Joint Venture

Gerade habe ich mir ein paar Gedanken zu dem ganzen Komplex der Trennung von Gemeinde und Gesellschaft gemacht. Seit einiger Zeit habe ich immer die These vertreten, dass es nicht in Gottes Sinn ist in Kategorien wie Reich Gottes [Synonym für Gemeinde] und Welt [Synonym für alles, was sich außerhalb der Gemeinde befindet – und nach dieser Annahme schlecht ist] zu denken und zu reden. Es ist mir viel mehr daran gelegen keine eigene christliche Subkultur zu schaffen [oder in ihr zu leben], sondern Gemeinde als Teil der Gesellschaft zu verstehen.

Dazu habe ich einen lebhaften Austausch unter den verschiedenen gesellschaftlichen Subjekten und Organisationen vertreten. Für mich folgt daraus, dass gemeinsame Projekte zwischen Gemeinde und anderen Organisationen stattfinden. Diese gemeinsamen Projekte können z.B. im kulturellen Rahmen oder aber im sozialen Bereich sein – und daneben gibt es sicher noch viele weitere Möglichkeiten.

Ein Problem im Bezug darauf war für mich in letzter Zeit der Vers „Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis ?“ [2Korinther 6,14] Irgendwie war ich mir im Bezug auf diesen Vers und die Aussagen aus dem Alten Testament, dass das Volk Israel sich nicht mit den Völkern des Landes verbinden sollen, nicht so sicher, ob die Joint-Venture-Sache einfach nur gesellschaftlich Sinn macht und nicht wirklich den Willen Gottes widerspiegelt.

In meinem Bibellexikon habe ich dann folgendes gelesen:
Die Arbeits- und Lebensgemeinschaft darf nicht zum Joch werden, d.h. dahin führen, dass der Gläubige in seinem Handeln von den gottlosen Maßstäben des anderen abhängig wird. [Das große Bibellexikon, Joch, 1078]

Dieser Satz fasst meiner Meinung nach die Bedeutung von Joch gut zusammen. Es wird deutlich, dass hier nicht die Rede davon ist, nicht mit Menschen [und Organisationen] zusammen zu arbeiten, die noch keine Christen sind. Sondern, dass es vielmehr darum geht, sich nicht in der Weise von anderen abhängig zu machen, dass man seine eigene Überzeugung verleugnen muss und gegensätzlich dazu handelt…

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