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	<title>Daniel Ehniss &#187; Theologie</title>
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	<description>»Propaganda endet dort, wo der Dialog beginnt.«</description>
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		<title>suchen und glauben</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 22:13:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[ZEIT: Aber beide, sowohl der Priester in der Kathedrale als auch der Physiker am Cern, behaupten, die Wahrheit zu verkünden. Randall: Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Priester die Wahrheit auch gesucht hat oder immer nur glaubt, sie schon zu kennen. Wissenschaftler jedenfalls suchen die Wahrheit. Quelle: zeit.de &#8211; Gibt es andere Universen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>ZEIT: Aber beide, sowohl der Priester in der Kathedrale als auch der Physiker am Cern, behaupten, die Wahrheit zu verkünden.</p>
<p>Randall: Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Priester die Wahrheit auch gesucht hat oder immer nur glaubt, sie schon zu kennen. Wissenschaftler jedenfalls suchen die Wahrheit.</p>
<p><small>Quelle: <a href="http://www.zeit.de/2012/19/Lisa-Randall-Paralleluniversen/" target="_blank" title="Link zum Interview mit Lisa Randall auf zeit.de" >zeit.de &#8211; Gibt es andere Universen &#8211; und wie viele?</a></small></p>
</blockquote>
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		<title>Frei sein</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 22:35:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute nahm ich endlich das aktuelle Buch von Ina Praetorius zur Hand. Unter dem Titel »Immer wieder Anfang« sammelt Ina darin Texte zum geburtlichen Denken. Aus dem ersten Kapitel zitiere ich Gedanken zum frei sein in Bezogenheit, die sie in Anlehnung an Hannah Arendt formuliert: &#8220;Menschen sind als Geborene unaufhebbar eingebunden ins »Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten«. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nahm ich endlich das aktuelle Buch von Ina Praetorius zur Hand. Unter dem Titel <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3786728852/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3786728852" target="_blank" title="Link zu Ina Praetorius - Immer wieder Anfang bei Amazon.de" >»Immer wieder Anfang«</a> sammelt Ina darin Texte zum geburtlichen Denken. Aus dem ersten Kapitel zitiere ich Gedanken zum frei sein in Bezogenheit, die sie in Anlehnung an Hannah Arendt formuliert:</p>
<blockquote><p>&#8220;Menschen sind als Geborene unaufhebbar eingebunden ins »Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten«. Deshalb ist menschliches Dasein und Handeln nur als bezogenes, seinerseits Beziehung stiftendes Dasein und Handeln zu verstehen. Menschen können Neues in die Welt setzen, so wie Mütter Kinder in die Welt setzen, die es vorher noch nicht gegeben hat. Was aber aus diesen Handlungen und diesen Kindern wird, das können sie nicht entscheiden oder planen. Denn jedes Kind, jede Handlung trifft unausweichlich auf ein Netz schon vorhandener ANDERER, von ihm verschiedener Menschen und Handlungen, die das Neue aufgreifen oder fallen lassen, weiterführen oder verwandeln.&#8221;</p>
<p><small>Quelle: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3786728852/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3786728852" target="_blank" title="Link zu Ina Praetorius - Immer wieder Anfang bei Amazon.de" >Ina Praetorius, <em>Immer wieder Anfang</em>, Seite 20.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Auf einen Satz zugespitzt hört sich frei sein folgendermaßen an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Frei zu sein bedeutet also nicht, sich von allen und allem möglichst unabhängig zu machen, sondern dass Menschen das Neue, das in die Welt kam, als sie geboren wurden, handelnd als einen neuen Anfang in das Spiel der Welt werfen.&#8221; </p>
<p><small>Quelle: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3786728852/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=depo03-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3786728852" target="_blank" title="Link zu Ina Praetorius - Immer wieder Anfang bei Amazon.de" >Ina Praetorius, <em>Immer wieder Anfang</em>, Seite 20.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Die Art des geburtlichen Denkens von Ina Praetorius stellt eine sehr gute Alternative zum angenommenen Ideal des autonomen Selbst dar. Ina plädiert dafür uns alle als Anfängerinnen und Anfänger wahrzunehmen, die unser eigenes Neues in das Bezugsgewebe Welt einbringen, nie vollkommen unabhängig, sondern immer in Bezogenheit.</p>
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		<title>Abendmahl</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 20:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen las ich den Artikel &#8220;Warum Leib und Körper nicht dasselbe sind&#8221; von Peter Aschoff. Beim ersten lesen fand ich seine Gedanken und Beobachtungen interessant, und irgendwie ließ mich der Artikel nicht los, und ich dachte ab und an wieder darüber nach. Bisher hatte ich die beiden Begriffe ebenfalls synonym verwandt, Leib jedoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen las ich den Artikel <a href="http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2012/01/27/theologie/warum-leib-und-korper-nicht-dasselbe-sind" title="Link um Artikel in Peters Blog" target="_blank">&#8220;Warum Leib und Körper nicht dasselbe sind&#8221;</a> von Peter Aschoff. Beim ersten lesen fand ich seine Gedanken und Beobachtungen interessant, und irgendwie ließ mich der Artikel nicht los, und ich dachte ab und an wieder darüber nach.</p>
<p>Bisher hatte ich die beiden Begriffe ebenfalls synonym verwandt, Leib jedoch für veraltet gehalten. Bei den Arbeiten an einem gemeinsamen Artikel für das Buch <a href="http://beziehungsweise-leben.de" title="Link zur Webseite des Buches" target="_blank" >&#8220;Beziehungsweise Leben&#8221;</a> hatte ich damals auch Diskussionen mit DoSi über die beiden Begriffen, bei denen er sich mit seinen Argumenten für Leib durchsetzte. Durch Peters Artikel und den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leib" title="Link zum Wikipedia-Artikel: Leib" target="_blank" >Wikipedia-Eintrag</a> wurde mir der Unterschied der beiden Begriffe erneut bewusst. Allerdings bleibt es für mich nach wie vor fraglich, wie mit der dort dargestellten Bedeutung Konstruktionen wie &#8220;Leibfeindlichkeit&#8221; und die &#8220;Leib-Seele-Geist&#8221; Problematik zu erklären sind.</p>
<p>Aber zurück zum Abendmahl. Das Abendmahl hat für mich in der gemeinsam gelebten Spiritualität eine wichtige Bedeutung.</p>
<p>Ich ziehe das tatsächliche gemeinsame Essen jedem anderen Rahmen des Abendmahls vor. Aus meiner Sicht kommt das Mysterium des Abendmahls an einem Tisch sitzend und das Essen teilend am besten zur Geltung. Dieses gemeinsame Essen muss nicht immer ein opulentes Mahl sein, eindrucksvoll in Erinnerung ist mir noch unser letztes Mahl in der Hausgemeinschaft bei belegten Brötchen und gutem Wein. In solchen Zusammensetzungen vermisse ich keine andächtige Stille, sondern freue ich mich gerade an geteiltem Leben, in diesem Geist der wertschätzenden Zuwendung.</p>
<p>Abendmahl kann meiner Ansicht nach jedoch auch auf größeren Veranstaltungen stattfinden. Dabei experimentiere ich gerne mit unterschiedlichen Formen des Empfangens von Brot und Wein. Dies kann aus meiner Sicht sowohl mit Zuspruch durch Austeilende geschehen, als auch in sterilen Päckchen, die alleine in der Gruppe meditativ empfangen werden. Eindrücklich war ein solches Abendmahl für mich am Samstagabend des Emergent Forums 2011 in Essen. In solchen größeren Zusammenhängen finde ich allerdings all zu persönliche Elemente unangemessen.</p>
<p>Einige Worte zur Einstimmung beim Abendmahl empfinde ich als sehr wichtig. Hier würde ich jedoch stark zwischen der Veranstaltungsart unterscheiden. Ab und an dürfen das gerne Worte in Anlehnung an die biblische Überlieferung sein. Aus meiner Sicht lassen sich jedoch auch andere Aspekte des Abendmahls betonen und erleben, wozu in einigen Fällen andere Worte und Gedanken helfen. Im Falle eines eher individuell gestalteten Abendmahls finde ich sowohl kleine Kärtchen oder eine Stationsbeschreibung stimmig, und würde dies beispielsweise laut aus der Bibel vorgelesenen Einsetzungsworten vorziehen.</p>
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		<title>Versionsnummer</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 21:58:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute bekam ich überraschenderweise die Möglichkeit Skoobe, eine Plattform über die elektronische Bücher ausgeliehen werden können, zu testen. Über die App zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Mit großer Lust mal wieder etwas mehr am Stück zu lesen, schmökerte ich in Büchern von Richard David Precht, Peter Sloterdijk und in &#8220;Gott 9.0&#8243; von Marion Küstenmacher, Tilmann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute bekam ich überraschenderweise die Möglichkeit <a href="http://skoobe.de" title="Link zur Webseite von Skoobe" >Skoobe</a>, eine Plattform über die elektronische Bücher ausgeliehen werden können, zu testen. Über die App zu einem späteren Zeitpunkt mehr. </p>
<p>Mit großer Lust mal wieder etwas mehr am Stück zu lesen, schmökerte ich in Büchern von Richard David Precht, Peter Sloterdijk und in &#8220;Gott 9.0&#8243; von Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer und Werner Tiki Küstenmacher.</p>
<p>Auf das Vorwort von Richard Rohr folgt ein Einführung der Autoren in das Buch. Kurz gesagt wenden die drei Autoren Erkenntnisse der &#8220;Spiral Dynamics&#8221; von Ken Wilber und Clare Graves auf Gottesvorstellungen an. Diesbezüglich schreiben sie über ihre ersten Begegnungen mit den Studien von Graves folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8220;Als wir das erste Mal von dieser Theorie hörten, waren wir als Theologen wie elektrisiert. Denn Graves stellte bei seinen sozialpsychologischen Forschungen fest, dass sich auch die Gottesvorstellungen nach festen, vorhersagbaren Mustern verändern. Wenn jemand &#8220;Gott&#8221; sagt, müsste er eigentlich dazu die Stufe seiner Entwicklung nennen, sozusagen die Versionsnummer seines Gottesbegriffs.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diese Aussage, das Vorwort von Richard Rohr und der erste Eindruck beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses weckten in mir den Wunsch dieses Buch tatsächlich zu lesen. Mal sehen ob ich mir in den kommenden Wochen die Zeit dazu nehme.</p>
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		<title>Geborensein</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 23:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Advent kann dabei helfen unser Geborensein zu reflektieren. In dieser Zeit der Erwartung des zur Welt Kommens Gottes in Jesus, können wir neu über Maria nachdenken. Eine junge Frau in deren Leib Jesus heranwuchs. Auch darüber wie diese Schwangerschaft für sie und ihren Verlobten Joseph war. Und während wir dabei auf das Eingehen Gottes in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Advent kann dabei helfen unser Geborensein zu reflektieren. In dieser Zeit der Erwartung des zur Welt Kommens Gottes in Jesus, können wir neu über Maria nachdenken. Eine junge Frau in deren Leib Jesus heranwuchs. Auch darüber wie diese Schwangerschaft für sie und ihren Verlobten Joseph war. Und während wir dabei auf das Eingehen Gottes in das Bezugsgewebe der Menschen stoßen, erkennen wir unser eigenes Sein als Geborene. Menschen die von einer Mutter geboren wurden, und Zeit unseres Lebens immer in Bezogenheit frei sind:</p>
<blockquote><p>Wir alle kommen aus lebendigem Leib und bleiben zeitlebens abhängig von Luft, Wasser, Erde und allem, was sie hervorbringen, von anderen Menschen, von Traditionen und Liebe. Das Geborenwerden als Ende der Verwobenheit in den Leib einer ANDEREN zu denken, mag ein trügerisches Gefühl der Befreiung erzeugen, wird aber den Tatsachen nicht gerecht. Denn alle bleiben, bis sie sterben, verwoben in den Leib der Welt: in den Kosmos, die Sprache, ins Herkommen, ins Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten. Abnabelung findet statt, insofern an die Stelle des Mediums Mutterleib die Fähigkeit tritt, direkt mit der Welt in Beziehung zu treten. Sie findet nicht statt im Sinne der losgelösten Freiheitsidee, um die das schwangerschafts- und geburtsvergessene westliche Denken bis heute kreist.</p>
<p><small>Quelle: Ina Praetorius, Gott dazwischen, Seite 33.</small></p>
</blockquote>
<p>Einen spirituellen Erlebnisraum zum Advent vorbereitend, denke ich gerade über Geborensein und Freiheit in Bezogenheit nach. Mir scheint als gewönnen für mich dadurch Advent und Weihnachten eine neue Bedeutung &#8230;</p>
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		<title>Aufstand</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 09:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Das siebte Kapitel von »Insurrection« steht unter dem Stern des Aufstandes. In Anlehnung an Epheser 6,12 schreibt Rollins darüber, dass dem Leben in der Auferstehung eine »ethische Gewalt« innewohnt. Es handelt sich dabei nicht um eine Gewalt gegen Individuen, sondern um eine Gewalt gegen Systeme, die unterdrücken, zerstören und den Tod bringen. In diesem Kapitel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das siebte Kapitel von »Insurrection« steht unter dem Stern des Aufstandes. In Anlehnung an <a target="_blank" href="http://www.bibelwissenschaft.de/nc/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/epheser%206,12/anzeige/context/#iv" title="Link zu Epheser 6,12 (GNB)" >Epheser 6,12</a> schreibt Rollins darüber, dass dem Leben in der Auferstehung eine »ethische Gewalt« innewohnt. Es handelt sich dabei nicht um eine Gewalt gegen Individuen, sondern um eine Gewalt gegen Systeme, die unterdrücken, zerstören und den Tod bringen. In diesem Kapitel folgt er eindeutig <a href="http://danielehniss.de/2011/11/09/veraendern-oder-staerken/" title="Link zum Artikel »ver&auml;ndern oder st&auml;rken" >den Gedanken Žižeks</a>, wie Kilian auch dort in den Kommentaren treffend angemerkt hatte. </p>
<h3>Ignoranz</h3>
<p>Ähnlich wie Žižek geht er auf Ersatzhandlungen und die Konzentration auf Symptome der Ungerechtigkeit ein. Seiner Ansicht nach wird das System am ehesten dadurch verändert, dass es ignoriert wird. Als Beispiel hierfür kommt er erneut auf Mutter Theresa zurück. Sie hatte sich nicht dem Kampf der Überwindung der Kasten verschrieben, sondern durch ihre Gleichbehandlung aller das Kastensystem ausser Kraft gesetzt. Sie ignorierte das ungerechte System und konnte es auf diese Weise in ihrem Umfeld überwinden. Sie half Menschen in Not, egal welcher Kaste diese angehörten. </p>
<h3>Alternatives Zusammenleben</h3>
<p>In dieser Weise sieht er auch das Formen von Gruppen, deren Zusammenleben durch die Überwindung des ungerechten Systems geprägt ist. Sie kämpfen nicht gegen die Symptome der Ungerechtigkeit, sondern setzen dieses System in ihrem Zusammenleben ausser Kraft. Als Beispiel für solche Gruppen führt er die Pirateninseln an, die es damals im Britischen Weltreich gab. Sie waren nicht völlig abgeschlossen und lagen ausserhalb, sondern waren alternative Gesellschaften innerhalb des Reiches.</p>
<p>Wie bereits im <a href="http://danielehniss.de/2011/11/10/liebe-ist-ein-verb/" title="Link zum Artikel »Liebe ist ein Verb«" >Artikel zum vorangehenden Kapitel</a> deutlich wurde, geht es Rollins um das Leben. Am Ende dieses Kapitels geht er noch kurz auf den häufig von ihm gebrauchten Begriff »a/theism« ein. Diesen charakterisiert er folgendermaßen: </p>
<blockquote><p>»In the Cross we witness both the destruction of religion and the sublimation of atheism. In the Garden of Gethsemane, Jesus forsakes everything for God (the highest religious gesture) but, on the Cross we bear witness to Christ being forsaken by God (the atheistic moment). Then, in the Resurrection, we discover that God remains, dwelling in our very midst through the embrace of life. This is where the radical doubt of the Crucifixion is rendered sublime, where a new understanding of God is born and a type of a/theistic Christianity is glimpsed. We may call this opening a/theism insomuch as we witness the move from traditional theism, through atheism to something that unifies and transcends them. A place where, as Bonhoeffer described, one takes full responsability for one’s existence as though God did not exist and, in fully doing so, lives fully before God.«</p>
<p><small>Quelle: Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Page 160.</small></p>
</blockquote>
<p>A/theism kann demnach am Besten in den Worten Bonhoeffers aufgefasst werden. In den Briefen, die Bethge in »Widerstand und Ergebung« festgehalten hat, schreibt Bonhoeffer, dass wir selbstverantwortlich leben müssen, als gäbe es Gott nicht, das wiederum erkennen wir vor Gott. </p>
<p><strong>»Vor und mit Gott leben wir ohne Gott.«</strong></p>
<p><small>Dietrich Bonhoeffer, <em>Widerstand und Ergebung</em>, Seite 394.</small></p>
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		<title>Liebe ist ein Verb</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 01:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir damals zu Verben &#8220;Tun-Wort&#8221; gesagt. Im sechsten Kapitel des Buches &#8220;Insurrection&#8221; geht es Peter Rollins meines Erachtens genau darum. Das Leben der Auferstehung ist geprägt vom Tun der Liebe, auch und gerade angesichts der hässlichen Fratze die wir in unserem Leben zu sehen bekommen. Wie bereits in meinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir damals zu Verben &#8220;Tun-Wort&#8221; gesagt. Im sechsten Kapitel des Buches &#8220;Insurrection&#8221; geht es Peter Rollins meines Erachtens genau darum. Das Leben der Auferstehung ist geprägt vom Tun der Liebe, auch und gerade angesichts der hässlichen Fratze die wir in unserem Leben zu sehen bekommen.</p>
<p>Wie bereits<a href="http://danielehniss.de/2011/11/04/auferstehung/" title="Link zum Artikel Auferstehung? In diesem Blog"> in meinem letzten Artikel zu diesem Buch</a> geschrieben, geht es Rollins um das Ausleben er Auferstehung. So schreibt er auch hier, dass wir auf die Frage &#8220;Glaubst du an Gott?&#8221; am Besten antworten sollten: &#8220;Das erfährst du von meinen Freunden, nein noch besser, frage bei meinen Feinden nach.&#8221; </p>
<p>&#8220;Die Liebe sagte: Ich bin Gott.&#8221; ist seine bewusste Verdrehung der Aussage &#8220;Gott ist Liebe.&#8221; Und so liest sich das sechste Kapitel als engagiertes Plädoyer für gelebte Liebe. Die Auferstehung gibt uns die Möglichkeit liebend zu leben. Sie verführt uns nicht zur Weltflucht, sondern lässt uns das Leben annehmen. Wir tauchen in diese Welt ein, leben in ihr. In einem menschlichen/humanem Leben sind wir Gott ähnlich, wir verkörpern ihn. Er ist gegenwärtig wenn wir liebend leben.</p>
<p>Diese Gegenwart versteht er mit Bonhoeffer als ein Leben mit Gott, als gäbe es Gott nicht. Hier bleibt sich Rollins treu, und spricht von einem religionslosen Christentum. Die Rettungsdecke &#8220;Gott&#8221; wird im liebenden Tun nicht ausgerollt. Vielmehr handelt es sich um ein &#8220;Tun-Wort&#8221;, lieben. Liebe kann man nicht sehen, aber sie verändert alles was wir sehen / wie wir es sehen. Gott steht auch nicht mit einem fertigen Drehbuch hinter den Kulissen uns sieht zu ob wir die uns zugedachte Rolle ausfüllen, sondern wir sind eingeladen unser Leben nach bestem Wissen und Gewissen in dieser Welt zu leben:</p>
<blockquote><p>In Ressurection life we find the courage to face up to this terrifying freedom, we grow the muscles needed to bear its weight, and we discover the compassion required to act. In this new mode of life, we find the conviction required to fully assume responsibility for our fleeting, fragile existence. We are unchained from the shackles that would bind us to some divine script already written and instead experience destiny as something wie participate in through a full and loving embrace of the world.</p>
<p><small>Quelle: Peter Rollins, Insurrection, Seite 136.</small></p>
</blockquote>
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		<title>Auferstehung?</title>
		<link>http://danielehniss.de/2011/11/04/auferstehung/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 02:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit großem Interesse beobachte ich wie das aktuelle Buch von Peter Rollins aufgenommen wird. »Insurrection« erschien vor einem Monat und hat es mittlerweile auf das ein oder andere Blog geschafft. Mir scheint es, als bringe dieses Buch, und damit die explizit geäußerten Gedanken von Peter, eine gewisse Klärung theologischer Positionen in der emergenten Bewegung. Was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit großem Interesse beobachte ich wie das aktuelle Buch von <a href="http://peterrollins.net/ " title="Link zum Blog von Peter Rollins">Peter Rollins</a> aufgenommen wird. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0 " title="Link zum Buch auf amazon.de">»Insurrection«</a> erschien vor einem Monat und hat es mittlerweile auf das ein oder andere Blog geschafft. Mir scheint es, als bringe dieses Buch, und damit die explizit geäußerten Gedanken von Peter, eine gewisse Klärung theologischer Positionen in der emergenten Bewegung. Was mir an dem Buch besonders gefällt ist, dass es meiner Ansicht nach das bisher konkreteste Buch von Rollins ist.</p>
<p>Interessanterweise wird seine Dekonstruktion von Begriffen aus der christlichen Tradition stark angegangen, und die Frage nach dem was geglaubt wird, also was für wahr angenommen wird, rückt in den Mittelpunkt. Und dabei rückt die Frage nach dem Leben in den Hintergrund. Mir scheint jedoch, und das kann man existentialistische Deutung nennen, dass es Peter vor allem um das Leben, das Handeln geht.</p>
<blockquote><p>Man fragte mich einmal ob ich die Auferstehung leugne. Ich antwortete: Selbstverständlich. Jeder der mich kennt weiß, dass ich die Auferstehung leugne. Jedes mal wenn ich meinem Nächsten nicht helfe, jedes mal wenn ich an Menschen vorüber gehe die arm sind, verleugne ich die Auferstehung. Jedes mal wenn ich an einem ungerechten System teilnehme, verleugne ich die Auferstehung.</p>
<p>Und ich bestätige die Auferstehung. Ab und zu bestätige ich die Auferstehung, wenn ich mich für diejenigen einsetze die am Boden sind. Ich bestätige die Auferstehung wenn ich für die Menschen spreche deren Zungen gelähmt sind, wenn ich für die Menschen weine die keine Tränen mehr haben. Das ist es, was wir zu tun versuchen.</p>
<p><small><a href="http://www.youtube.com/watch?v=xiG-nlDVvYM " title="Link zu einem Ausschnitt aus diesem Vortrag">Quelle: Vortrag von Peter Rollins auf der Konferenz »Poets Prophets and Preachers«, 2009.</a></small></p>
</blockquote>
<p>In diesem Zusammenhang erscheint es mir leicht zu sagen, dass die emergente Bewegung vor allem darauf Wert legt wie wir leben, und nicht so sehr darauf konzentriert ist was geglaubt wird. Sich also mehr mit der Orthopraxie als mit der Orthodoxie beschäftigt. Dekonstruiert dann jedoch jemand die liebgewonnen Begriffe, und betont das Leben, dann wird es eng. Dann wird die Frage nach der Orthodoxie laut.</p>
<p>Im fünften Kapitel kommt Rollins auf das Problem der Differenz von Reden und Handeln zu sprechen. Hinter der Konzentration darauf diese Differenz zu überwinden stecken seiner Ansicht nach   drei miteinander verbundene Probleme:</p>
<ol>
<li>Dieser Ansatz wertet Glauben stärker als Handeln.</li>
<li>Die Betonung der Überwindung dieser Differenz macht deutlich, dass wir diese Differenz für zu wichtig nehmen. Unser Handeln bleibt nicht hinter unserem Glauben zurück, vielmehr ist unser Handeln der konkrete Ausdruck unseres Glaubens.</li>
<li>Das Streben nach dieser Überwindung stellt selbst ein Hindernis dar, uns tatsächlich zu verändern.</li>
</ol>
<p><small><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0 " title="Link zum Buch auf amazon.de">Quelle: Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Seiten 102-103.</a></small></p>
<p>Im weiteren Verlauf des Kapitels spricht er über die Aussage von Paulus, dass uns alles erlaubt, jedoch nicht alles gut für uns ist, nach 1.Korinther 6,12, und deutet sie auf Gnade hin. </p>
<blockquote><p>»In grace we are able to accept that we are accepted and, in this very act of knowing we do not have to change, we discover the ability to change. It is in experiencing the license of  grace rather than the legalism of prohibition the real transformation becomes possible.«</p>
<p><small><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0 " title="Link zum Buch auf amazon.de">Quelle: Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Seite 105.</a></small></p>
</blockquote>
<p>Hier kommt dann wieder der radikale Ansatz von Zizek zum Tragen. Die Kirche fordert zwar eine grundlegende Änderung von uns, bringt uns durch Anklage in eine Abwehrende Haltung, und bietet uns, mit ihrem Programm, eine Möglichkeit an, uns vor uns selbst zu verstecken und so zu bleiben wie wir sind. </p>
<p>Das revolutionäre des Christentums jedoch ist die Konfrontation mit unseren Abgründen, und die gleichzeitige bedingungslose Annahme. Auf diese Weise befreit es uns in Gnade zu einem Leben der Auferstehung. Ein Leben in Mitten des Todes wird möglich, ein lebensbejahendes Leben. </p>
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		<title>dazwischen</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 20:57:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute verlasse ich die Reihenfolge der Kapitel des Buches »Insurrection« von Peter Rollins und springe zum letzten Kapitel, um einen Abschnitt herauszugreifen, in dem Peter über etwas schreibt was für mich an emergenter Theologie so interessant ist: »Our ideas of what a fulfilled life would look like, how a just society would operate, or how [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute verlasse ich die Reihenfolge der Kapitel des Buches <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0" title="Insurrection bei amazon.de" target="_blank">»Insurrection«</a> von Peter Rollins und springe zum letzten Kapitel, um einen Abschnitt herauszugreifen, in dem Peter über etwas schreibt was für mich an emergenter Theologie so interessant ist:  </p>
<blockquote><p>»Our ideas of what a fulfilled life would look like, how a just society would operate, or how an authentic faith could be expressed are all too often uncritically reflective of the dominant underlying political and theological ideas that we imbibed as infants. The truly revolutionary move, then, does not lie in attempting to fulfill our dreams but in putting ourselves into a situation in which we are able to dream new ones.</p>
<p>This is pyro-theology, insomuch as it sees the unchanging truth of faith nestled not in any positive claims to reality but in the ongoing testing and transformation of those claims through the fires of passionate, loving debate. The truth of faith is not then to be found in some new movement but in the antagonism that generates birth of new movements. The truth is not found in the conservative, liberal, evangelical, fundamentalist, or orthodox traditions but in the spaces between these traditions and in the gaps that exist within them—gaps which open them up to ever new and apocalyptic possibilities.</p>
<p><small>Peter Rollins, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00570C0M4?ie=UTF8&amp;tag=depo03-21&amp;linkCode=shr&amp;camp=3206&amp;creative=21426&amp;creativeASIN=B00570C0M4&amp;redirect=true&amp;ref_=docs-os-doi_0" title="Insurrection bei amazon.de" target="_blank"><em>Insurrection</em></a>, Pages 172-173.</small></p>
</blockquote>
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		<title>Lippenbekenntnis</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 22:11:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ditten Kapitel seines Buches »Insurrection« beschäftigt sich Peter Rollins mit der kognitiven Leugnung des Glaubens dem ein praktizierter Glaube entgegensteht. Auf diese Weise prangert er das Lippenbekenntnis zum Zweifel an. Seiner Ansicht nach herrscht weitestgehend Übereinstimmung in der Annahme, dass ein religiöser Glaube an einen deus ex machina unchristlich sei, dabei handle es sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im ditten Kapitel seines Buches »Insurrection« beschäftigt sich Peter Rollins mit der kognitiven Leugnung des Glaubens dem ein praktizierter Glaube entgegensteht. Auf diese Weise prangert er das Lippenbekenntnis zum Zweifel an.</p>
<p>Seiner Ansicht nach herrscht weitestgehend Übereinstimmung in der Annahme, dass ein religiöser Glaube an einen <em>deus ex machina</em> unchristlich sei, dabei handle es sich jedoch vor allem um ein Lippenbekenntnis. In den meisten Gemeinden werde weiter an liturgischen Formen festgehalten, die ein solch religiöses Gottesbild aufrecht erhalten. Auf diese Weise ist es zwar leicht an Gott zu zweifeln. Die traumatische Erfahrung der Gottesferne jedoch bleibt aus. Der praktizierte Glaube steht der kognitiven Annahme entgegen. </p>
<blockquote><p>»The God affirmed in religion is not so easy to walk away from because, like alcohol, this working hypothesis helps us avoid a full confrontation with our lives. While we may want to reject the idea that God is some deus ex machina, we will still want to treat God in this way. And so we must ignore what we claim with our lips and look carefully at our bodies to see if we really do bear the marks of the Crucifixion, or if we are simply pretending to ourlselves.«</p>
<p><small>Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Page 44 (Position 685).</small></p>
</blockquote>
<p>Die stabilisierende Wirkung der Annahme, dass am Ende alles gut wird und es jemanden gibt, der sich um mich kümmert und für den ich wichtig bin, wird ungern aufgegeben. Solch stabilisierende Elemente identifiziert Rollins an unterschiedlichen Stellen. Auf der einen Seite sind es die Menschen im eigenen Umfeld, die weiter glauben, die Strukturen und Liturgien von Kirchen und Gemeinden, Lieder die gesungen werden, Gebete die gesprochen werden. All dies ermöglicht einen kognitiven Zweifel, der jedoch ohne traumatische Auswirkungen bleibt, da keine existenzielle Gottesferne erfahren wird und der Boden unter den Füßen nicht zu wackeln beginnt. Rollins betont die Notwendigkeit dieses Ereignisses: </p>
<blockquote><p>»It is only as we are cut loose from religion in the very depth of our being—experiencing an existential loss of God, rather than some mere intellectual rejection—that we are free to discover a properly Christian expression of faith.«</p>
<p><small>Peter Rollins, <em>Insurrection</em>, Page 62 (Position 911).</small></p>
</blockquote>
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