Yirgacheffe von Sonntagmorgen

Heute möchte ich kurz ein paar Worte zum hervorragenden Yirgacheffe (Konga) von Sonntagmorgen schreiben. Dieser Kaffee begeistert durch sein volles fruchtiges Aroma, welches er der trockenen Aufbereitung der Bohnen verdankt.

Yirgacheffe von Sonntagmorgen

Durch die trockene Aufbereitung bleibt das Fruchtfleisch länger in Kontakt mit den Bohnen und kann dabei mehr von seiner Fruchtsüße abgeben. Längere Zeit habe ich diesen Kaffee vor allem gefiltert getrunken. In seinem Rückblick auf das Jahr 2012 schrieb Lukas dass er sich besonders gut als Espresso mache, was ich nach einigen Tässchen eindeutig bestätigen kann. Gestern nahm ich dann nochmals die AeroPress zur Hand und bereitete mir ein Tässchen damit zu, auch darin entfaltet sich das Aroma des Kaffees sehr gut.

Diesen Kaffee empfehle ich allen, die gerne süße Früchte mögen, und die einen Kaffee genießen wollen, der mit seinem Aroma nicht hinterm Berg hält. Er erinnert mich an Erdbeeren und Himbeeren, hat eine angenehme Säure und macht in allen drei Zubereitungsarten sehr viel Spaß.

Weitere Informationen zum Kaffee findet ihr hier.

Duromina von CoffeeCircle

Immer wieder nahm ich mir vor etwas zu den Kaffees zu schreiben, die ich so trinke, einfach ein paar Worte dazu welche Aromen ich wahrnehme, wie ich ihn zubereite und wie mir ein bestimmter Kaffee schmeckt. Heute nun bereitete ich einen Kaffee zu, nahm das iPad zur Hand und trank.

Vor einer Weile kündigte CoffeeCircle an, dass sie neue Kaffees in ihr Sortiment aufnehmen werden, die heller geröstet, und auch geschmacklich etwas besonderer sein würden. Zwei Kaffees erschienen mittlerweile in dieser Edition und über einen davon schreibe ich nun: Duromina.

Duromina

Zubereitet habe ich ihn in der Chemex, und zwar 30g eher grob gemahlenen Kaffees auf 400ml Wasser. Beim Duromina handelt es sich um eine helle Röstung äthiopischen Kaffees, der eine sehr feine Tasse ergibt. Ich nehme Anklänge von Orange und Bergamotte wahr, beides sehr sanft und nicht zu aufdringlich. Erinnerungen an Earl-Grey-Tee werden wach, und unterstreichen den Genuss, den ich am Sidamo von Five Elephant Coffee sehr geschätzt habe.

Ich bin gespannt auf die weiteren Tassen dieses Kaffees, und denke, dass er besonders von denjenigen geschätzt wird, die zurückhaltende Aromen und klare, feine Kaffees mögen.

Weitere Informationen zu diesem Kaffee, den ich scheinbar gerade noch rechtzeitig gekauft habe, findet ihr auf coffeecircle.com

_
Ich habe mir übrigens vorgenommen, viel öfters Kaffee zu trinken und meine geschmacklichen Assoziationen direkt zu notieren, ergänzen kann ich sie ja immer noch, notiere ich sie jedoch nicht sofort, stelle ich sie Momente später in Frage und schreibe nie darüber. Ehe man sich versieht ist der Kaffee ja auch schon getrunken.

Eine Tasse Kaffee

Zubereitung

Beim Genuss einer Tasse Kaffee dachte ich kürzlich, dass es lohnend wäre meine aktuelle Zubereitungsweise hier aufzuschreiben. Kurz gesagt verwende ich 19g Kaffee für 250g Wasser bei 90°C.

Während es dem Wasser im Kocher immer heißer wird wiege ich 19g Kaffeebohnen ab und gebe diese in die Mühle. Das Wasser erreicht den Siedepunkt, ich stelle den Kocher ab, gieße etwas Wasser in den Filter und in die Kanne, bei einer mittleren bis groben Einstellung mahle ich die Bohnen. Ich gieße das Wasser aus der Tasse, setze den Filter erneut auf die Tasse, stelle beides auf die Waage und gebe den frisch gemahlenen Kaffee in den Filter, und stelle die Waage auf 0. Nun gieße ich ca. 50g Wasser auf den Kaffee und lasse ihn ca. 30 Sekunden blühen. Danach gebe ich nach und nach den Rest des Wassers hinzu, bis die Waage 250g anzeigt. Nun noch kurz warten bis sich der Filter geleert hat und fertig.

Das Aroma des Kaffees entfaltet sich am Besten wenn er nicht mehr zu heiß ist, von daher kann ich noch kurz die Arbeitsfläche und den Filter reinigen bevor ich den Kaffee genieße.

Kinder müssen leider draussen bleiben

Ich bin ärgerlich, vielleicht sogar wütend. Wieso? Weil mich diese Verdrängung von allem was unserer Hilfe und Aufmerksamkeit bedarf zutiefst ärgert. Nun aber der Reihe nach.

Unsere Gesellschaft gilt nicht gerade als kinderfreundlich, nein, der ideale Bürger ist männlich, gesund, stark und unabhängig. Alle anderen werden an den Rand gedrängt. Natürlich werden ihnen wunderbare Aufgaben übertragen, sie werden geliebt und gelobt, aber wehe sie wagen sich aus den ihnen zugewiesenen Räumen, und dringen in die Sphäre der Starken, Aufstrebenden und Unabhängigen hinein. Entschuldige bitte, aber nein, hier darfst Du nicht sein.

In größeren Städten gelten Kinder als lästig. Ihre unbändige Art sich daneben zu benehmen, und ihre Unfähigkeit still zu sitzen — nervt. Wenn sie dann auch noch von ihren Kinderwagen schiebenden Eltern begleitet werden, ist das Maß voll. Raus! Hier nicht! Familien sind, optimierungszersetzende Zellen, sie bringen den Ausgeglichensten aus der Ruhe, und dabei noch vom rechten Kurs ab. Sie stören.

Natürlich wird das so öffentlich nicht gesagt. Aber hinsichtlich des begrenzten Raumes sind hier leider keine Kinderwagen erlaubt. Im Notfall würde eine Menge Kinderwagen alle Fluchtwege verstopfen, daher sind hier keine erlaubt. Kinder müssen leider draussen bleiben. Mit guten Argumenten werden Bereiche abgegrenzt zu denen Kinder und ihre Eltern keinen Zutritt haben. Letztere können gerne alleine kommen, wenn sie ihren Nachwuchs artig zu Hause lassen.

Im Eifer des Gefechts werden dann Barrieren installiert, und darüber ganz vergessen – oder willentlich in Kauf genommen – dass diese Barrieren auch für diejenigen zu unüberwindbaren Hindernissen werden, die nicht stark und sicher auf ihren eigenen Beinen unterwegs sind.

Und ich frage mich wie es in einer Bewegung, die sich Qualität auf die Fahnen schreibt, auf die Herkunft der Bohnen, feinste Röstung und beste Zubereitung konzentriert, zu solchen Haltungen kommen kann? Geht es hier nur noch um Perfektion, mein eigenes kleines Reich? Vergessen wir darüber unser aller Abhängigkeit? Die Pflanzen wachsen nicht von alleine. Unser Kaffeegenuss hängt vom Engagement vieler Menschen ab, vom Wetter, von der Bodenbeschaffenheit und so vielem mehr. Wir kamen nicht als erwachsene, unabhängige Männer zur Welt. Nein, wir wurden geboren und umsorgt, ins Leben begleitet, und lernen von denjenigen die vor uns auf den Wegen gingen. Auch wenn wir jetzt gerade in der Blüte des Lebens stehen, werden wir älter, und sind, vielleicht schon früher als gedacht, auf Hilfe angewiesen. Es könnte doch sein, dass wir schon morgen nicht mehr ohne Hilfe Kaffee trinken können.

Ich habe keine Lust auf Elite, nie gehabt. Wer alleine stark sein will, darf das gerne tun, ohne mich. Ich wünsche mir lebensbejahenden Genuss. Falls diese »dritte Welle des Kaffeegenusses« eine einladendene Bewegung sein will, andere mit ihrer Leidenschaft für Kaffee anzustecken im Schilde führt, dann bitte so, offen und liebevoll, und nicht elitär und gesetzlich.

Tork’s Coffee Kaffeerösterei in Grömitz

Kürzlich schlenderte ich über die touristische Strandpromenade in Grömitz an der Ostsee, irgendwann blieb mein Blick an einem Wort hängen Kaffeerösterei. Tork’s Coffee betreibt hier ein Café mit Rösterei. Vor meinem ersten Besuch las ich die Kommentare bei Qype, und fasste den Entschluss, dass dieser Lichtblick tatsächlich einen Besuch wert sei.

Probat Röster und Rohkaffee

Einen Tag später schwangen wir uns auf die Räder und machten uns auf den Weg zur Rösterei. Während die Großen zunächst die Unterwasserwelt genossen, besuchten die Jüngste und ich die Rösterei auf einen Espresso, Cookie und einen Milchschaum. Beim ersten Besuch fiel mir die Freundlichkeit des Personals besonders auf. Ich nahm neben dem Röster Platz und genoss einen sehr guten Espresso und einen Cookie. Etwas später kamen wir als ganze Familie wieder, aßen Kuchen und tranken Espresso, Latte Macchiato und Milchschaum, in Mitten von Rohkaffee und dessen Geruch. Auch dieses Mal begeisterte sowohl Kaffee, Kuchen und die Freundlichkeit des Personals.

An der Theke wird unter Angabe der Tischnummer Getränk und Speise bestellt, was einem dann freundlich serviert wird. In dieser touristischen Umgebung ist dieses Café ein Lichtblick. Hier wird aus Liebe zu Kaffee und Kuchen ein Café betrieben, in dem man genießen und sich wohl fühlen kann.

Bei unserem heutigen Besuch trank ich einen äthiopischen Mocca aus der Stempelkanne und aß dazu eine frisch gebackene Waffel. Vielleicht sollte ich morgen nochmals vorbeigehen …

Die Kaffees werden entweder im Siebträger zubereitet oder in der Stempelkanne serviert. Latte Macchiato wird getrennt zum Tisch gebracht, und erst hier wird der Espresso in das Glas mit Milch und Schaum gegeben. Das Gebäck und die Waffeln werden im Haus zubereitet, und nicht nur angekauft und aufgebacken, was den Genuss unterstreicht. Die gerösteten Bohnen können natürlich auch direkt im Laden gekauft werden.

Wen es also in die Gegend verschlägt, dem empfehle ich einen Besuch bei Tork’s Coffee auf der Strandpromenade von Grömitz.

Kaffee zubereiten

Vimeo Thumbnail zur Kaffee Zubereitung mit dem Hario V60 von Mett Perger

Da die Zubereitung eine große Auswirkung auf den Geschmack des Kaffees hat, freue ich mich immer wieder über Inspiration, um damit zu Experimentieren. Im Video hinter diesem Bild versteckt sich eine Anleitung von Matt Perger, der hier Kaffee mit einem Hario V60-Filter zubereitet.

Matt Perger ist World Brewers Cup Champion 2012, ein kurzer Artikel dazu findest Du hier.

via @sonntagmorgen

So schmeckt er

Die erste Tasse

Vor zwei Tagen hatte ich darüber geschrieben, dass ich zum ersten Mal meinen Kaffee selbst geröstet habe. Einige der netten Menschen, die dieses Vorhaben via Instagram und Twitter verfolgten, fragten daraufhin, wie er denn schmecke, dieser Kaffee?

Nach der ersten Tasse, und auch noch nach der Zweiten, fühlte ich mich noch nicht in der Lage eine Antwort auf diese Frage zu geben. Zu diesem Zeitpunkt wäre meine Antwort “er ist trinkbar” gewesen. Ich hatte definitiv schon weitaus besseren, aber auch schlechteren Kaffee getrunken.

Heute nun, bei der letzten Tasse dieses Röstexperiments, will ich ein paar Worte zum Geschmack schreiben. Vorweg sei jedoch noch bemerkt, dass diese Portion Kaffee zu hell ist, ich also zu früh mit dem Abkühlprozess begonnen hatte. Des Weiteren sind die Bohnen in ziemlich unterschiedlichem Zustand, um ein gleichmäßigeres Ergebnis zu erzielen muss ich mehr rühren, und – so meine Vermutung – die Hitzezufuhr etwas gleichmäßiger gestalten.

Nun aber endlich zum Geschmack selbst. Für dieses Röstexperiment habe ich die Tansania AB+ Bohnen von Sonntagmorgen verwendet, deren Aroma an Reife rote Johannisbeeren erinnern. Ich nehme leichte Nuancen dieses Aromas war, der Kaffee erinnert an Beeren, die leichte Säure von Johannisbeeren ist festzustellen. Die Deutlichkeit dieser Aromen ist noch eher schwach ausgeprägt, hier erhoffe ich mir von meiner zweiten Röstung etwas mehr.

Martin, der direkt am Tag nach der Röstung mutig eine Tasse mit mir trank, nahm ein leichtes Möhrenaroma war. Bei der Filterzubereitung konnte ich dieses Aroma ebenfalls erahnen, vor allem dann, wenn der Kaffee etwas abgekühlt war. Bei etwas höheren Temperaturen war das Beerenaroma deutlich. Heute, mit der AeroPress zubereitet, und etwas feiner gemahlen, sind die Beeren deutlicher als mit dem Filter, was jedoch auch mit der etwas kräftigeren Zubereitung zusammenhängt.

Ich freue mich, dass der Kaffee meines ersten Röstexperiments trinkbar war. Für das zweite Mal möchte ich die Röstdauer etwas verlängern und auf eine gleichmäßigere Röstung achten. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

Kaffee, selbst geröstet

Kaffee, selbst geröstet

Heute war es also soweit, ich habe zum ersten Mal Kaffee selbst geröstet. An den Artikel mit dem TED-Vortrag von Asher Yaron erinnert ihr euch noch, auf den hin ich mir ernsthaft überlegte selbst zu rösten.

Schon einige Zeit früher merkte eine Freundin immer wieder an, dass sie bei meiner Begeisterung für Kaffee davon ausgeht, dass ich irgendwann selbst rösten werde …

Auf dem Weg den ersten Rohkaffee zu rösten half mir Lukas von Sonntagmorgen total viel. Er stellte immer wieder genau die richtigen Fragen und gab mir eine Menge Tipps. Über Sonntagmorgen besorgte ich mir auch den Rohkaffee, der eben in der Pfanne geröstet wurde.

Zwischenzeitlich hatte ich mit der Option geliebäugelt mir eine kleine Röstmaschine zu besorgen, dachte dann aber am Wochenende, dass ich doch erst mal ganz einfach mit der Pfanne auf dem Herd beginnen, und von dort aus weitersehen wollte.

Heute nahm ich also 100g Rohkaffee, eine Pfanne, einen Holzrührer, zwei Metallsiebe und eine Uhr zur Hand. Im Hintergrund lief “Salon des Amateurs” von Hauschka.

Den Kaffee in die Pfanne gekippt, Herd angeschaltet, und los gerührt. So ging das eine ganze Weile, irgendwann verfärbten sich auch tatsächlich die ersten Bohnen, ich rührte weiter, ein erstes Knacken war zu hören, und es roch nach Kaffeeröstung. Da ich sehr gerne helle Röstungen mag, beendete ich diesen Vorgang nach ca. 13 Minuten und begann damit den Kaffee in ein Metallsieb zu gießen und von dort in das andere, bis er abgekühlt war. Es fühlt sich schön an, wenn frisch geröstete Bohnen durch die Finger gleiten.

Nun lagern die Bohnen über Nacht, und morgen werde ich sie dann testen. Ich bin sehr gespannt ob man meinen ersten selbst gerösteten Kaffee trinken kann.

Was Geruch und Dreck angeht, war ich von wesentlich schlimmeren Auswirkungen für Küche und Wohnung ausgegangen, und würde es mit Kuchenbacken vergleichen. An meiner “Rösttechnik” werde ich also auf jeden Fall noch feilen, zum Kaffee selbst später mehr, was ich schon verraten kann, ist, dass er nach Kaffee riecht, mit einer leichten Schokonote.