How (not) to speak of God | Erste Eindrücke

Letzte Woche habe ich begonnen das Buch ›How (not) to speak of God‹ von Pete Rollins zu lesen. Hier möchte ich mal wieder ein paar erste Eindrücke loslassen.

Pete schreibt darüber, dass er sich in der emergingChurch-Bewegung wohl fühlt, da er festgestellt hat, dass es dort Menschen gibt die ähnliche Gedanken und Fragen usw. haben wie er. Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut, ging es mir doch genauso als ich die ersten Bücher las und jedes mal wieder wenn ich jemanden kennen lerne…

Er spricht davon, dass es sich bei emergingChurch, auch wenn sie im Moment gesteigerte Aufmerksamkeit bekommt, um eine sehr junge und zerbrechliche Gemeinschaft handelt. Auf der Suche was emergingChurch ist, wird man nicht auf ein ausgeklügeltes theologisches System und eine reine Form kommen, vielmehr wird ein Netzwerk aus Freunden und Gemeinschaften sichtbar werden, die unterschiedlich glauben, an manchen Punkten jedoch eine gewisse gemeinsame Basis haben.

Diese gemeinsame Basis beginnt er im ersten Kapitel seines Buches darzustellen. Mir gefällt dieser Zugang sehr gut, nicht damit zu beginnen was einen unterscheidet, sondern das zu sehen was gemeinsam ist. Im Wissen, dass alles was heute im Bezug auf emergingChurch geredet und gedacht wird, bereits gedacht und gelebt wurde, stellt er seine Arbeit in den geschichtlichen Kontext.

Das erste Kapitel trägt den Titel ›Gott befreie mich von Gott‹. Diese Aussage übernimmt Pete von Meister Eckhart. Und während er darüber spricht wie unsere Vorstellungen von Gott uns im Weg stehen den Heiligen anzubeten [mehr noch, uns zu Götzendienst verführen], kommt er auf die bereits erwähnten Gemeinsamkeiten die er bei emergingChurches wahrnimmt zu sprechen:

Der Weg ist das Ziel.
Diese Charakteristika hat mit dem Verständnis von Prozess zu tun. Alles was wir ›sind‹ hängt mit ›werden‹ zusammen. In diesem Verständnis machen wir uns bewusst, dass wir nicht fertig/am Ziel sind, sondern weiter in Veränderung stehen. Es geht also nicht um einen Gegensatz zwischen Weg und Ziel sondern das Zusammendenken von beidem. Insofern ist der Weg Teil des Ziels.

Neuinterpretation des ›wie‹
Es geht nach Pete in emergingChurches nicht darum einen neuen Glauben zu entwickeln, der mehr in unsere Zeit passt, sondern vielmehr darum neu zu überlegen wie wir das glauben und leben was wir schon als Glauben vorfinden. Dieses Überdenken scheint manchmal so unspektakulär als würde sich dadurch nichts ändern und dennoch ändert sich alles.

Offenbarung und Verborgenheit
Zunächst spricht er davon, dass alles was wir von Gott zu wissen glauben Interpretationen sind, diese Erkenntnis ist seiner Ansicht nach zentral. Machen wir uns das nicht bewusst stehen wir in der Gefahr einen Götzen anstatt den Heiligen selbst anzubeten. In der Folge dieses Gedanken spricht er davon, dass er in gewisser Weise verborgen bleibt auch wenn er sich offenbart. Auch hier bemerkt er, dass es nicht hilft einen Gegensatz von Offenbarung und Verborgenheit zu postulieren, sondern gerade Gottes Verborgenheit in seiner Offenbarung zu umarmen. Relativismus, der manchmal in einem solchen Zusammenhang postuliert wird, ist seiner Meinung nach jedoch ebenfalls eine Art von Selbstbetrug.

Die besondere Bedeutung von Offenbarung liegt demnach nicht darin sie genauestens zu interpretieren, sondern sie zu lieben und uns von ihr verändern zu lassen. In dieser Weise sieht er auch die Einheit der Kirche in der Sehnsucht danach den ›Geliebten zu umarmen‹.

Dies bringt emergingChurches dazu das Bedürfnis nach Klarheit hintenanzustellen und sich dafür zu öffnen wie wichtig es ist von dem Geliebten umarmt zu werden anstatt Übereinstimmung im Bezug auf unser Verständnis von ihm zu finden.

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Einiges mehr und genaueres zu dem Buch findest du bei Tobias.

5 Reaktionen

  1. […] Der letzte Post bekam seinen endgültigen Schliff während Bob Dylan und seine Plattensammlung das schwarze Gold [a.k.a. Kaffee] feierten. Diesen Genuss bescherte mir Haso mit einem Päckchen im Briefkasten, das schon bei ersten Kontrollen eine CD als Inhalt vermuten lies. Und so genieße ich Kaffee jetzt auch mit Klängen und gesprochenen Worten rund um Kaffee und Zigaretten. DANKE SEHR. […]

  2. Bin gespannt, was Du so weiter darüber denkst. Ich selbst bin ja leider im ganzen Adventsstress nicht dazu gekommen, noch mehr zu schreiben. Aber das wird hoffentlich noch…Grüße!

  3. […] Während des Lesens von »How (not) to speak of God« ist mir aufgefallen, dass Pete durchweg das Wort ›emerging‹ klein schreibt. Und da ich denke, dass er jedes Wort und auch die Schreibweise bewusst wählt [sieht schwer danach aus], weist seine Verwendung dessen darauf hin, dass es sich bei dem Wort um ein Verb handelt – also etwas im Werden begriffen ist – Stichwort: Der Weg ist das Ziel. […]

  4. […] Dann beginne ich die Blogsuche hier zu durchforsten und stosse auf einen Artikel über meine ersten Eindrücke, einen weiteren zur Kleinschreibung des Wortes emerging bei Rollins, etwas zu Theologie und einen […]

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