Zur Darstellung der Gemeinschaften müßte ich wieder ins Buch reinschauen, dafür fehlt mir im Moment die Zeit. Jedenfalls wird keine Gemeinschaft umfassend beschrieben, sondern immer nur in Ausschnitten, wie es eben zu den einzelnen Schwerpunkten paßt, die Gibbs/Bolger in den Gemeinschaften, die sie besucht haben wahrgenommen haben, und die sie beschreiben.

Naja, über die Definition von ec können wir weiter streiten. Für mich ist es eben „im Anbruch befindliche Gemeinde“, damit eben „neue Form und Art von Gemeinde“, andere würden emergente Prinzipien mehr betonen und damit das Ganze einschränken. Damit liegen Gibbs/Bolger eher auf meiner Wellenlänge.

Zur Missio Dei habe ich einen längeren Post am 7.10. geschrieben, da will ich jetzt nicht mehr viel Worte machen. Nur kurz: Für mich ist es das Projekt Gottes, Menschen zur erfüllten Gemeinschaft mit ihm und untereinander zu führen, weshalb Jesus gekommen, gestorben, auferstanden ist, wozu er seine Jünger geschult und was er auch uns durch die Kraft des Heiligen Geistes zu tun beauftragt hat. Ein entscheidender Schritt ist dabei derjenige in die Nachfolge Jesu. Dafür kann man Worte wie Bekehrung oder Wiedergeburt durchaus heranziehen, welche einen graduellen Prozess oder eine singuläres Ereignis bezeichnen mögen. Jedenfalls beauftragt Jesus seine Jünger, in seinem Namen die „Buße zur Vergebung der Sünde“ zu predigen. Wer auf diesen Bußruf reagiert, dem vergibt Gott seine Missetat und den macht er zu seinem Kind. Der Betreffende hat noch lange nicht das Ticket für den Himmel gebucht (woraufs ja auch gar nicht ankommt) und es ist noch nicht alles perfekt, aber irgendwo zwischen der Fremdlingschaft und dem Gottes-Hausgenosse-Sein vollzieht sich der Wandel, der einen Nicht-Christen zum Christen macht. Nein, ich kann nicht sagen, ab wann jemand „Christ“ ist. Ich mag den angedeuteten Dualismus in seiner Schärfe auch nicht, vor allem die meist verhängnisvollen Folgen, die er mit sich bringt. Aber nach meinem ntl. Schriftverständnis gibt es „Christen“ und „Nicht-Christen“. Wozu dann überhaupt der Ruf „Lasset euch versöhnen mit Gott“, den Paulus als Botschafter an Christi statt erklingen läßt?