebe, findet sich hier:

Buch: Beziehungsweise Leben

Das Blog zum Buch
Die Facebook-Seite des Buches
Das Buch bei Amazon.de

Den emergenten Dialog in unseren Breitengraden zu ermöglichen ist eine der Angelegenheiten die mich immer wieder umtreibt, daher bin ich auch gerne Teil von Emergent Deutschland und beteilige mich an dem was hier so passiert:

Emergent Deutschland

Das Emergent-Deutschland-Blog
Die Emergent-Deutschland Facebook-Gruppe
Die Eventseite des diesjährigen Emergent Forums in Erlangen.

Auf dem Laufenden bleiben…

Falls du den Feed dieses Blogs noch nicht abonniert hast, empfehle ich dir natürlich einen Klick auf diesen Link. Freuen würde ich mich natürlich auch darüber wenn du dieses Blog bei delicious oder Mister Wong markierst und dadurch auch anderen dabei hilfst hier zu landen.

Und am Ende dieses Eintrages möchte ich mich schließlich dafür bedanken dass du ab und an hier vorbeikommst und mir dadurch auch die Freude am Bloggen seit Jahren lebendig hältst…

Eine erste Begegnung mit Žižek

Donnerstag, 23. Juli 2009

Kürzlich habe ich mal versucht ein paar grundlegende Informationen zu Slavoj Žižek auf ein DIN-A4-Blatt zu bekommen und auf diese Weise eine erste Begegnung mit seinen inspirierenden Gedanken möglich zu machen. In diesem Sinne verpacke ich dieses Blättchen hiermit auch in einen Blogeintrag…

Slavoj Žižek ist Philosoph, Kulturkritiker und Psychoanalytiker aus Ljubljana, Slowenien.

Geboren am 21. März 1949. Seit 2004 verheiratet mit Analia Hounie (1978, Tochter eines Psychoanalytikers und früher Unterwäschemodel).

Žižek gilt als einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Intellektuellen unserer Zeit. Er wurde durch seine Übertragung und Weiterentwicklung der Psychoanalyse Jacques Lacans bekannt. Einzigartig in seiner Übertragung ist seine Bezugnahme auf die Populärkultur und seine Gesellschaftskritik. Er wird zur Strömung des Poststrukturalismus gerechnet. Er selbst spricht des Öfteren davon dass sein Antrieb zur Philosophie ist, dass er selbst verstehen möchte, in einem Interview bezeichnet er sein Werk folgendermaßen:

„Hegel mit Hilfe der Psychoanalyse zu lesen und dabei Freuds zentrale Einsicht zu verwenden, den Todestrieb. Mit Hilfe all dessen den deutschen Idealismus zu Lesen, die absolute Negativität.“

Quelle: Slavoj Žižek in Sternstunde Philosophie des Schweizer Fernsehen vom 17.05.2009

Genuss vs. Lust
Er kritisiert die Genussorientierung unserer Kultur. Nach Lacan bezeichnet er Genuss auch als Schmerz. Dies hängt damit zusammen dass es keine Genussgrenzen mehr gibt, alles erlaubt ist, und die Befriedigung sofort verwirklicht werden kann. Die Spannung der Lust, des Begehrens wird eliminiert und der Genuss dadurch pervertiert. „Wir sind nicht dazu verdammt zu genießen!“, lautet seine Kritik. Gerade im Verlust des Genießens sieht er einen Gewinn der Lust, die wiederum zum Lebensantrieb werden kann und dadurch ein „Mehr-Genießen“ hervorbringt.

Kino
Das Kino bezeichnet er als die perverseste Kunstform, da es dir nicht gibt was du begehrst, sondern dir beibringt wie du begehrst. Unser Begehren ist nicht natürlich, sondern künstlich und wird uns von außen beigebracht. Wir brauchen das Kino um unsere heutige Welt zu verstehen. Um das zu erkennen was realer ist als die Realität müssen wir uns der Fiktion des Kinos zuwenden.

Politik
Er fordert wirkliche Demokratie. Seiner Ansicht nach muss sowohl die Wirtschaft als auch die Politik wieder politisiert werden. Toleranz führt seiner Ansicht nach in die Irre und die „Dalai-Lama-Weisheit“ zur Katastrophe. Er fordert Auseinandersetzung. Auch wenn Žižek sich vom real-existierenden Kommunismus distanziert versteht er sich als Linker, der marxistisch inspiriert ist.

Christentum
Bezeichnet sich selbst als Atheist, und sagt dennoch „insgeheim glauben wir alle.“ In seinen Ausführungen zum Christentum bezieht er sich auf Hegel, Freud und Lacan. In diesem Sinne sieht er im Tode Christi am Kreuz den Tod des jenseitigen Gottes. Die Auferstehung versteht er nicht personal, sondern sieht im Heiligen Geist das konstituierende Geschehen einer liebenden Gemeinschaft die im Sinne Christi lebt.

Fragen-Verdrehung
Er ist bekannt für seine so genannte Fragenverdrehung. Die Frage Žižeks lautet nicht: „Was können wir vom Leben über den Cyberspace lernen“, sondern umgekehrt: „Was können wir vom Cyberspace über das Leben lernen?“. Er schafft mit seinem Denken einen neuen Blick auf das Gewöhnliche und bietet eine Vielzahl alternativer Sichtweisen an.

Jesus wants to save Christians

Dienstag, 07. Juli 2009

Auch über das Buch »Jesus Wants to Save Christians von Rob Bell und Don Golden habe ich einen ähnlichen Text geschrieben, der hierher passt…

_

Jesus Wants to Save ChristiansRob Bell und Don Golden, die eine Zeit lang gemeinsam als Pastoren der Mars Hill Bible Church in Grand Rapids tätig waren, beschreiben in diesem Buch eindrücklich wie ein Leben gemäß der Idee Gottes aussehen kann. Das Buch folgt in seinem Aufbau der biblischen Erzählung. Theologisch berufen sie sich auf die so genannte „Neue Exodus Perspektive“. In diesem Sinne sprechen sie viel über Unterdrückung und die Befreiung aus derselben.

Ihre Darstellungen beginnen mit Kain und Abel und führen über menschliche Zivilisation bis hin zur Versklavung des Volkes Israel in Ägypten. Ausführlich wird der Auszug aus der Sklaverei (Exodus) thematisiert, der das Volk an den Sinai führte an dem Grundlagen ihrer Sozialisation gelegt wurden. Das Volk Israel lässt sich schließlich in dem ihnen verheißenen Land nieder und errichtet in Jerusalem seine eigene Zentrale der Macht. Am Beispiel Salomons machen die Autoren deutlich wie eine Abkehr von Gerechtigkeit bis zum Einlassen auf Sklaverei einen Menschen seine Geschichte vergessen lassen kann und ihn so auch von dem Weg abbringen kann den er gehen wollte. Salomon und seine Berater vergaßen ihre eigene Geschichte, versklavten andere Menschen und führten dadurch letztendlich wieder sich selbst und ihr Volk in die Unterdrückung (Babylon).

Golden und Bell sehen hier eine Art Kreislauf zwischen einem Leben in Freiheit, dem Vergessen der eigenen Geschichte und Abwendung von Gerechtigkeit und erneuter Unterdrückung (Ägypten / Sinai / Jerusalem / Babylon). Diesen Kreislauf betrachten sie auch systemisch und übertragen ihn sowohl auf das Leben einzelner Christen als auch auf die gesamte Christenheit. In dem Leben und Wirken Jesu Christi sehen sie einen neuen Exodus. Durch Christus sind wir aus der Sklaverei unserer Konzentration auf uns selbst befreit und dürfen nun zum Sinai kommen. Dort brauchen wir nicht jemand anderes vorschicken, der für uns auf Gott hört, weil wir Angst haben, sondern dürfen auf ihn hören und schöpfen aus dem Gehörten Kraft an dem mitzuwirken was Gott tut – der Befreiung der Unterdrückten.

Das Buch ist eine eindrucksvolle Inspiration zu gelebter Nachfolge. Durch die einfache Sprache gelingt es den Autoren sehr gut komplexe Zusammenhänge verständlich zu kommunizieren und zu einem Leben zu inspirieren das am befreienden Handeln Gottes mitwirkt.

Ein Buch an Christen, das davon spricht in welchen Bereichen wir dringend Jesu Befreiung benötigen:

Jesus wants to save us from making the good news about another world and not this one.

Jesus wants to save us from preaching a gospel that is only about individuals and not about the systems that enslave them.

Jesus wants to save us from shrinking the gospel down to a transaction about the removal of sin and not about every single particle of creation being reconciled to its maker.

Jesus wants to save us from religiously sanctioned despair, the kind that doesn’t believe the world can be made better, the kind that either blatantly or subtly teaches people to just be quiet and behave and wait for something big to happen „someday.“

Quelle: Don Golden und Rob Bell, Jesus wants to save Christians, 179.

_

Ich persönlich halte das Buch für ein sehr gutes Buch zur Vertiefung der Nachfolge im Sinne der Partizipation an Gottes befreiendem Handeln.

The Orthodox Heretic

Samstag, 04. Juli 2009

Als ich eben einen kurzen Text zum Buch ›The Orthodox Heretic and other impossible tales‹ von Peter Rollins geschrieben habe, dachte ich mir dass dieser auch hier stehen könnte:

_

The Orthodox HereticIn diesem Buch führt Peter Rollins seine Gedanken zu einem Leben jenseits von Glauben in der konkreten Nachfolge Christi konsequent weiter. Während er in seinen beiden ersten Büchern (How (not) to speak of God und The Fidelity of Betrayal) einen stärker kognitiv-philosophischen Zugang wählte, schreibt er nun auf der Ebene von Erzählungen.
Inspiriert durch die Parabeln Jesu erzählt er Geschichten die tiefere Schichten in den Leserinnen und Lesern ansprechen. Während eine kognitive Abhandlung Gedanken klar und nachvollziehbar darstellen möchte, sieht er die Besonderheit der Erzählung in den unterschiedlichen Facetten ihrer Bedeutung die die Leserinnen und Leser immer wieder in eine meditative Beschäftigung mit derselben rufen.
Es geht ihm mit den Parabeln nicht darum ein Buch anzubieten das durchgelesen und verstanden werden kann, sondern stärker darum dass die einzelnen Erzählungen meditativ und bewusst gelesen werden und dass sie das Leben der Leserinnen und Leser verändern. Um diese Ausrichtung zu betonen schreibt er im einleitenden Kapitel über den Unterschied von „hören“ und „gehorchen“ wie er in unserer Kultur besteht.
Dieses Buch führt die Leserin und den Leser in eine tiefe Auseinandersetzung mit der eigenen Nachfolge. Die 33 enthaltenen Erzählungen ordnet er in drei Teilen an. Im ersten Teil mit dem Titel „Jenseits des Glaubens“ richtet er den Blick auf die gelebte Nachfolge. Mit der Möglichkeit der doppelten Auslegung verwendet er „G-O-D-I-S-N-O-W-H-E-R-E“ als Titel für den zweiten Teil und spricht über die Ambivalenz von Nähe und Ferne Gottes. Im dritten Teil schreibt er über die Verklärung der Nachfolgenden in das Bild Christi. Zu jeder Geschichte bietet Rollins eine kurze Ausführung seiner Gedanken.
Das Buch eignet sich wunderbar zur meditativen Lektüre und ist in dieser Weise eine Art Andachtsbuch für die tägliche Meditation. Darüber hinaus kann es sehr gut zur Lektüre und den Dialog in Zellgruppen eingesetzt werden. In der Auseinandersetzung mit dem Buch wächst auch die eigene Phantasie Fragen der Nachfolge in Parabeln und Erzählungen zu fassen und in dieser Weise dem Weg Jesu zu folgen.

_

Falls es im Text noch nicht deutlich herauskam, ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt und halte es für ein sehr wertvolles meditatives Buch zur Vertiefung unserer Nachfolge. Was denkt ihr, die ihr das Buch gelesen habt, dazu?