Paradoxe Foltermethoden

Seit einiger Zeit sind die USA wegen ihrer Folterpraxis in die Diskussion geraten. Diejenigen, die sich als Polizisten der Welt verstehen wenden selbst Methoden an, die den Genfer Konventionen widersprechen. Hierzu könnte eine Menge geschrieben und dargestellt werden…

Was ich neben der Folterpraxis, die meiner Meinung nach inakzeptabel ist, ebenfalls sehr krass fand ist der Einsatz von Musik zu Folterzwecken. Während Musik dazu genutzt wird um Gefangenen den Schlaf und die Ruhe zu rauben, ist es für manchen Muslimen an sich schon eine Zumutung mit amerikanischer Musik beschallt zu werden. Musik fand Eingang in die Folter, da sie ein Mittel ist, welches den Gefangenen an seine Grenzen bringt, jedoch keine nachvollziehbaren Spuren hinterlässt.

Heute habe ich einen Artikel auf The Nation gelesen, in dem genau dieser Einsatz von Musik beschrieben und kritisiert wird. Was mich dabei am Meisten gestört hat, ist, dass es scheinbar kein Problem für diejenigen ist, die die Folter durchführen, Musik von Bands zu nehmen, die sich strikt gegen dieses Vorgehen stellen. So wird beispielsweise berichtet, dass Musik von Rage Against The Machine zu diesen Zwecken eingesetzt wird.

Für mich erscheint das ähnlich Paradox, wie das Vorgehen an englischen Schulen, das zur Strafe von Auffälligen Schülern Gewaltanwendung als Mittel akzeptiert – zum Post

2 Reaktionen

  1. Das ist zwar paradox aber für mich nicht überraschend.
    Was du nicht beachtet hast ist dass die arabische Musik in Tonlagen, Melodien usw. (bin kein Experte auf dem Gebiet) grundlegend von der westlichen Musik unterscheidet so dass jede westliche Musik auf einen Araber grundsätzlich unharmonisch klingt.
    Diese Disharmonie wird natürlich durch „harte“ Musik unterstützt.
    Und dass es den Soldaten da ziemlich schnurz ist was in den Texten vorkommt liegt auf der Hand. Hier mal drei Gründe die mir spontan einfallen :
    1. Die Musik wird ja zur Folter von Leuten verwendet die die Texte nicht verstehen, nach der kranken Logik der Folterer ist es daher egal über was gesungen wird
    2. Wenn man bei harter Musik nicht genau hinhört und die Musik zudem sehr laut ist versteht man den Text oft nicht
    3. Nachdenken gehört nicht zu den Eigenschaften die man unbedingt braucht um zu foltern

  2. Daniel,

    ich denke du hast das Pferd von hinten aufgezäumt. Man sollte sich doch viel eher fragen warum wird gefoltert? Natürlich weil dies von oberster Stelle legitimiert wurde!

    Pervers ist ja auch, dass man die Wahl des Foltermittels bewusst dem Ausführenden, also dem schwächsten Glied in der Kette, überlassen hat.

    Natürlich ist es notwendig auch den Ausführenden zu kritisieren. Aber das der, ob der Tatsache dass er entsprechend instruiert/gedrillt wurde, jedes nur erdenkliche Mittel zur Folter benutzt, ist für mich nicht weiter verwunderlich.

    Mir reicht es auch nicht, dass Frau Künast heute sagt, ‚Wir in Europa akzeptieren Folter nicht‘ ich dachte das wäre ein allgemeingültiger Konsens. Scheinbar aber nicht…

    Und dass da so Dinge wie RATM den Leuten vorgeträllert wird, ist für mich nicht paradox. Scheinbar regt man sich gerne auf, wenn unser westliches Kulturgut missbraucht wird.

    Fakt ist aber auch, dass im Irak ja x-mal der Koran zur reinen Pose von den westlichen ‚Besatzern’ verbrannt wurde. Was würde wohl passieren, wenn man, um uns zu brüskieren, einfach mal ein paar Bibeln verbrennt…

    Und da sind wir dann bei ‚der Bibel‘, ich denke wenn uns die Bibel so fürchterlich heilig ist, dann sollte uns der Koran (das Äquivalent i.d. muslimischen Welt) mindestens genauso heilig sein!

    Cheers
    Daniel S. Haischt

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