Wieder etwas über die Bibel

In einem älteren Post stellte ich die Frage, ob wir der Bibel eine Stellung gegeben haben, der vielleicht gar nicht zu ihr passt. Und da ich gerade über eine Aussage zu dieser Stellung gestossen bin, wollte ich das mal hier posten:

Das evanglische Zeugnis bekräftigt den Vorrang der Schrift als einzigem unfehlbarem Maßstab für Glaube und Praxis. Das kann nicht genug betont werden. Die Bibel hat Vorrang vor allen anderen Schriften; Vorrang vor der kirchlichen Tradition; Vorrang vor der persönlichen Erfahrung des Einzelnen; Vorrang vor dem Gewissen; Vorrang vor persönlichen Offenbarungen, Träumen oder Visionen; Vorrang vor der Kultur. Wie die Reformatoren es sagten: Sola Scriptura, allein die Schrift. Dieses wichtige Bekenntnis gibt uns einen Maßstab, an dem Glaube und Praxis gemessen werden können.

[Richard Foster, Viele Quellen hat der Strom: Aus dem Reichtum der Glaubensgeschichte schöpfen, 270.]

3 Reaktionen

  1. Vorrang vor der Kultur. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie das praktisch wird, denn es ist nicht leicht, sich selbst anhand eines Buches immer wieder zu hinterfragen, zu dem es eine ganze Palette von Auslegungsmöglichkeiten gibt.
    Also: Bibel studieren, Auslegen, Prinzipien rausfiltern, verknüpfen mit anderen Dingen, wieder hinterfragen…
    Ich glaube man muss sich trauen Fehler zu machen und sich korrigieren zu lassen, ansonsten kommt man nie vorwärts. Danke für diesen Post – er gibt meine Meinung wieder, Grundlage, Maßstab . all das ist die Bibel.

  2. ich denke, dass für mich die bibel am anfang meiner geischdlichen karriere noch auf keinen fall gottes wort gewesen ist und auch heute ist sie es auch nur in den teilen, die mir aufgeschlossen sind und die ich für mich begriffen, erfahren und angewendet habe. für den rest hoffe ich, dass es vom leblosen buchstaben irgendwann durch den geist zum lebendigen wort wird. zu vielem kann ich ja und amen sagen, aber begriffen hab ichs noch net.

  3. Die Beschreibung ist echt gut, genau das ist mein Prolem mit der Bibel.
    Eventuell geben wir ihr eine wichtigere Stellung, als für sie eigentlich vorgesehen war(wenn man von Vorsehung sprechen kann). Ich denke das ist so, weil die Bibel das einzige Dokument ist, woran Menschen den Willen Gottes festmachen können. Anhand von Eingebungen und eigener Meinung ist es nicht möglich, andere Menschen zurecht zu weisen und Regeln aufzustellen.
    Aber die Bibel ist ein schönes Pauschalinstrument. Mithilfe einzelner Bibelstellen kann man bestens den eigenen Willen durchsetzen, besonders als Pastor, wenn man das Vertrauen der Schäfchen hat.

    Wenn in der Bibel etwas steht, ist es Gesetz und somit werden wir wieder zu Gesetzeschristen, obwohl das Gesetz doch erfüllt ist? Nachdenken wird überflüssig, denn die Bibel ist die Wahrheit; wer etwas anderes denkt, liegt falsch.
    Ich denke eigentlich ist das nicht Sinn der Sache. Die persönliche Beziehung zu Gott und eigenes, neues Gedankengut sollte meiner Meinung nach im Vordergrund stehen. Individualität ist mir wichtig. Ich möchte in meinem Glauben und in meiner Persönlichkeit individuell wahrgenommen werden.
    Doch wie kann ich in meiner Individualität wahrgenommen werden, wenn doch für alle dasselbe gilt?
    Haben wir nicht Gemeinschaft, um durch andere Sichtweisen bereichert zu werden? Ich mag Pauschalitäten nicht…

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