Predigen: Luther vs. Pagitt

Auf der Zugfahrt nach Mössingen haben wir die Zeit in der Josia friedlich in seinem Kinderwagen geschlafen hat genutzt um etwas zu lesen. Ich las ein bisschen in ›Preaching ReImagined‹ von Doug Pagitt weiter. Bei meinen Eltern nahm ich etwas später am Abend ein Buch von Martin Luther zur Hand um ein wenig darin rumzublättern. Interessant war es zu sehen, wie unterschiedlich die Ansätze der beiden sind [interessanter Vergleich Luther vs. Pagitt]. Während Pagitt davon ausgeht, dass jeder Einzelne der Gemeinschaft etwas zum Predigtgeschehen beitragen kann, spricht Luther darüber, dass der Prediger über die Seelen der Gemeinde regiert. Einen kleinen Abschnitt von Luther möchte ich hier mit euch teilen:

»Sechs Stücke gehören zu einem Prediger, wie ihn die Welt haben will:
1. daß er eine feine Aussprache habe;
2. daß er gelehrt sei;
3. daß er beredt sei;
4. daß er eine schöne Person sei, den die Mägdlein und Fräulein lieb haben können;
5. daß er kein Geld nehme, sondern Geld zugebe;
6. daß er rede, was man gerne hört.«

[Martin Luther, WA.TR 5, Nr. 5388, 121.]

5 Reaktionen

  1. Na da haben wir doch die Wurzel allen Übels in der evangelischen Kirche. Der Prediger (Pfarr-Herr) als kleiner „Pabst“/Herscher in der Gemeinde.

  2. nr.4 ist irgendwie skuril. wenn man das heute laut sagen würde bekäme man ärger. aber danke für das zitat, wird meiner predigt-zitat-datenbank einverleibt…

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