Die doppelte Ökokrise

»Das gute Leben hängt aber nicht nur vom persönlichen materiellen Konsum ab, sondern noch wichtiger sind die Erfüllung sozialer Bedürfnisse und die Entfaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft. Die Bewältigung der ökologischen Krise ist also eine soziale Aufgabe, keine technische. Eine Volkswirtschaftslehre, die sich auf ihre philosophischen Wurzeln rückbesinnt, kann dazu viel beitragen.«

Michael Roos, Die doppelte Ökokrise

Nach der Lektüre des Essays von Michael Roos aus der taz am Wochenende, hörte ich mir gestern Abend die Folge des Podcasts Planet B, in der Michael Seemann mit Maja Göpel über Klima- und Gesellschaftswandel spricht an, und freute mich über die ergänzenden und weiterführenden Gedanken. Ökologie, Ökonomie und gesellschaftliche Entwicklung müssen zusammen gedacht werden. Die Bewältigung der ökologischen Krise ist eine soziale Aufgabe, bei der die Frage der Verteilungsgerechtigkeit von Anfang an mitgedacht werden sollte.

Die 5er Marke

Die Strecke meines Halbmarathons vom 11.10.2020 im Hardtwald, Karlsruhe

Gestern habe ich die 5er Marke auf einer längeren Distanz geknackt. Während ich auf der Drittelmarathon-Distanz bereits seit einer Weile etwas schneller als mit einer 5er Pace unterwegs war, freute ich mich gestern darüber auch den Halbmarathon etwas schneller absolvieren zu können. Den Halbmarathon lief ich gestern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4’53“ pro Kilometer, und erreichte somit die 21,1km in 1:42:50 h. Auch wenn sich der Fortschritt langsam einstellt, freue ich mich darüber leichte Leistungszunahmen wahrnehmen zu können. Insgesamt lief ich gestern eine Runde von 24km.

  • 21,1 km
  • 1:42:50 h
  • ⌀ 4’53“

Frühsport

Morgensonne über dem Baggersee in Eggenstein

Gestern klingelte der Wecker recht früh, da ich gerne vor dem Frühstück laufen wollte. In der Frische des Morgens lief ich dann durch den Wald zum Rhein und von dort am Baggersee in Eggenstein vorbei wieder zurück. Die Kilometer jenseits des Halbmarathons fühlten sich einigermaßen schwer an, auch wenn ich den Lauf bewusst langsam angegangen bin, um wieder gut zurück zu kommen. Hier liegt noch ein gutes Stück Training vor mir, um meinen Radius beständig zu erweitern.

Die letzten 9 Monate sind die ersten seit Jahren, an denen ich mehrmals pro Woche im Wald bin, das fiel mir gestern auf, als ich über das viele herbstliche Laub nachdachte über das ich gelaufen bin.

  • 27,5 km
  • 2:28:05 h
  • ⌀ 5’23“

Drittelmarathon mit Höhenmetern

Am Wochenende waren wir bei meinen Eltern zu Besuch, da deren Wohnort am Fuße der schwäbischen Alb liegt, gibt es dort die Möglichkeit einen Lauf mit Höhenmetern zu machen. Den Farrenberg habe ich seit meiner Kindheit vor Augen, und so bot es sich an, den Hausberg von Mössingen, zu umrunden. Meine Läufe in Karlsruhe beschränken sich auf 4 Höhenmeter (im Entwürfeordnere liegt noch ein weiterer Lauftagebuch-Eintrag), von daher war ich gespannt wie ich mich bei einem solchen Lauf mit etwas mehr Höhenmetern schlagen werde, und wie viele davon am Ende zusammengekommen sein werden.

Blick auf den Farrenberg in Mössingen am 12.07.2020

Mit einer ungefähren Strecke im Kopf, machte ich mich am Vormittag auf den Weg. Da ich schon eine Weile nicht mehr dort gewandert bin, waren mir Abzweigungen und Beschaffenheit der Wege nur ungefähr in Erinnerung. Mein Ziel war es also den Farrenberg zu umrunden und wieder gut zu Hause anzukommen. Zusätzlich wollte ich unterwegs ein paar Erfahrungen mit Läufen in bergigen Gebieten sammeln. Das Wetter meinte es mit Sonnenschein, leichtem Wind bei 19°C und 44% Luftfeuchtigkeit gut mit mir, und so machte ich mich auf den Weg.

Ich hatte nicht vor auf das Plateau des Bergs zu laufen, und war froh, als ich nach einem ordentlichen Anstieg die Abzweigung erreichte. Von dort aus ging es zunächst etwas bergab und eben, bevor es auf der anderen Seite des Berges erneut leicht bergan ging. Während der erste Aufstieg mich über geteerte und geschotterte Wege führte, wandelte sich der Weg auf eben erwähnter Rückseite des Berges in einen kleinen Pfad mitten im Wald. Bis auf einen kleinen Anstieg im zweiten Teil des Rundweges hatte ich nun die Steigungen geschafft. Die Strecke war abwechslungsreich und gut zu schaffen, für meinen langsamsten Kilometer, beim initialen Aufstieg, benötigte ich 7’06“. In der Ebene, auf einem geteerten Weg lief ich meinen schnellster Kilometer mit 4’55“. Im Durchschnitt landete ich bei 5’30“, womit ich bei 346 Höhenmetern sehr zufrieden bin.

  • Gesamtzeit: 79:45 Minuten
  • Strecke: 14,50km
  • Höhenmeter: 346m
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 5’30“

Strecke des Drittelmarathons vom 12.07.2020 um den Farrenberg in Mössingen

Für meinen nächsten Lauf in Mössingen, muss ich mich mit den Wegen am Dreifürstenstein noch etwas besser vertraut machen, so dass ich die Strecke in dieser Richtung noch etwas erweitern kann.

Kanye West will Präsident werden

Entgegen seiner ersten Ankündigungen will Kanye West jetzt doch nicht erst 2024 für das Amt des US-Präsidenten kandidieren, sondern bringt sich für die Wahl im November ins Gespräch.

Passend zur aktuellen Ausgabe von Machiavelli Push mit Salwa Houmsi und Jan Kawelke, in dem es, unter anderem, um die Ankündigung von Kanye West ging, für die Präsidentschaftswahl im November zu kandidieren, las ich vorhin einen Artikel im Guardian, der sich auf ein Interview Wests mit Forbes bezieht, und einige problematische Positionen Wests beleuchtet:

«Kanye West has given more details about the policy platform he will adopt in his bid to become US president in November, declaring himself anti-abortion, sceptical about a Covid-19 vaccine and keen to return “fear and love of God” to education.»

Ben Beaumont-Thomas, Kanye West takes anti-vaccine, anti-abortion stance in US presidential

In diesem Sinne wiegen die Gedanken von Salwa Houmsi, zum Schaden den Wests politisches Engagement der letzten Jahre für viele Personen bedeutet, schwerer als seine Kunst, und es bleibt zu hoffen dass seine Bekanntheit ihn nicht ins Präsidentenamt befördert.

Rassische Wende

Kürzlich hatte ich auf den Gastartikel von Aminata Touré und Robert Habeck in der taz verwiesen. Darin fordern die beiden, unter anderem, den Begriff „Rasse” aus Artikel 3 des Grundgesetzes zu streichen.

Diese Forderung kann ich sehr gut nachvollziehen, und hielt sie bis gestern Abend für sinnvoll. Allerdings leuchten mir die Ausführungen von Netasha A. Kelly ein, die in der aktuellen taz darlegt, weshalb es ihrer Ansicht nach nicht sinnvoll ist den Begriff „Rasse“ aus dem Grundgesetz zu streichen. Wichtiger sei es vielmehr den („racial turn”) in Deutschland einzuläuten, und den Begriff anders zu denken.

»Während dem englischen Begriff eine soziale Definition zugrunde liegt, bleibt der deutsche Begriff in seinem historisch-biologistischen Entstehungskontext verhaftet, was letztendlich zur Forderung der Grünen geführt hat.
Doch das kann nicht die Lösung sein! Es wird Zeit, den sogenannten „racial turn“ in Deutschland einzuläuten. Wir müssen nicht nur Schwarz und weiß, sondern auch „Rasse“ neu denken. Die Anwendung der „rassischen Wende“ auf den deutschen Kontext kann für ein kategorienbasiertes Antidiskriminierungsrecht fruchtbar gemacht werden.«

Natasha A. Kelly, Absatz 3 des Artikels 3 im Grundgesetz.

Der Begriff „Rasse“ sollte von seiner historisch-biologischen Entstehungskontext gelöst und als soziales Konstrukt verstanden werden. Dieser wichtige Schritt kann nicht alleine durch die Streichung des Begriffs erreicht werden. Ins Grundgesetz könnte statt des Begriffs die Diskriminierungsform als „rassische Diskriminierung“ aufgenommen werden. „Rassisch“ wird dabei als Attribut verstanden, wie geschlechtlich, ethnisch oder religiös. Wichtig sei es eine offizielle Antirassismusforschungsstelle zu etablieren und Stellen für Schwarze Wissenschaftler:innen an deutschen Unis zu schaffen. Diese Wissenschaftler:innen könnten dann – neben anderem – auch mit Antirassismusforschung betraut werden.

Eventuell bedarf es in dieser Frage auch keines strikten entweder oders, sondern eines sowohl als auch. Einig sind sich ohnehin alle genannten Beteiligten, dass es mit der blossen Abschaffung des Begriffs nicht getan ist. Insofern sehe ich den zitierten Artikel von Natasha A. Kelly nicht so sehr als Widerspruch zu Aminata Touré und Robert Habeck, sondern vielmehr um eine Verdeutlichung dessen, was zum Verlernen des Rassismus grundlegend ist, seine wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufarbeitung.

EXIT RACISM von Tupoka Ogette

Cover des Hörbuchs Exit Racism von Tupoka Ogette

Auf die Halbmarathon Distanz nahm ich mir heute Vormittag das Hörbuch »EXIT RACISM« von Tupoka Ogette mit. Auf diese Weise hatte ich knapp 2 Stunden vor mir, auf denen ich ungestört hören und nachdenken konnte.

Bei KM 5 stellte ich fest, dass ich es versehentlich geshuffelt anhörte. Anhalten wollte ich nicht, und es erschien mir auch so Sinn zu ergeben. Würde sagen, dass ich jetzt einen groben Überblick über die Inhalte habe, und höre das Buch nun noch in der klassischen Kapitelreihenfolge.

Auf diesen Läufen mehr über Rassismus zu lernen, erscheint mir sinnvoll, da dieser so tief verwurzelt ist, dass es weiterhin Ausdauer bedarf um ihn los zu werden.

Same Sh!t, Different Toilet

Pharoahe Monch, Styles P und Marco Polo haben mit Same Sh!t, Different Toilet eine starke Single veröffentlicht. In den Lyrics stellen sie sich Ungerechtigkeit, Polizeigewalt und Rassismus entgegen. Dabei beziehen sie sich auf aktuelle Ereignisse und stellen Verbindungen zur Geschichte her.

«Peace, God, I can’t call it
Same shit, different toilet
When will the struggle end?
Square one, we’re back again
I’m about to lose control
Please ease my soul
Or I’m gon‘ get me a gun»

Die Wiederholung der Geschichte, das Verzweifeln über die ausbleibende Veränderung, die momentan auf den Straßen sichtbar wird, findet in diesem Track einen Ausdruck. Ein Kunstwerk, aus dem Leiden geboren, das bereits auf dem Cover zeigt wie sich der Kampf über Generationen erstreckt. Ich hoffe er verleiht Kraft weiter zu kämpfen, so dass wir nicht bei der Quadratur des Kreises stehen bleiben, sondern der Kampf ein Ende finden kann.

Der Kebekus-Brennpunkt zum Thema „Rassismus“

Startbild für das Video des Brennpunkt Rassismus von Carolin Kebekus

Carolin Kebekus änderte ihr Programm und produzierte einen längst überfälligen Brennpunkt zum Thema Rassismus, der in den anderen Formaten fehlte. Moderiert wird der Brennpunkt von Shary Reeves, und es kommen tatsächlich Expert:innen zu Wort.