Vergangenheit vs. Gegenwart

Ein interessanter Seitenhieb an jene, die in der Schule Bultmanns davon ausgehen, dass einem Menschen unserer Zeit, der das Radio bedienen kann, die Vorstellung an eine unsichtbare Welt unmöglich erscheint – gefunden bei Peter L. Berger [Soziologe, USA], der sich in diesem Punkt scheinbar wunderbar mit seinem Namensvetter Klaus Berger [Theologe, D] verstehen würde:

»Die Vergangenheit, aus der uns die Überlieferung überkommen ist, wird mittels dieser oder jener sozio-historischen Analyse relativiert. Die Gegenwart aber ist seltsam immun gegen jegliche Relativierung.

Den Autoren des Neuen Testaments wird ein falsches, in ihrer Zeit gegründetes Bewußtsein angekreidet. Der moderne Gelehrte dagegen scheint das Bewußtsein seiner, unserer Zeit ungeprüft als ungeteilten Segen hinzunehmen. Mit anderen Worten: intellektuell werden Elektriker und Radiohörer über den Apostel Paulus gestellt.«

[Peter L. Berger, Auf den Spuren der Engel, 70.]

» Die Frage, ob das Gegenwärtige immun gegenüber Relativierung ist, richte ich auch auf mich und meine Gedanken.

1 Reaktion

  1. ich denke, wir empfinden die gegenwart nicht (mehr) als immun gegen relativität. das liegt daran, dass unsere „gegenwart“, bzw. ihre bibliotheken und techniken alle möglichen dinge nah an uns heran geholt haben, zeitlich und räumlich. das ist ein anderer ausgangspunkt als der der „moderne“, wo man noch rein europäistisch und fortschrittsgläubig war.

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