Plausibilität

Wir finden uns in einer pluralistischen Welt wieder. Zu jeder Überzeugung, die wir haben existiert mindestens eine Alternative. Absolute Äusserungen werden dadurch nahezu unmöglich und der Glaube an eine objektive Wahrheit schwindet zusehens.

Im Moment beschäftige ich mich mit den Gedanken von Peter L. Berger, da er einer der Soziologen ist, die der Ansicht sind, dass es der Wissenssozilogie möglich ist die Relativität zu erklären. Durch seine Forschungen zur gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit wurde er bekannt [zumindest soweit ich das sehen kann], und trug dadurch einen großen Teil dazu bei, dass Plausibilität erklärbar wird. Ein Wort das in diesem Kontext häufig auftaucht ist ›Plausibilitätsstruktur‹, welches im deutschen Kontext ebenfalls als ›Denkmuster‹ bekannt ist. Darüber werde ich in Zukunft wohl noch den ein oder anderen Eintrag hier posten.

An dieser Stelle noch zwei Zitate, die meiner Ansicht nach die Hauptthesen der Gedanken Bergers dazu gut einleiten:

»Eine der fundamentalen Erkenntnisse der Wissenssoziologie ist, daß die Einsichtigkeit bzw. Plausibilität menschlicher Wirklichkeitsvorstellungen, dessen also, was Menschen für wirklich halten, davon abhängt, daß und wie diese Vorstellungen gesellschaftlich abgestützt und abgesichert sind.«

»Wenn wir nun alle die genannten Faktoren zusammennehmen –

gesellschaftliche Definition der Wirklichkeit,
gesellschaftliche Wechselbeziehungen, in denen diese Wirklichkeit als Gewissheit gilt,
Stütztherapien
und Legitimierungen

–, so haben wir die komplette Plausibilitätsstruktur der jeweiligen Weltanschauung vor uns.«

[Berger, Auf den Spuren der Engel, 61 und 63.]

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