Heterogenität

Während ich mir gerade Gedanken zu ›Säkularisierung‹ mache, stosse ich in meinem Feedreader auf einen interessanten Kosmoblog-Artikel über den EU-Beitritt der Türkei. Ulrich Speck schreibt dazu neben weiteren sehr interessanten Gedanken folgendes:

»Heterogenität aber muss man nicht unbedingt als Bedrohung sehen, man kann in ihr auch eine Bereicherung erkennen. Voraussetzung dafür ist freilich, dass der Rahmen, in dem diese Heterogenität stattfindet, klar definiert und der Sache angemessen ist.«

[Ulrich Speck, Kosmoblog » Die Türkei-Frage.]

Dieser Gedanke scheint mir im Bezug auf ›Säkularisierung‹ von Bedeutung zu sein, da es meiner Ansicht nach seit Beginn der Kirchengeschichte um den Umgang mit Heterogenität geht, welcher zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Ergebnisse hervorbrachte. Auch im Bezug auf Gemeinde scheinen mir die Gedanken der ›Bereicherung‹ und des ›definierten Rahmens‹ äußerst bedeutungsvoll.

4 Reaktionen

  1. Was heißt das für die Gemeindepraxis?
    – Die Gemeinde bzw. den Umgang miteinander klar definieren z.B. durch Werte?

    – Was verstehst du unter „der Sache angemessen“? Ich versteh es erstmal z.B. so, dass wenn sich Leute zu einem Muttertag treffen, sollten Mütter oder zumindest Leute die irgendwas mit Mutter zu tun haben kommen. Oder wie?

  2. Für mich würde das zunächst bedeuten, dass wir uns mehr aufgrund von Werten und der gemeinsamen Nachfolge zusammenschließen und dabei bewusst nicht von einer einheitlichen Weise zu Glauben [was und wie] und Leben beschränken lassen.

  3. Generell denke ich das auch, aber ich glaube, man braucht dafür sehr reflektierte und selbstbewusste Gruppenmitglieder, damit sich keine hierarchischen Strukturen und damit Ausgrenzungen (wenn auch nur gefühlt) bilden. Schwieriges Thema.

  4. gebe dir recht onkel toby, würde bei der struktur auch bewusste schritte gehen – von wegen eine struktur ermöglichen, die keine hierarchie unterstützt [stichwort: selbstorganisierende systeme].

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