Black Oak – The Clearmountain Pause

Black Oak – The Clearmountain Pause

Black Oak veröffentlichten heute ihre neue Single ›The Clearmountain Pause‹. Sie entstand bei einer Session für 27tapes im Juli diesen Jahres. Der Titel bezieht sich auf den Produzenten Bob Clearmountain, der dafür bekannt ist Pausen in Musikstücke einzubinden um die Dramaturgie zu steigern.

Mich fasziniert immer wieder wie gut mir die Musik von Black Oak tut. Aber seht, hört und fühlt selbst …

Ist Gott eine Person?

Von Gott wird immer wieder so gesprochen, als sei „er“ ein persönliches Gegenüber des Menschen. In dieser personifizierten Rede stecken einige Aspekte, die es schwer machen angemessen von Gott zu sprechen. Dabei geht es mir vor Allem um die Reduktion auf eine Person, und damit auch das Zuschreiben menschlicher Eigenschaften.

Durch die Verwendung solcher Sprachbilder besteht das Problem sich Gott als das eigene Über-Ich zu denken. Da das so einfach vorstellbar ist, wird leicht vergessen, dass diese Kategorien lediglich auf der menschlichen Vorstellung beruhen. Sie sind auf den Wunsch zurückzuführen verständliche Metaphern zu finden, mit deren Hilfe von Gott gesprochen werden kann.

Hat sich ein solches Bild erst einmal festgesetzt, hält es sich hartnäckig, und lässt sich nur sehr mühsam reformieren.

Gott wird als Gegenüber angesprochen, als Vater vorgestellt, als persönlicher Freund bezeichnet oder als König und Herrscher verehrt. Die persönliche Beziehung zu Gott wird betont, und von manchen als Kriterium verwendet um zu entscheiden ob eine andere Person „Christ“ ist. Öffnet man mit dieser Brille die Bibel, finden sich Hinweise darauf an den unterschiedlichsten Stellen, und erscheinen daher für einige als gesetzt und nicht zu hinterfragen. Dass es sich dabei lediglich um Versuche handelt ein Gottesereignis mit Hilfe unserer begrenzten Vorstellung und Sprache zu beschreiben, wird ausgeblendet.

Was zeichnet eine Person aus?

In der Theologie wurde lange Zeit der Personenbegriff der klassischen Philosophie verwendet um von Gott zu sprechen. Nach Boethius wird unter einer Person die vernünftige Natur verstanden, die in Gestalt eines Individuums existiert („Persona est rationalis naturae individua Substantiv“). Eine Person wird demnach als denkendes Lebewesen verstanden, der ein sinnlich nicht wahrnehmbarer Wesenskern zugrunde liegt. Sie hätte die Möglichkeit sich zu sich selbst zu verhalten, nachzudenken und ihre Ziele und Wünsche zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Gleichzeitig bestünde sie aus einem unteilbaren Wesenskern. Dieser wurde lange Zeit als Grundlage des Individuums verstanden.

Dieses Verständnis hat sich mittlerweile grundsätzlich verändert. Mit der Beachtung der Bedeutung von Beziehungen wurde deutlich, dass die Ich-Du-Beziehung für eine Person grundlegend ist (vgl. Martin Buber). Das Individuum ist nicht unabhängig und eigenständig, sondern entsteht und existiert in einem Beziehungsgefüge. Gleichzeitig wird auch nicht mehr von einem einheitlichen Wesenskern ausgegangen, der einer Person zu Grunde liegt und diese ausmacht. Personen stehen in Beziehungen, entwickeln sich darin, sie haben keinen festen Wesenskern, sondern können als ›bewegliches Fest‹ verstanden werden (vgl. Stuart Hall).

Wilfried Härle schreibt in seiner Dogmatik, dass es dem Wesen Gottes nicht gerecht wird, wenn Gott als eine Person gedacht wird:

»Gott als die Alles bestimmende Wirklichkeit ist keine solche (begrenzte) Instanz. Ein (theistisches) Gottesverständnis, das Gott als eine solche höchste, der Welt gegenüberstehende Instanz, also als eine Person denkt, wird dem Wesen Gottes nicht gerecht.«

Wilfried Härle, Dogmatik, (2., überarbeitete Auflage), Seite 250-251.

Auch für F. LeRon Shults hängt der Personenbegriff sowohl damit zusammen was über Menschen gedacht werden kann, als auch damit wie Gott zu verstehen ist. Die Hinwendung zur Bedeutung von Beziehungen in der Philosophie eröffnet seiner Ansicht nach einen neuen Blick sowohl auf die Menschheit als auch auf Gott. Bei der Frage danach wie heute angemessen von Gott gesprochen werden kann, beziehe ich mich in den kommenden Ausführungen vor Allem auf das wunderbare Buch Reforming the Doctrine of God von F. LeRon Shults. Shults schafft es hervorragend historische und gegenwärtige Ansätze von Philosophie und Theologie zu würdigen und aus dieser Synthese sinnvolle Aussagen zu formulieren.

Gott als Beziehungsgeschehen

Wenn wir von Gott sprechen, oder darüber nachdenken welche Begriffe sich am Besten eignen um Gott zu verstehen, ist es notwendig zu beachten, dass Gott nicht direkt betrachtet und beschrieben werden kann, sondern dass wir nur indirekt in der Lage sind über Gott zu sprechen.

Menschen sprechen schon immer im Nachklang eines Ereignisses von Gott. Im Nachdenken über das Erlebte suchen sie nach Begriffen, die ihnen angemessen erschienen, um das auszudrücken was sich ereignete.

Aus dem Nachdenken über die Erfahrung der Befreiung lässt sich, nach Ansicht von F. LeRon Shults, am Besten ein Verständnis von Gott als Beziehungsgeschehen ableiten.

Dieses Beziehungsgeschehen wurde in der Theologiegeschichte Trinität genannt. Als Beispiel einer trinitarischen Überlegung im Zusammenhang der Befreiung führt er Vers 11 aus dem achten Kapitel des Briefes an die Römer an:

»Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.«

Römer 8,11 (Luther 2017)

Diese Art der Beschreibung des göttlichen Beziehungsgeschehens durchziehen die Evangelien und strukturieren das gemeinschaftliche Leben vieler Christen durch die Geschichte. Die Hinwendung der Philosophie zur Bedeutung von Beziehungen, hilft dabei die Wichtigkeit der trinitarischen Beziehung in der biblischen Beschäftigung mit Befreiung zu verstehen.

Dennoch wird – wie oben angedeutet – immer wieder auf die Metapher der ›Person‹ zurückgegriffen. Gott als Beziehungsgeschehen zu verstehen hilft, diesen Rückgriff auf das Verständnis Gottes als eigenständige Person zu überwinden. Konsequent weiterverfolgt wird das, wenn ausgehend von den Beziehungen über Gott nachgedacht wird, und andere – als die bekannten personifizierenden – Metaphern verwendet werden.

Folgen wir dem Gedanken des trinitarischen Beziehungsgeschehens, bezeichnet der Begriff ›Gott‹ die Beziehung des Vaters mit dem Sohn und dem heiligen Geist. Gott als eigenständige Person zu verstehen verkürzt dieses Beziehungsgeschehen der drei auf ein Subjekt, und blendet zu vieles aus.

In Beziehung mit Gott

Abschließend möchte ich noch ein Beispiel erwähnen, das den Unterschied der Wahrnehmung verdeutlichen kann. Wird Gott als Beziehungsgeschehen verstanden, kann daraus die Annahme folgen, dass dieses Beziehungsgeschehen die Grundlage menschlichen Lebens darstellt. Gott ermöglicht einen Lebensraum, in dem Menschen in Freiheit existieren können.

Es wäre demnach möglich sich selbst in der Gottesbeziehung wahrzunehmen. Das Nachdenken über die Beziehung mit Gott bekäme eine andere Ausrichtung. Es ginge nicht um die Beziehung zu Gott, da Gott nicht als eigenständige Person wahrgenommen wird, zu der ein Mensch in Beziehung steht. Vielmehr ließe sich das Sein in Gott so verstehen, dass die Menschheit eingeladen ist an der Gottesbeziehung teilzunehmen.

Diesen Gedanken gehe ich in einem der folgenden Beiträge weiter nach, für den Moment erscheint es mir wichtig festzuhalten, Gott als Beziehung von Vater, Sohn und Geist zu verstehen, die sich gegenseitig liebevoll Raum geben und Leben ermöglichen. In diese Beziehung sind wir Menschen eingeladen, und können an dieser befreienden Beziehung teilnehmen. Es ginge dementsprechend nicht darum zu Gott in Beziehung zu stehen, sondern in der Beziehung Gottes mitzumachen, und in dem befreienden Raum Gottes zu leben.

Kubik, ein Bekenntnis

Anfang des Jahres führten wir bei Kubik eine Inspektion durch. Das machen wir in regelmäßigen Abständen, da es uns wichtig ist immer wieder zu fragen was uns als Gemeinschaft ausmacht und wie gut das was wir machen dazu passt. Bei dieser Inspektion ging es darum herauszufinden wie wir unser Christsein verstehen.

Kubik, ein Bekenntnis entsteht

Die Inspektion beinhaltete drei Phasen. Als erstes entwickelten wir einen Fragebogen um herauszufinden wie welche Aspekte des Christseins innerhalb der Gemeinschaft verstanden werden und welche Bedeutung wir den einzelnen Aspekten zumessen. Die Auswertung der Fragebogen läutete die nächste Phase ein.

Die zweite Phase bestand aus einem Wochenende an dem wir uns trafen um gemeinsam den Aspekten auf den Grund zu gehen die sich in der ersten Phase als bedeutend herausgestellt hatten. Dazu hatten wir Maria Herrmann eingeladen. Sie verstand es sehr gut uns in eine Atmosphäre zu begleiten, in der wir offen und ehrlich darüber sprechen konnten wie wir Christsein verstehen, und half uns dabei diesen Austausch in ersten Formulierungen festzuhalten.

Die dritte Phase bestand darin, dem Bekenntnis eine einheitliche Form zu geben.

Ich teile dieses Bekenntnis nun hier aus zwei Gründen. Zum einen werden darin Aspekte dessen deutlich wie wir uns Gesellschaft vorstellen und woraus sich unser politisches/gesellschaftliches Engagement speist. Und zum anderen werde ich in den kommenden Wochen ein paar Gedanken zum Begriff ›Gott‹ teilen, die sich aus der Beschäftigung mit unserem Bekenntnis ergeben haben, und die die politischen/gesellschaftlichen Aspekte noch etwas deutlicher machen.

Hier nun aber zuerst der aktuelle Stand unseres Bekenntnisses:

Gott umgibt uns, ist der Raum in dem wir leben. Gott ist und schafft Leben, Kraft, Hoffnung, Beziehung und Geborgenheit.

Wir entdecken Gott in Begegnung mit und Beziehung zu Menschen, in Kreativität, in der Stille, in der UmWelt. Wir wenden uns an Gott in Worten, in Musik, in Gedanken und im Tun.

Gottes Idee ist Leben. Wir unterstützen, was dem Leben dient und helfen so diese Idee zu verwirklichen. Das bezieht sich auf wertschätzenden Umgang mit sich selbst und mit anderen. Genauso wie auf unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Planeten.

Die Gemeinschaft mit Anderen ist uns wichtig, da jede Begegnung auf Gott hinweist. Die Bibel ist für uns ein Zeugnis der Geschichten Gottes mit den Menschen. Sie formt unser Denken und Handeln. Gemeinschaft und der Austausch über die Bibel, helfen uns zu leben, inspirieren, fordern heraus und hinterfragen.

Wir resignieren nicht. Wir stellen uns unseren Abgründen und verschließen die Augen nicht vor dem, was in der Welt passiert. Wir haben Hoffnung und sind Teil der Erneuerung, die mit Jesus begonnen hat und über uns hinaus wächst.

Verstehen als Grundlage

»Wir brauchen nicht noch eine drölfzigste Theorie darüber, wer warum anfällig für rechte Rhetorik ist. Sondern eine Praxis, die es ermöglicht, mit diesen Menschen sinnvolle politische Auseinandersetzungen zu führen.

  • Warum stellen wir uns die Gesellschaft so vor, wie wir es tun?
  • Warum ist es uns wichtig, Geschlechterklischees zu hinterfragen, auch bei alltäglichen Dingen?
  • Warum wollen wir Freiheitsrechte von Minderheiten schützen, selbst von solchen, die uns unsympathisch sind?
  • Warum glauben wir, dass Gerechtigkeit eine globale Perspektive braucht?
  • Warum achten wir auf vermeintliche Kleinigkeiten, wenn es um Rassismus geht?

Solche Sachen müssen wir erklären. Und zwar überall da, wo es möglich ist. Ich vermute, in Talkshows wird das eher schwierig sein, aber am Küchentisch geht es vielleicht. Oder im Büro. Oder auf dem Spielplatz.

[…]

Verstehen heißt nicht Verständnis zu haben. Und schon gar nicht heißt es zu entschuldigen. Ich kann sehr gut etwas verstehen und es genau deshalb ablehnen. Der Versuch, zu verstehen, ist kein Entgegenkommen, sondern eine Vorbedingung für jedes echte Gespräch: Wenn ich nicht verstehe, was der oder die andere will, werde ich ganz sicher keine Argumente finden, die ihn oder sie zum Nachdenken anregen. Wer das Gegenüber nicht verstehen will, braucht mit dem Reden gar nicht erst anzufangen.«

Antje Schrupp, Der Streit um die bessere Gesellschaft, zeit.de

Über die Notwendigkeit von Alternativen

Alain Badiou sprach am 09.11. in der Universität von Kalifornien in Los Angeles über den Ausgang der US-Wahl und die politische Weltlage. Eine Aufzeichnung des Vortrages, sowohl als Video als auch in Textform findet sich hier. Mir erscheint seine Analyse stimmig und die von ihm vorgeschlagene Alternative empfinde ich als sehr sinnvoll.

Er spricht davon, dass die heutige Situation durch den Liberalismus geprägt ist, und demnach Privatbesitz und die Freie Marktwirtschaft das Geschick der Menschheit vorgibt. Ein Mensch ist demnach vor allem Bettler, Konsument, Eigentümer oder gar nichts. Dies ist das grundsätzliche Problem mit dem wir heute konfrontiert sind, und das den Nährboden für die gegenwärtige weltpolitische Lage darstellt.

In der Alternativlosigkeit zu dieser Vision sieht er das Hauptproblem. Auch wenn er deutliche Unterschiede zwischen Hillary Clinton und Donald J. Trump sieht, nimmt er die beiden in diesem Punkt als zu ähnlich wahr. Aus seiner Sicht wäre die Wahl Hillary Clintons wesentlich besser gewesen, da eine Vertretern des politischen Systems einem Faschisten immer vorzuziehen ist, aber gerade aus der Wahl Trumps leitet er eine Notwendigkeit zu Handeln ab.

«So the return to polit­ics is by neces­sity the return of the exist­ence of a real choice. So, finally, at the level of philo­soph­ic­al gen­er­al­it­ies, it’s the dia­lect­ic­al return to the real Two bey­ond the One, and we can pro­pose some names for that sort of return.»

Es muss wieder eine Rückkehr zur Politik der tatsächlichen Entscheidung geben. Im weiteren Verlauf seines Vortrages entwirft er ein Szenario das zur Entwicklung einer wirklichen Alternative helfen kann. Anhand von vier Prinzipien skizziert er seine Alternative:

«The first point is that it’s not a neces­sity that the key of social organ­iz­a­tion lies in private prop­er­ty and mon­strous inequal­it­ies.»

«The second point is that it’s not a neces­sity that work­ers will be sep­ar­ated between noble work, like intel­lec­tu­al cre­ation, or dir­ec­tion, or gov­ern­ment, and, on the oth­er side, manu­al work and com­mon mater­i­al exist­ence.»

«The third is that it’s not a neces­sity for human beings to be sep­ar­ated by nation­al, racial, reli­gious or sexu­al bound­ar­ies. The equal­ity must exist across dif­fer­ences, and so dif­fer­ence is an obstacle to equal­ity.»

«And the last prin­ciple is that it’s not a neces­sity that there exists a state, in the form of a sep­ar­ated and armoured power.»

Die vier Punkte können folgendermaßen zusammengefasst werden: Kollektivismus (oder Gemeingut) statt Privatbesitz, Generalisierung statt Spezialisierung in der Arbeitswelt, konkreter Universalismus statt geschlossener Identitäten und freie Zugehörigkeit statt geschlossener Staaten. Mit diesen vier Punkten im Hinterkopf lässt sich seiner Ansicht nach eine Alternative entwicklen und gleichzeitig hilft sie auch bei der Einordnung politischen Geschehens.

Was jetzt?

Die Decke über den Kopf,
Augen schließen,
wieder schlafen.

Gebannt lesen,
es ist passiert,
schon wieder.

Sich betrinken als Lösung.
Schlafen geht nicht,
ob ausschalten hilft?

Etwas unvernünftiges tun,
um dem Unfassbaren zu begegnen?

Alkohol, Schokolade.
Beruhigung und Glückshormone,
weiter als wäre nichts geschehen.

Woher kommt dieser Drang zur Verdrängung?

Ein klares Glas Wasser,
eine heiße Dusche,
ein frischer Apfel.

Aufwachen,
aufstehen,
hinhören,
hinsehen.

Hände reichen,
lernen zu verstehen.
Um dann gemeinsam und mutig weiterzugehen.

EF – Hiraeth

EF – Hiraeth (Official Video)

EF ist eine der Postrock-Bands, die mich mit jedem neuen Album begeistern. Heute erschien ihr neues Video, und da ich früher über so etwas gebloggt hätte, tue ich es jetzt wieder. Am 23. Oktober werde ich EF wohl zum ersten Mal live sehen, da spielen sie nämlich im Jubez in Karlsruhe.

Geschlechtsidentität und Geist/Körper-Unterscheidung

Ich lese gerade ›Das Unbehagen der Geschlechter‹ von Judith Butler, um ihren Ansatz der Geschlechtsidentität und der relationalen Analyse besser zu verstehen. Neben vielen interessanten Gedanken stieß ich auf Seite 31 auf eine sehr interessante Beobachtung bezüglich des Zusammenhangs der Geist/Körper-Unterscheidung und der Geschlechter-Hierarchie:

»In der philosophischen Tradition, die mit Platon beginnt und sich mit Descartes, Husserl und Sartre fortsetzt, hat die ontologische Unterscheidung zwischen Seele (Bewusstsein, Geist) und Körper stets Beziehungen der politischen und psychischen Unterordnung und Hierarchie gestützt. Der Geist hat den Körper nicht nur unterworfen; bisweilen nährt er auch das Phantasma, seiner Verleiblichung insgesamt entfliehen zu können. Für die kulturelle Assoziation zwischen Geist-Männlichkeit und Körper-Weiblichkeit finden sich im Feld der Philosophie und des Feminismus zahlreiche Belege. Daher muss jede unkritische Reproduktion der Geist/Körper-Unterscheidung neu durchdacht werden: Sie hat traditionell und implizit die Geschlechter-Hierarchie produziert, aufrechterhalten und rational gerechtfertigt.«

Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter, Seite 31.