Ich liebe das Leben / The pure Lust for Life

Wie du schon in der Sidebar erfahren konntest lese ich gerade das Buch „The Shaping of Things to Come“ von Michael Frost und Alan Hirsch. Da ich mich gerade in dem Bereich befinde, in dem sie sich Gedanken über eine „messianische Spiritualität“ machen, sind mir ein paar Sachen aufgefallen.

Solche Momente, wenn Dinge, die man in sich trägt / fühlt Worte bekommen, finde ich immer sehr cool.

Ich habe mich immer wieder gefragt, wieso ich keinen Zugang zu den krassen Männern Gottes finde, von denen man immer in der Heiligungsbewegung hört. Diese Jungs haben sich so auf Gott konzentriert, dass die „Verlockungen der Welt“ ihnen nichts anhaben konnten. Ich bekomme keinen Zugang zu ihnen, weil ich das Leben liebe. Ich genieße es Mensch zu sein, eine Tasse Kaffee, etwas leckeres zu Essen, reden, lachen, feiern…

Seit längerem hat mich der Dualismus gestört, den ich in christlichen Kreisen feststelle. Es gibt auf der einen Seite das Heilige und auf der anderen Seite die Welt [und alles was damit zusammenhängt]. Dabei habe ich mich gefragt, ob Gott das wohl auch so sieht? Dass Gott das so trennt, konnte ich mir nie vorstellen, auch wenn die krassen Männer Gottes das so lebten. Hatte Gott nicht all die coolen Sachen geschaffen?

Und dann habe ich gerade Kapitel 7 im erwähnten Buch gelesen und musste über das Abendmahl nachdenken. Jesus hat mit seinen Jüngern das Passahmahl gefeiert [Vgl. Matthäus 26,17ff]. So richtig gemütlich und genüsslich. Das Mahl, das die Juden in ihrer Familie feierten. Von diesem Essen leitet man ja das Abendmahl ab. Was haben wir Christen nur daraus gemacht? Bereitet jemand ein Zimmer vor, so dass es gemütlich ist? Kocht jemand Essen? Gibt es einen leckeren Wein? Haben wir Zeit uns zu begegnen? Nein. In den meisten Fällen gibt es ein kleines Stückchen Brot oder eine Oblate und danach einen Schluck Wein oder Traubensaft.

Das ist krass. Eine Ereignis in Gemeinschaft wird auf die für die Symbolik wichtig scheinenden Elemente reduziert und dann schnell zelibriert.

Ich liebe das Leben, und es scheint mir, als würde Gott das auch so sehen [überleg doch mal wie Jesus gelebt hat]. Und ich frage mich nicht mehr nach meinem Zugang zu den Männern der Heiligungsbewegung. Ich lebe mein Leben anders.

Aus Ähnlichem Anlass hat Björn auch was geschrieben.

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I wondered why the people of the holiness-movement have never been accessible for me. Their abstinence of the world and pleasure always kind of alienated me.

Today I read chapter seven of Michael Frost and Alan Hirsch’s “The Shaping of The Things to Come” and realized that it’s my lust for life that is the difference. I love to be human, I love a good cup of coffee, a delicious meal, to talk, to laugh, to party… And it seems to me, like God is loving life too [think about the life of Jesus].

The dualism of our western Christianity always made me sick in a way. I wasn’t able to understand it and felt unable to point out that it isn’t the way God meant it.

As I reflected on the holy supper/communion today I began to understand what had happened under the influence of the Hellenistic worldview. If you think of the Passover [which Jesus celebrated with the disciples and which is the origin of the communion – see Matthew 26,17ff] which was and is a family feast with delicious food and community, and compare it to what happens so often in the church. You get a little piece of bread and a dip of wine. Fast, reduced to the mere elements sufficient for the symbolic meaning.

So well, I live a different life. I love life. I want to share a thought of Martin Buber with you, that speaks of holiness in another way than the holiness-movement:

“One should, and one must, truly live with all people and things, but one must live with all these in holiness, one must hallow all which one does in one’s natural life. No renunciation is commanded. When one eats in holiness, when one tastes the flavour of the food in holiness, then the table becomes an altar. When one works in holiness, he raises up the sparks that hide themselves in all tools. When one walks in holiness across the field, then the soft songs of all herbs, which they voice to God, enter into the song of our soul. When one drinks in holiness to each other with one’s companions, it is as if one read together in the Torah. When one dances the roundelay in holiness, brightness shines over the gathering. When a husband is united with his wife in holiness, then the Shekinah rests over them.”

[Martin Buber, Mamre, 178.]

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