Max Czollek: Gegenwartsbewältigung

»Gegenwartsbewältigung heißt, dass man uns mit den Füßen zuerst aus den Shisha-Bars und Synagogen, Spätis und Dark Rooms wird tragen müssen. Wir räumen nicht das Feld, auch wenn nichts wieder gut wird. Nicht mit der Heimat, nicht mit der Leitkultur, nicht im Kapitalismus. Aber wenn wir verlieren, dann verlieren wir zusammen.«

Max Czollek, Gegenwartsbewältigung (Audio Book).

Hip Hop: the significance of flow, layering, and rupture

What is the significance of flow, layering, and rupture as demonstrated on the body and in hip hop’s lyrical, musical, and visual works? Interpreting these concepts theoretically, one can argue that they create and sustain rhythmic motion, continuity, and circularity via flow; accumulate, reinforce, and embellish this continuity through layering; and manage threats to these narratives by building in ruptures that highlight the continuity as it momentarily challenges it. These effects at the level of style and aesthetics suggest affirmative ways in which profound social dislocation and rupture can be managed and perhaps contested in the cultural arena. Let us imagine these hip hop principles as a blueprint for social resistance and affirmation: create sustaining narratives, accumulate them, layer, embellish, and transform them. However, be also prepared for rupture, find pleasure in it, in fact, plan on social rupture. When these ruptures occur, use them in creative ways that will prepare you for a future in which survival will demand a sudden shift in ground tactics.

Tricia Rose, Black Noise: Rap Music and Black Culture in Contemporary America, Page 39.

Neue Allianzen

»In seinem Essay »Against Identity« argumentiert er [Leon Wieseltier], dass wir uns verabschieden sollten von der Vorstellung einer klar abgegrenzten, widerspruchsfreien Identität, wie sie zentral ist für alle gegenwärtigen kulturpolitischen Debatten. Stattdessen sollten wir uns stärker der inneren Fragmentierung bewusst werden, die jeden einzelnen Menschen ausmacht. Denn Identität ist nicht nur ein Instrument, sich gegen die Funktionalisierung durch eine Dominanzkultur zu verteidigen. Sie ist auch monolithisch, dogmatisch und zutiefst unironisch. Der von türkischen Nationalisten ermordete armenisch-türkische Journalist Hrant Dink schrieb: »Wenn du deine Identität nur durch ein Feindbild aufrechterhalten kannst, dann ist deine Identität eine Krankheit.« Wenn wir neue Allianzen schließen wollen, dann müssen wir wegkommen von der Idee der identitären Zugehörigkeit zu einer einzigen Gruppe, von der Idee, wir seien ganz und müssten unsere Ganzheit verteidigen. Jeder Mensch besteht aus vielen Teilen, die sich immer wieder verschieben. Die ungebrochene Identität ist eine gefährliche Illusion.«

Max Czollek, Desintegriert Euch, Seite 192.

Wie lief 2020?

An der ein oder anderen Stelle hatte ich erwähnt, dass ich seit Weihnachten 2019 regelmäßig laufe. In diesem Zusammenhang erwähne ich auch gerne wie gut Laufen zu mir passt. Es wird zwar als langweiligstes Hobby bezeichnet, welches mir allerdings sehr gut zu tun scheint und so laufe ich sehr gerne meine Runden.

Die meisten dieser Runden drehe ich in dem Wald, der ungefähr einen Kilometer von meinem Zuhause entfernt beginnt und mit seinen vielen Wegen die unterschiedlichsten Läufe ermöglicht. Auf dem Weg zum Wald kann ich mich gemütlich einlaufen und weiß auch auf dem Rückweg genau wo ich wieder langsamer werde.

Laut meiner Uhr bin ich im letzten Jahr 1988km gelaufen. Wäre schön gewesen die 2000km voll zu machen, aber dafür fehlte mir am Ende des Jahres die Zeit für den entscheidenden Lauf. Meine Laufschuhe weisen mittlerweile deutliche Abnutzungsspuren auf, und ich habe verstanden weshalb es sinnvoll ist unterschiedliche davon zu besitzen.

Während ich zu Beginn Runden zwischen 3 und 5 Kilometern lief, freute ich mich auf die ersten 10km Läufe Ende Januar, den ersten Lauf über 15km im April, im Mai erreichte ich die 20er Marke, brauchte dann aber bis in den November um schließlich über 30km zu kommen.

Im Laufe des Jahres hat sich meine Cardiofitness gesteigert. Zu Beginn des Jahres schätzte die Uhr meinen Fitnesswert auf 43,6 VO2max, während sie am Ende von einem Wert um die 46,4 VO2max ausging. Mein Cardiofitness-Niveau bewegt sich, bezogen auf mein Alter, im überdurschnittlichen Bereich, was sich auch auf mein Wohlbefinden auswirkt.

Mit der verbesserten Fitness und den längeren Distanzen steigerte sich auch meine Pace. Während ich im Januar mit einer durchschnittlichen Pace von 6’09” unterwegs war, lag dieser Wert ab Oktober unter 5 Minuten pro Kilometer und im Dezember bei 4’54”.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen die 40km Distanz anzugehen und tatsächlich einen Marathon zu laufen. Die Anzahl von 2 bis 3 Läufen pro Woche will ich gerne aufrecht erhalten und am Ende des Jahres die 2000km geknackt zu haben.

Neben diesen Zahlen und Zielen freue ich mich allerdings auf den Wechsel der Jahreszeiten, einige Sonnenaufgänge im Wald, etwas Nebel und Lichtspiele, schöne Ausblicke und das ein oder andere Reh.

Stein für Film

Eine Duplo-Platte mit einem Stein auf einem MacBook auf dem ein Kinderfilm gezeigt wird

Da nach den verabredeten Filmen der Unmut über das Ende oft stärker war als die Freude über das Gesehene, führten wir vor einiger Zeit diese Duplo-Platte ein und für jeden verabredeten Film einen Stein. Zu Beginn eines jeden Films wird ein Stein auf die Platte gesetzt und so ist es stets nachvollziehbar wie viele Filme noch angeschaut werden können. Seither beendet die Jüngste die Filme meist selbstständig und die Stimmung am Ende ist viel besser.

Imperial Meltdown

«The painful truth is there is no Donald Trump without Barack Obama, no neofascist stirrings without neoliberal policies—all within the imperial zone. Obama was the brilliant Black smiling face of the American Empire. Trump is the know-nothing white cruel face of the American Empire. Obama did not produce Trump, but his Wall Street-friendly policies helped facilitate Trump’s pseudo-populist victory. Obama’s reluctance to confront race matters in a serious and substantive manner did not cause the ugly white backlash, but Obama’s hesitancy did not help the opposition to white-supremacist practices. And, more pointedly, both Obama and Trump—two different faces of the imperial meltdown—supported military buildups, wars against Muslim countries, drone strikes, the Israeli occupation of Palestinian lands and people, illegal imprisonments of innocent people, night raids on poor Muslim families, and inhumane detention camps. These war policies and war crimes have come back to devour what is left of America’s democratic soul.

[…]

Imperial meltdown is a reminder that we reap what we spent on bombs dropped abroad (as in Somalia, Yemen, Syria) result in decrepit schools, indecent housing, unemployment, and mass incarcerations regimes at home. Both Obama and Trump supported military establishments whose very aim is to maintain “full-spectrum dominance” on land and sea or in the air, outer space, and cyberspace.»

Cornel West, Race Matters (25th Anniversary), New Introduction xix.

Bücher, die ich 2020 gelesen habe

Alice Hasters, Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Das Buch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten hatte ich schon eine Weile in meinem Regal. Anfang 2020 nahm ich es endlich heraus und folgte den autobiographischen Erzählungen von Alice Hasters über Rassismus im Alltag. Ich bin Alice Hasters sehr dankbar für ihre Ausführungen dazu, was es bedeutet als Schwarze in Deutschland aufzuwachsen und zu leben. Wie tief Rassismus in unserer Gesellschaft verankert ist wird dabei mehr als deutlich. Ihre Anregungen wie sich verinnerlichte rassistische Denkmuster erkennen lassen und wie ein offener Umgang miteinander möglich ist, erscheinen mir als sehr hilfreich.

Herbert Steffny, Optimales Lauftraining

Nachdem ich Ende 2019 begonnen habe zu Laufen, wollte ich mein Verständnis davon vertiefen. Herbert Steffny bot mir in seinem Buch Optimales Lauftraining gute Anregung zum Laufen selbst, wies mich auf die Bedeutung von begleitender Gymnastik hin und half mir mit seinen Trainingsplänen dabei realistische Ziele zu setzen.

Tupoka Ogette, Exit Racism

Exit Racism von Tupoka Ogette fühlte sich für mich wie ein Workshop an. Anhand verschiedener Schwerpunkte thematisiert sie Rassismus, stellt historische Bezüge her und zeigt Wege auf »Happyland« zu verlassen. Die thematischen Schwerpunktsetzungen werden durch Logbucheinträge von Studierenden ergänzt, die mir dabei halfen die angesprochenen Sachverhalte tiefer zu durchdenken und auch auf emotionaler Ebene anzuschauen. Dieses Buch sollte meiner Ansicht nach zur Pflichtlektüre in Schulen werden, so dass wir als ganze Gesellschaft rassismuskritisch denken lernen.

Luisa Neubauer und Alexander Repenning, Vom Ende der Klimakrise

Vom Ende der Klimakrise von Luisa Neubauer und Alexander Repenning hat von Anfang an meine Erwartungen übertroffen. Erwartet hatte ich eine Art Erfahrungsbericht über die Fridays For Future Bewegung in Deutschland, was an sich lesenswert gewesen wäre. Das Buch jedoch geht viel tiefer und liefert fundierte Einsichten in Klimawandel und die Möglichkeiten diesem zu begegnen. Mir leuchtete durch die Ausführungen die Strategie der Bewegung mehr ein, und ich verstand weshalb sie sich auf politischer und wirtschaftlicher Ebene engagieren und die – an anderen Stellen häufig propagierte individuelle Verantwortung – kritisch sehen.

Morgan Jerkins, This Will Be My Undoing: Living at the Intersection of Black, Female, and Feminist in (White) America

Auf Morgan Jerkins wurde ich durch die Veranstaltung im Heimathafen Neukölln aufmerksam, auf der sie aus ihrem Buch vorlas und mit Alice Hasters und Teresa Bücker sprach. This Will Be My Undoing ist, ähnlich wie das Buch von Alice Hasters, autobiographisch gehalten, und thematisiert das Leben einer Schwarzen Frau in den USA. Jerkins spricht dabei auch explizit das Frauenbild mit dem sie aufgewachsen ist an, und half mir auf diese Weise den Begriff »intersektionaler Feminismus« besser zu verstehen.

Katharina Nocun und Pia Lamberty, Fake Facts: Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

Katharina Nocun folge ich schon länger auf Twitter und hatte darüber auch mitbekommen, dass sie mit Pia Lamberty an Fake Facts schreibt. Dachte zuerst ich warte bis sie wieder etwas zum weiten Feld »Netz(politik)« schreibt, mit dem Verlauf der Pandemie und den Verschwörungsmythen in diesem Zusammenhang, wuchs dann doch mein Bedarf an fundiertem Wissen. Das Buch war stellenweise sehr herausfordernd und machte mich mehr als ein Dutzend Mal richtig wütend, was aber auf keinen Fall mit Katharina Nocun oder Pia Lamberty zusammenhing, sondern mit den angesprochenen Themen und Zusammenhängen. Meine klare Empfehlung an jede*n die in irgendeiner Weise mit Verschwörungsmythen in Berührung kommen (also alle).

Alla Kholmatova, Design Systems

Auf der Smashing Conference 2017 in Freiburg hörte ich Alla Kholmatova zu ‹Teams, Cultures and Design Systems›, und mochte ihre Herangehensweise, die das Team und dessen Kultur berücksichtigte. Als ich mich nun näher mit dem Aufbau eines Design Systems befassen wollte, war sie meine Anlaufstelle und ich profitierte von ihrer klaren Strategie und dem nachvollziehbaren Aufbau des Buches.

Roman Krznaric, The Good Ancestor

Über Johannes kam ich auf The Good Ancestor von Roman Krznaric, und fand Gefallen an seinem Ansatz weiter zu denken und das eigene Handeln in einem, auch zeitlich, größeren Kontext zu verstehen.

Kae Tempest, On Connection

Mit On Connection legt Kae Tempest, im Jahr der Pandemie und einem weitestgehend stillstehenden Kulturbetrieb, ein autobiographisches Werk vor, in dem sie die Bedeutung von Verbindung darlegt.

Cory Doctorow, Attack Surface

Auf Twitter erfuhr ich von der Crowdfunding-Kampagne von Cory Doctorow, über die er die Produktion des Audiobuches des dritten Teils aus der ‹Little Brother› Reihe finanzieren wollte. Als Fan der ersten beiden Bände und seines Schaffens überhaupt, unterstütze ich die Kampagne ohne mit der Wimper zu zucken. Bereits die vorab veröffentlichte Kurzgeschichte knüpfte an den zweiten Band an, und weckte meine Erinnerung an Marcus und Masha. In Attack Surface nahm Masha die Hauptrolle ein, und legte ihre Arbeit im Überwachungssektor dar. Cory Doctorow gelingt es in diesem Buch ein weiteres Mal Nerdstuff, Netzpolitik und einen spannenden Plot zu verbinden, bei dem ich mich gut unterhalten und inspiriert fühle.

Maja Göpel, Unsere Welt neu denken: Eine Einladung

Das Schaffen von Maja Göpel verfolge ich seit einer Weile und halte sie für eine inspirierende Person. Nachdem ich versucht hatte ‹The Great Mindshift› von ihr zu lesen, und daran gescheitert war, freute ich mich zu hören, dass sie mit Unsere Welt neu denken: Eine Einladung ein Buch für die breite Masse geschrieben hatte. Nach der Lektüre und der gestärkten Überzeugung, dass wir nicht einfach weitermachen können, wünsche ich mir, dass Entscheider*innen aus Wirtschaft und Politik mehr auf Maja Göpel hören, und Menschen wie Peter Altmeier erkennen wie wichtig es ist neu zu denken.

Rutger Bregman, Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit

Als ich das Buch Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit von Rutger Bregman bei einer Freundin sah, war mir klar, dass ich es lesen wollte. Die Ansicht Menschen als im Grunde gut zu verstehen, begleitet mich schon einige Jahre und ich war gespannt zu welchen Erkenntnissen ein Historiker kommen würde. Selten störte ich mich so sehr an der Verwendung des generischen Maskulinums als in dem vielversprechenden Werk eines über zehn Jahre jüngeren Wissenschaftler. Ich will hoffen diese Tatsache ist nur der Übersetzung geschuldet. Die Erkenntnisse selbst und seine Betonung des Gemeinwohls empfand ich als motivierend und inspirierend.

Mein Jahr der Musik 2020

Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Alltags, und so will ich auch in diesem Jahr einen Rückblick auf meine Hörgewohnheiten teilen. Wie bereits im Zusammenhang mit den Spotify-Charts Anfang Dezember geschrieben, erscheinen mir mittlerweile die Scrobbles auf last.fm etwas lückenhaft – Musik die ich auf dem iPhone mit der Musik-App höre findet genauso wenig Eingang in diese Charts, wie Musik die ich über meine Sonos-Speaker streame. Dennoch sind die last.fm-Charts etwas genauer als diejenigen von Spotify, da mein Musikgenuss sich nicht nur auf die eine Plattform beschränkt.

Im Vergleich zu den letzten Jahren hat sich meine Hörgewohnheit noch mehr Richtung Hip-Hop verschoben und wurde wieder etwas internationaler. Gleichzeitig zeichnete sich heraus, dass ich bei der Arbeit meist Instrumentals hörte.

Künstler*innen

  1. Elaquent (1066)
  2. Rapsody (528)
  3. Dexter (461)
  4. V.Raeter (442)
  5. Marco Polo (360)
  6. Sa-Roc (318)
  7. Yuz Catan (259)
  8. Retrogott (243)
  9. Evidence (241)
  10. Daringer (236)
  11. Beastie Boys (228)
  12. Run the Jewels (228)

Eine Reihe meiner Neuentdeckungen sicherten sich ihren Platz in den Top 12. Baker’s Dozen, die Instrumental-Serie von Fat Beats Records, auf die ich über Suff Daddy gestossen bin, führten mich in das Schaffen von Elaquent, Marco Polo und Daringer ein. Weshalb ich Rapsody so lange überhört hatte, obwohl sie auf vielen Alben vertreten ist, die ich seit Jahren gerne höre, wunderte mich im Laufe des Jahres immer wieder. Auf Sa-Roc stieß ich über eine Rezension ihres Albums in der taz, und tauchte direkt in ihre Musik ein. Falls ihr Sa-Roc oder Rapsody nicht sowieso schon regelmäßig hört, empfehle ich Euch dies schleunigst zu ändern. Erwähnungen von Run the Jewels sah ich regelmäßig auf Twitter und begann damit ihre Alben zu hören, nachdem «walking in the snow» auch im Machiavelli Podcast angespielt worden war.

Alben

Auch wenn sich laut Medienberichten die Hörgewohnheiten weiter in Richtung einzelner Titel entwickelt, bin ich ein Hörer von Alben. Und so folgen hier die 12 Alben, die ich im vergangenen Jahr am häufigsten angehört habe:

  1. Elaquent – Blessing in Disguise (564)
  2. V.Raeter – Alltimers (441)
  3. Marco Polo – Baker’s Dozen: Marco Polo (350)
  4. Sa-Roc – The Sharecropper’s Daughter (318)
  5. Daringer – Baker’s Dozen: Daringer (236)
  6. Dexter – Diggin’ Sonoton – Dexter & DJ Friction Vol. 1 (211)
  7. Rapsody – Laila’s Wisdom (210)
  8. BSMG – Platz an der Sonne (209)
  9. Elaquent – Baker’s Dozen: Elaquent
  10. Elaquent – Forever Is A Pretty Long Time (193)
  11. Evidence – Squirrel Tape Instrumentals, Vol. 1 (188)
  12. Rapsody – Eve (183)

Tracks

Da ich, wie eben erwähnt meist ganze Alben höre, finden sich in dieser Liste erste Tracks von Alben häufig, ich wollte diese Liste dennoch aufschreiben, da auch Tracks von Künstler*innen Erwähnung finden, von denen in den beiden anderen Listen nicht die Rede war. Zu «Lockdown» von Anderson .Paak finde ich auch das Video sehr eindrücklich.

  1. Yuz Catan – Carpe Diem (70)
  2. Dexter – Grind 101 (48)
  3. Elaquent – Copacabana (46)
  4. Anderson .Paak – Lockdown (42)
  5. Rapsody – Myrlie (38)
  6. V.Raeter – Check Out My Melody (36)
  7. Dramadings – Numero A (34)
  8. Shuko – Inhale – Robert Winter Edition (33)
  9. Dexter – Pulse (32)
  10. Hulk Hodn – ICMELER (31)
  11. Pharoahe Monch – Same Sh!t, Different Toilet (31)
  12. FloFilz – One4Winter (30)

Während ich nebenbei am Liebsten Instrumentals höre, begeistern mich daneben Tracks, in denen Geschichten erzählt werden, über die ich einen besseren Einblick in Lebenswelten erhalte, die mir sonst verborgen blieben oder die Zusammenhänge herstellen auf die ich bisher nicht geachtet hatte. In diesem Sinne vielen Dank an alle Künstler*innen für ihre Inspiration und Begleitung in 2020. Auf viele gemeinsame Stunden im neuen Jahr.

10 Lebensregeln von Rutger Bregman

»Es ist Zeit für ein neues Menschenbild, es ist Zeit für einen neuen Realismus.«

Im Epilog des Buches Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit sammelt Rutger Bregman zehn Lebensregeln. In diesen wendet er die Erkenntnisse seiner Darlegungen eines neuen – positiven – Menschenbilds auf eine mögliche Lebenseinstellung an:

  1. Geh’ im Zweifelsfall vom Guten aus.
  2. Denke in Win-Win-Szenarien.
  3. Verbessere die Welt: Stelle eine Frage.
  4. Zügle Deine Empathie, trainiere Dein Mitgefühl.
  5. Versuche den Anderen zu verstehen, auch wenn Du kein Verständnis aufbringen kannst.
  6. Liebe Deinen Nächsten, so wie auch andere ihre Nächsten lieben.
  7. Meide die Nachrichten.
  8. Prügele Dich nicht mit Nazis, oder strecke Deinem größten Feind die Hand hin.
  9. Oute Dich. Schäme Dich nicht für das Gute.
  10. Sei realistisch!

Die doppelte Ökokrise

»Das gute Leben hängt aber nicht nur vom persönlichen materiellen Konsum ab, sondern noch wichtiger sind die Erfüllung sozialer Bedürfnisse und die Entfaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft. Die Bewältigung der ökologischen Krise ist also eine soziale Aufgabe, keine technische. Eine Volkswirtschaftslehre, die sich auf ihre philosophischen Wurzeln rückbesinnt, kann dazu viel beitragen.«

Michael Roos, Die doppelte Ökokrise

Nach der Lektüre des Essays von Michael Roos aus der taz am Wochenende, hörte ich mir gestern Abend die Folge des Podcasts Planet B, in der Michael Seemann mit Maja Göpel über Klima- und Gesellschaftswandel spricht an, und freute mich über die ergänzenden und weiterführenden Gedanken. Ökologie, Ökonomie und gesellschaftliche Entwicklung müssen zusammen gedacht werden. Die Bewältigung der ökologischen Krise ist eine soziale Aufgabe, bei der die Frage der Verteilungsgerechtigkeit von Anfang an mitgedacht werden sollte.