Archiv für die Kategorie 'Politik'

Buchempfehlung

Dienstag, 06. Juli 2010

81/365 In seinem aktuellen Buch »Other – Loving Self, God and Neighbour in a World of Fractures« legt Kester Brewin ein einzigartiges Werk vor, in dem er der so genannten goldenen Regel aus den Evangelien nachgeht. Brewin bewegt sich geschickt zwischen biblischen Aussagen, theologischen und philosophischen Erkenntnissen und Fragestellungen des heutigen Lebens in einer vernetzten Welt. Dabei verbindet er sehr gut unterschiedliche Aspekte und inspiriert zu einem Leben in Harmonie mit sich selbst, Gott und Menschen.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert. Brewin stellt in den ersten drei Teilen einige sehr interessante Fragen zur Selbstannahme, zur Liebe zu Gott und zur Annahme der Mitmenschen. In allen drei Bereichen thematisiert er bewusst die Andersartigkeit. Zunächst die Andersartigkeit des eigenen Selbst, dann die fremden Aspekte von Gott und schließlich die Aspekte unserer Mitmenschen, die uns dazu bringen, sie nicht zu lieben. Grundlegend für seine Ausführungen ist die Frage nach der Beschaffenheit des Menschen, so dass er in der Lage ist, in Harmonie mit seinen Mitmenschen zu leben. Im vierten Teil des Buches schreibt Brewin über einige Ansätze, wie er und Menschen in seinem Umfeld, versuchen die angeführten Gedanken zu leben.

Für alle, die auf der Suche nach Inspiration für ein Leben in Harmonie mit Menschen und Gott sind, ist dieses Buch eine reiche Quelle. Wie oben angesprochen verbindet Brewin biblische Aussagen, theologische und philosophische Erkenntnisse sehr gut mit Fragestellungen des alltäglichen Lebens. Auf diese Weise regt es zur tieferen Reflexion an, die jedoch nicht im Abstrakten stehen bleibt, sondern zu vielfältigen Fragen des alltäglichen Lebens führt. Im Verlauf des Buches finden sich einige Gedichte, die auf ihre Weise zur Reflexion der angesprochenen Gedanken einladen. Der durchdachte Aufbau des Buches, sowie die klare und verständliche Sprache tragen ihr übriges dazu bei, dass es sich bei diesem Buch um ein wertvolles inspirierendes Werk handelt.

Meine Buchempfehlung für diesen Sommer!

Albtraum Atommüll

Montag, 15. März 2010

Alptraum AtommuellAm Mittwoch 24.03. wird um 20 Uhr im Luthersaal der evangelischen Luthergemeinde in Karlsruhe (Oststadt) der Dokumentarfilm »Albtraum Atommüll« gezeigt.

In der Diskussion um Atomkraft werden von den Befürwortern immer wieder die vermeintlichen Vorteile dieser Technik hervorgehoben. Mit Blick auf die drohende Klimaerwärmung wird sie sehr gerne als sauber und nachhaltig dargestellt. Doch wenn es um die radioaktiven Abfälle geht, geraten Wissenschaftler ins Grübeln, die Industrie beschwichtigt , Politiker vertuschen und schweigen. Atommüll ist der schlimmste Albtraum der Atomenergie und häufig noch immer ein Tabuthema.

Im Anschluss an den Film ist eine kurze Fragerunde mit Vertretern der Umweltverbände geplant.

Weitere Infos auf der Webseite zum Film auf arte.tv

Schuldenerlass als Chance

Dienstag, 19. Januar 2010

Zeltstadt in Haiti / Creative Commone: United Nations Developement Programme
Bild einer Zeltstadt in Haiti. Photo: United Nations Developement Programme (CC)

Momentan wird viel über Haiti geschrieben und gesprochen. Die katastrophalen Auswirkungen des Erdbebens machen mich sprachlos, sehr traurig und irgendwie hilflos wütend, da es in Haiti wieder einmal sehr arme und auch ausgegrenzte Menschen waren, die von der Naturkatastrophe getroffen wurden. Eine ganze Weile lang habe ich nichts dazu geschrieben, und auch recht wenig zu dieser Naturkatastrophe gesagt. Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen.

Meiner Ansicht nach ist es wichtig durch Spenden die Hilfe für die Betroffenen zu unterstützen. Neben dem Spenden, das viele als einzige Möglichkeit sehen, in der wir helfen können, möchte ich jedoch weder das Gebet für die Betroffenen ausklammern, noch die Frage nach strukturellen Gegebenheiten, die Grundlage der Armut in Haiti zu sein scheinen.

In der ZEIT wird Haiti als gescheiterter Staat bezeichnet. Der Titel legt nahe, dass Haiti niemals demokratische Wurzeln besaß, und unterstützt auf diese Weise die unterschwellige Annahme vieler, dass die Haitianer irgendwie selbst an ihrer Armut schuld sind. Auch wenn ich diese Annahme so nicht teile, halte ich den Artikel für Lesenswert, da er uns zumindest etwas die Augen dafür öffnet wie es den Bewohnern des Landes geht.

Meine Andeutung, dass ich die Annahme nicht teile, Haiti habe keine demokratischen Wurzeln, wird durch eine Rezension genährt, die Zizek zum Buch »Damming the Flood: Haiti, Aristide and the Politics of Containment« von Peter Hallward geschrieben hat. Diese Rezension ist unter dem Titel »Democracy versus the people« im NewStatesman erschienen. In diesem (umstrittenen) Buch schreibt Hallward über die geschichtlichen Entwicklungen Haitis. Seine Ausführungen beginnt er mit der eindrücklichen Revolution gegen den Sklavenhandel, und der daraus resultierenden Unabhängigkeit Haitis von Frankreich 1804. Nach Ansicht Hallwards trug in der Folgezeit der Westen dazu bei Haiti schwach zu halten, um die revolutionären Kräfte auch in anderen Ländern zu unterdrücken. In Haiti kam es immer wieder zu massiven Ausschreitungen und tiefen Spaltungen innerhalb der Bevölkerung. Und ja, der Staat gilt als gescheiterter Staat. Vielleicht hilft uns jedoch eine Beschäftigung mit der Geschichte Haitis, bspw. die militärische Intervention 2004, die schließlich Aristide ins Exil führte. Dieser hatte zuvor eine Resolution auf den Weg gebracht, in der er Frankreich aufforderte Reparationen zu bezahlen. Interessanterweise wurde diese Resolution von der Nachfolgeregierung als erste Amtshandlung gekippt. Ich weiß es handelt sich hierbei um umstrittene Ansichten, und es gibt weitere Aspekte der Geschichte, die zu bedenken sind. Mir erscheint es jedoch wichtig, neben den Forderungen um Spenden, auch konkret über eine Verbesserung der Gesamtsituation Haitis nachzudenken und dementsprechend zu handeln.

In den Nachrichten wurde heute gesagt, dass der Pariser Club einen Schuldenerlass für Haiti fordert. Eine dazu passende Petition findet sich bei ONE. Bitte zeichne diese Petition mit! Meiner Ansicht nach wäre ein Schuldenerlass ein erster Schritt in die Richtung Haiti eine Chance zu geben. Neben der Beruhigung des Landes durch Blauhelme, müsste meiner Ansicht nach dann weiteres Engagement zur Selbsthilfe der Haitianer geleistet werden. Dieses Engagement sähe im Idealfall so aus, dass wir nicht erwarten Haiti würde eine „westlich kapitalistische Demokratie“, sondern in der Unterstützung der demokratischen Kräfte Haitis, so dass das Land eine Zukunft hat.

Wie in alten Zeiten?

Freitag, 30. Oktober 2009

Auf Zeit-Online las ich eben einen Artikel mit dem Titel ›Angela Bush‹, was sich dahinter verbirgt wird in folgenden Abschnitten deutlich:

[Die] ideologische Heimat von schwarz-gelb [ist] eindeutig zu bestimmen: Es ist der rechte Keynesianismus, wie ihn vor allem George W. Bush in den USA praktizierte.

Bemerkenswert an der Haushaltspolitik sind nicht nur die vielen neuen Schulden. Bemerkenswert ist vor allem die Begründung: Der neue Finanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor einer Sparpolitik à la Brüning, die Kanzlerin spricht von der Notwendigkeit, die Wirtschaft als dynamisches System zu begreifen. John Maynard Keynes hätte es nicht besser formulieren können. Ganz klassisch soll hier in der Krise die gesamtwirtschaftliche Nachfrage angekurbelt werden, um die Wirtschaft zu stützen. Das hat man hierzulande seit den siebziger Jahren nicht mehr gehört.

Doch während Keynes das Geld lieber den Armen geben wollte (nicht weil er so sozial war, sondern weil die es auch ausgeben), gibt es die neue Koalition lieber den Reichen (nicht weil das ökonomisch sonderlich sinnvoll ist, sondern weil die FDP darauf beharrte).

Mark Schieritz schreibt weiter, dass Bush es damals nach dem Platzen der so genannten Internetblase ebenso gemacht hat. Wie heute durch zahlreiche Studien belegt werde sei sein Plan jedoch nicht aufgegangen und es sei zu kurzsichtig gewesen vor allem oberen Einkommensschichten über die Maßen zu entlasten.

Weltpolitisch gesehen sind die meisten Menschen froh dass die Ära Bush vorbei ist und dennoch scheint Deutschland sich mit der letzten Wahl (zumindest wirtschaftspolitisch) das Denken dieser Ära ins Land geholt zu haben. Hoffen wir, dass sich diese Annahmen nicht bewahrheiten…

Quelle: Zeit-Online – Angela Bush

über Macht

Freitag, 09. Oktober 2009

Zur Zeit findet quer durch Deutschland ein interessantes Filmprojekt unter dem Titel »über Macht« von dieGesellschafter.de statt. Im Rahmen dieses Projekts werden eine ganze Reihe interessanter Filme gezeigt. Das Projekt gastiert vom 15.10. bis zum 03.12. auch in Karlsruhe, natürlich in der Schauburg.

Diesen Eintrag schreibe ich vor allem weil ich auf die Vorführung des Films »Monsanto, mit Gift und Genen« aufmerksam gemacht wurde. Der Film wird am Donnerstag 15.10.2009 um 19 Uhr in der Schauburg gezeigt und bildet damit den Auftakt des Projekts in unserer Stadt. Über den Film steht auf der Schauburgseite folgendes:

Genetisch veränderte Lebensmittel sind sicher. Das sagen die Hersteller-Firmen. Marie-Monique Robins brillante Recherche über den Biotechnologie-Konzern Monsanto untersucht, wie die »wissenschaftlichen Beweise« für diese Behauptung zu Stande kommen. Sie findet heraus, dass Gen-Manipulierer auch Forschungsergebnisse manipulieren. Gegenstimmen bringt Monsanto systematisch zum Verstummen. Robins Film enthüllt die Einflussnahme des Konzerns auf Politik und Kontrollbehörden bei seinem weltumspannenden Griff nach der Macht über unser Essen.

Quelle: schauburg.de

Im Anschluss an den Film wird ein Filmgespräch stattfinden. In diesem Sinne empfehle ich den Besuch des Films und natürlich eine Ernährung die ohne genetisch veränderte Lebensmittel auskommt. Das gesamte Projekt ist meiner Ansicht nach vielversprechend und könnte zu weiterem gesellschaftlichen Engagement anregen.

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Eine Übersicht über das Filmprogramm in Karlsruhe findet sich bei dieGesellschafter.de

Dort gibt es auch eine Übersichtsseite über das deutschlandweite Programm.

Faire Woche

Freitag, 11. September 2009

Ab Montag findet wieder die jährliche faire Woche statt. Unter dem Motto „Perspektiven schaffen – Fair Handeln!“ finden vom 14. bis 27. September deutschlandweit viele Veranstaltungen statt die den fairen Handel erlebbar machen und Perspektiven schaffen. Für manche unter uns werden Perspektiven erweitert und es wird uns möglich hinter den Produkten die täglich durch unsere Hände gehen die Menschen zu sehen die am Entstehungsprozess beteiligt sind. Für diese Menschen, die uns erst unsere alltäglichen Produkte ermöglichen, werden durch fairen Handel ganz konkrete Zukunftsperspektiven geschaffen – seien es Gewerkschaften, die Möglichkeit dass Kinder in Schulen gehen können und partnerschaftliche Handelsbeziehungen eine gewisse Planungssicherheit ermöglichen. Und damit sind ja wieder nur kleine Aspekte des großen Bildes skizziert.

Karlsruhe nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal in größerem Stil an der fairen Woche teil. So wurde eine fülle von Angeboten zusammengetragen und neben einem gemeinsamen Veranstaltungskalender wird am Freitag 18. September ein bunten Markt auf dem Marktplatz stattfinden.


Informationscafé zu fairer Kleidung

Im Rahmen dieser Veranstaltungen arbeitet die soziokulturelle Initiative Kubik mit der evangelischen Luthergemeinde zusammen und öffnet ein Informationscafé zu fairer Kleidung im Turmzimmer der Lutherkirche. Wir freuen uns sehr darüber dass Kaffee aus fairem Handel mittlerweile im Mainstream angekommen ist und breite Akzeptanz genießt. Wir denken jedoch, dass auch hinsichtlich der Kleidung mit der wir uns täglich „in Schale werfen“ ein umdenken stattfinden sollte. Viel zu viele von den schönen Stücken entstehen unter Bedingungen die all ihre Schönheit verblassen lassen, haben wir sie einmal vor Augen. Sei es die Ausbeutung der Arbeiter, die an der Herstellung des Rohmaterials beteiligt sind und die nicht nur unter starker chemischer Belastung leiden. Oder seien es die Kinder die total ausgebeutet werden und nach 14 Stunden anstrengendster Arbeit mit Prügel und anderen Strafen rechnen müssen. In dem Wissen dass auch ich noch viel zu viele dieser Systemfehler unterstütze und damit konkret Menschen schade, sitze ich hier nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern freue mich daran Möglichkeiten wo und wie schöne nachhaltige Kleidung zu bekommen ist die unter fairen Bedingungen hergestellt wird und die durch einen ebensolchen Handel bei uns landet zu erforschen und bekannter zu machen. In diesem Sinn hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengefunden die ihr Engagement und ihre Zeit dafür einsetzten um ein schönes Informationscafé in oben besagtem Kirchturm einzurichten.

Das Informationscafé zu fairer Kleidung hat bereits diesen Sonntag, also am 13. September, von 11:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. An den folgenden Tagen – Montag bis Donnerstag – ist das Café jeweils von 10 – 12 Uhr offen. Wir freuen uns sehr über Besucherinnen und Besucher.


Reschique – Klamottentausch- und Design Event

Am 26. September findet ab 15 Uhr im Kaffeehaus NUN wieder das Klamottentausch- und Design Event Reschique statt. Als Alternative zum Wegwerfkonsum kannst Du dort Kleider tauschen, aufhübschen, entwerfen, neues kreiern, sticken und nähen. Damit wollen die Veranstalter auch Gegenentwürfe zu Markenbranding, Einheitsmode und den meist unmenschlichen Herstellungsbedingungen aufzeigen.

Das Angebot wird durch Kaffee aus fairem Handel und leckere Kuchen abgerundet.

Auf Flickr gibt es Bilder von vergangenen Events und weitere Infos finden sich hier.

Ideologie war gestern

Sonntag, 09. August 2009

Auf Zeit-Online findet sich ein interessanter Artikel zur Abwesenheit von Ideologie und einer stark pragmatischen Weltsicht unter Studenten. Ein kurzes Zitat aus diesem Artikel:

Von wegen, die Jugendlichen glaubten an nichts: Wie die Studenten in den Sechzigern ihren Marx, hat auch die pragmatische Generation ihre Vordenker, nur lehren diese kein Schema zur Weltrettung, sondern die Betrachtung des Einzelfalls.

Vielleicht kann man mit EF sagen: “the manifesto is that there is no manifesto”. Wir haben den Glauben an die eine mögliche und für alle gültige Erklärung der Welt und des Lebens verloren. Denken es gibt nicht diese eine Wahrheit, und folgern daraus dass Ideologien gestern waren, und dass Dogmatismus mehr schadet als hilft. Dies bringt meiner Ansicht nach keine Beliebigkeit hervor, und führt auch nicht dazu, dass man nur nach sich selbst und seinem eigenen Vorteil schaut. Wahrscheinlich führt es eher auf die Konzentration auf den Einzelfall und die Suche nach pragmatischen Lösungsansätzen, wobei ich hier auch noch andeuten will dass ich diesen Pragmatismus nicht im Gegensatz zur intensiven Auseinandersetzung mit wichtigen Theorien oder philosopischen Ansätzen verstehe.

Achso, und dann versuche mir doch noch mal jemand zu erklären dass die Gedanken von so genannten postmodernen Philosophen keine Auswirkungen auf unser Leben hier und jetzt haben…

Zum Artikel: Woran kann ich noch glauben?

Einheit in Vielfalt

Mittwoch, 29. Juli 2009

In meinem Feedreader bin ich eben über einen Artikel auf KarmaKonsum gestolpert auf den ich sofort hier hinweisen möchte, vor allem um meine vollste Zustimmung kund zu tun.

Dort heißt es, dass nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz eine spirituelle Pflicht sind. Der Verantwortliche Umgang mit der Schöpfung ist meiner Ansicht nach ein grundlegender Aspekt der Idee Gottes und spielt aus diesem Grund auch eine zentrale Rolle in unserem Leben.

Ich freue mich auch zutiefst über das was im letzten Abschnitt angesprochen wird und freue mich auf all das was wir auf dieser gemeinsamen Reise erleben werden:

Hier sehe ich ein sehr großes insbesondere soziales Veränderungspotenzial, wenn die Gläubigen dieser Welt eine gemeinsame Vison bekämen. Nicht mehr die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten rückten damit in den Fokus: Unity in Diversity.

In diesem Sinne spreche abschließend noch eine Leseempfehlung für den ganzen Artikel aus!

gerecht & nachhaltig

Donnerstag, 04. Juni 2009

Propeller

Morgen Abend werde ich im Rahmen von Propeller etwas darüber reden was mir im Bezug auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Verbindung mit der Idee Gottes wichtig geworden ist. Getreu dem Motto „Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott, Menschen und Natur“ erwarte ich morgen einen inspirierenden Abend. Herzliche Einladung von meiner Seite.

Die Grünen und das Internet

Samstag, 09. Mai 2009

In Berlin findet der Parteitag der Grünen statt und dort wird auch über Änderungen in deren Wahlprogramm abgestimmt. In der derzeitigen Debatte um Sperrungen von Webseiten (mit kinderpornographischen Inhalten) interessiert viele in der Webciety natürlich besonders wie die Parteien sich zu dieser Frage positionieren. Es gibt natürlich auch viele weitere interessante und wichtige Fragen, aber dieser Frage möchte ich nun etwas weiter nachgehen.

Auf der Webseite zum Parteitag finden sich neben vielen anderen Angeboten auch alle Änderungsanträge zum Wahlprogramm. Besonders der Änderungsantrag zu BTW-I-01 ist zur eben erwähnten Frage interessant, er lautet wie folgt:

„Die Filterung des Datenverkehrs sowie massenhafte und unbegründete Speicherorgien, wie die Vorratsdatenspeicherung, lehnen wir ebenso strikt ab wie jegliche Access-Sperren.“

[Quelle: Änderungsanträge Kapitel 13 BTW-I-01]

Der letzte Satzteil ist besonders interessant und ist auch der Gegenstand des Änderungsantrages – jegliche Access-Sperren werden abgelehnt. Das hört sich in meinen Ohren sehr gut an, da es meiner Meinung nach genau in die Richtung geht wie ich mir eine Position der Grünen zu diesem Thema gewünscht hatte – nämlich eine deutliche Positionierung gegen das Ansinnen einer Zensur die unkontrollierbar ist. Die Begründung zur Änderung liest sich ebenfalls sehr gut, und gibt mir den Eindruck, dass die Grünen sich tatsächlich aktiv im Internet bewegen und zuhören was an der Basis gesprochen wird.

Bisher habe ich noch nicht herausgefunden wie in dieser Frage entschieden wurde, hoffe jedoch, dass diese Änderung eine Mehrheit findet/gefunden hat.

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Eine sehr brauchbare Erklärung wie die DNS/Access-Sperrungen funktionieren habe ich mal auf meinen Posterous gepackt: So funktioneren die DNS-Sperren. Florian Spitzohr erklärt in diesem Video mit LEGO sehr schön anschaulich wie die Sperrungen funktionieren sollen.