Intelligenz der Masse

Die Annahme, dass wir gemeinsam mehr wissen, als die Summe des Wissens jedes Einzelnen vertrete ich ja sehr gerne. Dabei betone ich regelmäßig den Gewinn der Ergänzung. Immer wieder stosse ich jedoch an Grenzen der ›Intelligenz der Masse‹ und frage mich, wie wir das wirklich leben können.

Kürzlich saß ich in einem Café meiner Wahl und genoß neben einem leckeren Kaffee eine ältere Ausgabe der Zeitschrift Emotions. Die Zeitschrift widmet sich ja allen möglichen Fragen rund um Psychologie und so fand ich darin auch eine Aussage über die ›Intelligenz der Masse‹, über die ich gestern Abend noch einmal nachgedacht habe. Ich schreibe hier mal die zwei Voraussetzungen auf, die von dem Autor James Surowiecki, für die ›Intelligenz der Masse‹ gesehen werden:

»Die Gruppe muss zum einen aus möglichst unterschiedlichen Menschen zusammengesetzt sein, die weder ähnliches wissen noch vergleichbare Ziele haben.

Und jeder Einzelne muss sich in der Gruppe unabhängig fühlen. Denn eine Hierarchie, haben Sozialpsychologen herausgefunden, fördert Irrtümer sogar.«

[Emotions 03/2006, Seite 20]

4 Reaktionen

  1. Das eine Hierarchie Irrtümer fördert, hätte ich echt nicht gedacht, kann es mir aber vorstellen. Den ersten Satz finde ich würdig, einmal länger darüber nachzudenken und zu diskutieren, denn nicht selten ist es doch gegeben, dass sich in einer Gruppe ähnliche Interessen und Ziele entwickeln..

  2. Zu diesem Thema finde ich auch Beispiele in der Natur interessant, z.B. dass Ameisen oder Bienen Staaten bauen, die ein einzelnes Individuum weder alleine bauen könnte, noch überblicken kann. In diesen Fällen stimmt das aber meiner Einschätzung nach nur bedingt, dass die Einzelnen weder ähnliches „Wissen“ haben noch vergleichbare Ziele.

  3. […] Mit einer ähnlichen Frage habe ich mich auch schon mal hier beschäftigt. […]

  4. […] und erfahren, dass es ohne ihn nicht geht – ergo es gibt keine selbstorganisierenden System (vgl. dazu ein Zitat das ich vor langer Zeit mal hier veröffentlicht habe). Würden wir diese Annahme aufgeben, erlebten wir vielleicht in neuem Maße was es […]

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