Leonardo Boff und Ekklesiologie

Bei einem Gespräch am Montag fiel der Name Leonardo Boff, der mir bekannt vorkam, ich im Moment jedoch nicht wusste wo ich ihm in letzter Zeit begegnet war. Umso lustiger war es dann am Dienstag und Mittwoch über die Basisgemeinden in Lateinamerika zu lesen, zu deren Darstellung der Autor die Ekklesiologie Leonardo Boffs verwandte – da war sie wieder die Verbindung.

Bereits in meinem letzten Post habe ich angedeutet, dass es sich für mich so anfühlt als wären meine Vorstellungen und Träume eines gelebten allgemeinen Priestertums am nächsten verwandt zu dem was in so genannten Basisgemeinden gelebt wird. Darüber werde ich in den nächsten Wochen sicher noch des öfteren nachdenken, was wiederum dazu führt, dass Gedanken dazu hier erscheinen werden. Dazu heute zunächst ein unkommentiertes Zitat über die Grundelement, die später weiter ausgeführt werden.

Zunächst ein Zitat, welches vier Grundelemente lateinamerikanischer Ekklesiologie darstellt, die zu einer neuen Würdigung des einzelnen Mitgliedes der Kirche und der Kirche als ganzer beitragen:

»Als Ausgangspunkt dient die Überzeugung, daß es sich (1) bei der Kirche um eine sakramentale Gemeinschaft handelt. In ihr wird (2) das gemeinsame Priestertum der Glaubenden gelebt; in ihr kommen (3) die Gaben des heiligen Geistes zur Auswirkung. Der letzte theologische Fluchtpunkt dieser ekklesiologischen Erwägung liegt (4) in einem neuen Verständnis der Gotteslehre, wie es sich in der von Leonardo Boff artikulierten sozialen Trinitätslehre ausspricht.«
[Hans-Martin Barth, Einander Priester sein, 145f.]

[Randbemerkung]
In letzter Zeit stelle ich fest, dass gerade Theologen [auch Philosophen] für mich Inspirationsquellen sind, die von der verfassten Kirche und manchmal auch von konservativen Medien kritisiert werden. Interessant deswegen, da in Zeiten in denen manche Lehren als ›Irrlehre‹ bezeichnet werden [was bisweilen berechtigt erscheint], Menschen meine Vorbilder sind, die wiederum von anderen der ›Irrlehre‹ beschuldigt werden.

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