Selbst denken? / Think for yourself?

Gerade beschäftige ich mich mit dem ganzen Thema dessen was man landläufig Predigt nennt. Dabei bin ich auf folgende Aussage in Mark Millers Buch Experiential Storytelling gestoßen:

“Eine Predigt sagt den Zuhörern was sie zu denken haben. Eine Geschichte bringt die Zuhörer dazu selbst zu denken. Das kann sich etwas gefährlich anfühlen, da sie offen ist für Interpretation. Ein Wort, das gebraucht wird um den Heiligen Geist zu beschreiben ist “Ratgeber”. Vertrauen wir unseren Leuten und dem Heiligen Geist genug, um ihnen zu erlauben selbst zu denken? Können wir etwas mit offenem Ende stehen lassen, und dabei wissen, dass die Lösung erst später an diesem Tag, in dieser Woche, in diesem Monat oder Jahr kommen wird? Können wir es den Leuten erlauben die Geschichten selbst zu füllen? Oder kümmern wir uns um die ganze Interpretation und lassen keinen Raum mehr für die Fantasie?”
[freie Übersetzung aus: Miller, Mark. Experiential Storytelling: [re]discovering narrative to communicate God’s message, 41]

Erst dachte ich, dass er da vielleicht ein bisschen zu stark schwarz-weiß malt, bis ich die Gedanken von Bram Krol las, der in seinem Buch „Von der Kunst, kommunikativ zu predigen“ alle Klischees bedient, die mir in meiner ganzen Zeit, in den verschiedensten Gemeinden begegnet sind.

Wie siehst du das?

– – –

I am thinking a lot about the thing called sermon at the moment. I am working on a course for my studies about communication and have to prepare a service where I comment on my choice of communication… For that reason I read Experiential Storytelling by Mark Miller. Therein I found the following:

“A sermon tells people what to think. A story forces people to do the thinking for themselves. It can feel dangerous because it allows for interpretation. But one of the adjectives used to describe the Holy Spirit is “counsellor.” Do we trust our people and the Holy Spirit enough to allow them to think for themselves? Can we leave something open-ended, knowing the conclusion might not come until later that day, week, month, or year? Can we allow people to own the stories? Or do we do all of the interpreting and leave nothing to the imagination?”
[Miller, Mark. Experiential Storytelling: [re]discovering narrative to communicate God’s message, 41]

First I thought it was to much black-and-white thinking – but than I had to read a book about preaching by Bram Krol who used all stereotypes you could imagine about a sermon.

Please comment your thoughts about preaching.

1 Reaktion

  1. […] noch etwas älteren Eintrag zu diesem Thema fand ich in meiner Datenbank. Im Juni 2005 zitierte ich aus dem Buch »Experiential […]

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  • [depone] | Daniel Ehniss » Blog Archive » Predigt, ein paar Hinweise

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