Hallo Depone,

im Studium haben wir im Fach ‚Jugendliche und Medien‘ einen sehr interessanten Ansatz kennen gelernt, den ich hier mal kurz (zu kurz :-) umreißen will:

Das ganze nennt sich ‚uses & gratifications approach‘ und geht davon aus, dass sich der Mensch medial an die Sachen hält, von denen er sich einen persönlichen Nutzen verspricht. Das bedeutet, dass z.B. aggressive Kinder & Jugendliche sich explizit an Gewaltspiele halten, moderate bzw. friedliebende Kids keinen persönlichen Gefallen daran haben und somit auch keinen Nutzen darin sehen -> sie wählen gezielt andere Spiele (Simulationen, Sportspiele etc.) Das find ich so interessant, denn das würde auch bedeuten, dass sich gerade Kinder, die zu Nervosität und Unkonzentriertheit neigen, zu Computerspielen hingezogen fühlen, weil sie davon den Nutzen haben, sich durch die extreme Überreizung der Sinne doch auf etwas konzentrieren zu können. Das spannende daran find ich, dass man die ‚Schuld‘ bzw. Verantwortung für eventuelle Problematiken also nicht bei den Spielen, sondern wie – eigentlich immer – beim Umfeld und den Erziehungsberechtigen (eigentlich zur Erziehung verpflichteten!!) Kurz und gut: Computerspiele können tatsächlich die Intelligenz fördern, aber nur dann, wenn den Kindern auch der Umgang damit beigebracht wird und sie langfristig lernen, positiven Nutzen daraus zu ziehen. Gleichzeitig gibt es aber vermehrt leider auch das Problem der sog. ‚Daddler‘, die nur noch vor der Kiste sitzen bis sie (tatsächlich) verblöden … Mein Fazit:
Im Rechten Maß genossen, ist ‚daddeln‘ eine feine Sache :-)

mfG Stephan