Archiv für November, 2009

Eine Geschichte weiter schreiben

Donnerstag, 26. November 2009

Fragen und Zweifel

Am Samstag werde ich im Rahmen des Emergent Forums eine kurze Präsentation zu der Gemeinschaft in der ich lebe halten. Die Vorbereitungen dafür nutzte ich gerade um ein paar Erlebnisse aus der Geschichte Revue passieren zu lassen. Immer wieder faszinierend was wir hier schon alles erlebt haben, nicht alle Erlebnisse sind erfreulicher Natur, aber momentan bin ich sehr hoffnungsvoll dass wir unsere Geschichte gut weiter schreiben werden…

Eine offene Gemeinschaft

Aus der Geschichte lernen II

Dienstag, 17. November 2009

In der letzten Woche las ich folgenden Artikel in der Zeit »Die Grenzen der Schuld« in dem die Frage thematisiert wird ob die brandenburgische SPD mit Kerstin Kaiser zusammenarbeiten darf. Kaiser war während ihres Auslandsstudienzeit in St. Petersburg IM der Stasi und berichtete über Kommilitonen. Folgenden Abschnitt des Artikels finde ich sehr interessant:

1988 stellte das Ministerium für Staatssicherheit laut Aktenlage die Zusammenarbeit ein. Nach 1994 hat Kaiser nach eigener Aussage alle Betroffenen persönlich angesprochen und sich entschuldigt, die meisten hätten die Entschuldigung angenommen. Sie schäme sich und bedaure es, als IM gearbeitet zu haben, das hat sie oft gesagt, ihren Kindern, ihren Freunden, auch öffentlich.

Was genau bedauert sie? »Ich bedaure es, benutzbar gewesen zu sein. Ich bedaure es, meine eigenen menschlichen Maßstäbe verletzt zu haben, um dem Staat zu nutzen.«

Im Laufe der Zeit hat sich das Entschuldigungsmuster anderer IM von »Ich habe keinem geschadet« zu »Das alles ist so lange her« geändert. Kerstin Kaiser sagt keinen der beiden Sätze. Als sie sich für die Stasi verpflichtete, war sie 18 Jahre alt. Kaiser sagt, sie hätte trotzdem erkennen müssen, dass es falsch war. Ist es also gerecht, dass sie heute dafür einen Preis bezahlen muss?

Und mit dieser Frage möchte ich auch diesen Eintrag beenden und empfehle den gesamten Artikel zur Lektüre: »Die Grenzen der Schuld«.

Aus der Geschichte lernen

Samstag, 14. November 2009

In seinem Artikel ›Waking the Dead‹ schreibt Terry Eagleton über die Bedeutung der Geschichte für die Zukunft. Auch wenn ich den Artikel sicher nicht in seiner ganzen Tiefe verstanden habe finde ich ihn sehr interessant und möchte zwei Gedanken daraus hier mit euch teilen:

In Aufnahme der Gedanken von Walter Benjamin schreibt er davon, dass es wichtig ist mit den Ereignissen der Vergangenheit nicht einfach abzuschließen, sondern sich der Geschichte bewusst zu bleiben, die Erinnerung wach zu halten und die Geschichte heute anders weiter zu schreiben. Die Ereignisse der Vergangenheit können nicht mehr ungeschehen gemacht werden, es ist jedoch möglich die Geschichte insofern zu ändern dass heute in einer Weise gehandelt wird die dem entspricht was aus der Geschichte gelernt wurde. In dieser Sicht bietet es sich nicht an einfach einen Strich unter die Geschichte ziehen zu wollen und nur noch nach vorne zu blicken, sondern in der Erinnerung dessen was geschehen ist und was daraus gelernt wurde, die Gegenwart zu gestalten und somit auch die Zukunft zu beeinflussen. Entsprechend dieser Gedanken schreibt er dem Horror aus der Vergangenheit eine motivierende Kraft zum Handeln zu:

In one of his shrewdest sayings, Benjamin remarked that what drives men and women to revolt against injustice is not dreams of liberated grandchildren, but memories of enslaved ancestors. It is by turning our gaze to the horrors of the past, in the hope that we will not thereby be turned to stone, that we are impelled to move forward.

Quelle: Terry Eagleton, Waking the Dead.

Interessant ist auch wie er die Möglichkeit dessen einschätzt was die Regierungszeit Obamas in Amerika (und sicher auch weltweit) bewirken könnte. Auch wenn es nicht zu einem Neuanfang oder großen Wandel in der Politik kommen wird, so wird die Geschichte Amerikas in einer Weise weitergeschrieben die der Tatsache Rechnung trägt dass die Menschen die einst als Sklaven verkauft wurden keineswegs minderwertig waren.

Ortstermin SüdWest

Mittwoch, 04. November 2009

Kürzlich habe ich vorgeschlagen, dass wir einen Ortstermin der Freunde und Freundinnen in der emergenten Bewegung im SüdWesten machen. Darauf gab es viele positive Reaktionen und es wird dieses Treffen geben.

Bei einigen passte jedoch der Termin nicht, während andere können. In dem Bewusstsein, dass es keinen Termin geben wird an dem alle können und dennoch „bemüht“ es möglichst vielen Interessierten möglich zu machen schlage ich nun noch einen Alternativtermin vor. In unserer Google-Gruppe stimmen wir jetzt ab welcher der beiden Termine es werden wird.

1) 30. Januar 2010
2) 06. Februar 2010

Falls du Interesse hast am Termin des ersten Vorschlages jedoch nicht konntest empfehle ich dir dich bei der Google-Gruppe anzumelden und mit zu reden.

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Die Infos bisher findest du im ursprünglichen Eintrag.

Zur Google Gruppe gehts hier.

Und was ist eigentlich Emergent Deutschland?

Gleichnis via Twitter

Sonntag, 01. November 2009

Peter Rollins wird heute Abend zwischen 17 und 18 Uhr (unserer Zeit hier) damit beginnen ein neues Gleichnis über Twitter zu erzählen. Das Gleichnis wird morgen und übermorgen zur selben Zeit weitererzählt, so dass es am Dienstag Abend komplett vorliegen wird.

Der Twitteraccount dem du folgen solltest um das Gleichnis mitzuerleben heißt @peterrollins.

Ich finde die Idee sehr gut und bin gespannt wie das wird.

Weitere Infos gibt’s in diesem Eintrag in Peters Blog. Ein Gleichnis aus Peters Buch ‘The Orthodox Heretic’ habe ich hier mal in deutsch aufgeschrieben: Jesus und die Fünftausend