Progressional Preaching bei Spener

Zum Umgang mit der Bibel schrieb Philipp Jakob Spener damals in seinem Werk ›Pia Desideria‹ im Bezug auf die Gemeindeversammlung etwas sehr interessantes. Ich zitiere einen Abschnitt aus Hans–Martin Barth [Einander Priester sein, Seite 66f.]:

»Ihn inspiriert „die alte apostolische Art der Kirchenversammlungen“, in denen entsprechend der Ausführungen des Paulus 1.Kor 14 „nicht einer allein auftritt zu lehren …, sondern auch andere mit dazu reden, die mit Gaben und Erkenntnis begnadet sind.“ Alle sollen, „ihre gottseligen Gedanken über die vorgelegten Materien“ vorbringen; schließlich könnte „jeder, der die Sache nicht genug versteht, seine Dubia vortragen und ihre Erläuterung erbitten“ …«

Freue mich sehr diesen Gedanken bei Spener zu finden, ist die Idee, dass jeder Zugang zur Bibel hat und auch etwas in der ›Versammlung‹ beitragen kann ein sehr zentraler für mich. Für diejenigen, die nun denken, dass das keine neue Idee ist, sei gesagt, dass mich genau das freut, allerdings ist auch zu beobachten, dass die Praxis recht wenig verbreitet ist. Die Predigt als Gespräch und nicht nur im so genannten ›Hauskreis‹ sondern in der Versammlung der ganzen Gemeinde.

5 Reaktionen

  1. […] … hat mal wieder einen interessanten Artikel über das Predigen in der Gemeinde verfasst und zitiert darin u.a. Phillipp Jakob Spener. Lesenswert ! technorati tags:depone, preaching, predigt, danielehniss […]

  2. Sehr cool!!!
    Ich hab auch noch bei anderen* aus der Zeit des Pietismus interessante ekklesiologische Ansätze gefunden, die in genau die gleiche Richtung gehen. Die Konventikel sind da eigentlich der Gottesdienst und es wird das Priestertum der Gläubigen gelebt, wobei sich oft auch Frauen durch ihr biblisches Fachwissen hervorgetan haben.
    Hoffe du findest noch weiter gutes Zeug von den Altern.
    *War glaub August Hermann Franke

  3. Interessant ist es jetzt drüber nachzudenken, welchen Platz dabei der ‚Theologe‘ haben kann, außer eben vorne zu stehen und die Menschen (am besten noch von oben) ‚abzukanzeln‘.
    Ich denke schon, dass sie auf jeden Fall für jede Gemeinde unerlässlich sind, aber in welcher Funktion ist tatsächlich eine spannende Frage ;-).

  4. Das wuerd‘ dann evtl. auch vom Theologen/“Prediger“ erwarten, dass er Moderator/Gespraechsleiter sein kann, wie es in guten Polit-Sendungen immer der Fall ist:

    Eine Menge Hintergrundwissen haben, das das Gespraech leiten hilft und ihm letztlich Sinn und Richtung gibt.

    Das ist schon gut. Allerdings schaetze ich, dass damit Grossveranstaltungen doch ausgeschlossen sind, weil damit ziemliches Chaos entstuende. Oder? Hat jemand schon so was erlebt?

  5. […] Und nun muss ich die Kurve zu Emerging Church bekommen: langsam bekomme ich wieder Lust, mich auf ausgewählte Themen einzulassen. Alles, was zum Thema Emerging Church herumgeistert, finde ich durchaus interessant. Deshalb habe ich mir seit ganz langem mal wieder ein Buch aus der christlichen Buchhandlung gekauft (wow!): “Emerging Church – Die Postmoderne Kirche – Spiritualität und Gemeinde für neue Generationen.” Ich muss zwar ein wenig über den Begriff Postmoderne schmunzeln, weil ich dazu schon Mitte der 90er Semesterarbeiten (damals noch in Zusammenhang mit Generation X und so) geschrieben habe. Schmunzeln muss ich auch darüber, wie sich bekannte Gesichter aus der EC-Bewegung, wie z.B. Depone, in der heutigen Zeit mit dem Allgemeinen Priestertum und Spener auseinandersetzen, weil mich HaSo damals aufgefordert hat, mich damit zu beschäftigen. […]

Mentions

  • georgos Weblog » Emerging Church-Zeugs
  • kwerfeldein » Daniel ….

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