Archiv für die Kategorie 'Gerechtigkeit'

Albtraum Atommüll

Montag, 15. März 2010

Alptraum AtommuellAm Mittwoch 24.03. wird um 20 Uhr im Luthersaal der evangelischen Luthergemeinde in Karlsruhe (Oststadt) der Dokumentarfilm »Albtraum Atommüll« gezeigt.

In der Diskussion um Atomkraft werden von den Befürwortern immer wieder die vermeintlichen Vorteile dieser Technik hervorgehoben. Mit Blick auf die drohende Klimaerwärmung wird sie sehr gerne als sauber und nachhaltig dargestellt. Doch wenn es um die radioaktiven Abfälle geht, geraten Wissenschaftler ins Grübeln, die Industrie beschwichtigt , Politiker vertuschen und schweigen. Atommüll ist der schlimmste Albtraum der Atomenergie und häufig noch immer ein Tabuthema.

Im Anschluss an den Film ist eine kurze Fragerunde mit Vertretern der Umweltverbände geplant.

Weitere Infos auf der Webseite zum Film auf arte.tv

Optionen der Dekonstruktion

Sonntag, 14. Februar 2010

Wohin führt uns die Dekonstruktion? Sie zieht uns den Boden unter den Füßen weg. Führt sie uns damit nicht in eine ausweglose Lage, an der wir nur noch unser Christsein an den Nagel hängen können? Wenn wir all die Glaubensfragen aufgeben, landen wir dann nicht dort wo „die Liberalen“ der 70er Jahre standen? Solche oder ähnliche Fragen und Gedanken begegnen mir häufiger. An manchen Tagen werden sie von aussen an mich herangetragen, an anderen drehen sie sich in meinen Gedanken. In den letzten Tagen habe ich viel darüber nachgedacht. Dieses Nachdenken wurde beflügelt durch das Hören von David Bazans Musik, den Gedanken von Arne zu nichts-sagend-glauben, einem Interview mit Peter Rollins und Texten aus dem Buch des Propheten Amos.

Ich versuche hier mal meine Gedanken anhand von zwei Optionen der Dekonstruktion des Christentums darzustellen. Dabei bin ich mir sehr bewusst, dass es sich dabei lediglich um eine Karikatur handeln kann, eine Karikatur jedoch, von der ich annehme, dass sie etwas wichtiges verdeutlicht.

Absage und Lethargie

Es kursiert die Angst, dass eine Dekonstruktion des Christentums im Extremfall zur Aufgabe all dessen führen könnte was das Leben als Christ bis dorthin ausgemacht hatte. Ein Beispiel dieser Möglichkeit sehe ich in den Geschichten, die David Bazan in seinen Liedern erzählt. Er verarbeitet in seinen Liedern einiges aus seiner eigenen Geschichte. Aufgewachsen in einem konservativ-christlichen Umfeld, das stark von metaphysischen Annahmen – der übergeordneten Bedeutung des Jenseits beispielsweise – und Verboten geprägt war. Wenn diese Prägung dekonstruiert wird, führt das zu einem Hadern mit Gott, dem jenseitigen unbeweglichen Beweger. Angesichts der Ohnmacht all den moralischen Verboten gerecht zu werden, und der Unmöglichkeit ein „sündloses“ Leben zu führen, steht er seinen Abgründen gegenüber – Alkohol- und Drogenexzesse gepaart mit sexueller Zügellosigkeit.

Im Extremfall würde eine solche Position zu einer nihilistischen Weltsicht führen – wobei ich nicht sagen möchte, dass dies bei Bazan der Fall ist. Eine Weltsicht, die Gott wegen all des Unheils anklagt, die Sinnlosigkeit eines bewussten Lebensstils betont, und sich an diesem Punkt resigniert von allem bisherigen abwendet. In gewisser Weise käme das dann einer Kapitulation gleich, ein sich einordnen in die Kräfte der bisher verteufelten bösen Welt. Ein Glaube, der vor allem geprägt war durch die Annahme von Glaubenswahrheiten, würde an einem solchen Punkt zerfallen, er würde aufhören zu existieren. Die Notwendigkeit sich an die moralischen Verbote zu halten würde mit ihm aufgegeben werden, und könnte den Weg zu einem Zügellosen Leben bereiten. Diese Annahmen betrachte ich bewusst als Karikatur, auch wenn ähnliche Geschichten tatsächlich zu passieren scheinen, und trotz der Angst in manchen Kreisen, genau das wäre es, wohin uns die dekonstruktivistischen Ansätze der emergenten Bewegung führen werden.

Handeln und Erwartung

Auf der anderen Seite kann durch die Dekonstruktion des Christentums die Möglichkeit angenommen werden, die das Handeln betont und in diesem ein so genanntes Gottesereignis erwartet.

Die Dekonstruktion des Chistentums, und damit sind ja vor allem die Paradigmen, also die Glaubenssätze und die Weltsicht gemeint, macht uns in vielen Zusammenhängen sprachlos. Wir betrachten Äusserungen über Gott als Interpretationen, dadurch verlieren sie die Aura absoluter Wahrheit und werden relativiert – in Relation gestellt. Dennoch halten wir an Gott fest. Nicht im Sinne einer allmächtigen Person im Jenseits, sondern im Sinne eines sinngebend Handelnden, der nicht zu fassen ist. Die Aspekte, die wir von ihm verstanden zu haben glauben, könnten sich als falsch erweisen, dessen sind wir uns bewusst. Dieses Bewusstsein führt uns nicht zur Lethargie, sondern ermöglicht uns vorläufige Interpretationen anzunehmen und diese ständig weiter zu entwickeln. Wir handeln entsprechend dem, was wir aus den Überlieferungen seiner Geschichte mit den Menschen interpretieren. Wir leben human, kümmern uns um Gerechtigkeit und achten unser Gegenüber, sei es ein Mensch, ein Tier oder die Pflanzenwelt.

In diesem Sinne wären wir gute Humanisten, und die Frage läge nahe, wozu es den Zusatz »Gott« noch brauchte. Doch in all dem Handeln erwarten wir das Gottesereignis. Was das genau ist, dafür fehlt uns die Sprache. Es fällt leichter zu sagen, was es wahrscheinlich nicht sein wird. Doch könnte es nicht sein, dass »Gott« sich hier ereignet, gerade in der Begegnung mit einem Mitmenschen, dem Einsatz für Gerechtigkeit, dem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung. Es bleibt die Erwartung eines handelnden Gottes, eines Gottes der nicht nur ursprünglich Bewegender war und dann seine Schöpfung sich selbst überlies, sondern einer Gottesgemeinschaft, die heute noch involviert ist, subtil, in der Gestalt der Schöpfung. An dieser Stelle beginnen wir uns zu Fragen wie dieses Gottesereignis konstituiert ist, vielleicht auch, was unter dem Begriff »Heiliger Geist« zu verstehen ist. Führt uns die Aussage Slavoj Zizeks weiter, der den Heiligen Geist mit der »kommunistischen Partei« vergleicht, und in ihm den Antrieb sieht, der die Menschen motiviert gerecht zu handeln, einander zu lieben?

Ein solches Handeln voller Erwartung kapituliert nicht. Es definiert sich nicht aus Verboten, wiewohl es sich der eigenen Abgründe bewusst ist. Es blickt jedoch auf die Möglichkeiten, versucht dem Ereignis Gottes nachzuspüren und in diesem Sinne zu leben. Versteht sich eingeladen in die Gottesgemeinschaft, ohne konkrete Worte dafür zu haben.

In diesem Sinne verstehe ich die emergente Bewegung, zumindest das was ich davon zu kennen glaube, als missionale Bewegung. Eine Bewegung die sich danach ausstreckt an dem zu partizipieren was sie die Gottesgemeinschaft zu tun annimmt, und in diesem Leben, Handeln, nach dem Gottesereignis Ausschau hält. Und während sie handelt, reflektiert und zu vorläufigen Interpretationen kommt, die sie gerne intellektuell redlich zur Sprache bringen möchte. Eine suchende Bewegung, eine Bewegung der Liebe, eine Bewegung des Handelns und in dem allem eine dekonstruktivistisch denkende Bewegung, die wie Jeremia mit Gott um ihn ringt. Ein Weg, über den ich sehr dankbar bin.

Schuldenerlass als Chance

Dienstag, 19. Januar 2010

Zeltstadt in Haiti / Creative Commone: United Nations Developement Programme
Bild einer Zeltstadt in Haiti. Photo: United Nations Developement Programme (CC)

Momentan wird viel über Haiti geschrieben und gesprochen. Die katastrophalen Auswirkungen des Erdbebens machen mich sprachlos, sehr traurig und irgendwie hilflos wütend, da es in Haiti wieder einmal sehr arme und auch ausgegrenzte Menschen waren, die von der Naturkatastrophe getroffen wurden. Eine ganze Weile lang habe ich nichts dazu geschrieben, und auch recht wenig zu dieser Naturkatastrophe gesagt. Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen.

Meiner Ansicht nach ist es wichtig durch Spenden die Hilfe für die Betroffenen zu unterstützen. Neben dem Spenden, das viele als einzige Möglichkeit sehen, in der wir helfen können, möchte ich jedoch weder das Gebet für die Betroffenen ausklammern, noch die Frage nach strukturellen Gegebenheiten, die Grundlage der Armut in Haiti zu sein scheinen.

In der ZEIT wird Haiti als gescheiterter Staat bezeichnet. Der Titel legt nahe, dass Haiti niemals demokratische Wurzeln besaß, und unterstützt auf diese Weise die unterschwellige Annahme vieler, dass die Haitianer irgendwie selbst an ihrer Armut schuld sind. Auch wenn ich diese Annahme so nicht teile, halte ich den Artikel für Lesenswert, da er uns zumindest etwas die Augen dafür öffnet wie es den Bewohnern des Landes geht.

Meine Andeutung, dass ich die Annahme nicht teile, Haiti habe keine demokratischen Wurzeln, wird durch eine Rezension genährt, die Zizek zum Buch »Damming the Flood: Haiti, Aristide and the Politics of Containment« von Peter Hallward geschrieben hat. Diese Rezension ist unter dem Titel »Democracy versus the people« im NewStatesman erschienen. In diesem (umstrittenen) Buch schreibt Hallward über die geschichtlichen Entwicklungen Haitis. Seine Ausführungen beginnt er mit der eindrücklichen Revolution gegen den Sklavenhandel, und der daraus resultierenden Unabhängigkeit Haitis von Frankreich 1804. Nach Ansicht Hallwards trug in der Folgezeit der Westen dazu bei Haiti schwach zu halten, um die revolutionären Kräfte auch in anderen Ländern zu unterdrücken. In Haiti kam es immer wieder zu massiven Ausschreitungen und tiefen Spaltungen innerhalb der Bevölkerung. Und ja, der Staat gilt als gescheiterter Staat. Vielleicht hilft uns jedoch eine Beschäftigung mit der Geschichte Haitis, bspw. die militärische Intervention 2004, die schließlich Aristide ins Exil führte. Dieser hatte zuvor eine Resolution auf den Weg gebracht, in der er Frankreich aufforderte Reparationen zu bezahlen. Interessanterweise wurde diese Resolution von der Nachfolgeregierung als erste Amtshandlung gekippt. Ich weiß es handelt sich hierbei um umstrittene Ansichten, und es gibt weitere Aspekte der Geschichte, die zu bedenken sind. Mir erscheint es jedoch wichtig, neben den Forderungen um Spenden, auch konkret über eine Verbesserung der Gesamtsituation Haitis nachzudenken und dementsprechend zu handeln.

In den Nachrichten wurde heute gesagt, dass der Pariser Club einen Schuldenerlass für Haiti fordert. Eine dazu passende Petition findet sich bei ONE. Bitte zeichne diese Petition mit! Meiner Ansicht nach wäre ein Schuldenerlass ein erster Schritt in die Richtung Haiti eine Chance zu geben. Neben der Beruhigung des Landes durch Blauhelme, müsste meiner Ansicht nach dann weiteres Engagement zur Selbsthilfe der Haitianer geleistet werden. Dieses Engagement sähe im Idealfall so aus, dass wir nicht erwarten Haiti würde eine „westlich kapitalistische Demokratie“, sondern in der Unterstützung der demokratischen Kräfte Haitis, so dass das Land eine Zukunft hat.

Miteinander in Berlin

Freitag, 04. Dezember 2009

Miteinander Berlin

Eben wurde ich über Haso auf ein Projekt aufmerksam in dem sich die Vineyard Berlin und das Netzwerk Gemeinsam für Berlin für ein gutes Miteinander von Christen und Muslimen einsetzen. Eine solche Initiative macht Mut in Tagen an denen die einen Minarette verbieten wollen und andere ihre ganz eigene Islamophobie propagieren. Wie wohltuend sind da folgende Aussagen von der Webseite:

Miteinander ist eine Initiative von Christen in Berlin. Wir fördern das Miteinander von Christen und Muslimen in unserer Stadt. Wir suchen ein offenes, friedliches und interessiertes Miteinander von Muslimen und Christen. Weil die Welt durch interessierte Beziehungen verändert werden kann.

ushaaq allah ist ein arabische Wort für ‚Liebhaber Gottes‘. Gerade die Menschen die Gott leidenschaftlich lieben, sind motiviert, das Miteinander unter den Kulturen zu fördern.

Quelle: Beide Zitate wurden der Webseite von Miteinander Berlin entnommen.

Aus der Geschichte lernen II

Dienstag, 17. November 2009

In der letzten Woche las ich folgenden Artikel in der Zeit »Die Grenzen der Schuld« in dem die Frage thematisiert wird ob die brandenburgische SPD mit Kerstin Kaiser zusammenarbeiten darf. Kaiser war während ihres Auslandsstudienzeit in St. Petersburg IM der Stasi und berichtete über Kommilitonen. Folgenden Abschnitt des Artikels finde ich sehr interessant:

1988 stellte das Ministerium für Staatssicherheit laut Aktenlage die Zusammenarbeit ein. Nach 1994 hat Kaiser nach eigener Aussage alle Betroffenen persönlich angesprochen und sich entschuldigt, die meisten hätten die Entschuldigung angenommen. Sie schäme sich und bedaure es, als IM gearbeitet zu haben, das hat sie oft gesagt, ihren Kindern, ihren Freunden, auch öffentlich.

Was genau bedauert sie? »Ich bedaure es, benutzbar gewesen zu sein. Ich bedaure es, meine eigenen menschlichen Maßstäbe verletzt zu haben, um dem Staat zu nutzen.«

Im Laufe der Zeit hat sich das Entschuldigungsmuster anderer IM von »Ich habe keinem geschadet« zu »Das alles ist so lange her« geändert. Kerstin Kaiser sagt keinen der beiden Sätze. Als sie sich für die Stasi verpflichtete, war sie 18 Jahre alt. Kaiser sagt, sie hätte trotzdem erkennen müssen, dass es falsch war. Ist es also gerecht, dass sie heute dafür einen Preis bezahlen muss?

Und mit dieser Frage möchte ich auch diesen Eintrag beenden und empfehle den gesamten Artikel zur Lektüre: »Die Grenzen der Schuld«.

Aus der Geschichte lernen

Samstag, 14. November 2009

In seinem Artikel ›Waking the Dead‹ schreibt Terry Eagleton über die Bedeutung der Geschichte für die Zukunft. Auch wenn ich den Artikel sicher nicht in seiner ganzen Tiefe verstanden habe finde ich ihn sehr interessant und möchte zwei Gedanken daraus hier mit euch teilen:

In Aufnahme der Gedanken von Walter Benjamin schreibt er davon, dass es wichtig ist mit den Ereignissen der Vergangenheit nicht einfach abzuschließen, sondern sich der Geschichte bewusst zu bleiben, die Erinnerung wach zu halten und die Geschichte heute anders weiter zu schreiben. Die Ereignisse der Vergangenheit können nicht mehr ungeschehen gemacht werden, es ist jedoch möglich die Geschichte insofern zu ändern dass heute in einer Weise gehandelt wird die dem entspricht was aus der Geschichte gelernt wurde. In dieser Sicht bietet es sich nicht an einfach einen Strich unter die Geschichte ziehen zu wollen und nur noch nach vorne zu blicken, sondern in der Erinnerung dessen was geschehen ist und was daraus gelernt wurde, die Gegenwart zu gestalten und somit auch die Zukunft zu beeinflussen. Entsprechend dieser Gedanken schreibt er dem Horror aus der Vergangenheit eine motivierende Kraft zum Handeln zu:

In one of his shrewdest sayings, Benjamin remarked that what drives men and women to revolt against injustice is not dreams of liberated grandchildren, but memories of enslaved ancestors. It is by turning our gaze to the horrors of the past, in the hope that we will not thereby be turned to stone, that we are impelled to move forward.

Quelle: Terry Eagleton, Waking the Dead.

Interessant ist auch wie er die Möglichkeit dessen einschätzt was die Regierungszeit Obamas in Amerika (und sicher auch weltweit) bewirken könnte. Auch wenn es nicht zu einem Neuanfang oder großen Wandel in der Politik kommen wird, so wird die Geschichte Amerikas in einer Weise weitergeschrieben die der Tatsache Rechnung trägt dass die Menschen die einst als Sklaven verkauft wurden keineswegs minderwertig waren.

Wie in alten Zeiten?

Freitag, 30. Oktober 2009

Auf Zeit-Online las ich eben einen Artikel mit dem Titel ›Angela Bush‹, was sich dahinter verbirgt wird in folgenden Abschnitten deutlich:

[Die] ideologische Heimat von schwarz-gelb [ist] eindeutig zu bestimmen: Es ist der rechte Keynesianismus, wie ihn vor allem George W. Bush in den USA praktizierte.

Bemerkenswert an der Haushaltspolitik sind nicht nur die vielen neuen Schulden. Bemerkenswert ist vor allem die Begründung: Der neue Finanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor einer Sparpolitik à la Brüning, die Kanzlerin spricht von der Notwendigkeit, die Wirtschaft als dynamisches System zu begreifen. John Maynard Keynes hätte es nicht besser formulieren können. Ganz klassisch soll hier in der Krise die gesamtwirtschaftliche Nachfrage angekurbelt werden, um die Wirtschaft zu stützen. Das hat man hierzulande seit den siebziger Jahren nicht mehr gehört.

Doch während Keynes das Geld lieber den Armen geben wollte (nicht weil er so sozial war, sondern weil die es auch ausgeben), gibt es die neue Koalition lieber den Reichen (nicht weil das ökonomisch sonderlich sinnvoll ist, sondern weil die FDP darauf beharrte).

Mark Schieritz schreibt weiter, dass Bush es damals nach dem Platzen der so genannten Internetblase ebenso gemacht hat. Wie heute durch zahlreiche Studien belegt werde sei sein Plan jedoch nicht aufgegangen und es sei zu kurzsichtig gewesen vor allem oberen Einkommensschichten über die Maßen zu entlasten.

Weltpolitisch gesehen sind die meisten Menschen froh dass die Ära Bush vorbei ist und dennoch scheint Deutschland sich mit der letzten Wahl (zumindest wirtschaftspolitisch) das Denken dieser Ära ins Land geholt zu haben. Hoffen wir, dass sich diese Annahmen nicht bewahrheiten…

Quelle: Zeit-Online – Angela Bush

über Macht

Freitag, 09. Oktober 2009

Zur Zeit findet quer durch Deutschland ein interessantes Filmprojekt unter dem Titel »über Macht« von dieGesellschafter.de statt. Im Rahmen dieses Projekts werden eine ganze Reihe interessanter Filme gezeigt. Das Projekt gastiert vom 15.10. bis zum 03.12. auch in Karlsruhe, natürlich in der Schauburg.

Diesen Eintrag schreibe ich vor allem weil ich auf die Vorführung des Films »Monsanto, mit Gift und Genen« aufmerksam gemacht wurde. Der Film wird am Donnerstag 15.10.2009 um 19 Uhr in der Schauburg gezeigt und bildet damit den Auftakt des Projekts in unserer Stadt. Über den Film steht auf der Schauburgseite folgendes:

Genetisch veränderte Lebensmittel sind sicher. Das sagen die Hersteller-Firmen. Marie-Monique Robins brillante Recherche über den Biotechnologie-Konzern Monsanto untersucht, wie die »wissenschaftlichen Beweise« für diese Behauptung zu Stande kommen. Sie findet heraus, dass Gen-Manipulierer auch Forschungsergebnisse manipulieren. Gegenstimmen bringt Monsanto systematisch zum Verstummen. Robins Film enthüllt die Einflussnahme des Konzerns auf Politik und Kontrollbehörden bei seinem weltumspannenden Griff nach der Macht über unser Essen.

Quelle: schauburg.de

Im Anschluss an den Film wird ein Filmgespräch stattfinden. In diesem Sinne empfehle ich den Besuch des Films und natürlich eine Ernährung die ohne genetisch veränderte Lebensmittel auskommt. Das gesamte Projekt ist meiner Ansicht nach vielversprechend und könnte zu weiterem gesellschaftlichen Engagement anregen.

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Eine Übersicht über das Filmprogramm in Karlsruhe findet sich bei dieGesellschafter.de

Dort gibt es auch eine Übersichtsseite über das deutschlandweite Programm.

Emergent Forum 2009

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Emergent Forum 2009

Seit heute sind die aktuellen Infos zum Emergent Forum 2009 online. Du kannst dir einen groben Überblick über den Inhalt der Tage machen, erfährst genaueres zum Ort und den Zeiten und hast die Möglichkeit dich anzumelden. Ich werde in diesem Jahr auf jeden Fall mit dabei sein und ich würde mich freuen wenn du dort mit uns danach Ausschau hältst was es in Deutschland an „emergentem Leben“ gibt.

Von daher lautet meine Empfehlung: lies dir die Infos durch, checke deine Zeitplanung, melde dich an und erzähl deinen Freundinnen und Freunden davon.

Offener Brief an die Regierung

Montag, 28. September 2009

Dem Wahlausgang gestern folgen heute viele Auseinandersetzungen. Manche fordern schon der neuen Regierung eine Chance zu geben – und ja, das werde ich tun, ich gebe ihnen die Chance ihre Wahlversprechen zu brechen und tatsächlich Regierung des ganzen deutschen Volkes zu werden und nicht nur gewisse Lobbies zufrieden zu stellen. Auch wenn 48,4% der Stimmen für schwarz-gelb stimmten gibt es 45,6% der Wähler die ihre Stimme für rot-rot-grün abgaben. Ich verbessere mal diesen Satz um deutlich zu machen was ich sagen möchte: Für eine schwarz-gelbe Koalition stehen, wenn man die Stimmen für CDU/CSU und FDP zusammenzählt 48,4% der abgegebenen Stimmen zur Verfügung, das ist eine Mehrheit und berechtigt in unserer Demokratie formal zur Regierungsbildung. Bei dieser Regierungsbildung sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es mehr als 45,6% der Stimmen* gibt die sich nicht für eine solche Koalition bzw. für keine der drei Parteien ausgesprochen haben. Insofern ist die Mehrheit dünn und darf verhalten wahrgenommen werden. Eine der Streitfragen wird wohl der Atomausstieg sein – und da schließe ich mich heute Campact an und unterzeichne folgenden offenen Brief:

Sehr geehrte Frau Merkel,
sehr geehrter Herr Seehofer,
sehr geehrter Herr Westerwelle,

CDU, CSU und FDP haben die Bundestagswahl nicht wegen, sondern trotz ihrer Position zur Atomenergie gewonnen. Nach allen aktuellen Umfragen lehnt eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger/innen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke ab.
Mehr als drei Jahrzehnte lang hat die Auseinandersetzung um die Atomkraft die Republik erschüttert und tief gespalten. Erst der 1999 zwischen Bundesregierung und Energiekonzernen vereinbarte Atomkonsens hat dem gesellschaftlichen Konflikt einen Teil seiner Schärfe genommen. Jede Laufzeitverlängerung für Atomreaktoren wird die notdürftig zugeschütteten Gräben des Konflikts wieder aufreißen und zur Renaissance des Anti-Atom-Protests führen.

Um den gesellschaftlichen Frieden zu bewahren und die Energiewende zu sichern, fordern wir Sie auf:

  • Sorgen Sie dafür, dass die sieben ältesten, besonders unsicheren Atomkraftwerke und der Pannenreaktor Krümmel jetzt vom Netz gehen!
  • Ziehen Sie einen Schlussstrich unter die jahrzehntelangen Lügen, die den Ausbau des völlig ungeeigneten Salzstocks Gorleben zum Endlager begleitet haben! Starten Sie eine neue, vergleichende Standortsuche nach klaren Kriterien.
  • Stärken Sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien und fördern Sie Energieeffizienz: Jedes Aufweichen des Atomausstiegs zerstört die Investitionssicherheit dieser Zukunftsbranchen.

Sollte Ihre Regierung den Atomausstieg jetzt nicht endlich vollziehen, werden wir uns an den zu erwartenden, massiven Protesten der Anti-Atom-Bewegung beteiligen.
Mit freundlichen Grüßen

Daniel Ehniss

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Es gäbe noch viel zu sagen, damit möchte ich es nun jedoch bewenden lassen und wende mich wieder anderen Aufgaben zu. Diesen offenen Brief kannst du gerne ebenfalls hier unterzeichnen.

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* 45,6% der Stimmen sind die Summe der Stimmen die für SPD, die Linke und die Grünen abgegeben wurden. Rechnet man die 6,0% der Stimmen dazu die an die kleinen Parteien gegeben wurden, dann wäre man bei 51,6% – das ist hypothetisch, keine Frage, aber dient der Veranschaulichung der Verhältnisse.