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	<title>Daniel Ehniss &#187; Philosophie</title>
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	<description>»Propaganda endet dort, wo der Dialog beginnt.«</description>
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		<title>Menschen</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 21:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[When God is dead, human beings – much to their detriment – are at risk of taking psychological centre stage. They imagine themselves to be commanders of their own destinies, they trample upon nature, forget the rhythms of the earth, deny death and shy away from valuing and honouring all that slips through their grasp, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>When God is dead, human beings – much to their detriment – are at risk of taking psychological centre stage. They imagine themselves to be commanders of their own destinies, they trample upon nature, forget the rhythms of the earth, deny death and shy away from valuing and honouring all that slips through their grasp, until at last they must collide catastrophically with the sharp edges of reality.</p>
<p><small><a href="https://readmill.com/depone/reads/religion-for-atheists-a-non-believers-guide-to-the-uses-of-religion/highlights/04d5" title="Link zum Zitat auf readmill.com" >Von mir angestrichen in &#8220;Religion for Atheists: A non-believer&#8217;s guide to the uses of religion&#8221; von Alain de Botton</a></small></p>
</blockquote>
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		<title>Frei sein</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 22:35:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute nahm ich endlich das aktuelle Buch von Ina Praetorius zur Hand. Unter dem Titel »Immer wieder Anfang« sammelt Ina darin Texte zum geburtlichen Denken. Aus dem ersten Kapitel zitiere ich Gedanken zum frei sein in Bezogenheit, die sie in Anlehnung an Hannah Arendt formuliert: &#8220;Menschen sind als Geborene unaufhebbar eingebunden ins »Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten«. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nahm ich endlich das aktuelle Buch von Ina Praetorius zur Hand. Unter dem Titel <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3786728852/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3786728852" target="_blank" title="Link zu Ina Praetorius - Immer wieder Anfang bei Amazon.de" >»Immer wieder Anfang«</a> sammelt Ina darin Texte zum geburtlichen Denken. Aus dem ersten Kapitel zitiere ich Gedanken zum frei sein in Bezogenheit, die sie in Anlehnung an Hannah Arendt formuliert:</p>
<blockquote><p>&#8220;Menschen sind als Geborene unaufhebbar eingebunden ins »Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten«. Deshalb ist menschliches Dasein und Handeln nur als bezogenes, seinerseits Beziehung stiftendes Dasein und Handeln zu verstehen. Menschen können Neues in die Welt setzen, so wie Mütter Kinder in die Welt setzen, die es vorher noch nicht gegeben hat. Was aber aus diesen Handlungen und diesen Kindern wird, das können sie nicht entscheiden oder planen. Denn jedes Kind, jede Handlung trifft unausweichlich auf ein Netz schon vorhandener ANDERER, von ihm verschiedener Menschen und Handlungen, die das Neue aufgreifen oder fallen lassen, weiterführen oder verwandeln.&#8221;</p>
<p><small>Quelle: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3786728852/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3786728852" target="_blank" title="Link zu Ina Praetorius - Immer wieder Anfang bei Amazon.de" >Ina Praetorius, <em>Immer wieder Anfang</em>, Seite 20.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Auf einen Satz zugespitzt hört sich frei sein folgendermaßen an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Frei zu sein bedeutet also nicht, sich von allen und allem möglichst unabhängig zu machen, sondern dass Menschen das Neue, das in die Welt kam, als sie geboren wurden, handelnd als einen neuen Anfang in das Spiel der Welt werfen.&#8221; </p>
<p><small>Quelle: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3786728852/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3786728852" target="_blank" title="Link zu Ina Praetorius - Immer wieder Anfang bei Amazon.de" >Ina Praetorius, <em>Immer wieder Anfang</em>, Seite 20.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Die Art des geburtlichen Denkens von Ina Praetorius stellt eine sehr gute Alternative zum angenommenen Ideal des autonomen Selbst dar. Ina plädiert dafür uns alle als Anfängerinnen und Anfänger wahrzunehmen, die unser eigenes Neues in das Bezugsgewebe Welt einbringen, nie vollkommen unabhängig, sondern immer in Bezogenheit.</p>
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		<title>Revolution</title>
		<link>http://danielehniss.de/2012/01/27/revolution/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 21:52:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Antje Schrupp setzt sich mit den Gedanken zu einer linken Revolution von Slavoj Žižek auseinander. Dabei stellt sie seine These des radikalen Umsturzes in Frage, und weißt auf die Verantwortungslosigkeit des &#8220;idealen revolutionären Subjekts&#8221; hin, das nichts anderes außer sich selbst und den Kampf wahrnimmt. Revolutionäre Ereignisse oder andere Krisen, so wäre jedenfalls meine These, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Antje Schrupp setzt sich mit den Gedanken zu einer linken Revolution von Slavoj Žižek auseinander. Dabei stellt sie seine These des radikalen Umsturzes in Frage, und weißt auf die Verantwortungslosigkeit des &#8220;idealen revolutionären Subjekts&#8221; hin, das nichts anderes außer sich selbst und den Kampf wahrnimmt.</p>
<blockquote><p>Revolutionäre Ereignisse oder andere Krisen, so wäre jedenfalls meine These, können nur das in die Realität umsetzen (oder eher: ermöglichen, dass es ans Licht kommt), was vorher in alltäglichen Experimenten und Debatten bereits vorbereitet wurde. Nicht mehr. </p>
<p>Wenn wir also die Revolution wollen, dann müssen wir sie VOR dem „Ereignis“ so gut wie möglich vorbereiten, denn wenn das Ereignis erst einmal da ist, ist es zu spät.</p>
<p><small>Quelle: <a href="http://antjeschrupp.com/2012/01/23/slavoj-zizek-linke-kerle-und-die-revolution/" title="Link zum Artikel im Blog von Antje">antjeschrupp.com</a></small></p>
</blockquote>
<p>Diese Art der Revolution entspricht, ebenfalls, viel mehr meinen Gedanken. Sie wird zwar nicht einzelne Helden kennen, dafür jedoch durch das alltäglich Handeln aller, Frauen und Männern, Kindern und Älteren vorbereitet, und bekommt dadurch eine Richtung, keine feste Ideologie, kein Fahrplan und dennoch eine gute Grundlage.</p>
<p>Und nun empfehle ich die Lektüre des gesamten Artikels von Antje: <a href="http://antjeschrupp.com/2012/01/23/slavoj-zizek-linke-kerle-und-die-revolution/" title="Link zum Artikel im Blog von Antje">Slavoj Žižek, linke Kerle und die Revolution</a>.</p>
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		<title>Aufstand</title>
		<link>http://danielehniss.de/2011/11/15/aufstand/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 09:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Das siebte Kapitel von »Insurrection« steht unter dem Stern des Aufstandes. In Anlehnung an Epheser 6,12 schreibt Rollins darüber, dass dem Leben in der Auferstehung eine »ethische Gewalt« innewohnt. Es handelt sich dabei nicht um eine Gewalt gegen Individuen, sondern um eine Gewalt gegen Systeme, die unterdrücken, zerstören und den Tod bringen. In diesem Kapitel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das siebte Kapitel von »Insurrection« steht unter dem Stern des Aufstandes. In Anlehnung an <a target="_blank" href="http://www.bibelwissenschaft.de/nc/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/epheser%206,12/anzeige/context/#iv" title="Link zu Epheser 6,12 (GNB)" >Epheser 6,12</a> schreibt Rollins darüber, dass dem Leben in der Auferstehung eine »ethische Gewalt« innewohnt. Es handelt sich dabei nicht um eine Gewalt gegen Individuen, sondern um eine Gewalt gegen Systeme, die unterdrücken, zerstören und den Tod bringen. In diesem Kapitel folgt er eindeutig <a href="http://danielehniss.de/2011/11/09/veraendern-oder-staerken/" title="Link zum Artikel »ver&auml;ndern oder st&auml;rken" >den Gedanken Žižeks</a>, wie Kilian auch dort in den Kommentaren treffend angemerkt hatte. </p>
<h3>Ignoranz</h3>
<p>Ähnlich wie Žižek geht er auf Ersatzhandlungen und die Konzentration auf Symptome der Ungerechtigkeit ein. Seiner Ansicht nach wird das System am ehesten dadurch verändert, dass es ignoriert wird. Als Beispiel hierfür kommt er erneut auf Mutter Theresa zurück. Sie hatte sich nicht dem Kampf der Überwindung der Kasten verschrieben, sondern durch ihre Gleichbehandlung aller das Kastensystem ausser Kraft gesetzt. Sie ignorierte das ungerechte System und konnte es auf diese Weise in ihrem Umfeld überwinden. Sie half Menschen in Not, egal welcher Kaste diese angehörten. </p>
<h3>Alternatives Zusammenleben</h3>
<p>In dieser Weise sieht er auch das Formen von Gruppen, deren Zusammenleben durch die Überwindung des ungerechten Systems geprägt ist. Sie kämpfen nicht gegen die Symptome der Ungerechtigkeit, sondern setzen dieses System in ihrem Zusammenleben ausser Kraft. Als Beispiel für solche Gruppen führt er die Pirateninseln an, die es damals im Britischen Weltreich gab. Sie waren nicht völlig abgeschlossen und lagen ausserhalb, sondern waren alternative Gesellschaften innerhalb des Reiches.</p>
<p>Wie bereits im <a href="http://danielehniss.de/2011/11/10/liebe-ist-ein-verb/" title="Link zum Artikel »Liebe ist ein Verb«" >Artikel zum vorangehenden Kapitel</a> deutlich wurde, geht es Rollins um das Leben. Am Ende dieses Kapitels geht er noch kurz auf den häufig von ihm gebrauchten Begriff »a/theism« ein. Diesen charakterisiert er folgendermaßen: </p>
<blockquote><p>»In the Cross we witness both the destruction of religion and the sublimation of atheism. In the Garden of Gethsemane, Jesus forsakes everything for God (the highest religious gesture) but, on the Cross we bear witness to Christ being forsaken by God (the atheistic moment). Then, in the Resurrection, we discover that God remains, dwelling in our very midst through the embrace of life. This is where the radical doubt of the Crucifixion is rendered sublime, where a new understanding of God is born and a type of a/theistic Christianity is glimpsed. We may call this opening a/theism insomuch as we witness the move from traditional theism, through atheism to something that unifies and transcends them. A place where, as Bonhoeffer described, one takes full responsability for one’s existence as though God did not exist and, in fully doing so, lives fully before God.«</p>
<p><small>Quelle: Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Page 160.</small></p>
</blockquote>
<p>A/theism kann demnach am Besten in den Worten Bonhoeffers aufgefasst werden. In den Briefen, die Bethge in »Widerstand und Ergebung« festgehalten hat, schreibt Bonhoeffer, dass wir selbstverantwortlich leben müssen, als gäbe es Gott nicht, das wiederum erkennen wir vor Gott. </p>
<p><strong>»Vor und mit Gott leben wir ohne Gott.«</strong></p>
<p><small>Dietrich Bonhoeffer, <em>Widerstand und Ergebung</em>, Seite 394.</small></p>
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		<title>Liebe ist ein Verb</title>
		<link>http://danielehniss.de/2011/11/10/liebe-ist-ein-verb/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 01:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir damals zu Verben &#8220;Tun-Wort&#8221; gesagt. Im sechsten Kapitel des Buches &#8220;Insurrection&#8221; geht es Peter Rollins meines Erachtens genau darum. Das Leben der Auferstehung ist geprägt vom Tun der Liebe, auch und gerade angesichts der hässlichen Fratze die wir in unserem Leben zu sehen bekommen. Wie bereits in meinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir damals zu Verben &#8220;Tun-Wort&#8221; gesagt. Im sechsten Kapitel des Buches &#8220;Insurrection&#8221; geht es Peter Rollins meines Erachtens genau darum. Das Leben der Auferstehung ist geprägt vom Tun der Liebe, auch und gerade angesichts der hässlichen Fratze die wir in unserem Leben zu sehen bekommen.</p>
<p>Wie bereits<a href="http://danielehniss.de/2011/11/04/auferstehung/" title="Link zum Artikel Auferstehung? In diesem Blog"> in meinem letzten Artikel zu diesem Buch</a> geschrieben, geht es Rollins um das Ausleben er Auferstehung. So schreibt er auch hier, dass wir auf die Frage &#8220;Glaubst du an Gott?&#8221; am Besten antworten sollten: &#8220;Das erfährst du von meinen Freunden, nein noch besser, frage bei meinen Feinden nach.&#8221; </p>
<p>&#8220;Die Liebe sagte: Ich bin Gott.&#8221; ist seine bewusste Verdrehung der Aussage &#8220;Gott ist Liebe.&#8221; Und so liest sich das sechste Kapitel als engagiertes Plädoyer für gelebte Liebe. Die Auferstehung gibt uns die Möglichkeit liebend zu leben. Sie verführt uns nicht zur Weltflucht, sondern lässt uns das Leben annehmen. Wir tauchen in diese Welt ein, leben in ihr. In einem menschlichen/humanem Leben sind wir Gott ähnlich, wir verkörpern ihn. Er ist gegenwärtig wenn wir liebend leben.</p>
<p>Diese Gegenwart versteht er mit Bonhoeffer als ein Leben mit Gott, als gäbe es Gott nicht. Hier bleibt sich Rollins treu, und spricht von einem religionslosen Christentum. Die Rettungsdecke &#8220;Gott&#8221; wird im liebenden Tun nicht ausgerollt. Vielmehr handelt es sich um ein &#8220;Tun-Wort&#8221;, lieben. Liebe kann man nicht sehen, aber sie verändert alles was wir sehen / wie wir es sehen. Gott steht auch nicht mit einem fertigen Drehbuch hinter den Kulissen uns sieht zu ob wir die uns zugedachte Rolle ausfüllen, sondern wir sind eingeladen unser Leben nach bestem Wissen und Gewissen in dieser Welt zu leben:</p>
<blockquote><p>In Ressurection life we find the courage to face up to this terrifying freedom, we grow the muscles needed to bear its weight, and we discover the compassion required to act. In this new mode of life, we find the conviction required to fully assume responsibility for our fleeting, fragile existence. We are unchained from the shackles that would bind us to some divine script already written and instead experience destiny as something wie participate in through a full and loving embrace of the world.</p>
<p><small>Quelle: Peter Rollins, Insurrection, Seite 136.</small></p>
</blockquote>
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		<title>Verändern oder Stärken</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 23:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Im ersten Kapitel seines Buches über Gewalt schreibt Slavoj Žižek über »liberale Kommunisten«, hier würde diese Personengruppe vielleicht »Alt-68er« oder gar »LOHAS« genannt werden. Er betont ihre Bedeutung für das Fortbestehen des Kapitalismus und kritisiert dementsprechend ihr Engagement. Seine erste Kritik gilt ihrem pragmatischen Ansatz. Sie lehnen es ab sich in ideologische Diskurse zu verstricken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im ersten Kapitel seines Buches über Gewalt schreibt Slavoj Žižek über »liberale Kommunisten«, hier würde diese Personengruppe vielleicht »Alt-68er« oder gar »LOHAS« genannt werden. Er betont ihre Bedeutung für das Fortbestehen des Kapitalismus und kritisiert dementsprechend ihr Engagement.</p>
<p>Seine erste Kritik gilt ihrem pragmatischen Ansatz. Sie lehnen es ab sich in ideologische Diskurse zu verstricken, und betonen den Einsatz für aktuelle humanitäre Katastrophen. Damit greift ihr Einsatz nach Meinung Žižeks jedoch zu kurz. Einer aktuellen humanitären Katastrophe liegt eine systemische Ungerechtigkeit zugrunde. Wird nur am Offensichtlichen herumgedoktert ändert sich das System nicht, sondern wird gestärkt, die systemische Ungerechtigkeit bleibt bestehen, und bringt weitere humanitäre Katastrophen hervor, die wiederum sofortiges Handeln erfordern. Ein Teufelskreis.</p>
<p>Die systemische Gewalt des Kapitalismus bezieht Žižek in Anlehnung an Marx auf die Objektiverung des Kapitalismus. Diese Objektivierung lässt sich im Reden über »die Märkte«, als handle es sich hierbei um Subjekte, verdeutlichen. Es kann niemand verantwortlich erklärt werden, weder Banker, Politiker noch Unternehmer, »die Märkte« verhielten sich so. Auf diese Weise wird der Kapitalismus erhöht, auch wenn wir von Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung hören, wichtig bleibt die Situation des Marktes. In dieser Überhöhung sieht Žižek die höchste Form von Ideologie. </p>
<p>Während noch vor einigen Jahren eine klare Linie zwischen den Reichen in Davos und den Globalisierungsgegnern von Porto Alegre gezogen werden konnte, verschwimmt diese Unterscheidung immer mehr. Einflussreiche Globalisierungskritiker nehmen mittlerweile auch an den Treffen der Superreichen in Davos teil:</p>
<blockquote><p>»Their claim is that we can have the global capitalist cake, i.e. thrive as profitable entrepreneurs, and eat it, too, i.e. endorse the anti-capitalist causes of social responsibility and ecological concern.«</p>
<p><small>Quelle: Slavoj Žižek, <em>Violence</em>, Seite 15f.</small></p>
</blockquote>
<p>Einer dieser liberalen Kommunisten ist Bill Gates, ein Hacker der es geschafft hat. Soziale Verantwortung und der Markt schließen sich nicht mehr aus, sie können versöhnt werden. Es geht, wie bereits weiter oben erwähnt, nicht mehr um grundsätzliche Auseinandersetzungen, sondern um konkrete Probleme wie z.B. die Hungersnot in Afrika. Wichtig sei uns nicht in Debatten zu verlieren, sondern direkt zu helfen. Ihr Ziel ist es nicht nur Geld zu verdienen, sondern die Welt zu verändern. Žižek betont in diesem Zusammenhang jedoch, dass es wichtig ist festzustellen, dass sie zuerst ordentlich verdienen müssen bevor sie helfen können.</p>
<blockquote><p>»Their preferred motto is social responsibility and gratitude: they are the first to admit that society was incredibly good to them by allowing them to deploy their talents and amass wealth, so it is their duty to give something back to society and help people.«</p>
<p><small>Quelle: Slavoj Žižek, <em>Violence</em>, Seite 20.</small></p>
</blockquote>
<p>Žižek deutet das Engagement der liberalen Kommunisten im Geiste einer überlegenen Geste. Die Gutgestellten geben etwas von ihrem Reichtum ab und wenden sich wohltätig (von oben herab) den Armen zu.</p>
<blockquote><p>»In liberal communist ethics, the ruthless pursuit of profit is counteracted by charity. Charity is the humanitarian mask hiding the face of economic exploitation. In a superego blackmail of gigantic proportions, the developed countries ‘help’ the undeveloped with aid, credits and so on, and thereby avoid the key issue, namely their complicity in and co-responsibility for the miserable situation of the undeveloped.«</p>
<p><small>Quelle: Slavoj Žižek, <em>Violence</em>, Seite 21.</small></p>
</blockquote>
<p>Auf diese Weise gehen soziale Verantwortung und berechnendes Kalkühl des Geschäftsmannes Hand in Hand. Auf der einen Seite wird ausgebeutet um zu Reichtum zu gelangen, auf der anderen Seite steht die Wohltat den Armen gegenüber. Dadurch wird jedoch das ungerechte System gestärkt, die Ungerechtigkeit bleibt bestehen, lediglich die Symptome werden behandelt. Im weiteren Verlauf zeigt er in Anlehnung an Sloterdijk und Carnegie auf, dass der Kapitalismus die Wohltätigkeit braucht um fortzubestehen. Es durch das Engagement der liberalen Kommunisten nicht zu einer Systemänderung kommt, sondern der Kapitalismus lediglich ein freundliches Gesich verliehen bekommt und dennoch in seiner ganzen Härte bestehen bleibt, ja mehr noch, gestärkt wird. </p>
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		</item>
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		<title>Auferstehung?</title>
		<link>http://danielehniss.de/2011/11/04/auferstehung/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 02:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit großem Interesse beobachte ich wie das aktuelle Buch von Peter Rollins aufgenommen wird. »Insurrection« erschien vor einem Monat und hat es mittlerweile auf das ein oder andere Blog geschafft. Mir scheint es, als bringe dieses Buch, und damit die explizit geäußerten Gedanken von Peter, eine gewisse Klärung theologischer Positionen in der emergenten Bewegung. Was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit großem Interesse beobachte ich wie das aktuelle Buch von <a href="http://peterrollins.net/ " title="Link zum Blog von Peter Rollins">Peter Rollins</a> aufgenommen wird. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0 " title="Link zum Buch auf amazon.de">»Insurrection«</a> erschien vor einem Monat und hat es mittlerweile auf das ein oder andere Blog geschafft. Mir scheint es, als bringe dieses Buch, und damit die explizit geäußerten Gedanken von Peter, eine gewisse Klärung theologischer Positionen in der emergenten Bewegung. Was mir an dem Buch besonders gefällt ist, dass es meiner Ansicht nach das bisher konkreteste Buch von Rollins ist.</p>
<p>Interessanterweise wird seine Dekonstruktion von Begriffen aus der christlichen Tradition stark angegangen, und die Frage nach dem was geglaubt wird, also was für wahr angenommen wird, rückt in den Mittelpunkt. Und dabei rückt die Frage nach dem Leben in den Hintergrund. Mir scheint jedoch, und das kann man existentialistische Deutung nennen, dass es Peter vor allem um das Leben, das Handeln geht.</p>
<blockquote><p>Man fragte mich einmal ob ich die Auferstehung leugne. Ich antwortete: Selbstverständlich. Jeder der mich kennt weiß, dass ich die Auferstehung leugne. Jedes mal wenn ich meinem Nächsten nicht helfe, jedes mal wenn ich an Menschen vorüber gehe die arm sind, verleugne ich die Auferstehung. Jedes mal wenn ich an einem ungerechten System teilnehme, verleugne ich die Auferstehung.</p>
<p>Und ich bestätige die Auferstehung. Ab und zu bestätige ich die Auferstehung, wenn ich mich für diejenigen einsetze die am Boden sind. Ich bestätige die Auferstehung wenn ich für die Menschen spreche deren Zungen gelähmt sind, wenn ich für die Menschen weine die keine Tränen mehr haben. Das ist es, was wir zu tun versuchen.</p>
<p><small><a href="http://www.youtube.com/watch?v=xiG-nlDVvYM " title="Link zu einem Ausschnitt aus diesem Vortrag">Quelle: Vortrag von Peter Rollins auf der Konferenz »Poets Prophets and Preachers«, 2009.</a></small></p>
</blockquote>
<p>In diesem Zusammenhang erscheint es mir leicht zu sagen, dass die emergente Bewegung vor allem darauf Wert legt wie wir leben, und nicht so sehr darauf konzentriert ist was geglaubt wird. Sich also mehr mit der Orthopraxie als mit der Orthodoxie beschäftigt. Dekonstruiert dann jedoch jemand die liebgewonnen Begriffe, und betont das Leben, dann wird es eng. Dann wird die Frage nach der Orthodoxie laut.</p>
<p>Im fünften Kapitel kommt Rollins auf das Problem der Differenz von Reden und Handeln zu sprechen. Hinter der Konzentration darauf diese Differenz zu überwinden stecken seiner Ansicht nach   drei miteinander verbundene Probleme:</p>
<ol>
<li>Dieser Ansatz wertet Glauben stärker als Handeln.</li>
<li>Die Betonung der Überwindung dieser Differenz macht deutlich, dass wir diese Differenz für zu wichtig nehmen. Unser Handeln bleibt nicht hinter unserem Glauben zurück, vielmehr ist unser Handeln der konkrete Ausdruck unseres Glaubens.</li>
<li>Das Streben nach dieser Überwindung stellt selbst ein Hindernis dar, uns tatsächlich zu verändern.</li>
</ol>
<p><small><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0 " title="Link zum Buch auf amazon.de">Quelle: Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Seiten 102-103.</a></small></p>
<p>Im weiteren Verlauf des Kapitels spricht er über die Aussage von Paulus, dass uns alles erlaubt, jedoch nicht alles gut für uns ist, nach 1.Korinther 6,12, und deutet sie auf Gnade hin. </p>
<blockquote><p>»In grace we are able to accept that we are accepted and, in this very act of knowing we do not have to change, we discover the ability to change. It is in experiencing the license of  grace rather than the legalism of prohibition the real transformation becomes possible.«</p>
<p><small><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0 " title="Link zum Buch auf amazon.de">Quelle: Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Seite 105.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Hier kommt dann wieder der radikale Ansatz von Zizek zum Tragen. Die Kirche fordert zwar eine grundlegende Änderung von uns, bringt uns durch Anklage in eine Abwehrende Haltung, und bietet uns, mit ihrem Programm, eine Möglichkeit an, uns vor uns selbst zu verstecken und so zu bleiben wie wir sind. </p>
<p>Das revolutionäre des Christentums jedoch ist die Konfrontation mit unseren Abgründen, und die gleichzeitige bedingungslose Annahme. Auf diese Weise befreit es uns in Gnade zu einem Leben der Auferstehung. Ein Leben in Mitten des Todes wird möglich, ein lebensbejahendes Leben. </p>
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		<title>Insurrection</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 08:06:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit heute ist das neue Buch von Peter Rollins erhältlich. Den Entstehungsprozess des Buches habe ich interessiert via Blog und Twitter verfolgt, und war sehr gespannt auf das fertige Buch. Heute nun konnte ich die Kindle-Version herunterladen und die ersten Seiten darin lesen. Im Vorwort schreibt Rollins folgendes zu seinem Vorhaben: »In Insurrection, I endeavor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0" title="Link zum Buch auf amazon.de" ><img class="alignleft" src="http://danielehniss.de/up/insurrection.jpg" width="150" height="200" ></a>Seit heute ist das neue Buch von Peter Rollins erhältlich. Den Entstehungsprozess des Buches habe ich interessiert via <a href="http://peterrollins.net/" title="Link zum Blog von Peter Rollins" target="_blank">Blog</a> und <a href="http://twitter.com/PeterRollins" title="Link zum Twitter-Profil von Peter Rollins" target="_blank">Twitter</a> verfolgt, und war sehr gespannt auf das fertige Buch. Heute nun konnte ich die <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0" title="Link zum Buch auf amazon.de" target="_blank">Kindle-Version</a> herunterladen und die ersten Seiten darin lesen.</p>
<p>Im Vorwort schreibt Rollins folgendes zu seinem Vorhaben:</p>
<blockquote><p>»In <em>Insurrection</em>, I endeavor to outline what this radical expression of a faith beyond religion might look like and how it has the power to give birth to a radically new form of Church, one with the power to renew, reform or even transcend the present constellation of conservative, liberal, evangelical, fundamentalist, and orthodox communities.«</p></blockquote>
<p>Das Buch ist wieder gespickt mit diesen kleinen Parabeln, die seinen Gedankengang auf eine andere Weise beleuchten, und die kognitive Auseinandersetzung mit interessanten und anregenden Fragen auf gute Weise ergänzen.</p>
<p>Im ersten Kapitel geht er dem Gedanken nach, dass Menschen sich danach sehnen von jemandem begehrt zu werden. Ich möchte, zumindest für eine Person, jemand besonderes sein. Aus dieser Sehnsucht leitet Rollins eine Sehnsucht nach Gott ab, jemanden der mich sieht und mich für ganz besonders und einzigartig hält. Ein solcher Gott findet jedoch vor allem am Rand meines Lebens einen Platz. Wenn es mir schlecht geht oder mich kein Mensch zu lieben oder beachten scheint. In der Mitte des Lebens, wenn es mir gut geht und das Leben gelingt, bedarf es keines Gottes. An diesen Gedanken ist unschwer seine Orientierung an den Überlegungen Dietrich Bonhoeffers zu einem religionslosen Christentums zu entdecken. </p>
<p>In Anlehnung an Bonhoeffer geht er im Verlauf des Kapitels auch auf den Begriff <em>Deus ex machina</em> ein:</p>
<blockquote><p>»For Bonhoeffer, the Church approached God as a deus ex machina. God was merely an idea clumsily dropped into our world in order to fulfill a task. God was introduced into the world on our terms in order to resolve a problem rather than expressing a lived reality. The result is a God who simply justifies our beliefs and helps us sleep comfortably at night. God is brought into the picture only when we face a problem of some kind that doesn’t lend itself to solution by other means. In Bonhoeffer’s view, this God plays the same meager role as the supernatural beings in third-rate Greek plays.«</p>
<p><small>Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Page 13 (Position 308).</small></p>
</blockquote>
<p>Die ersten Seiten des Buches gefallen mit bereits sehr gut. Die Gedanken Bonhoeffers zu einem religionslosen Christentum haben mich sehr inspiriert und ich freue mich, dass Rollins an diese Gedanken anknüpft.</p>
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		<title>Pragmatische Philosophie</title>
		<link>http://danielehniss.de/2011/10/01/pragmatische-philosophie/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2011 08:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ZEIT-Magazin (40/2011) findet sich ein interessanter Artikel von Gero von Randow über »Sartres Erben«, die jungen Intellektuellen von Paris. Diese seien weniger an Ideologien als am Leben interessiert. Die angeführten Beispiele bestätigen die These, zumindest insofern, dass ihre Gedanken mit Alltäglichem in Beziehung stehen, und auch dann, wenn sie Position beziehen, offen für Veränderung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im ZEIT-Magazin (40/2011) findet sich ein interessanter Artikel von Gero von Randow über <a href="http://www.zeit.de/2011/40/Paris-Intellektuelle/komplettansicht" title="Link zur Onlineversion des Artikels" >»Sartres Erben«</a>, die jungen Intellektuellen von Paris. Diese seien weniger an Ideologien als am Leben interessiert. Die angeführten Beispiele bestätigen die These, zumindest insofern, dass ihre Gedanken mit Alltäglichem in Beziehung stehen, und auch dann, wenn sie Position beziehen, offen für Veränderung bleiben und damit der Komplexität des Lebens Rechnung tragen. Ihr denken scheint weniger an Absolutem interessiert als an der tatsächlichen Lebenswirklichkeit. </p>
<p>Ich finde die angeführten Beispiele sehr interessant. Vor allem auf Grund meines Interesses für die Entwicklung von Philosophie, und damit auch unsere Gesellschaft. Diese Intellektuellen weisen für mich in eine Richtung des Denkens und Handelns, in dem Dekonstruktion und anderen wichtigen Denkansätzen der Postmoderne ihren Platz finden. Diese werden nicht gänzlich abgelehnt, vielmehr wird in ihrer Tradition weiter und darüber hinaus gedacht. </p>
<p>Beispielhaft möchte ich hier einen Absatz zu Thierry Hoquet zitieren:  </p>
<blockquote><p>Eine bessere Welt wird nicht in einen Zustand der »Reinheit« zurück finden. »Leben ist Verschmutzung. Nicht das Ende der Unreinheit ist die Aufgabe, sondern der Beginn einer klugen, bewussten Verschmutzung. Der Mensch gestaltet die Natur weltweit um; er sollte das in Zukunft so tun, dass Irrtümer rückgängig gemacht werden können.« Das gilt auch für die Körperpolitik: »Der Körper ist keine reine, von Technik und Kapitalismus freie Domäne, er wird das auch nie mehr werden. Aber wenn es um Probleme wie Leihmütter, Organhandel und Stammzellen geht, sind vorsichtige und vorläufige Lösungen vorzuziehen.«</p>
<p><small>Quelle: <a href="http://www.zeit.de/2011/40/Paris-Intellektuelle/komplettansicht" title="Link zur Onlineversion des Artikels" >Gero von Randow, Sartres Erben, ZEIT Magazin (Nr. 40, 2011)</a>.</small></p>
</blockquote>
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		<title>liebenswert</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 20:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Einleitung in das Werk Žižeks möchte ich heute nochmals einen Gedankensplitter zitieren. Ich stieß auf ihn im Abschnitt über die Intersubjektivität des Phantasmas. Žižek folgt in seiner Sicht des Subjekts Lacan, der das Subjekt $ als durchgestrichenes Subjekt, als Subjekt mit einem Mangel, versteht. Das Phantasma hat eine intersubjektive Struktur, es schafft das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Einleitung in das Werk Žižeks möchte ich heute nochmals einen Gedankensplitter zitieren. Ich stieß auf ihn im Abschnitt über die Intersubjektivität des Phantasmas. </p>
<p>Žižek folgt in seiner Sicht des Subjekts Lacan, der das Subjekt $ als durchgestrichenes Subjekt, als Subjekt mit einem Mangel, versteht. Das Phantasma hat eine intersubjektive Struktur, es schafft das <em>Objekt klein a</em> (<em>objet petit a</em>). Dieses <em>Objekt klein a</em> ist die Antwort auf die hysterische Frage was ich für den anderen darstelle, was der andere wirklich möchte. Es verleiht dem Subjekt minimale Identität und verdeckt den Umstand, dass das Subjekt und der Andere unvollständig sind. Insofern sagt mir das Phantasma wer ich bin, es „erzeugt ein nicht fassbares Objekt (<em>objet petit a</em>), das für das einsteht, was an mir selbst mehr ist als ich beschreiben kann.“ <small>(Heil, 72.)</small></p>
<p>Diesen Gedankengang verdeutlicht Heil an folgendem Beispiel:</p>
<blockquote>
<p>Einem Liebenden ist es beispielsweise nicht möglich, zu sagen, warum er jemanden liebt. Alle Antworten auf die Frage „Warum liebst du sie/ihn?“ bleiben unvollständig. Ob man jemanden liebt oder nicht, lässt sich nicht auf bestimmte Eigenschaften zurückführen.</p>
<p><strong>Eine Eigenschaft des Anderen wird liebenswert weil man ihn liebt und nicht weil sie per se liebenswert wäre.</strong></p>
<p>Lieben bedeutet dem Anderen das zu geben, was man selbst nicht besitzt, das <em>objet petit a</em>. In der Liebe ergänzen sich nicht zwei Partner zu einem Ganzen, sondern verdecken jeweils den Mangel im anderen. Es finden sich nicht zwei verlorene Hälften zu einem harmonischen Ganzen zusammen, vielmehr treffen zwei qua ihrer Struktur unvollständige Subjekte aufeinander und versichern einander vollständig zu sein, geben sich gegenseitig eine Identität.</p>
<p><small><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531164309/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3531164309" title="Zur Aktualität von Slavoj Žižek: Einleitung in sein Werk bei amazon.de" >Reinhard Heil, Zur Aktualität von Slavoj Žižek, 72.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Das Subjekt $, wie hier beschrieben mit einem Mangel anzunehmen, der durch das Phantasma in der Begegnung mit einem Gegenüber um das <em>Objekt klein a</em> ergänzt wird ist meiner Ansicht nach eine gute Ergänzung zur Annahme der <a href="http://danielehniss.de/2009/03/21/identitaet-und-authentizitaet/" title="danielehniss.de - Identität und Authentizität" >Identität als »bewegliches Fest«</a>: „Was wir als unsere Identität, unsere Persönlichkeit beschrieben, ist ein fragiles Gebilde, welches seine Entstehung gerade dem Umstand verdankt, dass wir keine Identität als solche besitzen.“ <small>(Heil, 72)</small></p>
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