Archiv für die Kategorie 'Familie'

Erziehung

Montag, 15. Juni 2009

Gestern Abend las ich zur Überbrückung einer kurzen Zeitspanne, und dazu finde ich Magazine sehr passend, ein Interview mit Daniel Cohn-Bendit in der Nido. Darin spricht er über die 68er-Zeit im Allgemeinen, aber auch über Erziehung und eine denkbare Vaterrolle.

Zwei kurze Ausschnitte möchte ich aus dem Interview hier zitieren. Im ersten Zitat reagiert Cohn-Bendit auf Fragen zu den Ansätzen von Bernhard Bueb und Michael Winterhoff:

„Disziplin – das ist doch ein Unwort. Da denke ich an Drill und blinden Gehorsam. Wer will, dass sich Kinder bedingungslos unterordnen, der will eine Masse von verklemmten, neurotischen Kindern. Natürlich bin ich der Meinung, dass Kinder gewisse Regeln anerkennen sollen. Aber was Bernhard Bueb in seinem vor Plattitüden strotzenden Buch schreibt – da geht es nur um Etikette, Äußerlichkeiten. Es ärgert mich, wenn manche heute so tun, als wäre die antiautoritäre Bewegung der 68er-Zeit ein kompletter Irrweg, als wären die damals entstandenen Kinderläden völlig anarchische Einrichtungen gewesen…

Antiautoritär heißt nicht Laissez-faire. Es heißt weder: „Es gibt keine Regeln.“ Noch: „Du musst.“ Sondern es ist ein Weg, einem Kind die Möglichkeit zu geben, Widersprüche und Konflikte auszutragen, Gehör zu finden, seine Potentiale zu entwickeln. Es ist ein Weg, die Kinder zu selbstbewussten, selbstdenkenden Persönlichkeiten reifen zu lassen.“

Quelle: Nido, 1-2009, Seite 40.

Ich verstehe antiautoritäre Erziehung ebenso und fühle mich zum einen in dieser Weise erzogen worden zu sein, während ich heute versuche auch meine Kinder ernst zu nehmen und sie als wahre Gegenüber in ihrem Leben zu begleiten und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Auf die Familienpolitik der derzeitigen Regierung angesprochen, spricht Cohn-Bendit zunächst davon dass er es für unerlässlich hält sich Zeit für die eigenen Kinder zu nehmen. Diesen Aspekt sieht er momentan etwas unterbelichtet, und kritisiert neben des positiven Aspekts dass Frauen leichter in den Beruf zurück kommen die wirtschaftlichen Motive dahinter. Seine Gedanken zur Vaterrolle und Karriere halte ich für äußerst bedenkenswert:

„Ich finde, wenn man Kinder hat, dann sollte man auch Zeit für sie haben. Wo bleibt die 4-Tage-Woche? Wo sind Männer, die sagen: Ich möchte arbeiten – aber mich auch an der Erziehung beteiligen?

Die Frage der Selbstbegrenzung der Karriere, die stellen sich die meisten Männer auch heute noch nicht.“

Quelle: Nido, 1-2009, Seite 43.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Interview, wie ich finde.

Für Miriam

Donnerstag, 04. Juni 2009

Für MiriamNachdem ich den Film durch ein Versehen bei seiner Erstausstrahlung auf ARTE verpasste, nahm ich mir heute Abend die Zeit ihn auf ARTE+7 anzusehen. In knappen 60 Minuten thematisiert der Film grundlegende Fragen des Lebens.

Lars-Gunnar Lotz und Anna Praßler gehen der Frage nach Schuld und Vergebung nach und streifen dabei auch Fragen nach dem was im Leben Halt geben kann. Karen Mertens, die Hauptfigur des Filmes, wird in einen tragischen Unfall verwickelt bei dem die junge Miriam ihr Leben verliert. Auch wenn Karen keine Schuld am Unfall trifft wird sie von Schuldgefühlen verfolgt. Lukas Fleißer, der Bruder der verstorbenen Miriam, sieht die Schuld bei Karen, die gleichzeitig seine Mathelehrerin ist. Es entwickelt sich eine dramatische Beziehung zwischen Karen und Lukas die sich zuerst im Klassenzimmer und an vielen weiteren Orten begegnen.

Meiner Ansicht nach thematisiert der Film auf treffende Weise Fragen nach Schuld und Vergebung und zeigt darüber hinaus die Aporien auf in die Glaube in vielerlei Gestalt führen kann. Der Film ist mit seinen 57 Minuten sehr intensiv und wohl auch deshalb bei Arte erst ab 18 zu sehen – in den kommenden knapp 7 Tagen kann der Film zwischen 23:00 und 05:00 Uhr hier angesehen werden.

Auf miriam-film.de findet sich der Trailer und weiter Informationen zum Film und dessen Entstehung.

8 Jahre

Dienstag, 26. Mai 2009

8 Jahre

Heute vor 8 Jahren sagten wir „ja“ zueinander und versprachen einander treu zu sein. Wir ahnten nicht wohin uns die Reise führen würde, dass wir an einem Tag in 8 Jahren zwei Kinder haben würden, sie als Sozialpädagogin an einer Schule arbeiten würde und er sich freiberuflich zwischen Internet und Theologie bewegen würde. Wer hätte damals gedacht dass wir heute in Karlsruhe wohnen? Wir sind älter und elter geworden, unser Leben hat sich gründlich geändert aus Studenten sind Erwachsene geworden. Wir haben eine ganze Menge gemeinsam er- und durchlebt. Und wenn ich heute so zurückblicke freue ich mich wie sich unsere Freundschaft in all den Jahren verändert hat und mit uns geht. Ich bin glücklich, dankbar und finde es immer noch krass mit ihr mein Leben zu teilen. Danke.

Danke auch an alle Freunde die mit uns durch dieses Leben gehen. Mit uns lachen, reden, nachdenken. Uns ab und an herausfordern und an anderen Tagen freundlich unterstützen. Danke auch an den Boi und das Mädchen die uns immer wieder herzhaft zum Lachen bringen, uns staunen lassen und uns zeigen wie das Leben von einer Palme aussieht. Mögen noch viele Jahre kommen, ihre Spuren bei uns hinterlassen und unsere Spuren ein inspirierendes Bild ergeben.

Familie

Scheinväter?

Montag, 25. Mai 2009

Vor ein paar Wochen fiel mir NIDO, das neue General-Interest-Magazin für moderne, großstädtische Eltern der Gruner+Jahr Verlagsgruppe, in die Hand. Man könnte auch sagen die NEON für junge Eltern. Das Layout der Zeitschrift gefällt mir sehr gut und die Artikel sind auch nett - thematisch sehr nah an der NEON, und weil sie für junge Eltern geschrieben sind auch etwas näher an meinem Leben - Tipps über OneNightStands und ähnliche Geschichten fand ich dann doch nicht immer so spannend. Ein nettes Magazin also das man gut nebenbei lesen kann. Einen kurzer Abschnitt aus der Psychlogie-Ecke will ich nun auch hier zitieren:

Vaterschaft ist im Trend – 30% der Väter teilen sich mit der Mutter die Erziehung „partnerschaftlich“. Weitere 25% lehnen das traditionelle Familienmodell ab und würden gerne mehr mithelfen. Dazu im Widerspruch steht aber eine Schweizer Studie, der zufolge nur 11% der Väter die Windeln ihres Nachwuches wechseln. Und die durchschnittliche Zeit, die Väter mit ihrem Kind verbringen. beträgt gerade mal 20 Minuten.

Bleibt natürlich immer die Frage wie man zu solchen Ergebnissen kommt, quantitative Studien sind ja immer mit etwas Vorsicht zu genießen, da die Fragen ja immer schon in gewisser Weise die Antwort vorgibt…

Cradle to Cradle

Samstag, 11. April 2009

Cradle To Cradle BuchcoverHeute Abend nahm ich das Buch „Cradle To Cradle: Remaking the way we make things“ von Michael Braungart und William McDonough in die Hand um etwas darin zu lesen. Die beiden Autoren stellen in diesem Buch ihre Gedanken zu einer Handlungs- und Produktionsweise dar die sich grundlegend von dem unterscheidet was heute üblich ist. Der Ansatz „Cradle To Cradle“ ist eine bewusste Anspielung auf „Cradle To Grave“ mit dem in unseren bekannten Produktions- und Konsumkreisläufen die Wegwerfmentalität beschrieben wird. Bei C2C (wie Cradle To Cradle gerne abgekürzt wird) geht es jedoch gerade darum bewusst vom Kreislauf der Natur zu lernen und im Einklang damit zu leben. Unser Leben findet demnach innerhalb des natürlichen Kreislaufes statt und bei den Produkten unseres Alltags ist es wichtig auf deren Eingliederung in den größeren Kreislauf zu achten.

Der C2C-Ansatz ist meiner Ansicht nach zutiefst nachhaltig, da sich die Frage stellt wie wir leben können ohne Abfall zu erzeugen den wir irgendwo lagern oder verbrennen müssen, sondern vielmehr am Kreislauf teilnehmen so dass sich unsere Produkte immer weiter verwenden lassen. Manches wird kompostiert werden und so in den natürlichen Kreislauf zurück gelangen, anderes wird an anderer Stelle eingesetzt werden und auf diese Weise seinen Weg in unser Leben finden. In dem Buch werden einige interessante Fragen gestellt und es werden Perspektiven aufgezeigt die von Erfahrungen untermauert werden.

Bisher gefällt mir an dem Buch auch der positive Unterton. Es ist kein Buch das Weltuntergangsszenarien heraufbeschwört und den Leser in die Verantwortung ruft. Vielmehr ist es ein Buch das Vision und Hoffnung vermittelt, es zeigt einen Weg im Einklang mit der Natur zu leben, uns als Teil von ihr zu verstehen, ja sie als unsere Verwandte anzunehmen.

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Interessant sind dabei auch die Wikipedia-Einträge zu Öko-Effektivität und den Cradle-To-Cradle-Eintrag der englischen Wikipedia. Beachtenswert finde ich auch den Unterschied im Aufbau der beiden Artikel, während der englische detailiert auf die C2C-Gedanken eingeht und am Ende einen Kritikpunkt anführt, steht die Kritik im deutschen Artikel sofort im zweiten Abschnitt.

Josia und Salome

Freitag, 13. März 2009

Josia und Salome

Diese beiden Bilder, die Martin von Josia und Salome gemacht hat, gefallen mir momentan sehr gut, mehr als das…

Umdenken

Dienstag, 03. März 2009

Dass wir in den so genannten Gender-Fragen dringend umdenken müssen ist auf diesem Blog und aus meinem Munde keine neue Aussage. Wenn ich dann über die aktuelle Studie zu Lohnverhältnissen von Männern und Frauen lese, dann muss ich sie dennoch neu formulieren. Aus diesem Grund nun drei kurze Abschnitte aus einem taz-Bericht:

Noch immer verdienen Frauen im EU-Durchschnitt 17 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Das kann sich in einem durchschnittlichen Berufsleben auf 160.000 Euro summieren, haben die Experten der Kommission ausgerechnet. Mit 23,9 Prozent Lohngefälle liegt Deutschland über diesem Mittelwert, …

Direkte Diskriminierung, das betonte Spidla mehrfach, ist in der EU verboten. Fälle, wo für die exakt gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne bezahlt werden, dürften sich kaum finden lassen. Die Lücke entsteht, weil Frauen andere Jobs anstreben oder bekommen als Männer. So verdienen Kassiererinnen im Supermarkt weniger als Lagerarbeiter.

In der Aufteilung des Arbeitsmarktes in männliche und weibliche Berufe sieht Spidla einen der Hauptgründe für das Lohngefälle. In ihrer Kampagne fordert die EU deshalb Regierungen dazu auf, in den Lehrplänen der Schulen darauf zu achten, dass Mädchen für einst typische Männerberufe motiviert werden.

Den gesamten Artikel findest du hier: Frauen verdienen 160.000 € weniger // taz.de

Musik für Kinder

Montag, 26. Januar 2009

Ich höre gerne und immer dann Musik wenn sich die Möglichkeit bietet. Daher wundert es mich natürlich auch nicht, dass meine Kinder ebenfalls gerne Musik hören. Mein gespaltenes Verhältnis zu Musik für Kinder, oder anderen Kinderliedern ist in meinem Freundeskreis kein Geheimnis – und wird von manchen belächelt. Es gibt tatsächlich sehr schöne CDs auf denen Musik für Kinder ist, der ich auch das Prädikat „Musik“ zugestehen würde – aber es gibt einiges das mir entweder textlich oder musikalisch, meistens jedoch kombiniert den letzten Nerv raubt. Eben habe ich auf taz.de einen herrlichen Artikel zum facettenreichen Gesicht des Bösen in Kinderzimmern gelesen aus dem ich einen sehr passenden Abschnitt zitieren möchte:

Rolf Zuckowski®

Was ist das? Der Teufel steckt heute nicht mehr im Detail. Hat er gar nicht nötig. Nein, das Böse kommt heute aus dem Autoradio, gibt Konzerte auf Bundesgartenschauen oder veröffentlicht für die Bild-Zeitung “Ein Herz für Kinder”-Platten. Mit Maffay. Und Nena. Nun kann man Rolf Zuckowski keinen Strick daraus drehen, dass er Rolf Zuckowski ist und Rolf-Zuckowski-Musik macht. Trotzdem gilt es, allen Versuchungen zu widerstehen, allen Anfängen zu wehren. Denn diese Anfänge sind – wie alles Böse – ganz harmlos und beginnen meist mit nett gemeinten Aufforderungen befreundeter Eltern, verlorener Seelen also, die, ohne es zu wissen, dem Bösen bereits erlegen sind.

“Hey, hör dir das mal an!”, heißt es dann meistens, und: “Ist gar nicht so schlimm, wie du immer tust!”, oder: “Summ doch auch mal mit, hab dich nicht so!” Jetzt – jetzt! – gilt es, ihm die Stirn zu bieten und zu sagen: Weiche, Satan! Über diese Schwelle schreitest du nicht! Fahre aus, du unreiner Geist! Wer jetzt – jetzt!! – nicht rasch reagiert, der ist verdammt auf alle Zeit, der wird nicht mehr froh sein ganzes Leben, weil er stumpfen Sinnes, mit schweren Lidern und belegter Zunge diabolische Meisterwerke wie “In der Weihnachtsbäckerei”, fetzige Uptempo-Nummern wie “Omama liebt Opapa” oder flockige Evergreens wie “Du da im Radio” wird mitsummen können, ja: müssen, weil das Kind danach verlangt, im Auto, auf der Bundesgartenschau, im Kindergarten, zuhause. Dabei hätte das Kind auch echte Musik ins Herz schließen können, wären die Eltern nicht weich geworden, Musik von den Beatles oder, wenns denn in deutscher Sprache mitsingbar sein muss, von Peter Licht oder Tocotronic.

Rolf Zuckowski, mit und ohne “seine Freunde”, versteht sein Werk als “generationenübergreifend”, und diesen Übergriff darf man sich durchaus bedrohlich vorstellen, etwa in Form einer echsenhaften Pranke mit spitzen gelben Krallen. Wer Musik liebt, der muss Rolf Zuckowski hassen.

Wer schenkt es? “Befreundete” Eltern, Agenten des Bösen.

Wann geht es vorbei? “Es geht immer noch ein bisschen weiter / ein bisschen weiter, als du glaubst / auf den Stufen deiner Lebensleiter / wenn du dir nicht deine Träume raubst” (Rolf Zuckowski).

VON ARNO FRANK auf taz.de

Und zum Schluss interessiert mich natürlich noch deine Meinung zu Musik für Kinder und was du hörst wenn du mit Kindern zusammen bist…

Die Chancen der frühen Jahre

Freitag, 12. Dezember 2008

Gestern wurde die erste internationale UNICEF-Vergleichsstudie zur Betreuung und Förderung von Kindern in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen veröffentlicht.

In dieser Studie wurde die Situation von Kindern in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen in den OECD-Länder anhand von 10 Kriterien verglichen. Die Kriterien sollen aus Sicht der Kinder gestaltet worden sein und hören sich folgendermaßen an:

  • Ein Jahr Elternzeit bei mindestens 50 Prozent des Einkommens
  • Nationaler Aktionsplan mit Prioritäten zugunsten benachteiligter Kinder
  • Staatlich geförderter und regulierter Kindergartenbesuch für 25 Prozent der Kinder unter drei Jahren
  • 80 Prozent der Kinder ab vier Jahren haben Zugang zu anerkannten und öffentlich geförderten Kindergärten
  • 80 Prozent der Mitarbeiter in Kindergärten haben spezifische Ausbildung / Standards für Ausbildung und Bezahlung sollen angehoben werden.
  • 50 Prozent der Mitarbeiter in den Kindergärten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung für diesen Bereich (3 Jahre)
  • Mindestpersonalschlüssel 1: 15
  • 1,0 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Kindergärten
  • Kinderarmutsrate unter 10 Prozent
  • Alle Kinder mit medizinischen Grunddiensten erreicht

Ob die Kriterien aus Sicht der Kinder schlüssig sind, wage ich zu bezweifeln, wobei man sich davon ausgehen kann, dass das Axiom Bildung = gute Einrichtung bzw. gutes Verhalten der MitarbeiterInnen angelegt wird. So kommt mir in dieser Studie der Umgang der MitarbeiterInnen mit den Kindern zu etwas zu kurz. Darüber hinaus vermisse ich eine Reflexion der angewandten Pädagogik und die (auch damit zusammenhängenden) räumlichen Gegebenheiten der Einrichtungen.

Eine solche Studie birgt meiner Ansicht nach des Weiteren die Gefahr als Instrument des Drucks durch Regierung und andere Vorgesetzte verwendet zu werden – vgl. den Einfluss der Pisa-Studien auf den Alltag der LehrerInnen.

Wieder einmal führt eine solche Studie dazu, dass Deutschland im unteren Mittelfeld landet – 4 oder 5 von 10 Mindestkriterien werden erreicht – was von der Interpretation der Bedeutung des (neu eingeführten) Elterngeldes abhängt. Schweden führt die Liste an und Irland bildet das Schlusslicht (Übersicht / PDF)

Ich sehe allerdings eine Chance in einer solchen Studie und bin daher auch dankbar darüber. Sie gibt uns einen Anstoss darüber nachzudenken wie der Alltag unserer Kinder in den Einrichtungen aussieht in die sie jeden Tag gehen. Sie ermutigt uns darüber nachzudenken wie wir unsere Kinder zu Hause behandeln und wie wir sie in Einrichtungen behandelt wissen wollen. Die Frage der Chancengleichheit die in der Studie angesprochen wird ist mir ebenfalls ein Anliegen – und hier sehe ich in der Tat zusammen mit dem Erlernen sozialer Kompetenzen allgemein die wichtigsten Bereiche von Einrichtungen für Kinder.

Das Nachdenken über diese Studie hat mir wieder einmal vor Augen geführt wie glücklich und zufrieden ich mit dem Kindergarten bin in den der Boi geht. Mir gefällt dort der Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern sehr gut. Ich schätze es sehr wie dort auf die Kinder eingegangen wird, wie sie gefördert werden, wie mit Konflikten umgegangen wird und allgemein die liebevolle und wertschätzende Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Die Erzieherinnen schaffen diesen Raum in dem sich die Kinder wohl fühlen und ich bin ihnen dafür sehr dankbar.

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Die Presseerklärung mit weiterführenden Links zu vertiefenden Materialien findest du hier.

Eine Übersicht der erfüllten Kriterien und der sich daraus ergebenden Rangliste der verglichenen Länder findest du hier als PDF.

Theologie und Gemeinschaft

Montag, 17. März 2008

Eben einen älteren Artikel im emergenten Gedankengut mit dem Titel Experimentieren und Ausdauer gelesen. Der Artikel besteht aus einer freien Übersetzung des letzten Kapitels des Buches ›Reimagining Spiritual Formation‹, in dem Doug zusammen mit einigen von der Gemeinschaft ›Solomons Porch‹ über eine Woche im Leben ihrer Gemeinschaft schreiben. In diesem letzten Kapitel fasst Doug die Gedanken insofern zusammen, dass er von der Chance spricht Handwerker neuer Glaubensausdrücke für unsere Zeit zu sein und in diesem Zusammenhang auch die Notwenigkeit aufgreift Gemeinschaften zu sein die sich gemeinsam die Aufgabe der Theologie stellt.

Die Arbeit der Theologie muss in der ganzen Gemeinschaft geschehen.

Selbstverständlich werden die Gedanken unserer Vorfahren im Glauben Teil dessen sein, was wir tun. Diese jedoch einfach zu übernehmen kommt der Auslagerung des Denkens gleich. Dadurch wird Theologie zu einer starren Philosophie, wo sie doch eigentlich ein aktives Streben danach sein sollte wie wir Gottes Geschichte in unserer Zeit leben.

Die Gemeinschaften, die am Besten dafür ausgerüstet sind in unserer Zeit geistliche Entwicklung zu leben, sind diejenigen, die gemeinsam Theologie betreiben. Sie verstehen theologisches Arbeiten als eines der zentralen Elemente ihrer Gemeinschaft. Gemeinsam theologisch zu arbeiten ist ein notweniger Teil des geistlichen Entwicklungsprozesses. Dabei geht es mir nicht darum zu sagen, dass Theologie heute weniger wichtig ist, ich möchte unsere Gemeinschaften viel mehr dazu aufrufen sich an der theologischen Arbeit zu beteiligen.

Wäre es nicht wunderbar, wenn die Aufgabe aller Christen so verstanden würde, dass es nicht nur darum geht die Dinge des Christentums zu glauben, sondern Glaubensausdrücke zu kontextualisieren, zu kreieren, auszudrücken und sie zu leben?

[Doug Pagitt im letzten Kapitel seines Buches ›Reimagining Spiritual Formation‹]

Mir spricht dieses Streben nach einer Gemeinschaft in der wir gemeinsam Theologie betreiben direkt aus dem Herzen. Ich, und auch wir, sind dabei in diese Richtung zu experimentieren und dabei unsere Wege zu finden Glaubensausdrücke in unserer Zeit zu finden.

Eine Frage, die mich in diesem Zusammenhang immer wieder bewegt ist die Rolle der Kinder in diesem Prozess. Heute soll zu diesem Thema ein Hinweis auf einen Artikel auf Toby Faixs Blog genügen: Kinder Part 3: Defizitäre Wesen?