achteintel—LitfassMuseum

Am 23. Juli beginnt das achteintel—LitfassMuseum. Auf 12 Litfaßsäulen entsteht in der Zeit bis zum 2. August ein Museum im öffentlichen Raum. Carolin Segebrecht, DEAR DEER ART CONSPIRACY, Chiharu Koda, DOME, Jana Gruszeninks und Michael Gibis stellen Werke aus, die sie speziell für diese Form des nach außen gewölbten Ausstellungsraums entwickelt haben.

Ihr erinnert Euch daran, wie Michael Gibis und ich im April und Mai eine Crowdfunding Kampagne durchgeführt haben, um ein Kunstmuseum in der Stadt zu ermöglichen. 142 Unterstützer*innen fanden Gefallen an der Idee und haben diese erste Ausstellung möglich gemacht. Es entsteht ein Museum im öffentlichen Raum, das für alle und zu jeder Zeit zugänglich ist.

Werbeplakat fürs achteintel—LitfassMuseum vom 23.07. bis 02.08.2021 in Karlsruhe

Das achteintel—LitfassMuseum kann individuell oder in kleinen Gruppen besucht werden. Der Zugang ist für alle frei, und somit auch in Zeiten der wieder steigenden Inzidenzen ideal. Als Einstiegspunkt empfiehlt sich die Infosäule am Kronenplatz. Dort wird das Konzept kurz vorgestellt und es gibt eine Karte mit allen Standorten der Litfaßsäulen. Auf der Infosäule befinden sich ebenfalls drei QR-Codes, die zur Ausstellungsseite und den beiden interaktiven Karten für Apple und Google führen. Wer eine gedruckte Karte bevorzugt, bekommt eine solche im INTRO Café.

Der Name achteintel—LitfassMuseum leitet sich vom Format der Plakate ab. Das schmale Hochformat der Litfaßsäule hat das Format 8 mal DIN A1. 3 solcher Plakate füllen eine Litfaßsäule. Jede*r Künstler*in hat 3 Motive erstellt, und bespielt damit je zwei ganze Litfaßsäulen.

Neben gezielten Touren durchs Museum, können die Kunstwerke durch ihre Verortung im öffentlichen Raum auch die alltäglichen Wege der Menschen erfrischen. Kreativität wird im Stadtbild sichtbar, erregt Aufmerksamkeit, weckt Interesse und macht Mut.

Eines unserer Ziele war es Kreativität zu bestärken und Künstler*innen einen Rahmen zu bieten ihrem Schaffen einen Ausdruck im Stadtbild zu ermöglichen. Dieses erste Ziel haben wir – laut der Rückmeldung beteiligter Künstler*innen – erreicht. Für die erste Ausstellung, die am Freitag 23. Juli beginnt, wünschen wir uns das Stadtbild zu erfrischen und positive Signale in den Alltag der Menschen zu senden.

Wir freuen uns, wenn ihr das Museum für kleine und größere Touren nutzt. Vielleicht alleine oder mit einer Freundin oder einem Freund die ihr schon lange mal wieder treffen wolltet. Falls ihr auf Euren Wegen an einer Litfaßsäule vorbei kommt, haltet gerne kurz an, nehmt Euch einen Moment und genießt das Kunstwerk vor Euch.

Sweet Sixteen

Portrait von Josia an seinem 16. Geburtstag

Kurz nach seiner Geburt hatte ich damals diesen Textausschnitt von Stavesacre gepostet:

take your time, make your mind up
and tell the world to wait
take your time, live your life
you’re the one that has to live it anyway

Ich hatte mir damals gewünscht, dass er die Gelassenheit findet, die Welt sich drehen zu lassen, seine eigene Meinung und Lebensweise zu finden, und so zu leben, wie er es für richtig erachtet. Wenn ich heute auf sein bisheriges Leben schaue, freue ich mich sehr darüber wer er geworden ist und wie er lebt. <3

Litfaßsäulen

Litfaßsäulen überall, in meinem aktuellen Projekt »achteintel« und im Conni-Buch

Zur Zeit begegnen mir überall Litfaßsäulen. Sowohl in meinem aktuellen Projekt, dem »achteintel—LitfassMuseum«, als auch im Conni-Buch das ich der Jüngsten vorlese.

Gemeinsam mit Mitch plane ich gerade eine Kunstintervention. Im Juli wollen wir 12 Litfaßsäulen im Stadtgebiet von Karlsruhe mit Kunst, Grafik, Illustration und Fotografie bespielen. Unter dem Motto »Unsere Stadt Unser Museum« holen wir damit ein Kunstmuseum auf die Straßen. Um das LitfassMuseum zu finanzieren planen wir gerade eine Crowdfunding-Kampagne (Start 20.04.). Und was wäre ein Projekt ohne Webseite? Genau, Nichts. Aus diesem Grund gibt es auch achteintel.org. Hiermit herzliche Einladung, schaut Euch die Seite an, installiert sie auf Euren Smartphones und folgt uns auf Twitter und Instagram. Einen Newsletter gibt es auch – wink, wink. Ich bin gespannt.

Max Czollek: Gegenwartsbewältigung

»Gegenwartsbewältigung heißt, dass man uns mit den Füßen zuerst aus den Shisha-Bars und Synagogen, Spätis und Dark Rooms wird tragen müssen. Wir räumen nicht das Feld, auch wenn nichts wieder gut wird. Nicht mit der Heimat, nicht mit der Leitkultur, nicht im Kapitalismus. Aber wenn wir verlieren, dann verlieren wir zusammen.«

Max Czollek, Gegenwartsbewältigung (Audio Book).

Hip Hop: the significance of flow, layering, and rupture

What is the significance of flow, layering, and rupture as demonstrated on the body and in hip hop’s lyrical, musical, and visual works? Interpreting these concepts theoretically, one can argue that they create and sustain rhythmic motion, continuity, and circularity via flow; accumulate, reinforce, and embellish this continuity through layering; and manage threats to these narratives by building in ruptures that highlight the continuity as it momentarily challenges it. These effects at the level of style and aesthetics suggest affirmative ways in which profound social dislocation and rupture can be managed and perhaps contested in the cultural arena. Let us imagine these hip hop principles as a blueprint for social resistance and affirmation: create sustaining narratives, accumulate them, layer, embellish, and transform them. However, be also prepared for rupture, find pleasure in it, in fact, plan on social rupture. When these ruptures occur, use them in creative ways that will prepare you for a future in which survival will demand a sudden shift in ground tactics.

Tricia Rose, Black Noise: Rap Music and Black Culture in Contemporary America, Page 39.

Neue Allianzen

»In seinem Essay »Against Identity« argumentiert er [Leon Wieseltier], dass wir uns verabschieden sollten von der Vorstellung einer klar abgegrenzten, widerspruchsfreien Identität, wie sie zentral ist für alle gegenwärtigen kulturpolitischen Debatten. Stattdessen sollten wir uns stärker der inneren Fragmentierung bewusst werden, die jeden einzelnen Menschen ausmacht. Denn Identität ist nicht nur ein Instrument, sich gegen die Funktionalisierung durch eine Dominanzkultur zu verteidigen. Sie ist auch monolithisch, dogmatisch und zutiefst unironisch. Der von türkischen Nationalisten ermordete armenisch-türkische Journalist Hrant Dink schrieb: »Wenn du deine Identität nur durch ein Feindbild aufrechterhalten kannst, dann ist deine Identität eine Krankheit.« Wenn wir neue Allianzen schließen wollen, dann müssen wir wegkommen von der Idee der identitären Zugehörigkeit zu einer einzigen Gruppe, von der Idee, wir seien ganz und müssten unsere Ganzheit verteidigen. Jeder Mensch besteht aus vielen Teilen, die sich immer wieder verschieben. Die ungebrochene Identität ist eine gefährliche Illusion.«

Max Czollek, Desintegriert Euch, Seite 192.

Wie lief 2020?

An der ein oder anderen Stelle hatte ich erwähnt, dass ich seit Weihnachten 2019 regelmäßig laufe. In diesem Zusammenhang erwähne ich auch gerne wie gut Laufen zu mir passt. Es wird zwar als langweiligstes Hobby bezeichnet, welches mir allerdings sehr gut zu tun scheint und so laufe ich sehr gerne meine Runden.

Die meisten dieser Runden drehe ich in dem Wald, der ungefähr einen Kilometer von meinem Zuhause entfernt beginnt und mit seinen vielen Wegen die unterschiedlichsten Läufe ermöglicht. Auf dem Weg zum Wald kann ich mich gemütlich einlaufen und weiß auch auf dem Rückweg genau wo ich wieder langsamer werde.

Laut meiner Uhr bin ich im letzten Jahr 1988km gelaufen. Wäre schön gewesen die 2000km voll zu machen, aber dafür fehlte mir am Ende des Jahres die Zeit für den entscheidenden Lauf. Meine Laufschuhe weisen mittlerweile deutliche Abnutzungsspuren auf, und ich habe verstanden weshalb es sinnvoll ist unterschiedliche davon zu besitzen.

Während ich zu Beginn Runden zwischen 3 und 5 Kilometern lief, freute ich mich auf die ersten 10km Läufe Ende Januar, den ersten Lauf über 15km im April, im Mai erreichte ich die 20er Marke, brauchte dann aber bis in den November um schließlich über 30km zu kommen.

Im Laufe des Jahres hat sich meine Cardiofitness gesteigert. Zu Beginn des Jahres schätzte die Uhr meinen Fitnesswert auf 43,6 VO2max, während sie am Ende von einem Wert um die 46,4 VO2max ausging. Mein Cardiofitness-Niveau bewegt sich, bezogen auf mein Alter, im überdurschnittlichen Bereich, was sich auch auf mein Wohlbefinden auswirkt.

Mit der verbesserten Fitness und den längeren Distanzen steigerte sich auch meine Pace. Während ich im Januar mit einer durchschnittlichen Pace von 6’09” unterwegs war, lag dieser Wert ab Oktober unter 5 Minuten pro Kilometer und im Dezember bei 4’54”.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen die 40km Distanz anzugehen und tatsächlich einen Marathon zu laufen. Die Anzahl von 2 bis 3 Läufen pro Woche will ich gerne aufrecht erhalten und am Ende des Jahres die 2000km geknackt zu haben.

Neben diesen Zahlen und Zielen freue ich mich allerdings auf den Wechsel der Jahreszeiten, einige Sonnenaufgänge im Wald, etwas Nebel und Lichtspiele, schöne Ausblicke und das ein oder andere Reh.

Stein für Film

Eine Duplo-Platte mit einem Stein auf einem MacBook auf dem ein Kinderfilm gezeigt wird

Da nach den verabredeten Filmen der Unmut über das Ende oft stärker war als die Freude über das Gesehene, führten wir vor einiger Zeit diese Duplo-Platte ein und für jeden verabredeten Film einen Stein. Zu Beginn eines jeden Films wird ein Stein auf die Platte gesetzt und so ist es stets nachvollziehbar wie viele Filme noch angeschaut werden können. Seither beendet die Jüngste die Filme meist selbstständig und die Stimmung am Ende ist viel besser.

Imperial Meltdown

«The painful truth is there is no Donald Trump without Barack Obama, no neofascist stirrings without neoliberal policies—all within the imperial zone. Obama was the brilliant Black smiling face of the American Empire. Trump is the know-nothing white cruel face of the American Empire. Obama did not produce Trump, but his Wall Street-friendly policies helped facilitate Trump’s pseudo-populist victory. Obama’s reluctance to confront race matters in a serious and substantive manner did not cause the ugly white backlash, but Obama’s hesitancy did not help the opposition to white-supremacist practices. And, more pointedly, both Obama and Trump—two different faces of the imperial meltdown—supported military buildups, wars against Muslim countries, drone strikes, the Israeli occupation of Palestinian lands and people, illegal imprisonments of innocent people, night raids on poor Muslim families, and inhumane detention camps. These war policies and war crimes have come back to devour what is left of America’s democratic soul.

[…]

Imperial meltdown is a reminder that we reap what we spent on bombs dropped abroad (as in Somalia, Yemen, Syria) result in decrepit schools, indecent housing, unemployment, and mass incarcerations regimes at home. Both Obama and Trump supported military establishments whose very aim is to maintain “full-spectrum dominance” on land and sea or in the air, outer space, and cyberspace.»

Cornel West, Race Matters (25th Anniversary), New Introduction xix.