In seinem Artikel ›Waking the Dead‹ schreibt Terry Eagleton über die Bedeutung der Geschichte für die Zukunft. Auch wenn ich den Artikel sicher nicht in seiner ganzen Tiefe verstanden habe finde ich ihn sehr interessant und möchte zwei Gedanken daraus hier mit euch teilen:
In Aufnahme der Gedanken von Walter Benjamin schreibt er davon, dass es wichtig ist mit den Ereignissen der Vergangenheit nicht einfach abzuschließen, sondern sich der Geschichte bewusst zu bleiben, die Erinnerung wach zu halten und die Geschichte heute anders weiter zu schreiben. Die Ereignisse der Vergangenheit können nicht mehr ungeschehen gemacht werden, es ist jedoch möglich die Geschichte insofern zu ändern dass heute in einer Weise gehandelt wird die dem entspricht was aus der Geschichte gelernt wurde. In dieser Sicht bietet es sich nicht an einfach einen Strich unter die Geschichte ziehen zu wollen und nur noch nach vorne zu blicken, sondern in der Erinnerung dessen was geschehen ist und was daraus gelernt wurde, die Gegenwart zu gestalten und somit auch die Zukunft zu beeinflussen. Entsprechend dieser Gedanken schreibt er dem Horror aus der Vergangenheit eine motivierende Kraft zum Handeln zu:
In one of his shrewdest sayings, Benjamin remarked that what drives men and women to revolt against injustice is not dreams of liberated grandchildren, but memories of enslaved ancestors. It is by turning our gaze to the horrors of the past, in the hope that we will not thereby be turned to stone, that we are impelled to move forward.
Quelle: Terry Eagleton, Waking the Dead.
Interessant ist auch wie er die Möglichkeit dessen einschätzt was die Regierungszeit Obamas in Amerika (und sicher auch weltweit) bewirken könnte. Auch wenn es nicht zu einem Neuanfang oder großen Wandel in der Politik kommen wird, so wird die Geschichte Amerikas in einer Weise weitergeschrieben die der Tatsache Rechnung trägt dass die Menschen die einst als Sklaven verkauft wurden keineswegs minderwertig waren.