Gebet als Begegnung / Prayer as Meeting

Gestern Abend in der S-Bahn habe ich begonnen das Buch „Gebet als Begegnung“ von Anselm Grün zu lesen, das ich letzte Woche von meinem Vater ausgeliehen habe [DANKE].

Schon als ich das Inhaltsverzeichnis durchgeschaut habe, stellte ich fest, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, dass, wie man auf Neu-Deutsch sagt, ein „must-read“ ist. Nachdem ich jetzt die Hälfte gelesen habe, bin ich einfach begeistert. Anselm schreibt über Gebet in einer Form, die mich erfrischt und neu Dinge sehen lässt.

Aus meiner Geschichte stellte ich eine starke Prägung fest, die mir unbewusst vermittelte, dass richtiges Gebet der Dialog mit Gott ist [wie Luther sagen würde: Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott]. Im Lauf der Zeit wurde dann das frei formulierte Gebet immer wichtiger. Mein Problem dabei ist nur, dass ich manchmal gar keine Worte habe. Paulus hat darauf in Römer 8,26 hingewiesen – meine „charismatische“ Auslegung war immer, dass es sich dabei um „Sprachengebet“ handelt, was ich auch nicht abstreiten möchte – heute denke ich, dass es genauso auch die Gedanken und Gefühle sein können, die in mir aufsteigen, wenn ich mich Gott aussetze.

Um eine lange Rede kurz zu machen, möchte ich einen kleinen Abschnitt aus dem Buch zitieren, der meiner Meinung nach, sehr gut darstellt, wie Anselm Gebet sieht – und was es ist, das mich an dem Buch inspiriert:

„Gerade weil Begegnung ein Geheimnis und ein freies Geschenk ist, können wir damit das Phänomen des Gebets besser beschreiben als mit dem Begriff des Dialogs, der zur sehr um die Worte kreist. Gebet als Begegnung des Menschen mit Gott ist immer ein Geschenk der Gnade Gottes an uns, nie unser Verdienst. Gott selber kommt uns aus freier Gnade entgegen. Wir können ihm nur begegnen, weil er uns begegnen will, weil er gegenwärtig ist und darauf wartet, dass auch wir da sind, bereit, ihm zu begegnen.“ [Anselm Grün. Gebet als Begegnung. Seite 9]

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At the moment I am reading a book called „Prayer as Meeting“ [maybe ‚encounter’ is better here – I don’t know] by Anselm Grün. It is really inspiring.

Anselm stresses the meaning of encounter/meeting to prayer. He suggests that prayer is better described as a meeting with youself and with God than just reduced to the mere meaning of prayer as dialogue.

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