Offenheit und Identität | EmergingChurches 06

In dem EmergingChurches-Buch ist ein Kapitel, das ich sehr gerne habe – würde es wohl als mein Lieblingskapitel bezeichnen –, auch wenn mich das gesamte Buch nicht in der Weise begeistert hat, wie ich es nach manchen Empfehlungen erwartet hatte. Das Kapitel von dem ich rede ist die Nummer 6: ›Welcoming the Stranger‹. Dabei handelt es sich um das erste der beiden Artikel, die sich mit Gastfreundschaft beschäftigen. Wahrscheinlich mag ich das Kapitel deswegen so sehr, da es sich mit einer Thematik auseinandersetzt, die mich selbst gut beschäftigt.

Während ich so darüber nachdenke scheint es mir angemessen zu sagen, dass es in dem Kapitel über ›Offenheit und Identität‹ geht. Auf der einen Seite wird von Offenheit gesprochen im Bezug auf die Möglichkeit zu Gemeinschaften hinzu zu kommen, auch von Menschen, die ein festgesetztes Dogma nicht unterstützen würden. Ebenfalls wird über die Offenheit gesprochen von anderen Menschen und anderen Religionen zu lernen [vielleicht ist das einfach eine etwas umständliche Formulierung dessen, dass Austausch immer einen gewissen Einfluss auf das eigen Sein hat]. Andererseits kommt auch die Identität der erwähnten Gemeinschaften zur Sprache, die sich auf die ›christliche Tradition‹ zurückführen lässt. Mir gefällt eben diese Verbindung von Offenheit und Identität, die wieder einmal ein Hinweis darauf ist, dass in der ›Emerging Conversation‹ Dinge zusammen gehören können, die in anderen Kreisen als Widersprüche verstanden würden.

Einen älteren Eintrag, der sehr gut zu diesen Gedanken passt findest du hier: Wahrnehmungsoffene Kirche.

2 Reaktionen

  1. danke für deinen eintrag. diese beiden begriffe offenheit und identität haben mir geholfen, mit dem phänomen umzugehen, dass eine dezidiert spirituelle kultur, die viel aus einer altkirchlichen tradition zieht u.a., leicht zu einer „milieuverengung“ führen kann. dabei ist das sehr gut verstehbar als eine legitime suche nach identität. und mit einer solchen ist dann auch die öffnung und offenheit einfacher: denn der „gast“ ist genauso wie wir selbst auf der suche nach identität. in diesem suchen überschneiden wir uns alle.

  2. […] Im Sinne dessen, von dem ich in dem Eintrag zu Offenheit und Identität geschrieben habe, geht es mir ja nicht darum alles zu relativieren, sondern zur eigentlichen Idee, dem tieferen Sinn zu kommen. Darüber habe ich an anderer Stelle folgendes geschrieben: Mir geht es dabei um einen Prozess, einen Versuch mehr an das zu kommen, was Gott sich mit Sachen gedacht hat. Dabei bin ich mir im Klaren, dass meine Erkenntnis immer nur Stückwerk ist und so weiter auf Ergänzung und tiefere Erkenntnis angewiesen ist [deswegen im Wandel begriffen bleibt]. Und so möchte ich weiter über Dinge nachdenken, Glaubenspraxis hinterfragen und neue, alte und remixte Wege gehen – aber nicht aus irgendeinem anderen Grund, als dem, näher an Gott und seinen Willen zu kommen. […]

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